Kinect ‚Dodgeball‘ mit iPhone und iPad

Am 14. Februar hüpfte eine sehr feine Spielidee durchs Internet, welche die Bewegungssteuerung von Xbox Kinect mit mehreren Windows Phone 7-Telefonen drahtlos verknüpfte. Dabei ließen sich vom Mobilfunkgerät Spielbälle auf einen, vor der Tiefensensor-Kamera stehenden Spieler, abfeuern, der diesen Geschossen ausweichen musste.

Einen Tag später stellte sich heraus, dass daraus zumindest in diesem Jahr kein schlüsselfertiges Produkt mehr entsteht. O weh!

DirektDuch-Dich-Ball

Doch wie wir alle wissen, baut sich das Internet, wonach es gelüstet.

Unter dem Titel Supertouch zeigt jetzt eine Entwickler-Gruppe ihr interaktives Kinect-Experiment. Ein ‚kleiner‘ Kinect-Hack und ein bisschen Unity3D-Grafik schustern eine erste Version von diesem ‚crowd-controlled game‚. Das mobile Android- oder iOS-Equipment spricht dabei über einen Computer mit dem Kinect-Sensor und befeuert den vor der Kamera stehenden Spieler mit Bällen.

Das, soviel weiß man schon jetzt nach der ersten Technik-Demo-Minute, fühlt sich nach einer gehörigen Tracht Spaß an.

Square Enix kündigt Final Fantasy III für März an

IPhoneBlog de FinalFantasyIII

Das japanische Videospielstudio Square Enix bestätigt bereits auflodernde Gerüchte über eine Veröffentlichung von Final Fantasy III für iPhone und iPod touch. Der offizielle Twitter-Account verweist seit heute Nachmittag auf eine Teaser-Webseite, die bis auf einen Veröffentlichungstermin im März, noch keine weiteren Details bereitstellt.

Ungeklärt ist bislang, ob es sich um die japanische oder amerikanische Final Fantasy III-Fassung handelt. Die ursprüngliche Version erschien für das Nintendo Entertainment System, kurz NES, in Japan bereits im April 1990. Eine Portierung erfolgte für Europa erst im Mai 2007 für das Nintendo DS (Affiliate-Link). Die US-Fassung von Final Fantasy III entsprach dem japanischen sechsten Teil der Serie, der 1994 für das SNES auf den Markt gelangte und (für mich) das Sahnestück der gesamten Franchise darstellt.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es sich bei der naheliegenden Veröffentlichung um die ursprüngliche Fassung handelt, die als Nintendo-DS-Portierung App Store-tauglich gespritzt wird. Die Teaser-Webseite verspricht beispielsweise ein zur DS-Adaption identisches Logo. Als weiteres Anzeichen lassen sich Final Fantasy I + II heranziehen, die bereits als leicht modifizierte Game-Boy-Adaptionen in iOS-Gefilden schwimmen. Im übrigen wäre ein chronologischer Release mehr als nachvollziehbar.

Ebenfalls diesen Frühling erwartet uns aus dem Hause Square Enix ‚Final Fantasy Tactics: The War of the Lions‚ für das iPhone.

‚CollabraCam‘ – der Live-Regie-Bildschirm für mehrere iPhone-Kameras (+Video)

Wer hat Lust, ein wenig Zukunftsluft zu schnuppern?

CollabraCam ist so etwas wie die erste Version von einem Video-Schneidebrett, das die Live-Bilder mehrere iPhone- beziehungsweise iPod-touch-Kameras einfängt. Die Geräte müssen sich dabei im gleichen WiFi-Netz aufhalten und erkennen sich nach dem Anwendungs-Start ohne komplizierte Konfiguration. Einer darf ‚Regisseur‘ spielen und im laufenden Betrieb zwischen bis zu vier Geräten schaltet und waltet. Dadurch entsteht ein kunterbunter und/oder gelungener Schnitt-Mix. Die Anwendung ist jedoch clever genug, das Bewegtbild von jeder einzelnen Kamera konstant weiter aufzuzeichnen, so dass es sich später separat exportieren lässt. Der Klau Clou liegt jedoch darin, schon während der Aufzeichnung zu den interessanten Aktionen zu springen.

