Castro 1.1 (+ Video)

iOS besitzt mindestens eine Handvoll exzellenter Podcast-Apps1, die technisch auf Augenhöhe um den Geschmack von Kunden streiten2. Auf meinem Homescreen liegt immer noch Castro (3.59 €; App-Store-Link), der mit einer soeben freigeschalteten Version 1.1 (Design-)Kleinigkeit umräumt (alle Einstellungen befinden sich jetzt beispielsweise innerhalb der App) und vermisste Features wie die kontinuierliche Wiedergabe oder den Sleep Timer nachreicht.

Das große Augenmerk liegt in der mittlerweile deutschsprachigen Fassung auf der Audioqualität wenn Podcasts mit erhöhter Wiedergabegeschwindigkeit abspielen. Ich höre Podcasts ausschließlich schneller. Eine Verbesserung, die die Originalstimmen weniger verfremdet, ist aus diesem Grund ein wahrhaft willkommener Fokus.

Supertop gegenüber iPhoneBlog.de:

When audio is played slower or faster the natural behavior is for the pitch to be different. Since this would sound terrible when listening to podcasts, all podcast apps apply pitch correction to compensate for the change of speed and retain the same pitch. Since iOS 4, Apple have supported this by default in their AVFoundation framework. Castro 1.0 and other podcast apps use this default implementation. Castro 1.1 is the first podcast client to use a new pitch shift algorithm, which results in much better quality output. Whereas the old approach would often leave digital artifacts and audible “warbling” in the audio, this new algorithm produces much clearer and more natural results.

DirektCastro*

Oisin Prendiville und Padraig Kennedy sprachen über ihre Arbeit an Castro und Tokens erst kürzlich in der hörenswerten Episode #66 von Iterate. Darin wird unter anderem die offensichtliche Frage nach Video-Support, Sync-Accounts und iPad-Support gestellt, die Castro bislang weiter umschifft.

* Alle selbstproduzierten Videos, so wie dieses hier, gibt es auch als iTunes-Podcast.

  1. Verrückt wenn man zurückdenkt, dass es mal eine App-Store-Zeit gab, in der Apple keine Podcast-Anwendungen zuließ.
  2. Es wird interessant zu beobachten wie sich neue Bewerber – selbst mit Internet-Ruhm und eigenem Sprachrohr – gegenüber den gewachsenen Größen Instacast (2.69 €; universal; App-Store-Link), Pocket Casts (3.59 €; universal; App-Store-Link) oder Downcast (2.69 €; universal; App-Store-Link) aufstellen.

Das ZAGGkeys Folio fürs iPad Air

IPhoneBlog de ZAGG 1

Meine erste iPad-Tastatur von ZAGG hatte ich im Jahr 2011 hier im Blog. Seitdem hat der US-Zubehörhersteller für jede neue Tablet-Generation frische Keyboard-Versionen gefertigt. Der Qualitätsgewinn in puncto Hardware (Druckpunkte der Tasten, Batterielaufzeit, Design, etc.)  ist deutlich sichtbar; mit der systemweiten Software-Unterstützung hängt Apple aber immer noch hinterher.

Eine Handvoll Apps versuchen in ihrem Einflussbereich nachzubessern. Trotzdem beschränkt sich mit diesem Status quo die Vergleichbarkeit der breiten Auswahl an iPadTastaturAccessoires auf wenige Details. Beim ZAGGkeys Folio (zirka 70 Euro; Affiliate-Link), das in den USA zum Release des iPad Air in den Verkauf startete, ist es das Klapp-Design, das die Tastatur mit der Funktion einer Schutzhülle verbindet. Es schließt das Gerät komplett ein. Inklusive Rückseitenschutz verdoppelt das iPad damit seine Dicke – ein guter Wert.

IPhoneBlog de ZAGG 2

Die Kombination aus Fake-Leder und Plastik macht die Kombi griffig und vermeidet Fingerabdrücke. Design-Erinnerungen an düstere Netbook-Zeiten leben beim Blick auf die Außenschale in mir trotzdem auf…

Stöbert man durch die Amazon.com-Kommentare1, trifft dort großes Lob (fünf Sterne) auf vernichtende Kritik (ein Stern), mit einer sich ständig wiederholenden Beanstandung: dem (Plastik-)Scharnier. Die Meinungen gehen hier nicht auseinander, es gibt lediglich eine zählbare Anzahl von Nutzern, denen der Drehmechanismus brach. Ich kann für meine Leihstellung nach vier Wochen eine solche Schwachstelle nicht ansatzweise nachempfinden. Die angewinkelte Halterung ist stabil und erzeugt einen guten Gegendruck um den frei zu bestimmenden Neigungswinkel einzustellen.

IPhoneBlog de ZAGG 4

Positives Alleinstellungsmerkmal: Eine Hintergrundbeleuchtung in sieben Farben (mit jeweils drei Helligkeitsstufen). Die Verwendung der Beleuchtung nuckelt aber unverhältnismäßig stark am Akku, der unter gewöhnlichen Bedingungen (2-3 Stunden Tipparbeit pro Tag), mehrere Monate durchhält. Mit eingeschalteter Beleuchtung reduziert sich jedoch die Laufzeit auf wenige Tage/Wochen.

