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van Alex Olma
9. Dezember 2020 – 10:54 Uhr

Das iPhone 12 Pro Max

Der folgende Artikel ist über 18.000 Zeichen lang. Um ihn zugänglicher zu gestalten, habe ich ihn eingesprochen. Für Abonnenten von #one habe ich die 22-Minuten-Audiodatei auch in den persönlichen RSS-Feed eingestellt.

Apple traut sich. Das iPhone 12 Pro Max ist ein großes Telefon. Und Apple scheint zum ersten Mal so richtig stolz darauf zu sein, diese Gehäusegröße anzubieten.

Auch das iPhone 11 Pro Max war mächtig. Es war schwer. Und trotzdem war es im übersichtlicheren Line-up des letzten Jahres immer noch ein Gerät, dass man auch noch Leuten verkaufen konnte, die lediglich einen Hang zu großen Telefonen verspürten.

Nicht so in diesem Jahr. Das neue Pro Max thront über seinen drei (!) anderen Geschwistern und lebt sich dort richtig aus. Es fühlt sich substanziell an (obwohl es exakt so schwer wie sein Vorjahresmodell ist). Es ist dick (obwohl es gegenüber dem 11 Pro Max sogar abgenommen hat). Durch seine harte Kante kaschiert es jedoch nicht mehr seine stattliche Gehäuseform.

Es hat die größten Objektive und einen gigantischen (extrem guten) OLED-Bildschirm. Man hebt es zwar noch mit einer Hand vors Gesicht, nimmt dann aber direkt die zweite Hand zur Bedienung. Eine waschechte Einhandbedienung überlässt es seinen Geschwistern. Das Pro Max ist dabei keinesfalls unhandlich, macht aber auch keine Abstriche mehr.

Warum auch? Das Mini und das iPhone SE sind „pocketable”; das iPhone 12 und 12 Pro haben eine reguläre Smartphone-Größe und das Max umarmt regelrecht die neue Freiheit, die ihm diese Bildschirmgröße gibt.

Die sichtbar reduzierten Bildschirmränder helfen nicht nur diesem Eindruck, sondern vergrößern auch tatsächlich den Bildschirm. 6.7-Zoll sind nicht nur größer als die 6.5-Zoll beim iPhone 11 Pro Max, sie fühlen sich auch nach mehr Bildschirm an – einem „Infinity-Pool“-Display.

Und das ist durchaus ein neues Gefühl. Die iPhones der letzten Jahre waren allesamt Handschmeichler. Mich erinnert das Anfassgefühl der kantigen Konstruktion, die wir vor vielen Jahren beim iPhone 4 und iPhone SE (1. Gen) bereits gefühlt haben, an Seifenklötze. Auch Seifenstücke zum Händewaschen gibt es in ovaler und in kantiger Form. Und genau wie angeschliffene Seifenklötzchen lässt sich der flache Edelstahlrahmen besser greifen. Insbesondere das Anheben von einer glatten Oberfläche gelingt einfacher.

Dieser glänzende Edelstahlrahmen versteckt keine Fingerabdrücke. Das muss man nicht mögen; im Alltag schaut man dort aber kaum drauf. Es scheint vorwiegend eine Beschwerde, die aus meinem Berufsfeld stammt. Leute, die dieser Aspekt primär stört, fotografieren dieses Telefon häufig ab oder zerren es vor eine Videokamera.

Apropos (Technik‑)Presse: Ich war ernsthaft erstaunt, wie selten der signifikant größere Arbeitsspeicher im diesjährigen Pro- und Pro-Max-Modell eine Erwähnung fanden. In den Generationen zuvor konnte nicht oft genug betont werden, dass Apple am Arbeitsspeicher geizt – mich übrigens eingeschlossen!

Statt 4 GB sind in den zwei größeren iPhone-12-Modellen nun 6 GB verlötet. Das bleibt zwar eine Angabe, über die Apple nicht spricht, die man in der täglichen Benutzung jedoch deutlich spürt.

