It was the same old pattern: when caught red-handed, countersue, claiming Samsung actually owned the patent or another one that the plaintiff company had used. Then, as the litigation dragged on, snap up a greater share of the market and settle when Samsung imports were about to be barred. Sharp had filed its lawsuit in 2007; as the lawsuit played out, Samsung built up its flat-screen business until, by the end of 2009, it held 23.6 percent of the global market in TV sets, while Sharp had only 5.4 percent. All in all, not a bad outcome for Samsung.
Wenn in ein paar Jahren die Frage aufkommt, warum Samsung keine Speicherchips, Displays und Prozessoren für Apple mehr baut, ist das hier der Artikel, in dem die Antwort steckt.
Zum zweiten Mal hält ein US-Gericht fest, das Samsung die Smartphone-Technologien von Apple zum eigenen Vorteil kopiert hat. Die Entschädigung, die die koreanische Firma dafür zahlt, verdient sie an einem Vormittag.
Im jüngsten Patentstreit zwischen Apple und Samsung haben die Geschworenen in Kalifornien entschieden. Samsung wurde schuldig befunden drei Apple-Patente verletzt zu haben. Dafür sollen die Koreaner 119,625 Millionen US-Dollar zahlen (Apple v Samsung, 12-CV-00630-LHK, US District Court Northern California). Das entspricht umgerechnet gut 86,3 Millionen Euro. Bezüglich zweier weiterer Patente wurde Samsung freigesprochen.
Mit Ausnahme einer abschreckenden Wirkung für Patentverletzer, die sich nicht als Technologieriesen die Kosten eines solchen Rechtsstreits leisten können, ging es hier nie ums Geld. Ohne Verkaufsstops und ernstzunehmende Verpflichtungen einer Kreuzlizenzierung ändert sich nichts. Dieser ganze Prozess ändert nichts.
Schmerzhaft war es trotzdem. Apple unterstrich zwar erneut Samsungs Geschäftspraxis, ein richtiges Statement wurde daraus aber nicht. Und die Image-Kosten, veranschlagt durch die Anhörungen und das Beweismaterial in der überzeichneten Medienberichterstattung, waren nicht neutral.
Unterm Strich steht: ‚Copying works’. Farhad Manjoo, seit Januar der IT-Kolumnist der New York Times und Nachfolger von David Pogue, schrieb im Jahr 2012 einen Artikel für PandoDaily, der heute wie damals, nach dem ersten großen US-Rechtsstreit zwischen Samsung und Apple, nicht an Aktualität verlor.
Of the three paths open to tech companies in the wake of the iPhone—ignore Apple, out-innovate Apple, or copy Apple—Samsung’s decision has fared best. Yes, Samsung’s copying was amateurish and panicky, and now it will have to pay for its indiscretions. But the costs of patent infringement will fall far short of what Samsung gained by aping Apple. Over the last few years, thanks to its brilliant mimicry, Samsung became a global force in the smartphone business. This verdict will do little to roll back that success.
‚iTunes in der Cloud‘, der erneute Download von bereits gekauften Spielfilmen und TV-Serien, holpert seit gestern Abend auch über die deutschen iTunes-Server. Damit steht fest: Zweieinhalb Jahre dauerten die hiesigen Lizenzverhandlungen über eine Funktion, die durch den Kauf von digitalen Inhalten (nun teilweise mit einem Upgrade auf 1080p) eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Konkret spart diese Neuerung, die Apple seit Ende 2011 peu à peu pro Land ausrollt, die eigene Backup-Verpflichtung und ermöglicht außerdem den direkten Download auf einzelne Geräte. So ist es nun beispielsweise erstmals möglich, ohne den iTunes-Umweg, seine erworbenen Filme und TV-Shows direkt (und beliebig oft) auf den Apple TV zu laden. Obendrein ist die TV-Box damit nun auch in der Lage eigene Einkäufe zu tätigen (bislang konnte man mit einem deutschen iTunes-Account dort nur Filme mieten; TV-Sendungen wurden gar nicht angeboten).
Botanicula (4.49€; App-Store-Link), ein Bild-für-Bild-Puzzler aus dem Machinarium-Studio, ist ein dauerhaft bezauberndes Erlebnis. Es findet ein charmantes Plätzchen zwischen Point-and-Click (mit klassischem Rätselwerk) und einer audiovisuellen Entdeckungsreise (mit ganz viel Trial & Error).