DirektCollabra *

Technisch fällt das insgesamt leider noch recht holprig aus, da immer der Ton auf die jeweils ausgewählte Kamera umgeschaltet wird. Wer daher nur unterschiedliche Perspektiven, beispielsweise für ein Interview, ‚on the fly‘ editieren möchte, wird nicht zufrieden sein. Außer er greift den Ton noch einmal individuell ab. Die synchrone Weitergabe des Video- und Audio-Mitschnitts kann natürlich ebenfalls sinnvoll sein, wenn dem jeweiligen Kameramann, beispielsweise für einen Kommentar, dass Wort erteilt wird.

Das gesamte Software-Projekt steht alles in allem noch auf sehr wackeligen Beinen. Es existiert beispielsweise noch kein Universal-Bundle, damit die Software auf dem iPad nicht pixelaufgezogen angezeigt werden muss. Wählt man am Apple-Tablet, das bekanntlich (noch) keine Kamera besitzt, dass Film-Symbol, stürzt die Anwendung reproduzierbar ab. Das kann auch passieren, wenn dem jeweiligen Gerät beim Export der Speicher ausgeht. Filmschnipsel habe ich im kurzen Testlauf dadurch jedoch noch nicht in die digitale Wüste geschickt.

CollabraCam kostet überschaubare 8 Euro und lässt sich, wie alle App-Store-Programme, über ein identische iTunes-Benutzerkonto noch auf vier weiteren Geräten (kostenlos) herunterladen. Zum Ausprobieren ist das ideal.

Ich würde mich hüten, der App ein annähernd produktives Dasein zu attestieren. Trotzdem ist die Live-Regie zwischen befreundeten iPhones ein großer Spaß der zeigt, wo die Technik-Reise einmal hingehen kann.

IPhoneBlog de CollabraCam iTunes

-> App Store-Link

  • Alle selbstproduzierten Videos gibt es neben der oben eingebundenen HD-Version auch ‘iPhone-kompatibel’ in unserem Podcast-Feed, den ihr beispielsweise über iTunes oder einem anderen Multimedia-Verwaltungsprogramm eurer Wahl abonnieren könnt.

US-Buchhandelskette ‚Borders‘ meldet Insolvenz an

Das US-Buchhandelsunternehmen ‚Borders‚ vermeldet Zahlungsunfähigkeit – nicht nur umgangssprachlich auch als ‚Bankrott‘ bezeichnet. Das Fortune-500-Unternehmen ist nach Barnes & Noble die zweitgrößte Handelskette für Bücher in Nordamerika. Bloomberg News berichtet, das 200 der insgesamt 642 Filialen im Zuge der ‚Reorganisation‘ „augenblicklich geschlossen werden“ – 75 weitere Geschäfte könnten folgen. „Frische Kredite über 505 Millionen Dollar“ sollen jetzt helfen.

Neben dem Preiskampf mit Online-Versandhändlern wie Amazon (in den USA gibt es keine Buchpreisbindung) verzeichnete man durch geschwächte CD- und DVD-Verkäufe erhebliche Verluste (und kompensierende Digital-Verkäufe). Ende der 90er-Jahre, Anfang 2000, räumte man den silbernen Scheiben viel Verkaufsfläche ein.

IPhoneBlog de Music

Des Weiteren hat man es bislang nicht geschafft, den Fuß in die digitale Vertriebstür zu bekommen. Darunter leidet auch Mitbewerber Barnes & Noble. Mit dem elektronischen Lesegerät Nook und Nook Color wollte man zweimal angreifen. Obwohl die letzte (Hardware-)Produktvorstellung erst im Herbst 2010 erfolgte, kann man mit relativ großer Sicherheit inzwischen dessen Scheitern attestieren. Eine iPhone-App (kostenlos; App Store-Link) kränkelt unter ferner liefen im App Store. Auch die iPad-App im US-Store (Link) dürfte es spätestens mit Apples möglicher Verkaufsbeteiligung noch schwieriger im „Kampf um Aufmerksamkeit“ haben.