Der LPDDR4-Arbeitsspeicher hilft in erster Linie bei Porträt-Fotos und den hochauflösenden Dolby-Vision-Videos (mit 60fps), hält gleichzeitig aber auch meine tagtäglich genutzten Anwendungen länger im Hintergrund geöffnet – entscheidend länger! Mit dem iPhone 11 Pro Max war es mir beispielsweise nicht möglich zwischen Pokémon und der iPhone-Kamera zu wechseln, ohne anschließend das Spiel neu zu starten. Jetzt spaziere ich mit Sohnemann durch den Wald, fange ein paar Magikarps, knipse Fotos und wische dann mühelos zurück zu den virtuellen Tierchen.

YouTube-Videos, die man kurz pausiert, sich anschließend in drei oder vier anderen Apps verliert, starten jetzt nicht mehr komplett neu. Zuvor war das ein Zustand, den ich erwartete; nun wundere ich mich, wenn ich in einer kürzlich benutzten Anwendung nicht direkt weiterarbeiten kann.

Wahrscheinlich ist dieses aufgebohrte Multitasking wirklich nur eine Begleiterscheinung. Der höhere Arbeitsspeicher wird aufgrund der Kamera verbaut sein. Nichtsdestotrotz: Es ist eine sehr willkommene Begleiterscheinung.

Aber sprechen wir doch über Fotos.

Mein extrem kurzes Fazit lautet: Die Hardware schreitet in kleinen Trippelschritten nach vorne; die Software nimmt mit einem einzelnen Satz gleich drei Stufen auf einmal.

So ist beispielsweise das Ultraweitwinkel-Objektiv schärfer in den Ecken, gewinnt aber am meisten durch die Perspektivenkorrektur der Software. Ihr könnt sie testweise in den Einstellungen einmal abschalten, werdet den automatischen Fix nach ein paar Testfotos von krummen Gebäuden aber ganz schnell wieder anknipsen.

Maschinelles Lernen soll eine neue Szenenerkennung der Kamera ermöglichen und so einen „maßgeschneiderten Look” finden. Ich konnte beispielsweise nachvollziehen, das Essen auf weißen – hellen – Tellern weniger häufig unterbelichtet wird. Diese Anpassungen sind zwar zu erkennen, fallen aber minimal aus. Außerdem informiert euch das iPhone nicht, wenn eine solche Erkennung und Anpassung stattfindet.

Mit Smart HDR 3 sieht es ähnlich aus. Ich sehe in Vergleichsfotos mehr Struktur im Himmel und sattere Farben in Bäumen und Sträuchern. Die Unterschiede zum iPhone 11 fallen jedoch überschaubar aus. Sobald man diese Bilder aber den Fotos von älteren iPhone-Kameras gegenüberstellt, sieht auch ein ungeschultes Auge die gehobene Qualität. Und diese Qualität ist primär der Software zuzuschreiben.

Der Bildprozessor und die Neural Engine machen mit Smart HDR und Deep Fusion insbesondere unter ungünstigen Fotobedingungen auf dicke Hose. Beispielsweise in ganz alltäglichen Situationen, in denen schlicht Licht fehlt. Das Pro Max springt nicht nur später in den Nachtmodus, sondern knipst tatsächlich scharfe Fotos an gemütlichen Vorweihnachtsnachmittagen.

Bei uns wird’s gegen 15 Uhr schummrig. Wenn ich an solchen Tagen, innerhalb der eigenen vier Wände das Familiengeschehen festhalte, haben mich die letzten iPhones enttäuscht. In diesem Jahr nimmt das Pro Max jedoch diese (für mich) sehr entscheidende Hürde. So sind in diesem Herbst bereits Fotos entstanden, die ich in den Jahren zuvor aufgrund von fehlender Schärfe und hohem Bildrauschen gelöscht habe.