Als der Titel vor zwei Jahren auf dem Desktop erschien, jagte der Mauszeiger eure Bande schnurrender, brummender und quiekender Kleinstwesen über den Bildschirm. Jetzt sind es die eigenen Finger, die Mr. Lantern, Mrs. Mushroom oder Mr. Poppyhead viel näher vor euren Augen über den iPad-Bildschirm hüpfen lassen. Der Ausflug in die bizarre Mikroskopwelt gewinnt dadurch an Intimität, die das Grafikabenteuer insbesondere mit liebevollen Soundeffekten belohnt.
Man muss sich auf die Expedition in den wundersamen Mikrokosmos einlassen und Zeit zur Erkundung mitbringen. Der Ausflug in das absurde Biotop zeigt gleich zu Beginn, dass ihr an der Flora und Fauna, die vor euch auf dem Screen lebendig wird, nicht nur einmal stupsen und zupfen müsst. Die Rätsel sind knackig, unsinnig und immer entzückend.
Botanicula versprüht Farbe, als ob es kein Morgen mehr gibt, und ist damit das ästhetische Gegenstück zum graustufigen Limbo. Jetzt darf man endlich seine Finger auf die wasserfarbigen Kunstwerke legen, die euch ein paar Stunden in den Bann ziehen und uns spätestens zum Jahresende, wenn wir auf die ‚Top 2014‘-Titel blicken, wieder begegnet.
Harman/Kardon hat mir für die vergangenen sechs Wochen die Aura* – ein 360-Grad-Subwoofer-Soundsystem – auf meinen Schreibtisch gestellt. Schon alleine die Ästhetik wird mir fehlen, wenn die 400-Euro-Leihstellung nächste Woche wieder zurückgeht.
Über Design lässt sich bekanntlich streiten. Die Optik ist hier allerdings nicht nur eine persönliche Geschmacksfrage, sondern bestimmt grundlegend die Funktion des WiFi-AirPlay-Bluetooth-Lautsprechers. Aber dazu später mehr.
Beginnen wir beim Metallkorpus, der sich hinter der Tuchbespannung, die die Elektronik im Gehäuseinneren verbirgt, nur erahnen lässt. Der Subwoofer zeigt mit seinem vibrierenden Chassis zu Boden und versetzt damit (Schreib-)Tische oder Bodendielen, auf denen er steht, in Schwingung. Eingerahmt ist er durch eine turbinenähnliche Konstruktion, die im sichtbaren Innenkreisel einen LED-Ring trägt, der die Lautstärke anzeigt. Wer mit seinem Finger über den äußeren (leicht strukturierten) Plastikrand fährt, der von den Symbolen Plus und Minus umrandet ist, steuert die Lautstärke und damit den LED-Ring im transparenten Klangkörper.
Spätestens jetzt ist wahrscheinlich klar: Ich begeistere mich für den Anblick.
Das optische Statement täuscht jedoch nicht über die Klang-Klasse hinweg, die die Aura in ein großes Arbeits- oder Wohnzimmer flutet. Lautstärke ist kein Problem. Trotzdem steckt hier das Potenzial in der Positionierung. So richtig entfalten kann sich der Lautsprecher wenn er nicht direkt an einer Wand steht, sondern zu allen Seiten Musik absondert.
Klar, die Aufstellung in der Raummitte ist eine Herausforderung. Insbesondere dann wenn das Stromkabel der ovalen Plastikhaube möglichst dezent verlegt sein soll. Es bleibt jedoch die einzige Kabel-Sorge, weil der Klangkörper alle seine Musikinfos drahtlos über Bluetooth, Wlan für Apples AirPlay oder DLNA-Streaming im Netzwerk entgegennimmt1.
Am zuverlässigsten empfing die Aura in meinem Testlauf ihre Audiosignale über WiFi. Die iPhone-App kann das Wlan-Passwort an den Lautsprecher auf Knopfdruck durchreichen. Auch die Verknüpfung über (reines) Bluetooth funktionierte mit allen iOS-7-Geräten problemlos; beim Koppeln von meinem betagten MacPro stolperte jedoch die Soundwiedergabe, ähnlich wie bei den Kollegen von Pocket-lint.
Ist der Lautsprecher jedoch einmal im WiFi eingebucht, war der drahtlose Verbindungsaufbau, egal von welchem Abspielgerät (auch dem MacPro), durchgehend erfolgreich.