Den Blick gilt es für spannende Veränderungen vorerst auf Amazon zu richten. Seit Ende Januar steht offiziell fest: Amazon.com verkauft mehr elektronische Kindle-Dateien als Taschenbücher. Die Verkäufe von Hardcover-Druckerzeugnissen ließ man bereits letztes Jahr links liegen.

Amazon.com is now selling more Kindle books than paperback books. Since the beginning of the year, for every 100 paperback books Amazon has sold, the Company has sold 115 Kindle books. Additionally, during this same time period the Company has sold three times as many Kindle books as hardcover books. This is across Amazon.com’s entire U.S. book business and includes sales of books where there is no Kindle edition. Free Kindle books are excluded and if included would make the numbers even higher.

Trotzdem ist auch in der Kindle-Welt nicht alles kunterbunt, wie ein AppleInsider-Artikel zeigt, der die Bücher-Verkaufsmodelle von Google, Apple und Amazon einmal in den Vergleich nimmt.

Amazon takes a 70 percent cut), it also charges publishers a delivery fee before taking its cut. Amazon charges 15 cents per megabyte in the US and UK, and 99 cents per megabyte in other countries. […] This means that a newspaper that delivered 9 MB of data to subscribers per month would be changed $1.35 fee in the US or UK and $8.91 elsewhere. For a newspaper priced at $9.99 per month, the publisher would net either $6.05 (domestic) or just 64 cents (foreign) per subscriber. This compares to a $7 net for publishers from iTunes. […]

This delivery fee, inherent in Amazon’s Kindle business model, goes up as content grows in size digitally. For that reason, it’s being blamed as the reason why newspapers and magazines who use Kindle as a publishing medium avoid the use of graphics.

Amazon reserves the right to set and change prices at its whim, and also charges delivery fees that may easily eat up most of the value of the subscription, particularly for content that has any graphical content.

Neben reinen Textwerken muss sich die Industrie außerdem noch mit solchen animierten ‚Unwanted Guest(s)‘ (3.99 €; App Store-Link) herumärgern.

DirektUnwanted

Foto-Effekte fürs iPad: ‚FX Photo Studio HD‘

IPhoneBlog de HomeOffice 1

Das App-Store-Portfolio des Entwicklerstudios ‚MacPhun‘ (iTunes-Link) fällt, um es zurückhaltend auszudrücken, durchwachsen aus. ‚FX Photo Studio HD‚ (2.39 €; App Store-Link) ist jedoch eine erwähnenswerte Ausnahme.

Die iPad-Applikation schnappt sich Fotos aus der lokalen Bibliothek oder dem iTunes-Dokumenten-Sync und wendet über 180 Effekte auf den Schnappschuss an. Im Anschluss lässt sich das Foto abspeichern, ausdrucken oder zu Facebook, Flickr, Tumblr oder Twitter schicken. Einige Werkzeuge zum Zurechtschneiden, Rotieren oder Ändern der Größe sind ebenfalls vorhanden.

Die Effekt-Liste präsentiert sich in Kategorien. Bevorzugte Kunstgriffe lassen sich über eine Sternchen-Bewertung in eigenen Zusammenstellungen staffeln. Mit ‚Presets‘ kommt eine Vorauswahl von mehreren Effekte gleichzeitig zum Einsatz.

