Zwei Anmerkungen zum „Smart Battery Case“

Die Videos von Sam Sheffer und Rene Ritchie lieferten die besten Ersteindrücke zum (eigentlich bekannten) „Smart Battery Case“. Zwei (oder drei) Anmerkungen daraus möchte ich hervorheben:

  • Die neue Kamera­taste öffnet Apples Foto-App – egal ob sich das iPhone im Ruhezustand befindet, ihr gerade über den Homescreen wischt oder euch in einer Anwendung befindet. Die eigene Kamera­taste ist im Gegensatz zum Standby-Button und den Lautstärkeknöpfen eingelassen und reagiert erst auf einen verlängerten Druck, damit man diese Taste nicht unbeabsichtigt betätigt.
  • Die Kamera­taste knipst keine Fotos in Drittanbieter-Apps wie Halide. Trotz der Kamera­taste ist es weiterhin möglich den Kamera-Auslöser über den Lautstärkeknopf auszulösen.
  • Die Einschränkung der QuickTake-Videos, die wirklich jeder kennen sollte (!), hatte ich bereits beschrieben. Obendrein ist es nicht möglich während einer solchen Videoaufnahme den digitalen Auslöser auf dem Bildschirm – über eine Wischgeste nach rechts – festzustellen. Für ein längeres QuickTake-Video muss der Button festgehalten werden.
  • Die Kamera­taste auf dem Smart Battery Case ist nicht ideal platziert für alle Fotos, die man im Hochformat knipst. Für Hochkant-Selfies mag man das anders beurteilen.
  • Der Lightninganschluss unterdrückt keine Datenverbindungen von MFi-Zubehör – egal ob EarPods, ein Mikrofon oder den Digital AV Adapter.
  • Weiterhin gilt: Wenn ein großes Netzteil anliegt, ziehen das iPhone und das Smart Battery Case gleichzeitig mit voller Leistung. Ein mittelstarkes Netzteil lädt mit voller Leistung zuerst das iPhone. Ist dort der Akkustand von 50-Prozent erreicht, teilt das Telefon den Strom mit seiner Akku-Hülle. Und wenn wirklich wenig Strom reinkommt, lädt sich das iPhone zuerst komplett auf, bevor das Smart Battery Case auch tanken darf.

Metapho identifiziert „Deep Fusion”-Fotos

Metapho 3.4.2 indicates Deep Fusion and Night Mode under the Image Information section. How?

For Deep Fusion, it’s flash EXIF metadata field. Ever since iPhone 4 introduced that tiny camera flash, normal photo taken with back camera without flash firing has integer value 16 in the field. A deeply fused photo has 32 — means no flash function, so Metahpo can read this field and compare iPhone model number to determine it’s Deep Fusion or not. I hope that Deep Fusion writes 32 to the flash field, is well intended thing and remains consistent.

Night Mode is more straightforward. It has couple of dedicated EXIF tags indicating the number of composite image used, and min/max/sum of multiple exposure times. Since a single Shutter Speed time loses its meaning for Night Mode’s compositing of multiple images, I’ve replaced Shutter Speed field under the Camera Information section for these fields.

Zininworks

Metapho (universal; Laden) bleibt das Metadaten-Tool für Fotos auf iOS und iPadOS.

(Danke, @FalkoMD)

#181 – Keep It

Keep It gibt es für macOS und iOS, aber es spricht nichts dagegen die App exklusiv auf dem iPhone und iPad zu verwenden. Die Software für den Mac gefällt mir wirklich gut, aber die Version für iOS beziehungsweise iPadOS steht fest auf eigenen Beinen.

Beide Ausführungen lassen sich vor einem Kauf / Abo testen. Wer grundsätzlich Interesse an Apps wie Evernote oder DEVONthink hat, sollte diesen Probelauf ausprobieren.

Hier das Intro zur sechseinhalbminütigen Episode:


iPhoneBlog #one kann man abonnieren. Als Abonnent bekommt man jede Woche ein neues Video, den Zugriff auf alle schon veröffentlichten Episoden und die Einladung zur Diskussion in einem privaten Slack-Kanal. iPhoneBlog #one ist ausschließlich von Lesern und Leserinnen finanziert und unterstützt direkt das iPhoneBlog.