Das Folio besitzt eine dedizierte Taste um den Batteriestand anzuzeigen (unten links). Wer die Hintergrundbeleuchtung wirklich nur während schummrigen Stunden aktiviert, und sich deshalb für Wochen nicht für den Ladestand interessieren muss, wird die Taste als überflüssig erachten.

IPhoneBlog de ZAGG 3

Ein Kompromiss, den man mit einem ‚Clamshell Design‘ wie diesem hier eingeht, ist der Wackelfaktor, bei dem Bildschirmberührungen (die beim iPad durch den fehlenden Tastatur-Support häufig vorkommen) die Tastatur jedes Mal leicht vom Schreibtisch anheben. Wenn ich meine aktive Schreibarbeit einstelle, nehme ich das iPad daher grundsätzlich aus dem Plastikrahmen (was sehr mühelos funktioniert). Für diese Einschränkung ist das Klapp-Design verantwortlich und nicht das Folio. Auch ein Macbook Air würde sich mit ständigen Bildschirmberührungen nach hinten lehnen.

IPhoneBlog de ZAGG 5

Die Bluetooth-Tastatur reagiert erstaunlich schnell, ohne spürbare Verzögerung und besitzt angenehme Druckpunkte. Mit den kaum hörbaren Mini-Klicks des drahtlosen Apple-Keyboards hält sie nicht mit, fühlt sich aber besser an als das zuletzt vorgestellte Kensington.

Tastengröße und der Abstand zwischen den Buchstaben, Zahlen und den zusätzlichen Sondertasten (die unverständlicherweise einen Shortcut zur Spotlight-Suche vermissen), überzeugt. Alles was mit der Tastatur direkt zu tun hat, überzeugt. Ich tippe hier genauso schnell, treffsicher und zuverlässig wie auf einem MacBook Air. Wer Wert auf das Klapp-Design und den damit verbundenen Schutz legt, kann ich das ZAGGkeys Folio empfehlen.

  1. Und auch auf der eigenen Webseite lässt der amerikanische Hersteller eine offene Diskussion darüber zu. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit.

B-B-B-Beats…

IPhoneBlog de Beats Music

Falls sich der Beats-Deal tatsächlich bestätigt („Dr. Dre was spotted walking around Apple’s Cupertino, Calif., campus last month.“), ist das mittlerweile gelöschte Facebook-Video von Tyrese Gibson – „the first billionaire in hip hop“ – einer der unterhaltsamsten Leaks für ein Apple-Gerücht in den letzten Jahren (das es unmöglich macht, nicht tiefer ins Thema reinzulesen).

Hier ein paar Details und Links, die ich an Beats Electronics, der Company, die seit 2006 existiert, interessant fand.

Das Verkaufsargument der Beats-Kopfhörer ist nicht deren Audioqualität, sondern deren Image1. Das erinnert ein bisschen an Harley-Davidson in den 80er-Jahren, als man nicht mehr die Güte und den Preis der japanischen Konkurrenz erreichte und sich insbesondere über den Appeal ihrer Motorräder zurück ins Rennen kämpfte. Ein Profil ist ganz und gar kein ungenügendes Verkaufsargument.

Und der Streaming-Service?

Beats Music startete nicht von Null. Zum Schnäppchenpreis von 10 Millionen US-Dollar verleibten sich Dr. Dre und Jimmy Iovine im Sommer 2012 den MOG Music Service ein, der über sieben Jahre wuchs.

Apple hätte zweifellos die Fähigkeit, seinem Musikkatalog ähnlich passende Sound-Zusammenstellungen zu entlocken. Das fand bis heute jedoch nicht statt, obwohl man mit den Genius Mixes und iTunes Radio bereits zwei Produkte pflegt, die genau das gebrauchen könnten.

  1. Wie viele Kopfhörer Beats damit tatsächlich verkauft, weiß Apple als prominenter Verkäufer aus seinen Stores sehr genau. ↩︎

Verspielter als VSCO Cam: Litely

IPhoneBlog de Litely

Created by Cole Rise, an avid photographer and creator of presets, in collaboration with Sam Soffes, an iOS developer who has worked for the likes of Hipstamatic, Incredibooth, and Over, this filter application is built from the ground up with cleanliness and minimalism being its bread and butter.

Gannon Burgett | PetaPixel

Litely (kostenlos; universal; App-Store-Link) setzt sich mit ein paar lustigen Ideen bei der Foto-(Filter-)Bearbeitung ab. Beispielsweise nutzt die App für übergroße (Panorama-)Schnappschüsse, die nicht komplett auf den Bildschirm passen, das Gyroskop um durch leichte Neigung andere Bildausschnitte einzusehen.

Keine Spielerei ist das Scrolling durch die (nachzukaufenden) Filter, die dabei direkt ein Vorschaubild erzeugen. Um den Effekt zu verstärken oder abzuschwächen darf man an beliebiger Bildschirmposition nach links oder rechts wischen. Bei der VSCO-Cam-Konkurrenz muss man dafür jeweils separat tippen.