FX Photo Studio‚ existiert bereits als iPhone-Version (1.59 €; App Store-Link). Die separate iPad-Software hat eine gelungene Anpassung auf den größeren Bildschirm erfahren. Einige zur Auswahl gestellten Effekte, Filter und Rahmen lassen euch zwar die Haare raufen; die überwiegende Anzahl der Kniffe ist jedoch sehr gelungen. Eine direkte Anbindung an Online-Dienste wie Dropbox hätte nicht geschadet. Der Flickr-Upload zickt (bei mir) derzeit noch. Ein E-Mail-Upload funktioniert jedoch problemlos.

Summa summarum spritzt ‚FX Photo Studio HD‚ – mit ein paar einfachen Handgriffen – dem einen oder anderen Lichtbild ein wenig mehr Kreativität ins Gebein.

CAVE verzückt mit einem ‚Deathsmiles‘-Lächeln

DirektCave

Seit dem gestrigen Freitag steht der ‚Bullet-Hell‘-Shooter Deathsmiles als Xbox-Version endlich auch im deutschen Handel (Affiliate-Link) – mehr als zwei Jahre nach der japanischen Fassung. Damit gibt sich das asiatische Entwicklerstudio CAVE jedoch nicht zufrieden und kündigt ohne weitere Informationen eine iOS-Umsetzung für diesen Frühling an.

DirektDeathsmiles

Das Shoot’em up mit Anime-Einschlag stellt sich damit auf eine Stufe der hervorragenden Espgaluda II und Dodonpachi Resurrection. Auch in Deathsmiles gehören Kugelhagel zur Hauptattraktion. Diese erstrecken sich, zumindest für die Konsolen-Fassung, über acht Level, die mit drei verschiedenen Abzeichen beendet werden können.

Extrem positiv ist abermals zu vermerken, mit welcher Hingabe sich der japanische Produzent an Portierungen für das iPhone begeistert. Den Enthusiasmus merkt man neben der eigentlichen Software auch den Pressemitteilungen, Media-Events oder dem Twitter-Account an. Bislang hat man sich im Cave-Entwicklerstudio noch nicht an iPad-Titeln versucht. Hoffentlich ändert sich das noch in diesem Jahr.

[KlimBim] T-Mobile Roaming, Zune-Zukunft, Last.fm-Klage, DB Navigator und App-Store-Marktforschung

DirektTravel

Schon lustig, wie das Argument über den ‚riesengroßen Schock der hohen Auslandsgebühren‚ jetzt ins Gegenteil verkehrt wird. Immerhin wart ihr es, liebe Mobilfunkanbieter, die „Intransparenz und versteckte Kosten“ in den letzten Jahren zelebriert habt.


IPhoneBlog de Zune

Im Zusammenhang mit der ‚strategischen Allianz‚ von Microsoft und Nokia will Windows-Insider Paul Thurrott die Zune-Franchise ausklingen sehen.

Side-note: Zune was conspicuously absent from this list. It is my opinion and guess that Microsoft is currently phasing out the Zune brand and will simply roll the various Zune services into Windows Live.

Supersite for Windows

Ein Microsoft-Sprecher fackelte nicht lange mit einer Gegendarstellung:

“We’re not ‘killing’ any of the Zune services/features in any way. Microsoft remains committed to providing a great music and video experience from Zune on platforms such as Xbox LIVE, Windows-based PCs, Zune devices and Windows Phone 7, as well as integration with Bing and MSN.”

ZDNet

Es wird sich daher also erst noch zeigen, ob der Kampf mit dem iPod-Ökosystem als „Geldverschwendung“ ‚abgeschrieben‘ wird, sich zukünftig als „Nano- und Shuffle-Gegenspieler“ positioniert oder die Marke Zune ausschließlich in ‚Software-Gestalt‚ weiterlebt.


IPhoneBlog de Last fm

Nachdem der Musikservice Rhapsody öffentlich Stellung gegen Apples-Abo-Modell bezog, schließt sich jetzt auch Last.fm-Mitbegründer Richard Jones der Kritik an. „Apple just fucked over online music subs for the iphone“ sagte er in einem Chat mit GigaOM. Last.fm stieg erst vor drei Tagen auf ein werbefreies Bezahl-Modell um und fällt damit ganz frisch unter die iOS-Abo-Klausel.

