Mit iOS 5 halten systemweite ‚Shortcuts‘ Einzug, die sich in den Einstellungen manuell anlegen lassen. Die Vervollständigung der Wörter erfolgt nicht automatisch sondern taucht als ‚vorgeschlagener Begriff‘ auf.
Ebenfalls spannend und ohne Keynote-Erwähnung: ‚Mehr Speicher kaufen‚ – ein Button der (noch) ins Leere führt.
Apples neuer iCloud-Service bietet Anwendern mit bis zu 10 Geräten 5GB an kostenlosem Speicherplatz für E-Mails, Dokumente und Backups. Musik, Apps und Bücher, die bei Apple gekauft wurden, sowie der Dienst ‚Photo Stream‚, werden nicht auf diese Gratis-Kapazität angerechnet. Ein größeres Bezahlmodell für Daten kündigte Apple nicht an.
Die finale Version mit WhatsAppiMessage, InstapaperReading List, Google DocsiWork-Documents, BoxcarNotification Center, Remember the MilkReminders oder Camera+ der Kamera-App mit Auslöser über die Lautstärke-Knöpfe, soll ab Herbst als kostenfreies Update für jedermann zur Verfügung gestellt werden.
Alle iOS-Geräte mit Firmware 4.3, lassen sich auch auf iOS 5 aktualisieren.
Kein Video-Livestream; dafür aber ein schnelles Streaming-Video: Die Aufzeichnung, der vor einer Stunde beendeten Keynote, ist ab sofort unter dieser URL verfügbar.
Wer sich ein wenig die Zeit vertreiben möchte, bis beispielsweise das Entwickler-Portal seine Türen für Downloads wieder öffnet, verleibt sich das offizielle Preview-Video auf Apple.com zu iOS 5 ein. Intravenös sozusagen.
Während ich mich noch ein wenig vom Live-Blog erhole, darf schon einmal der Blick in den iOS-App-Store geworfen werden. Dort schaltete sich in den vergangenen Minuten die Übersicht der gekauften Programme frei, um diese komfortabel noch einmal herunterzuladen.
Auch wenn ich selbst ein wenig unruhig auf dem Stuhl hin und her rutsche, an dieser Stelle folgen ab 19 Uhr ein paar entspannte Nachrichten-Häppchen aus San Francisco. Ein Live-Videostream erfuhr bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Ankündigung, weshalb wir uns ‚altmodisch‘ auf die flinken Finger von Arstechnica, Macworld, MacRumors, This is my next… oder Engadget verlassen.
Ich begrenzte mich mit diesem Beitrag auf die Highlights und schiebe später ein paar (hoffentlich clevere) Worte dazu nach.
Updates folgen…
21:00 Uhr – Nach ein paar Bilder vom neuen Datenzentrum in North Carolina folgt die Verabschiedung. Danke auch hier für’s fleißige Mitlesen über die letzten zwei Stunden.
20:56 Uhr – „iTunes Match will be available for $24.99 per year (US only).“ – laut Pressemitteilung.
20:54 Uhr – ‚iTunes Match‘: Alles Songs im eigenen iTunes gegen eine Jahresgebühr von $25 US-Dollar auch über die iCloud (egal woher die Musik stammt).
20:51 Uhr – iCloud: 5GB Speicherplatz. Musik, Apps und Bücher zählen nicht. Für Musik geht noch heute los. Der Service ist/wird kostenlos.
20:49 Uhr – Bereits gekaufte Musiktitel können kostenlos noch einmal geladen werden.
20:48 Uhr – Downloading…not Streaming…
20:47 Uhr – Ein Song, mehrere Downloads zu mehreren Geräten.
20:45 Uhr – Und iTunes…
20:43 Uhr – Funktioniert auch auf dem Apple TV.
20:41 Uhr – Die iCloud speichert die letzten 1000 Fotos für 30 Tage. Danach muss der Sync durch sein.
20:39 Uhr – Push der Dokumente, Fotos, etc. zurück auf alle Geräte. Funktioniert an Macs und PCs.
20:38 Uhr – iCloud bekommt Schnittstellen für Entwickler.
20:34 Uhr – Falls es vorhin untergegangen ist: iOS 5 in einer Beta-Fassung erscheint noch heute für Entwickler.
20:33 Uhr – Auch die Dokumente wandern in die Wolke. Pages, Numbers und Keynote.
20:30 Uhr – Übersicht aller Einkäufe; Lesezeichen.
20:29 Uhr – Der Online-Service wird kostenlose.
20:28 Uhr – Geteilte Kalender und Kontakte.
20:25 Uhr – MobileMe war nicht unsere stärkste Stunde.
20:24 Uhr – „Some people think a cloud is just a hard disk in the sky.“
20:22 Uhr – Jobs kümmert sich um die Vorstellung von ‚iCloud‘.
20:21 Uhr – iOS 5 soll im Herbst erscheinen. Unterstützung für iPhone 3GS, 4 sowie iPad 1 + 2 und iPod touch der dritten und vierten Generation.
20:19 Uhr – WiFi-Sync zu iTunes findet auf einem Plakat Erwähnung. Es scheint sich um die Backups zu handeln.
20:14 Uhr – ‚iMessage‘: Damit können WhatsApp und Co. einpacken. Direktnachrichten zwischen iOS5-Benutzern. Inklusive Videos und Fotos. Ohne WiFi-Einschränkung.