Größtes Problem der frischen Neuveröffentlichung: Übergroße Bilder, die kein iPhone-Objektiv eingefangen hat, sondern von einer Systemkamera importiert wurden, crashen beim Export die App. Gedacht ist das so nicht, weil Litely verspricht die Fotoqualität durch seine Bearbeitung nicht zu reduzieren.

Die Medien murmeln: Apple zeigt Kaufabsicht für Beats

IPhoneBlog de Beats

Der Deal, berichtet von der Financial Times, dem Wall Street Journal, der NYTimes und Bloomberg, letzten Monat erst noch als mäßig lustiger Aprilscherz unterwegs, ist noch nicht unter Dach und Fach.

Verschieben wir also die Spekulationen, warum Cupertino nach einer überteuerten angesagten Kopfhörer-Marke mit exzellenter Gewinnmarge sowie einem per Hand sortierten Musik-Streaming-Dienst lüstet, auf den Zeitpunkt nach der offiziellen Bestätigung, die für eine Akquisition in der mutmaßlichen Höhe von 3.2 Milliarden US-Dollar ganz bestimmt erfolgt.

App.net im Wartungsmodus

IPhoneBlog de ADN

App.net kann keine Vollzeitstellen mehr bezahlen. Zu wenigen Interessenten war ein kleines Stückchen eigene Infrastruktur der Jahresbeitrag von 36 US-Dollar (~ 26 Euro) wert.

For ADN, I believe that stigma is the “Twitter service that isn’t Twitter”. Nevermind that ADN tried to build more than a Twitter platform with their backer program, messaging platform, and authentication layer. Most people saw ADN for Alpha, the Twitter clone they shipped as part of their original funding model.

Justin Williams | Carpeaqua

App.net kämpft(e) zweifellos mit einer Vielzahl von Komplikationen. Ein recht markantes Problem findet sich aber auch in der täglichen Diskussion um App-Store-Software: Nutzer sind bereit, mit ihren Daten zu zahlen. Lieber WhatsApp als Whisper; lieber Instagram als Favd, lieber Storehouse als Sunlit.

Dagegen ist wenig einzuwenden. Schwierig wird es nur dann, wenn man sich darüber aufregt, das ein Dienst wie Moves, für dessen Unabhängigkeit man mal aus eigener Tasche zahlen konnte, jetzt Daten mit seinem neuen Besitzer austauscht.

Garantien für eine Eigenständigkeit gibt es natürlich nicht. Moves hätte vielleicht auch als gut laufendes Business an Facebook verkauft. Es ist jedoch deutlich zu beobachten, dass der Versuch dafür erst gar nicht mehr unternommen wird. App.net war genau deshalb eine erfrischende Ausnahme, die vorerst gescheitert ist.

Frisches Risikokapital für VSCO Cam

IPhoneBlog de VSCO

On Tuesday, the company is announcing a $40 million investment from Accel Partners, a venture firm noted for its early investment in Facebook.

Jenna Wortham | NYTimes.com

#vscocam (kostenlos; App-Store-Link) ist kein Phänomen, das sich nur über Instagram erstreckt, sondern richtig gute Fotosoftware. Ohne die Filter und Bearbeitungswerkzeuge möchte ich nicht mehr auskommen. Fast jeder Artikelaufmacher fliegt bei mir über Instashare aufs iPhone und durch diese Fotobearbeitung – weil es am iPhone einfacher ist als am Desktop.

Mein größtes Manko (neben der fehlenden iPad-App): Die künstliche Beschränkung der Bildgröße für Fotos, die ich von meiner Systemkamera (Affiliate-Link) dort importiere.

Besser soundclouden mit ‚Soundflake‘

Soundflake (2.69 €; App-Store-Link) ist der bessere SoundCloud-Player für das iPhone. Die App von Patrick Schneider und Stefan Kofler nimmt zwar keine Tonschnipsel auf, vermisst eine Autovervollständigung bei der Suche und kann Songs nicht kommentieren, scheint die Musikplattform zum Abspielen ihrer dort eingelagerten Audiowerke jedoch besser zu verstehen als die iOS-App der Plattformbetreiber (kostenlos; universal; App-Store-Link).

IPhoneBlog de Soundflake

Der Konsum von Musik, die auf den Servern des ehemaligen Myspace-Konkurrenten liegt, wird durch die Offline-Verfügbarkeit mittels WiFi-Downloads, einer ‚Up next‘-Funktion, die Musiktitel in der Wiedergabeliste verschiebt und einem konstant sichtbaren Mini-Player gesteigert. Bei langen DJ-Sets merkt sich die App-Store-Software außerdem die letzte Abspielposition.

Verspielte Wischgesten, die die linksbündige Seitenspalte aufrufen oder über den Mini-Player einen Song nach vorne springen, führen durch die App, die gleich in ihrer ersten Version zu einer Empfehlung als SoundCloud-Player aufsteigt.