Auch der britische Streaming-Dienst ‚We7‘, an dieser Stelle bereits kurz vorgestellt, sprach gegenüber PaidContent.org von „wirtschaftlicher Unmöglichkeit„, will jedoch mit finalen Urteilen abwarten, „bis sich das Chaos ein wenig gelichtet hat„.


IPhoneBlog de DB

Den DB Navigator der Deutschen Bahn gibt es jetzt auch als ‚große‚ iPad-Version (kostenlos; App Store-Link). Neben der Verbindungssuche und Kartennavigation vermerkt die App auch Verspätungen. Bereits zwei Stunden vor der Abfahrt lassen sich zusätzliche Wartezeiten oder ein Gleiswechsel einsehen.

Eine Ticketbuchung erfolgt unabhängig von der App über den Webbrowser. Meine telefonische Nachfrage bei der Deutschen Bahn ergab, dass ein elektronisches Ticket im Zug nur als MMS ihre Gültigkeit besitzt. Den damit übermittelten 2D-Barcode scannt der Schaffner ein. Ein PDF-E-Mail-Anhang, (der ebenfalls diesen Barcode aufweist) gilt nicht als gültiges Ticket.

Für die iPad-Version ‚DB Navigator‚ bedeutet dies, dass nach der Fahrschein-Buchung entweder eine MMS auf ein Mobilfunktelefon zugestellt werden muss oder es einen Papierausdruck der PDF-Datei im Anschlag zu halten gilt.


IPhoneBlog de App Store

Nachdem das Marktforschungsunternehmen IHS Screen Digest bereits vor zwei Wochen die iTunes Store-Dominanz im US-Markt für Filme unterstrich, folgt nun eine Aufstellung des App-Store-Geschäfts. Apple führt diese Statistik zwar deutlich an, verzeichnet jedoch weit weniger Wachstumsraten als die Konkurrenten Android, Ovi und BlackBerry.

Die zweite Hochrechnung präsentiert Werbeanbieter Mobclix, die einen „durchschnittlich höheren Werbewert (pro Benutzer)“ für Dienstprogramme im Gegensatz zu Spielen oder Apps aus der Kategorie Unterhaltung errechnen. Das iPhone rangiert in diesen drei Segmenten oberhalb von vergleichbaren (?) Android-Programmen.

Die veröffentlichte Grafik ist neben dieser einzelnen Erkenntnis ziemlicher Quatsch – sein Anbieter ist jedoch keine kleine Nummer. Mobclix ließ sich vergangenen Herbst von einem britischen Marketing-Anbieter aufkaufen und liefert monatlich rund 8.5 Milliarden Werbeanfragen an 15.000 mobile Apps aus.

IPhoneBlog de Mobclix

ZDF kündigt ‚App-Offensive‘ an / Verleger stecken aber noch im Kampf um bessere Abo-Konditionen

IPhoneBlog de ZDF

Keine leichte Woche für Verleger: Nach Spiegel-Informationen plant das ZDF eine große „App-Offensive„. Nachdem die kostenlose Tagesschau-Anwendung mittlerweile die Download-Marke von einer Million durchbrochen haben soll – 740.000 Klicks standen bereits am 10. Januar auf dem Kontostand – soll noch dieses Frühjahr die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt mit einer Online-Mediathek starten. In den Sommermonaten ist eine native Software für die Sendung „heute“ geplant. Anfang 2012 steht nach Meldung des Spiegels „der Start einer Sport-App“ auf dem Programm.

Diese Informationen stoßen in einer Woche an die Öffentlichkeit, in der Verleger ohnehin schon staatstragend mit der Apple-Abo-Ankündigung zu kämpfen haben. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BVDZ) sprach gegenüber der DPA von einem „Preisdiktat“ und ‚aufgebrochenen Schleusen, die in der Praxis so nicht funktionieren werden‚.