Im letzten Jahr stand der Nachtmodus im Fokus; dieses Jahr bekommt der (frühe) Abend die Aufmerksamkeit. Das ist alles aber keine Magie: Das Pro Max lässt durch seinen größeren Sensor signifikant mehr Licht rein. Damit bleibt die Belichtungszeit kurz.

Dank LiDAR („Light Detection and Ranging”) sind jetzt sogar Nachtporträts drin. Apples Ankündigung dafür weckte bei mir große Erwartungen, die trotzdem noch übertroffen wurden. Die Abstandsmessung ist flott, zuverlässig und erzeugt Bilder, die komplett unerwartet gelingen. Allerdings sollte man stillstehen! Samsung, Sony und Canon werden sich überlegen müssen, wie sie den LiDAR-Sensor kontern.

Der Porträtmodus schafft in diesem Jahr außerdem eine deutlich bessere Trennung von Vordergrund und Hintergrund bei Tageslicht.

Ich glaube mittlerweile ist jedem bewusst, dass Software-Entwickler_innen durch ihre Konfiguration der Algorithmen unsere Fotos beeinflussen. Es gibt streng genommen kein unbearbeitetes Foto mehr – selbst wenn ihr nicht mit Lightroom und Co. nachgearbeitet habt.

Doch genau hier schleicht ProRAW um die Ecke. Ihr knipst wie zuvor, doch all die Einstellungen, die das iPhone automatisch vornimmt, sind plötzlich nicht mehr in Stein gemeißelt. Sie sind verhandelbar.

Apple ProRAW ist dem iPhone 12 Pro und Pro Max vorbehalten und steckt zum Zeitpunkt von diesem Artikel noch in der Beta-Phase. Entsprechend begrenzt sind meine Erfahrungen. Ich greife das Feature ausführlich auf, sobald es der Beta-Phase entwachsen ist.

Drei Aspekte möchte ich in puncto Video in diesem Jahr hervorheben: Belichtung, Stabilisierung und Dolby Vision.

Für mich bleibt es faszinierend, wie die künstliche Intelligenz eine Videoaufnahme in Szene setzt. Ich kann im Vlog-Style gegen die Sonne filmen und das iPhone belichtet mein Gesicht trotzdem perfekt. Das ist nichts, dass nach den Gesetzen der Physik so funktionieren dürfte.

Die Pixel, die beim Pro Max das Licht aufnehmen, sind rund 50-Prozent größer. Apple verspricht eine verbesserte Lichtempfindlichkeit von rund 90-Prozent. Ohne die exakten Werte nachvollziehen zu können, ist die höhere Lichtstärke deutlich zu sehen – insbesondere wieder in lichtarmen Situationen. Mit iPhones aus den Jahren zuvor zerbröselte hier regelrecht das Bild.

Hinzu kommt die optische Bildstabilisierung des Sensors. Zuvor stabilisierte Apple die Linsen; jetzt verschieben sie den Sensor. Das Pro Max ist in diesem Jahr das einzige Modell, dass diese „Sensorverschiebung” bekommt. Ich habe keinen Vergleich zu den anderen iPhone-12-Modellen, aber in einer Gegenüberstellung mit meinem iPhone 11 Pro Max fallen die Aufnahmen mit Sensorverschiebung signifikant ruhiger aus.

Und dann wäre da noch Dolby Vision.

Dolby Vision konkurriert mit HDR10 – einem anderen HDR-Format. HDR-Videos sind heller und farbenfroher als alle Videos mit konventionellem Dynamikumfang (700 Millionen Farben gegenüber 16 Millionen Farben).

HDR-Videos, egal ob auf Netflix oder Apple TV+, sind gelebte Realität. Jeder aktuelle Fernseher wirbt mit „starkem Kontrast und mehr Details”. Kurz: HDR. Im Gegensatz dazu ist die Erstellung von HDR-Videos nicht weitverbreitet; zumindest sind es nie „One-Click-Wonder”-Lösungen. Apple ändert genau das mit den neuen iPhones. Alle vier Modelle filmen einfach von Haus aus HDR-Videos! Dieser Umstand alleine ist ein Ausrufezeichen wert!