Wie bereits erwähnt: Das Design beeinträchtigt die Funktion. Negativ fällt das in Bezug auf die Touch-Tasten auf. Die sind hübsch, aber unpraktisch. Ohne haptisches Feedback und mit einer verzögerten Reaktion beim Tastendruck bin ich mir nie sicher ob die Berührung registriert wurde. Bei einer Feinjustierung der Lautstärke kann das schlimmstenfalls nur erschrecken (weil’s plötzlich laut wird); beim Ein- und Ausschalten krabbelt man aber regelmäßig hinter die Box um die berührungsempfindliche Taste zu finden. Bis zum Ende meiner Testzeit ist es mir nie gelungen, den Powerknopf blind zu treffen.
Die eigene Harman/Kardon-App hilft bei diesem Problem nur mäßige, weil sie (logischerweise) nicht fähig ist die Box hoch- beziehungsweise herunterzufahren.
Apropos App: Die HK Remote (kostenlos; universal; App-Store-Link) koppelt die Box ans WiFi (sehr bequem!), verstellt die Lautstärke sowie Bass-Mischung und aktiviert den Equalizer. Viel mehr macht sie jedoch nicht. Musik aus iTunes Match wird nur erkannt, wenn man die Songs lokal aufs Gerät herunterlädt; Streamingdienste kommen ohnehin mit eigener App. Hübsch wäre wenn Harman/Kardon, ähnlich den Zik-Kopfhörern von Parrot, Firmware-Updates über die Software anbieten würde.
Verdict
Die Käseglocke in MacPro-Dimensionen sticht optisch und klanglich aus der Flut anderer Soundsysteme hervor. Das Design ist natürlich bekannt von den SoundSticks* aus eigenem Haus, die in Zusammenarbeit mit Apple auf der WWDC vor 14 Jahre (!) starteten.
Preislich kapselt sich die Aura mit 400Euro nicht von Vergleichsgeräten dieser gehobenen Qualitätsklasse (Sonos Play 5, Bose SoundTouch, Zeppelin Air, Libratone Live, etc.*) ab, sondern spielt im guten Mittelfeld. Eine Gegenüberstellung zu tragbaren Lautsprechern zwischen 100 und 200Euro, wie der Jawbone JAMBOX oder der Ultimate Ears BOOM, wäre natürlich unfair (auch wenn die Qualität dieser Boxen für die Gartenparty locker ausreicht).
Die Entscheidung für eine Harman/Kardon Aura ist aber auch eine Entscheidung gegen ein Multi-Room-Setup wie es Sonos vorlebt. Für einen Einzelarbeitsplatz mögen andere Funktionen jedoch wichtiger sein. Wer sich beispielsweise ein Büro teilt, teilt sich dank des omnidirektionalen Lautsprechers auch den 360º-Sound. Möchte man sich ausklinken, besitzt die Aura einen Kopfhörer-Klinkenanschluss, durch die dann der Musikstrom fließt, ohne die Box neu zu verdrahten.
Ein persönliches Fazit habe ich über ein paar bewegte Bilder zur Aura in dieses Video gesprochen.
** Alle selbstproduzierten Videos gibt es auch als iTunes-Podcast, der nur in unregelmäßigen Abständen erscheint, aber immer mit viel Liebe produziert wurde…
Für die kabelgebundene Fraktion ist ein S/PDIF- und AUX-Eingang an der Rückseite vorhanden. ↩
ReadQuick (8.99€; universal; App-Store-Link), zuletzt im Januar 2013 hier betrachtet, geht mir zunehmend in den Augenmuskel über. Der Lesestil, einem einzelnen Wort für einen Sekundenbruchteil den kompletten Bildschirm zu überlassen, klingt auch heute noch unkonventionell. Durch die hohe Konzentration erzeugt die App jedoch eine Art Lesefluß, an den ich mich gewöhnen konnte. ‚Speed reading‘ klappt für mich nicht bei allen Texten, aber in einer überraschend hohen Anzahl meiner selbst vorgemerkten Webartikel.
Mittlerweile lässt sich auch ein Readability-Account verknüpfen. Version 2 ist deutlich hübscher (mit prominenter Ausnahme des App-Icons) und nicht mehr nur auf das iPad beschränkt.