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) bemüht sich daher „weiter um Gespräche„, da der Eindruck von einem leichten Entgegenkommen von Seiten Apples besteht – „aber die bis dato klare Forderung der Verlage nach freiem Zugang zu den Kundendaten so nicht erfüllt wird„. Das ist eine durchaus spannende Aussage, was die derzeitige ‚Datenverarbeitung‘ für die aktuelle Kundschaft angeht. Zur Erinnerung: Apples Modell sieht vor, dass der Kunde darüber eigenständig entscheidet, ob er seine E-Mail-Adresse, seinen Namen und seine Postleitzahl an das Verlagshaus übermittelt.

DirektOnePass

Und ob die Woche nicht schon aufregend genug wäre, schlägt auch Google noch einmal in die Kerbe. Die zeitlich geschickt platzierte Ankündigung über ihren ‚One Pass‚ verspricht den Inhaltsanbieter 90-Prozent der Einnahmen sowie erweiterte Zugriffe auf die Kundendaten. Noch ist das System jedoch nicht praxiserprobt oder mit konkret abgestecktem Leistungsumfang. Das hält jedoch die Burda-Gruppe und den Axel-Springer-Verlag nicht davon ab, bereits von einer Partnerschaft zu sprechen.

Einen sehr schönen Abriss der gesammelten Kritik an Apples Modell liefert Jason Kincaid auf TechCrunch mit „Why are you people defending Apple?„.

I like being able to watch Netflix and Hulu from my iPad, but who knows if they’ll be able to operate now if they’re handing over 30% of subscription fees. Not to mention all the applications that Apple doesn’t compete with, but will get pushed out of the ecosystem anyway because of the 30% fee. How exactly are users winning here?

Man mag es nicht glauben, aber es gibt auch positive Stimmen aus US-Verlagskreisen. „Mit der aktuellen Preisstufe leben“ können die Publisher der Magazine ‚Popular Science‘ (kostenlos; App Store-Link) und ‚Elle‘ (kostenlos; App Store-Link).

The cost of developing our own e-commerce platform is not economically viable. Apple is offering a great turnkey tool that allows us to test with little to no financial risk. […] In today’s consumer marketing environment, we feel a 70 percent remit directly to the publisher is a sustainable and reasonable model we can work with.

Macworld.com

Aus deutschen Gefilden heißt es dagegen: „Der Einzelverkauf spielt zumindest bei vielen regionalen Zeitungen verglichen mit dem Abonnement eine eher untergeordnete Rolle.„. Der Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger hält daher „für langfristige Abos das (Apple-System) als keineswegs akzeptabel und angemessen.„.

Das Weblog ‚Brian s hall‚ fragt passend für sein Subscription-FAQ: „Is 30% a lot? Or a little?

Apple built the store from the ground up and, with the App Store, which works only for iOS devices, Apple built these from scratch as well. They have also heavily marketed the benefits of the store. And they are providing the billing, the discovery process, secure payments processing, the entire backend process. Plus, they have a good 100 million or so users. For me, this 30% is a steal.

brianshall.com

Die Verleger kämpfen daher in den nächsten Wochen an zwei Fronten. Einerseits geht es um mehr Finanz-Beteiligung sowie den Nutzerdaten am Apple-Abo-Modell. Andererseits steht verstärkter Lobbyismus auf der ToDo-Liste: Die eingezogenen Rundfunkgebühren sollen vorzugsweise zum Depublizieren verwendet werden und nicht dafür, eine digital-lebende Generation zu erreichen.

Und wer sich wundert, wer bei all diesen abzuarbeitenden Aufgaben noch Zeit zum Schreiben von Artikeln findet, braucht nur eines der hier verwendeten Verleger-Zitate bei Google eingeben. Klick. Der DPA-Wortlaut führt zu einem Schwarm annähernd identischer Qualitäts-Beiträge.