Alle Infos und die Möglichkeit dabei zu sein, findet ihr unter iPhoneBlog.one.

Mit eigener Kamerataste: das Smart Battery Case fürs iPhone 11 (Pro)

Egal ob iPhone 11, iPhone 11 Pro oder iPhone 11 Pro Max: alle „Smart Battery Cases” kosten die gleichen 149 Euro. Fair.

Das Case kommt mit einer eigenen Kamera­taste, um die Kamera App zu starten, egal ob das iPhone gesperrt ist oder nicht. Wenn du die Taste kurz berührst, nimmst du ein Foto auf, wenn du sie länger berührst, ein Video. Das funktioniert auch für Selfies.

Die eigene Kamerataste ist der (für mich) verlockende Aspekt, weil ich an einem normalen Tag wirklich keine längere Batterielaufzeit benötige.

Allerdings ist bei der Kamerataste zu bedenken, dass ein längerer Druck auf den Auslöser ein QuickTake-Video 1 aufnimmt. QuickTake-Videos sind limitiert auf 1080p-Videoaufnahmen mit 30 fps. Für 4K-Videos und individueller Bildwiederholungsrate, Stereo-Audio sowie Audio-Zoom, muss in den Videomode gewechselt werden. Die Kamerataste am Smart Battery Case öffnet lediglich den Fotomodus.


  1. „Wenn du im Fotomodus den Auslöser gedrückt hältst, nimmst du ein Video auf. Streiche dann nach rechts, um weiter aufzunehmen. Und wenn du deine Aufnahmen draußen machst, kann der A13 Bionic maschinelles Lernen nutzen, um automatisch ein Motiv zu verfolgen, das sich bewegt.”

Bundestag gegen Apple Pay: Gesetzespassus fordert iPhone-NFC

„Apple Pay hat gewonnen, die Sparkassen verloren.“ So lautete unsere Schlagzeile, als die deutschen Sparkassen Ende Juni mitteilten, ihren Kunden nun doch Apple Pay anbieten zu wollen. Nun, ein halbes Jahr später, hat das Tauziehen zwischen den hiesigen Banken und dem US-Technologiekonzern eine überraschende Wendung genommen: Der Finanzausschuss des deutschen Bundestags nahm gestern einen – öffentlich bis dato unbeachteten – Gesetzentwurf an, der darauf hinauslaufen könnte, dass Apple sein iPhone künftig auch für konkurrierende Bezahl-Lösungen öffnen muss (siehe hierzu unsere Exklusiv-News von gestern Mittag). Auf den ersten Blick ist das ein veritabler Paukenschlag. Auch auf den zweiten?

Heinz-Roger Dohms

Ich lese viele befürwortende Stimmen von Politikern und Politikerinnen über diesen Gesetzentwurf, aber fast niemand aus der Bankenbranche scheint triumphierend die Fäuste zu heben. Zumindest ließ sich niemand in den reichweitenstarken Medien entsprechend zitieren (oder ich habe diese Artikel nicht gefunden).

Nachdem die deutschen Sparkassen seit Jahren die Öffnung der NFC-Schnittstelle von Apple fordern („Wenn das System in Deutschland eingeführt wird, kommt Apple an den Sparkassen nicht vorbei.”), heißt es von einem Sprecher des Sparkassenverbands DSGV nun: „Unsere Pläne ändern sich [durch das Gesetz] nicht.

Und diese Pläne lauten: Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken werden Apple Pay noch in diesem Jahr unterstützen. Damit sind innerhalb von 12 Monaten alle großen Bank in Deutschland auf den Apple-Pay-Zug aufgesprungen.