20:11 Uhr – ‚Game Center‘: 50 Millionen registrierte Benutzer. Zukünftig mit Avataren; Achievements; ‚Friends-of-Friends‘, Spieleverzeichnissen und Käufen dirkte innerhalb von Game Center.
20:09 Uhr – ‚PC free‘: Keine Aktivierung mehr über iTunes. iOS-Firmware-Update ‚Over-The-Air‘.
Was ich nicht mag: Produktreligion oder Personenkult. Für Apple-Kritiker scheinen dies derzeit jedoch die letzten Waffen, sich der ‚Veräppelung‘ entgegenzustemmen. Substanzielle Argumente bleiben aus. So auch bei Joachim Dreykluft, der für die Financial Times Deutschland „den Apple-Entzug wagt„. Mit Ausrufezeichen!
Ein Abriss mit sehr persönlich geprägtem Einschlag vom ‚Nachrichtenchef Online‚. Die Seine Geschichte ist schnell erzählt: 2005 einen iPod erworben; zwei Reparaturfälle ‚überstanden‘ und seitdem „nie wieder ein Gerät von Apple gekauft und die Musiksammlung lieber auf Geräten anderer Hersteller genossen„. Die „Geräte anderer Hersteller“ bleiben ungenannt. Aber iTunes verwendet er immer noch, in Version 8: „Ab Version 9 verlangt Apple zwingend persönliche Daten wie meine Kreditkartennummer. Die bekommt Steve Jobs nicht.“
Stimmt zwar nicht, kann man auf FTD.de aber anscheinend einfach mal so aufschreiben.
Ähnlich unbedarft sprudelt ein buntes Mängel-Sammelsurium im darauf folgenden Absatz: keine Flash-Videos, teurer Speicherplatz, fehlende SD-Slots, kein USB-Anschluss und nicht zu tauschende Akkus. Von welchem Gerät er allerdings spricht, findet in der gesamten Konzern-KritikBeurteilung-Würdigung keine Erwähnung. Geht’s um den SSD-Speicher im MacBook, den nicht austauschbaren Akku beim Air oder den Camera-Connection-Kit SD-Kartenleser beim iPad? Oder iPhone? Ein bisschen Transparenz gegenüber dem Leser empfände zumindest ich als eine wertvolle Ergänzung. Ansonsten käme man eventuell zu der Auffassung, dass hier nur grundlos gemotzt wird.
Apropos Transparenz: Die Frage: „Warum sind die Kriterien, nach denen Apple Apps zulässt oder ablehnt, weitgehend intransparent?“ (Hervorhebung von mir) wird übrigens seit 2010 hier beantwortet – in 22 Paragrafen mit Unterpunkten.
Gut, wenn die komplette Apple-Karriere aus einem einzigen iPod besteht, kann man sich sicherlich nachvollziehbar wundern: „Dass immer mehr Menschen das akzeptieren und Apple-Kunde werden oder bleiben“ – um dann psychologisch auf Erstsemester-Level seinen „iHype“ mit „Gruppendruck“ und „Zigaretten“ zu erklären.
Soweit anscheinend derzeit das inhaltliche Niveau der Kategorie ‚Computer+Technik‘ aus der Financial Times Deutschland.
Ergänzung: Kollege Dreykluft veröffentlichte im Jahr 2009 unter der Überschrift „Bezahlen Sie für diesen Inhalt?“ einen FTD-Artikel, der sich mit der ‚Zukunft der Zeitung‘ auseinandersetzt. Das Werk versteckt sich hinter einer Paywall. 2.5Euro später weiß ich:
Wenn Zeitungs- und Zeitschriftenhäuser Druckereien und Vertriebe besitzen, warum überlassen sie es dann Amazon, Sony oder Apple, mobile Lesegeräte auf den Markt zu bringen? Hier etwa wäre eine große Chance, wieder Marge zu machen.
„Nach Geschrei und Gezeter“ landete Mitte Mai die Financial Times Deutschland auf dem iPad (kostenlos; App Store-Link). In den App-Store-Bewertungen vollführt die Anwendung eine technische Bauchlandung. Kaum vorstellbar, wenn’s jetzt noch inhaltlich Bergab gehen würde…
Innerhalb von acht Monaten baute sich der Fotoservice Instagram eine fünf Millionen starke Fangemeinde auf – zur ‚Halbzeit‘ waren es lediglich eine Million Anhänger. Die iPhone-App (kostenlos; App Store-Link) kommt weiterhin ohne Desktop-, Web- oder Android-Uploader aus. Das vierköpfige Team erhielt am heutigen Morgen ein feines NYTimes-Feature.
Darin fehlt die Betonung, dass Instagram (entgegen unzähliger seiner Konkurrenten) nicht ausschließlich auf Twitter vertraut sondern sich seine Eigenständigkeit bewahrte. Ein guter Schritte, wenn man sich den Photobucket-Deal mit dem Kurzmitteilungsnetzwerk aus der letzten Woche vor Augen hält.
Noch wichtiger: Nach der Schnittstellen-Ankündigung im Februar, die tolle Apps wie Instamap (1.59€; App Store-Link), Instagallery oder Carousel (3.99€; MAS) hervorbrachte, lässt sich über ‚iPhone Hooks‚ nun auch für Entwickler von Drittanbieter-Apps ein ‚Instagram-Export‘ bewerkstelligen. Dessen erste Implementation nahm ‚100 Cameras in 1‚ (0.79€; App Store-Link) vor.