Allerdings sehen HDR-Videos auf SDR-Bildschirm falsch aus. Und hier kommt das zweite bemerkenswerte Feature: iOS 14 teilt je nachdem wohin man sein Video streamt oder lädt, entweder eine HDR- oder eine SDR-Videodatei. Nun sind also YouTube, Instagram, TikTok und Twitter am Zug. Sie müssen auf den rollenden HDR-Zug aufspringen. Die Eisenbahnschienen liegen bereits.

Selbst die Frontkamera profitiert von den Software-Upgrades und zeichnet Videos nun im Nachtmodus sowie mit Deep Fusion und in Dolby Vision HDR (4K/30fps) auf. Die Frontkamera!

Bis die Plattformen nachziehen, bleibt tatsächlich der iPhone-Screen einer der besten Bildschirme für diese Fotos und Filme. In diesem Jahr bekommen alle vier iPhone-Modelle den kontrastreichen OLED-Screen, bei dem sich jeder Pixel individuell abschaltet, wenn er tatsächlich schwarz sein soll. Es ist das erste Jahr, in dem alle Herbst-Telefone von Apple mit einem „Super Retina XDR Display” ausgestattet wurden. Für viele Millionen Kunden und Kundinnen bedeutet das den Wechsel von einem LCD- auf einen OLED-Screen.

Eine höhere Bildwiederholungsrate, so wie sie mit ProMotion in den iPad Pros steckt, fehlt. Es bleibt ein lupenreiner Minuspunkt, mit dem andere Smartphones den iPhone-Screen übertrumpfen. Ich hoffe, dass die 120 Hertz für noch flüssigeres Scrollen ins Akku-Budget für nächstes Jahr passen.

5G ist schrecklich beeindruckend und gleichzeitig kommt derzeit kaum jemand (sinnvoll) dran. Das hat zwei Gründe. Einerseits fehlen uns Anwendungen, die die Vorteile von 5G tatsächlich ausspielen – von der geringeren Latenz bis zu einer höheren Netzwerkkapazität (siehe Shannon’s Law). Im Moment ist 5G schlicht schnell.

Hinzu kommt: Ungedrosselte Verträge bleiben kostspielig. Und das führt zu der falschen Annahme, dass Mobilfunk etwas anderes ist als dieses „Internet für Zuhause“.

Ich lebe mit dem Pro Max jetzt seit einem Monat auf 5G; Wi-Fi schalte ich am iPhone nur für Heimautomationen ein. Und ich kann sagen: 5G ist ernsthaft vielversprechend.

Ich bekomme in meiner Nachbarschaft eine stabile Verbindung mit der Geschwindigkeit 350 MBits/s im Downlink sowie 50 MBit/s im Uplink. Es sind die versprochenen (maximalen) Werte von meinem Vertrag. Es gibt sogar noch zwei Vertragsstufen mit höheren Geschwindigkeiten darüber, die ich allerdings nicht ausprobiert habe.

Aber es sind nicht einmal die Spitzengeschwindigkeiten, die 5G im Alltag besser machen, sondern die Stabilität und dauerhafte Verfügbarkeit. Es fühlt sich wie dieses „Internet für Zuhause“ an, ohne das man dabei Zuhause sein muss. 5G macht eine Unterscheidung überflüssig.

GeForce NOW streamt Spiele verzögerungsfrei aufs iPhone; lokale Blog-Backups über SFTP ziehe ich schneller vom Server aufs iPad als in den eigenen vier Wänden. Dateien sind einfach da. Möchte ich eins meiner #one Videos referieren, lädt die 800 MB-Datei von iCloud in 20 Sekunden. Dann liegt das Video direkt auf der Platte. Es entfällt die komplette Planung eine Datei mitzunehmen.

