Die ersten Duo-Reviews
Was ich aus den ersten Reviews mitnehme: Das Duo löst keinesfalls den klassischen Formfaktor ab, sondern erweitert das Portfolio der iPhones. Damit steht es im starken Kontrast zum iPhone X, das die Homebutton-Generationen, die vor ihm kamen, damals augenblicklich beerdigte.
Die Testberichte sind durch die Bank weg lang – teilweise ungewohnt ausartend. Gruber schrieb 8500 Worte; Brownlee filmte 29 Minuten. Ja, es gibt diesmal außergewöhnlich viel zu sagen, gleichermaßen aber auch viele unbeantwortete Fragen.
Man merkt: Die Vorberichte kämpfen nach einer Woche mit den gleichen Fragen, die Apple seit einigen Jahren für das Duo umtreiben. iPad-Apps: Ja oder nein? Ist Touch ID gut genug für diese erste Generation? Passt die „Passport“-Größe?
David Imel schätzt den „aufgaben-orientierten“ Screen; für Nilay Patel ist es maximal ein „status display“. Die Nanotexturbeschichtung der Innenseite und das Scharnier stauben dagegen überall Lob ab.
Was auffällt: Telefonnutzung ist sehr individuell. Die Frage nach der Akkulaufzeit variiert in ihrer Bewertung etwa von „hervorragend“ bis „gerade noch gut genug“.
Apple schoss sich direkt in den eigenen Fuß, indem es App-Store-Updates fürs Duo nicht früher akzeptierte. „Ausstehende Software-Unterstützung“ von Dritt-Apps nimmt in allen Testberichten einen substanziellen Themenblock ein. Mein Gefühl sagt mir inzwischen: Das wird in wenigen Wochen kein dominantes Thema mehr sein.
Software(-Design) bleibt natürlich eine konstante Diskussion; die schlichten Anpassungen an die Bildschirmgröße räumen die meisten Apps aber alsbald vom Tisch. Das Duo steckt nicht in einer Vision-Pro-Situation: Software, die sich nicht anpasst, wechseln Kund:innen aus. Ausnahmen bestätigen diese Regel.
Und welche Apps das Aufklappen rechtfertigen, wer kreativ Menü-Buttons setzt, sind keine Fragen für die erste Woche, sondern für das erste Jahr.
Einige Videoclips haben mich besorgt zusammenzucken lassen: Die Drehung des Duos im aufgefalteten Zustand sieht gelegentlich nicht sehr souverän aus.
Zugegeben: Das liegt auf der Hand (!), ist aber interessant zu beobachten. Ein neues iPhone, das man erstmals neu lernen muss. Angefangen bei den Platzierungen der Hardware-Buttons, die ich so kontrovers nicht vermutet hatte.
HTX Studio bringt, in einem außergewöhnlichen Video, speziell den Kompromiss der Bildschirmgröße noch einmal auf den (Schluss-)Punkt – den man wahrscheinlich nur durch eigenes Ausprobieren für sich beurteilen kann:
Will they become mainstream? I still doubt it because this design has two fundamental conflicts at its core. First, the two screens work against each other. Improve the outer screen and the inner screen becomes a big empty square. Favour the inner screen and the outer screen becomes a passport that’s hard to grip. It’s a zero-sum game. More importantly, whatever the balance, you get a makeshift phone outside and a cut-down tablet inside. Neither delivers the best experience.




