 One: Einzelpreise vs Bundle

Apples Services-Bundle ist kompliziert.

Ohne One bucht man die Dienste Apple TV+, Apple Arcade und Apple Musik günstiger im Jahresabo. Für Musik im Familienabo und iCloud-Speicherplatz gibt es diesen günstigeren Jahrespreis dagegen nicht; hier abonniert man nur monatlich. Auch für das preiswertere Apple-Musik-Abo für Studierende (4,99 € / im Monat) gibt es keine Möglichkeit es im Voraus für zwölf Monate zu bezahlen.

Unbekannt sind bislang die Preise für zusätzlichen iCloud-Speicherplatz: „Du kannst separat zusätzlichen iCloud Speicher kaufen, um den in deinem Apple One Abonnement enthaltenen Speicher zu vergrößern.”

Hinzu kommt: Apple TV+ dürfte für viele Kunden_innen immer noch kostenlos sein. Diese „zeitlich befristete” Werbeaktion scheint sich auch erst einmal nicht zu ändern: Kauft man sich heute ein neues iPad (8. Generation), verspricht Apples Webseite: „Wenn du ein neues iPad kaufst, bekommst du ein Jahr Apple TV+ dazu!” Und auch für Studierende mit Apple-Music-Abo legt Apple seinen TV+-Service gratis bei.

#223 – Widgets

Dieses Video kommt vielleicht ein paar Tage zu früh: Seit einer Woche schlagen nämlich noch jeden einzelnen Tag frische App-Updates auf, die Widgets liefern.

Trotzdem ist der Hype kaum zu ignorieren: Apples Widgets sind nicht nur hübsch, sondern funktionieren auch nach einem festen Regelset. Diese Kombination zieht.

Hier das Intro zur fünfeinhalbminütigen Episode:


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Das iPhone SE (2020)

Der folgende Artikel ist knapp 6.000 Zeichen lang. Um ihn zugänglicher zu gestalten, habe ich ihn eingesprochen. Für Abonnenten von #one habe ich die Audiodatei zusätzlich in den persönlichen RSS-Feed eingestellt.

Smartphones sind keine Geldanlage; in Smartphones investiert man nicht. Die Rechnung für den Kauf eines neuen iPhones ist daher simpel: Wie viel Nutzen bekomme ich über welche Laufzeit bei welcher Qualität? Und aus dieser Perspektive ist das iPhone SE (2020) ein verdammt guter Deal – so wie es vor vier Jahren bereits die erste Generation war.

Aber beginnen wir von vorne.

Das neue SE hätte für Apple zeitlich im April kaum besser aufschlagen können. Die Pandemie streute Unsicherheit. Ein 400-Euro-Smartphone passt in solchen Zeiten besser ins Budget, als ein Telefon für einen vierstelligen Eurobetrag.

Und in dieser gehobenen Preisklasse finden sich mittlerweile nicht nur iPhones: Auch die Flaggschiffe von Samsung, Huawei, Google, OnePlus, Sony und Microsoft zogen preislich auf Augenhöhe.

Das iPhone SE tritt aber keinesfalls in Konkurrenz mit Smartphones, die zu Dumpingpreisen angeboten werden; es greift jedoch den Second-Hand-Markt an. Das neue SE ist ein besserer Deal als sein Geld in ein bereits gebrauchtes iPhone zu stecken. Ältere iPhones erzielen nämlich erstaunliche Gebrauchtpreise.

Bei so einem Vergleich schaut man auf die neue Auswahl an Gehäusefarben, die Performance des A13 Bionic Chips1 sowie die runtergenudelte Akkuleistung von einem Gerät aus zweiter Hand.

Und nur der Vergleich mit iPhones aus der „Homebutton-Generation” zählt: Das SE bedient eine Zielgruppe, die bei einem iPhone mit Homebutton verbleiben möchte. Die Zielgruppe für das iPhone SE (2020) sind ehemalige Android-Kunden_innen und jemand der zuvor ein iPhone 5, 6, 6 Plus oder iPhone 7 benutzt hat.

Für mich persönlich ist der größte Stolperstein nicht die Hometaste, sondern die dadurch bedingte Menüführung. Ich vermisse die modernen Wischgesten, die Apps schließen oder wechseln. Mein Muskelgedächtnis hat das Reinwischen des Kontrollzentrums von der unteren (eckige!) Bildschirmkante einfach vergessen. Und auch die Tastatur fällt auf der kompakten 4,7-Zoll-Bildschirmgröße überraschend beschränkt aus.