Und dabei bleibt dies nur die erste Version von 5G. Das Modem in den neuen iPhones ist ein X55-Chip von Qualcomm. Dieser Chip frisst Strom. Dieser Stromverbrauch ist so hoch, dass Apple eine entsprechende Einstellung integrierte.

„5G Ein“, „5G Auto“ und „LTE“ finden sich in den iOS-Einstellungen (➞ Mobiles Netz ➞ Datenoptionen). Mit intensiver Nutzung komme ich knapp durch einen Tag; ohne 5G sind im Pro Max bei meiner Benutzung auch 36 Stunden drin.

Das 5G kräftig am Akku nuckelt, zeigt Apples Energiesparmodus: Wechselt ihr in den Stromsparmodus, ist 5G komplett deaktiviert. Egal welche Einstellung man dann wählt: Im iOS-Stromsparmodus muss man sich mit LTE zufriedengeben.

Mir macht es nichts aus, mein Telefon täglich ans Kabel zu hängen, wenn ich dafür 5G bekomme. Für wie fähig Apple selbst die neue 5G-Option erachtet, zeigt die Aufhebung von Betriebssystemeinschränkungen, die seit immer existierten.

Erstmals ist es möglich iOS-Updates ohne Wi-Fi herunterzuladen und aufzuspielen. Außerdem schraubt Apple die Qualität von FaceTime-Anrufen über 5G auf 1080p. Meine Eltern konnten in einem Blindversuch den Unterschied in der übertragenen Videoqualität deutlich sehen.

Aktiviert man den Hotspot-Mode am iPhone, spannt das Telefon nun standardmäßig ein schnelles 5-GHz-Wi-Fi auf; ein 2,4-GHz-Wi-Fi für ältere Geräte ist separat zu aktivieren („Maximise Compatibility”).

Was für ein schlechtes Jahr um 5G zu starten!” war ein klassischer Aufmacher der diesjährigen iPhone-Testberichte. Richtig ist: Wir sind nicht „out and about”; aber wir arbeiten von Zuhause. Und 5G ist der erste Mobilfunkstandard, der die klassische Unterscheidung zwischen „Unterwegs” und „Zuhause” wirklich aufhebt.

Ohne allzu philosophisch zu werden: Kommunikation ersetzt langsam aber sicher die Faktoren Zeit und Ort, die zuvor den Arbeitsplatz definierten. Alles, was Kommunikation besser macht, macht mindestens die Hälfte unseres Tages besser.

Resümee

iPhones bleiben Geräte, die Apple in Massen produziert. Sie werden in einer Massenfertigung hergestellt. Das iPhone fühlt sich aber nicht wie ein Massenprodukt an. Es bleibt ein kleines Schmuckstück.

Apple schafft es auch dieses Jahr wieder mir ein sehr persönliches Gerät zu verkaufen. Das fängt bei Spielereien an: Apples Hüllen lassen den iPhone-Bildschirm in ihrer jeweiligen Hüllen-Farbe aufleuchten, wenn man sie aufzieht. Das dient einzig und alleine dem Zweck das Gerät ein klein wenig persönlicher zu machen.

Im letzten Jahr verzichtete Apple bereits auf den Schriftzug „iPhone“ auf der Gehäuserückseite. In diesem Jahr versetzen sie die (leider notwendige) CE-Kennzeichnung. Die Platzierung am Rahmen – anstelle der prominenteren Rückseite – entspricht Apples gewohnt hohem Level an „Liebe zum Detail“.

Das beste Feature der neuen Kameras ist altbekannt: Es ist die extreme Zuverlässigkeit der iOS-Kamera-App. Diese App schmiert nicht ab. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, wann mir die Software einmal eine Aufnahme verschluckt hat.