Marcus Mosen hat einen lesenswerten Gastbeitrag auf Payment & Banking geschrieben und dafür einige Meinungen von „Fintechexperten” eingeholt:

Ich [habe] in den letzten Tagen mit ein paar Fintechexperten gesprochen, um deren Sicht auf diese Entscheidung zu erfahren. Unisono war die Rückmeldung, dass

  • man erstmal abwarten solle, wie Apple mit der Gesetzesvorlage umgeht
  • eine Lex-ApplePay-Germany-only weder dem Standort Deutschland noch den dort ansässigen Banken und Sparkassen helfen wird, bessere Produkte zu bauen
  • dass die wirklichen Profiteure nicht die deutschen Banken oder Sparkassen sind, sondern junge, innovative sowie etablierte Fintechunternehmen aus dem In- und vor allem aus dem Ausland.

Ganz unabhängig davon bezweifle ich, dass Apple seine Datenschnittstelle für Zahlungsdienste tatsächlich öffnet / öffnen muss.

Die Volksvertreter haben noch eine Hintertür für Apple offen gelassen, auf die sich das Unternehmen berufen dürfte. So werden IT-Dienstleister ausnahmsweise auch dann nicht verpflichtet, „wenn sachlich gerechtfertigte Gründe für die Ablehnung der Zurverfügungstellung“ von Diensten vorliegen. Dies sei etwa der Fall, wenn „die Sicherheit und Integrität der technischen Infrastrukturleistungen“ gefährdet werde. Was genau darunter zu verstehen ist, dürfte wohl erst gerichtlich geklärt werden können.

Heise.de

Castro Plus mit „Sync to Watch”

Watch sync frees you up to listen completely untethered from your iPhone. Whether you’re out on a run, your kids have your phone during a road trip, or you just want to go phoneless for a while to minimise distractions, Castro’s Watch Sync has your favorite shows ready to listen.

Castro.fm

Für eine augenblickliche Synchronisation seiner Podcasts auf die Watch öffnet man im WiFi (!) die Castro-App (Laden) und hängt die Watch aufs Ladegerät. Ich habe den Sync der nächsten 10 Episoden aus meiner „Queue” aber meistens einfach mitlaufen lassen. Und jedes Mal, wenn ich direkt von der Uhr einen Podcast anhören wollte, war dieser auch dort zu finden.

Das Feature bedarf wenig Erklärung. Abseits der automatischen Synchronisation kann man auch nur einzelne Episoden vom iPhone auf die Watch verfrachten. Eure Wiedergabeliste auf dem iPhone und der Watch ist jedoch immer identisch. Sprich: Ihr könnt einzelne Podcasts nicht ausschließlich auf der Watch speichern. Löscht ihr nämlich diese Episoden aus der Wiedergabeliste am iPhone, verschwindet sie auch auf der Uhr. Alles andere wäre auch zu kompliziert.

Castro ist in erster Linie natürlich ein Podcast-Player, kann über sein „Sideloading”-Feature aber auch alle anderen Audiodateien entgegennehmen – inklusive Hörbücher. Bislang habe ich auf der Watch dafür MixTape Audio Sync (3,49 €) verwendet. Jetzt übernimmt Castro, weil es den Abspielstand zwischen Uhr und iPhone synchron hält.

Knick-Knack = Schnickschnack? Das Motorola Razr

Video

Motorola is rebooting the iconic Razr flip phone as a 6.2-inch smartphone with a foldable display that gives the Lenovo-owned brand a unique selling point against Apple Inc. and Samsung Electronics Co.’s finest.

Motorola Brings Back the Razr as $1,500 Foldable Smartphone

„Different for the sake of different.“ Dieses Klapp-Smartphone bleibt nicht länger in den News als Nokias Neuauflage ihres „Kult-Handys”.

Aber im Ernst: Das Novum ist hier natürlich der (alte) Formfaktor. Und nachdem mittlerweile alle Smartphones (optisch) dem iPhone gefolgt sind, bleibt ein komplett neues Design tatsächlich eine Herausforderung.

Alles was man jedoch erst (auf‑)klappen muss, ist ein Rückschritt zum Status quo. Seit über einem Jahrzehnt haben wir alle Informationen direkt vor unserer Nase. Warum will man sich davon verabschieden?