Ansonsten ist die Abmessung aber super. Das Telefon ist „pocketable” und die Bedienung benötigt oft nur eine Hand. Meine Benutzung des SE über die letzten Monate hat bei mir die Frage aufgeworfen, ob ich auch für das nächste iPhone die größte Bildschirmdiagonale möchte. Meine Hand erreicht nicht nur die obere Bildschirmecke, sondern umschließt quasi das ganze Gerät2. Es ist ein ungewohntes aber sehr angenehmes Gefühl.

Auch die Bildschirmqualität geht völlig in Ordnung. Setzt man mir die Pistole auf die Brust, greife ich immer zum OLED-Screen. Die Unterschiede zum LCD-Bildschirm dürften die meisten Leute jedoch übersehen – insbesondere weil True Tone, gute Helligkeitswerte und der große P3-Farbraum unterstützt werden.

„Tap to Wake” vermisse ich dagegen wirklich. Auch nach zweieinhalb Monaten, die ich jetzt bereits mit dem SE verbringe, tippe ich regelmäßig auf den Bildschirm und erwarte, dass der Screen aufwacht.

Die rückseitige 12-Megapixel-Kamera besitzt lediglich ein Weitwinkelobjektiv, hat aber die Möglichkeit Porträtfotos zu knipsen. Apples Kamera-App erkennt dafür Menschen; mit Halide und anderen App-Store-Anwendungen gibt es diese Bokeh-Bilder auch für Tiere und Gegenstände.

Der Kamera fehlt ein Nachtmodus, ist in punkto Videoaufnahmen jedoch so gut wie seine größeren Brüder – lediglich „Audiozoom” und ein erweiterter Dynamikbereich in höheren Frameraten fehlt. Die Qualität der Videos bleibt ein echtes Alleinstellung von Apples iPhones gegenüber anderen Smartphones.

Die Frontkamera des iPhone SE vermisst „Smart HDR”. Sein Gesicht bekommt man zwar hübsch ins Bild, einen bilderbuchblauen Himmel dahinter fängt man gleichzeitig jedoch nur schwierig ein.

Mit Apples A13-Chip bekommt das iPhone SE jedoch die „Neural Engine” aus dem Phone 11 (Pro). Dieser Prozessor für maschinelles Lernen hilft nicht nur bei der Erstellung von Fotos, sondern auch bei der anschließenden Bearbeitung. Dieses iPhone ist einfach schnell.

Die Batterielaufzeit ist dagegen eine Enttäuschung. Mit gelegentlicher Nutzung kommt man zwar gut über einen Tag, aber ohne Zwischenladen (oder einen Akku-Pack) werde ich bei meiner (intensiven) Nutzung bereits nervös.

Der Hingucker sind die Farben; mein weißes Modell rockt. Und ich liebe das zentrierte Apple-Logo auf der Rückseite.

Das neue SE ist jedoch kein spannendes iPhone. Dafür ist es schnell, zuverlässig und es verspricht seine Leistung für viele Jahre. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass man aus Versehen sein Gerät zerschmeißt, bevor man es aus Gründen der Performance wechselt. Wir sprechen hier über eine garantierte Lebenszeit von vier oder fünf Jahren – allesamt mit offiziellen Software-Updates.

Das ist in erster Linie dem A13-Chip zu verdanken. Dieser Prozessor wird schneller sein als die Flaggschiffe von Samsung und Co aus dem nächsten Jahr. Wichtig wird die Performance jedoch erst im Jahr 2024 oder 2025, wenn dieses Telefon immer noch benutzt wird / benutzt werden kann.

Deshalb bin mir auch sicher: Apple belässt dieses Modell unverändert für viele Jahre im Verkauf. Für sie ist es ein strategisches Gerät. Es richtet sich an Switcher und an Einsteiger, ist aber keinesfalls eine „Spar-Version” von einem iPhone. Die Abgrenzung zu den teureren Modellen – iPhone XR und iPhone 11 – ist nachvollziehbar und bietet als Gesamtpaket ein fantastisches Preis-Leistungs-Verhältnis.

Kurzum: Das iPhone SE (2020) ist ein technisch hervorragendes Smartphone zu einem noch besseren Preis im traditionellen Design.