Das neue Kamerasystem im Pro Max ist ein bedeutender Schritt vorwärts. Es ist die Kamera, die einen kleinen Blick in die Zukunft wirft. Es wird nämlich das Kamerasystem sein, das Apple über die nächsten Jahre in den anderen Modellen verbaut.

Doch machen wir uns keine Illusionen: Den meisten Leuten wird das Pro Max schlicht zu groß sein; es wird garantiert nicht das meistverkaufte iPhone-Modell. Und das liegt weniger am Pro Max selbst, sondern das die anderen iPhones vergleichbar gut abschneiden. Abgesehen von der Akkulaufzeit macht selbst das iPhone 12 Mini (!) keine Abstriche, die man für ein wesentlich kleineres Gerät erwartet hätte.

Doch genau wie sich das Mini seinen Platz im diesjährigen Line-up verdient, sitzt dort auch das Pro Max zurecht. Es hat nicht nur der größte iPhone-Bildschirm (jemals), sondern auch das „Next-Gen”-Kamerasystem.

Eine Kaufempfehlung ist deshalb gar nicht schwierig. Wer glücklich mit seinem iPhone 11 ist, bleibt damit auch im nächsten Jahr noch glücklich. Wer sich noch mit einem iPhone X durch den Tag schlägt, bekommt mit der 12er-Serie ein Upgrade in puncto Design und Funktion, dass das iPhone X im Jahr 2017 schon so besonders gemacht hat. Und beim Wechsel von einem noch älteren iPhone (oder einem Android-Smartphone) wird man schlicht beeindruckt sein.

Noch eine Handvoll separater Anmerkungen

  • Da die Objektive deutlich hervorstehen, kippelt das iPhone flachliegend auf einer Tischplatte. Anders als in den Jahren zuvor gleicht Apples Leder Case beim Pro Max diese Unebenheit aber nicht mehr vollständig aus. Eine quadratische Plastik-Kante umrahmt die Kameraaussparung und verhindert das komplett flache Aufliegen.
  • Der A14 Bionic ist in seiner 5-Nanometer-Bauweise rund 20-Prozent schneller als der A13 in der 7-Nanometer-Bauweise. Die zwei Performance-Kerne nennt Apple (intern) „Firestorm”; die vier Low-Performance-Kerne heißen „Icestorm”. Laut Anandtech findet sich die Besonderheit von diesen Chips beim Verhältnis der Rechenleistung zum Energieverbrauch. Der A14 ist (moderat) schneller, verbraucht dabei aber die gleiche Menge an Strom – teilweise sogar weniger.
  • Ich mag das Leder Wallet mit MagSafe. Ich habe für mich dagegen noch keinen Grund gesehen einen MagSafe-Adapter zu kaufen. MagSafe hat großes Potenzial. Ich brauche zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht den ersten Baustein von Apples neuem Ökosystem.
  • Die Maßband-App misst nun die Höhe von Personen. Über die Lupe lässt sich außerdem der Abstand zu einer anderen Person ermitteln.
  • Apple spart an EarPods und einem Netzteil in der Box. Und ich lag falsch. Ich hatte vermutet, Apple überlegt sich hier eine clevere Lösung. Ein Gutschein? Einen Rabattcode? Das Ding einfach aus der Box zu werfen, und die Verpackung damit deutlich zu reduzieren, war ohne Frage der richtige Schritt. Gleichzeitig aber keine einfache (und rabattierte) Möglichkeit anzubieten, um einen USB-C-Lade-Puck nachzukaufen, ist ein Fehler. Für die Kunden und Kundinnen, die so etwas benötigen, legt man nämlich die Anschaffungskosten hier nämlich einfach auf sie um.
  • Das Apple vier unterschiedliche iPhone-Modelle auch in diesem turbulenten Jahr trotzdem rechtzeitig – und in ausreichender Stückzahl – an der Startlinie schob, erscheint mir zu wenig beachtet.

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