Der Homescreen, auf dem sich die Platzhalter für Instapaper und Pocket tummeln, wirkt konfus. Wenn ich kein Instapaper-Konto hinterlegen möchte, muss das Icon dort auch nicht zu sehen sein. Zweites Manko: Ein Sync, der die Lesepositionen, Statistiken oder per Hand hinzugefügte Artikel zwischen iPhone und iPad austauscht, fehlt komplett.
Seine zentrale Aufgabe jedoch, die eigene Lesegeschwindigkeit zu übertakten, erfüllt ReadQuick ausgezeichnet.
Newsstand war im Jahr 2011, als es mit iOS 5 startete, ein Angebot an die Verleger für eine neue Perspektive ihrer auslaufenden Printpublikationen. Wie erfolgreich Newsstand dieser Tage ist, weiß ich nicht. E-Paper-Abonnenten von InTouch oder Glamor haben sich in meinem Technik-Dunstkreis nicht zu Wort gemeldet.
Dadurch entsteht schnell der Eindruck: „Newsstand will keiner.“ Ähnlich verallgemeinert ließe sich aber auch behaupten: „Magazine will keiner (mehr).“
Kein Zweifel dagegen bestehen daran, dass die technischen Vorteile, die die Magazin-App anfangs so reizvoll machte, lange eingeholt sind. Und auch spektakuläredetailverliebte Umsetzungen ehemaliger Kiosk-Magazine habe ich seit 2012 nicht mehr gesehen. Ein gutes Indiz, dass Apples Zeitungskiosk keine Priorität mehr besitzt, zeigen Verlagshäuser mit eigenständigen Apps außerhalb des sonderbaren iOS-Ordners (wie beispielsweise Der Tagesspiegel, The New Yorker, etc.).
Deshalb kann ich Jason Snells Forderung, „Why Newsstand needs to go away“, nachvollziehen, glaube aber an eine zeitnahe Beerdigung so gar nicht.
What was intended to be a special collection of apps has, instead, become a second-class collection. That’s why it would be better for everyone concerned—Apple, users, app developers, and publishers (including Macworld)—if Newsstand just vanished
Buy the game now at an introductory sale price of $4.99 USD. Every time we do a big content update, we will raise the price by a dollar. We plan to do several updates.
Schon deshalb muss man Wayward Souls (4.49€; universal; App-Store-Link) von RocketCat Games (Hook Champ, Punch Quest, Mage Gauntlet) kaufen. Zweiter Grund: Es ist ein fantastischer Zeitvertreib.
Wayward Souls gestattet keinen zweiten Anlauf, keine Extra-Leben und ganz sicher keinen Speicherpunkt. Jeder 16-Bit-Pixel, der auf euer Lebensleiste fehlt, weil ihr dem Steinwurf eines Zombie-Ritters nicht schnell genug ausgewichen seid, schmerzt. Energie-Packs fallen euch nur alle Jubeljahre mal vor die Füße. Hoffnungen auf glückliche Zufälle darf man gleich von Beginn an begraben.
Wayward Souls zählt sich zur masochistischen Spiele-Kategorie Rogue-like, die nicht das Levelende als Ziel setzt, sondern in den ständig neuen Anläufe, hier im Action-Adventure-Genre mit unverkennbarer Nintendo-Nostalgie, seine Unterhaltung findet – ähnlich Spelunky oder Faster Than Light.
Der Wiederspielwert, mit dem die zufallserzeugten Kerker-Abschnitte locken, war selten höher. Doch auch wenn ihr häufig sterbt, die eingesammelten Goldtaler, die ihr auf Upgrades der sechs Charaktere (drei davon sind freizuspielen) werft, rechtfertigen auch erfolglose Versuche. Ein Spielstand-Sync über iCloud, der den Wechsel zwischen iPhone und iPad möglich machen würde, wird bislang allerdings vermisst.
Du spielst, du stirbst, du spielst wieder. Wayward Souls ist zutiefst befriedigend, weil immer das Gefühl bleibt, ich hätte es besser machen können; ich hab’s verbaselt und nicht irgendeine Unfairness der Computerintelligenz. Der Ausflug auf die dunkle Burg vermittelt das Gefühl, man hat das Schicksal in den eigenen Daumen. Und exakt so wird aus einem knüppelharten Hack & Slay ein herausforderndes Rogue-like (von dem ich seit letzter Woche kaum zu trennen bin).