  1. So, yes, a $400 iPhone SE bests a $3,000 top-of-the-line MacBook Pro in single-core CPU performance.” 
  2. Das iPhones SE zählt die Abmessungen von einem iPhone 8 und kann dessen große Auswahl an Hüllen und Cases nutzen. 

Tipp zur Display-Helligkeit: „Weißpunkt reduzieren”

Unter Einstellungen ➞ Bedienungshilfen ➞ Anzeige & Textgröße lässt „die Intensität heller Farben reduzieren”. Auf den Tipp von Kollege Bräunlich habe ich seit über einem Jahr diesen Schieberegler auf 25 Prozent.

„Weißpunkt reduzieren“ ist seit jeher im Gespräch um die generelle Display-Helligkeit über ihre niedrigste Helligkeitsstufe hinaus zu drosseln. Darum geht es mir nicht. Ich empfinde das iPhone- und iPad-Display so einfach als angenehmer.

AR-Spiel: „Hot Lava” nutzt den LiDAR-Scanner im iPad Pro

The LiDAR Scanner on the new iPad Pro transforms your living room into a lava-filled obstacle course. This technology allows the game to interact with the real world like never before: blurring the lines between the physical and virtual world. Place Hot Lava objects into your living room so you can climb your walls, jump on your furniture, and dodge molten lava cracks using everyone’s favorite silent G.A.T. member: Hazard!

Hot Lava (Laden)

Apples Augmented-Reality-Framework „ARKit” ist mittlerweile echt beeindruckend; „Hot Lava” ist eins von wenigen App-Store-Beispielen. Selbst wenn die Sicht der Kamera auf die 3D-Modelle für längere Zeit verdeckt ist, bleibt man im Spiel. Virtuelle Objekte interagieren glaubwürdig mit den Möbelstücken. Es gibt keinerlei initiale Wartezeit um die Umgebung zu erkennen.

Trotzdem bleibt der Anlauf für AR insgesamt lang: ARKit ist mittlerweile über drei Jahre alt. Es dürfte Apples längste öffentliche (!) Produkteinführung sein.

(Vimeo)

Randnotiz: Das iPad Pro hatte keinerlei Probleme neben dem Spiel und der Erkennung des Raums gleichzeitig auch noch den Bildschirm aufzuzeichnen.

„Time Flies” und die Zukunft von #AppleEvent

Apple Park bereitete abermals die Bühne für das „Time Flies”-Event. Die Firmenzentrale gab auch diesmal der Veranstaltungen ihren Charakter. Durch die Drohnenflüge von Filmset zu Filmset bekamen die Zuschauer_innen erneut das Gefühl den 5-Milliarden-Campus ein bisschen näher kennenzulernen.

Diese Art einer Produktschau erlaubt es Apple auch kürzere Veranstaltungen abzufeiern. „Time Flies” fand bereits nach 60 Minuten sein Ende und rückte dabei lediglich eine Handvoll Produkte1 ins Rampenlicht.

Als perfektionistische Firma liebt Apple die absolut fehlerfreie Präsentation2, die in einer Stunde insgesamt 10 (!) Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Wort kommen ließ.

Sie werden auch die Kompaktheit zu schätzen wissen. Diese vorproduzierten Videos sind noch einmal deutlich straffer als ihre typischen Pressebriefings. Apple strebt nach diesem Level von Kurzweiligkeit und Kontrolle.

Ein solches News-Theater, dass die Nachrichten-Ticker im Anschluss dominiert, muss nur wenige Tage vor seiner Ausstrahlung angekündigt werden. Kein Journalist muss dafür reisen; Zuschauer tragen sich den Termin einfach in ihren Kalender ein.

Mit dieser Flexibilität rückt Apple die Vorstellung neuer Produkte ganz nah an dessen Verkaufsstart.

Bereits zu Steve-Jobs-Zeiten liebte Apple diese Kurzfristigkeit – den zeitnahen Verkaufsstart. Präsentation am Dienstag, Vorbestellung am Freitag und lediglich eine Woche später steht das Produkt im Store. Es war für viele Jahre ein typischer Rhythmus.

Diesmal übertraf man sich und stellte die Apple Watch Series 6 an einem Dienstag vor, nahm Vorbestellungen direkt im Anschluss entgegen und liefert bereits am Freitag. Ein solcher Zeitplan war für neue Apple-Produkte seit Jahren nicht mehr möglich.