Die Suche nach dem nächsten Smartphone-Design vergisst, dass andere Geräte bereits besser positioniert sind. Für das kompaktere Design tragen wir beispielsweise smarte Uhren; für richtig viel Bildschirmplatz haben sich Tablets etabliert. Das sind echte Geräte mit echten Benutzer*innen, die sich nicht mehr fragen wann sich das Smartphone in die eine oder andere Richtung streckt beziehungsweise zusammenzieht.

Natürlich ist es berechtigt nach etwas Neuem zu verlangen. Nein, es besteht sogar eine Pflicht, das Alteingesessene herauszufordern. Dabei wird jedoch unterschätzt, wie viel Zukunft in den Produkten liegt, die um das Smartphone kreisen. Es muss nicht zwangsläufig das Telefon sein, das sich (optisch) verändert. Uhren, Kopfhörer, Brillen und Tablets bieten vielleicht den besseren Kompromiss aus Form, Gewicht und Bedienung – um nur einige Aspekte zu nennen, an denen bislang noch jede „Foldable“-Idee gescheitert ist.

1Password sammelt 14 Jahre nach der Firmengründung erstmals Risikokapital ein

I wanted to be the first one to tell you: I’m incredibly proud to announce that we’ve partnered with Accel to help 1Password continue the amazing growth and success we’ve seen over the past 14 years. Accel will be investing USD$200 million for a minority stake in 1Password. Along with the investment – their largest initial investment in their 35-year history – Accel brings the experience and expertise we need to grow further and faster.

Dave Teare

Es ist der absolute (Produkt‑)Fokus, der 1Password für mich seit Jahren so besonders macht. Risikokapital birgt jedoch immer die Gefahr, dass dieser Fokus verloren geht.

1Password scheint sich jedoch nicht komplett ungezwungen in eine solche Abhängigkeit zu begeben. Der iCloud Schlüsselbund für iOS- und macOS-Kunden*innen ist als kostenlose Option mittlerweile gut genug; von oben drücken Konkurrenten wie Dashlane, die ebenfalls auf Fremdkapital zurückgreifen.

Hinzu kommt: 1Password hat bereits mit seinen 170+ Angestellten*innen zwei Füße in der Enterprise-Tür:

1Password is trusted by millions of users globally, 50,000+ paying business customers, and 25% of the Fortune 100, including leading enterprises such as IBM, Slack, Pagerduty, Dropbox, GitLab and Roche.

Arun Mathew | Accel

Im Jahr 2019 ist das simple Speichern von Passwörtern kein nachhaltiges Geschäftsmodell mehr. Es ist ähnlich unattraktiv wie das Endkundengeschäft für Online-Speicherplatz: „Meet the new Dropbox“.

Der Vergleich mit dem Datei-Sync-Dienst, der hier auf der Hand liegt, ist natürlich problematisch: Jeder wünscht sich das alte Dropbox zurück – weniger „Connecting“, mehr „File-Sharing“.

Im Gegensatz zum Teilen von Dateien überschneiden sich die Bedürfnisse für Online-Sicherheit jedoch kräftig. Es ist praktisch egal ob man als Privatperson, Freiberufler oder Angestellter fungiert: Jeder verlangt den größtmöglichen Schutz (bei einfachster Umsetzung).

Compare the experience of passwords with the experience of, say, accessing your email, using a web browser, or performing any kind of search. Regardless of your host or client or even platform, these conform to more or less the same patterns of experience. That’s because like passwords, they’re decentralized pieces of technological infrastructure, but unlike passwords they’ve benefitted from an accretion of best practices that over time have have evolved into more or less universal standards. By contrast passwords still seem immature, developmentally arrested by efficacy myths, and suffering from continual UX neglect. Passwords are clearly a user experience problem starving for design attention.

Khoi Vinh

Das Endkundengeschäft von 1Password profitiert im Idealfall von den Weiterentwicklungen aus der eigenen Business-Sparte. Es ist jedoch entscheidend, dass diese Abteilung bei 1Password bereits besteht; sie wird nicht durch das frische Fremdkapital neu erschaffen. Deshalb erwarte ich vorerst keine signifikanten Änderungen für normale 1Password-Anwender*innen.