Trotzdem fehlten der Show natürlich Atempausen. Niemand musste von einer Bühne schreiten; niemand musste auf Applaus des Publikums warten. Auch die „Showroom-Atmosphäre” im Anschluss eines #AppleEvents bleibt aus. Für einige Produkte sind diese etablierten „Hands-on”-Areas sicherlich unverzichtbar.

Es wäre beispielsweise unvorstellbar wenn die allererste Apple Watch nur ein Werbevideo bekommen hätte. In ihrer sechsten Generation sieht es allerdings anders aus. Und auch die achte Generation von einem iPad – oder ein iPad Air in neuen Farben – kann man auf diese Weise der Welt präsentieren.

„Time Flies” war erst die zweite Veranstaltung „in einem völlig neuen Online-Format” – so wie Apple es im März ausdrückte. Und ich würde die WWDC nicht mit einer typischen Produktvorstellung in einen Topf stecken. Die Keynote der WWDC ähnelt zwar oft einer Produktschau, die restliche Woche der Entwicklerkonferenz aber nicht.

Trotz weniger Beispiele bin ich mir jedoch sicher: Virtuelle Events sind hier um zu bleiben. Sicherlich nicht exklusiv und ganz bestimmt nicht für alle Produkte. Wenn es die Situation der Pandemie in den USA wieder zulässt, wird man Offline-Veranstaltungen erneut im Kalenderjahr unterbringen. Ansonsten hat Apple jedoch einen neuen Style für seine Produktvorstellungen gefunden, der nicht mehr wegzudenken scheint.


  1. Apple Watch Series 6, Apple Watch SE, iPad Air, iPad (8.Gen), Fitness+ und Apple One. 
  2. Nicht nur die Videoqualität war fantastisch. Das Videoprojekt besitzt Kapitelmarken, Untertitel in diversen Sprachen sowie eine Übersetzung für nicht-hörende und schwerhörende Menschen. 

Vier Hintertürchen für eine „Bild-in-Bild”-Wiedergabe von YouTube-Videos auf dem iPhone

Für FaceTime-Anrufe und Videos bietet iOS 14 eine neue Bild-in-Bild-Funktion an. Google verweigert seiner YouTube-App (universal; Laden) jedoch dieses Feature; auf dem iPad wäre es seit über fünf Jahren möglich.

Und obwohl man anscheinend weiterhin damit experimentiert, mache ich mir keine Hoffnungen, sondern verweise auf vier Möglichkeiten diese Einschränkung hier und heute zu umgehen.

  • Safari. Jedes YouTube-Video, das ihr über Apples Browser öffnet, lässt sich ins kleine „Picture-in-picture”-Fenster schicken. Simpler gehts nicht.
  • Der YouTube PiP Shortcut. Er liegt mittlerweile in Version 3 vor und bietet unterschiedliche Abspielgeschwindigkeiten an. Musikvideos bleiben allerdings außen vor: YouTube beschützt die Inhalte gesondert.
  • AirPlay (-Bug?!). Startet einen Clip, schickt ihn an einen AirPlay-Empfänger und wechselt dann mit der Video-/Audioausgabe wieder zurück aufs iPhone. Nun könnt ihr die YouTube-App verlassen und dieses eine (!) Video in der Bild-in-Bild-Wiedergabe anschauen. Nett, aber die Voraussetzung ist ein erreichbarer AirPlay-Empfänger sowie ein YouTube-Premium-Abo. Zumindest funktioniert dieser potenzielle Software-Fehler bei mir nicht, wenn ich nicht in meinen YouTube-Account eingeloggt bin.
  • YTScript. Erneut ein Kurzbefehl, der recht zuverlässig einen klassischen Download des Videos anstößt. Wenn ihr diese Datei anschließend in Infuse oder einen anderen Videoplayer werft, bekommt ihr von dort eine Bild-in-Bild-Wiedergabe.

(Vimeo)

#222 – noch mehr Mini-Neuerungen aus iOS 14

Auf Episode #210 folgte #211 und heute #222. Alles was ihr schon immer über iOS 14 wissen (und nicht wissen) wolltet.

Nein, ernsthaft. Jeder von uns benutzt sein iPhone täglich für viele Stunden. Da ist es doch nur logisch, möglichst viele der Neuerungen des Betriebssystems kennenzulernen.

Hier das Intro zur sechsminütigen Episode:


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