Jony Ive verlässt Apple

Apple today announced that Sir Jony Ive, Apple’s chief design officer, will depart the company as an employee later this year to form an independent design company which will count Apple among its primary clients. While he pursues personal projects, Ive in his new company will continue to work closely and on a range of projects with Apple.

Apple.com/PR

Jony Ives Abtritt zählt zu Apples größter personeller Veränderung seit dem Tod von Steve Jobs.

Überraschend ist der Abgang jedoch nicht: Seinen Titel als ‚Chief Design Officer‘, den er vor vier Jahren – kurz nach der Einführung der Apple Watch – erhielt, war der Auftakt für einen sorgfältig orchestrierten Führungswechsel.

About three months later, Ive was named Apple’s Chief Design Officer, a role that shifted day-to-day responsibility of the hardware and software design teams to a pair of executives, Alan Dye and Richard Howarth. About two years later, at the end of 2017, Apple said Ive had re-assumed some of the leadership responsibilities he had previously given up.

Ive still only came to the office a couple of days a week, with many meetings shifting to San Francisco, according the people familiar with the matter. That helped him avoid the long commute from his home in the Pacific Heights district of the city to Apple’s headquarters in Cupertino, California. Ive sometimes met with his team at the homes of his employees, at hotels, or other venues. The design executive even set up an office and studio in San Francisco to do much of his work.

Bloomberg | Mark Gurman

Rückblickend war Apple Watch wohl Jonys letzter Computer, den er als Apple-Angestellter mit seiner kompletter Beteiligung (und Begeisterung) gestaltete. Im Anschluss folgte eine Phase der kompletten Erschöpfung, wie sich im Portrait von Ian Parker nachlesen lässt („In recent months, Sir Jonathan Ive described himself as both deeply, deeply tired and always anxious”).

Jony Ive had moved beyond designing computers. And let’s be clear: the entire point of Apple has always been and should always remain designing computers. Everything they make is a computer. Their genius in recent years has been making things that don’t seem like computers but really are computers. Apple Watch is a computer. AirPods are computers. We’ve got computers — excellent computers — in our fucking ears. That’s Apple.

But Ive’s attention turned more toward architecture. Apple Park is going to be a 100-year testimony to Jony Ive’s design. And it’s fascinating to me that Ive is leaving Apple with a single typeface — San Francisco — that the company now uses for everything.

John Gruber

Die Arbeit, und das gilt es besonders herauszustellen, unterlag (natürlich) nie alleine Jony Ive. Es war die ‚Industrial Design Group‘ – das überschaubare interne Team von zirka 20 Köpfen, die den größten Einfluss bei Apple bis heute ausüben.

Jony Ive sagte selbst: “Though we don’t want people to leave the group, the lack of movement makes it difficult to bring in fresh talent,” he said. “We need new people at regular intervals to prevent ourselves from stagnating. But this can only happen if other people are willing to leave.1

In den letzten drei Jahren verlor dieses Team sechs seiner Mitglieder. Und auch wenn Jony Ive zuletzt weniger involviert war, hatte er trotzdem das letzte Wort. Er war jemand, der nein sagen konnte.

Das Apple diese Rolle jetzt nicht direkt neu besetzt, ist vielleicht nachvollziehbar: Die Fußstapfen sind zu groß; es ist zum derzeitigen Augenblick eine unmögliche Aufgabe. Obendrein birgt es die Gefahr, einen solchen Wandel nicht ungestört (intern) aufarbeiten zu können. Dass das Design-Team, namentlich Evans Hankey (Industriedesign) und Alan Dye (Human Interface Design), jetzt jedoch an Jeff Williams berichten – dem „Chief Operating Officer” ohne Design-Hintergrund – erscheint zumindest fragwürdig. Über kurz oder lang wird man einen neuen ‚Chief Design Officer‘ benennen müssen.

Ähnlich viele Fragen wirft bei mir aber auch die Deutlichkeit auf, mit der Apple und Jony eine zukünftige Zusammenarbeit betonen. So drückt Tim Cook sich in seinem Brief an die Belegschaft aus:

Today, we also mark another important evolution for our company. After nearly 30 years at Apple, Jony Ive is starting an independent design firm which will count Apple among its primary clients and will depart the company as an employee later this year. (…)

We will all benefit — as individuals who value great design, and as a company — as he pursues his passions and continues his dedicated work with Apple.

BuzzFeed | Ryan Mac

Und diese Worte findet Jony Ive:

“While I will not be an employee, I will still be very involved — I hope for many, many years to come. This just seems like a natural and gentle time to make this change.

I am so close to the design team . . . The last 30 years have seen a range of significant products, but I think the creation of an approach to creativity, to culture and the building of a team together has been a real labour of love. I really am extremely happy — this really I see as an evolution of our working relationship.

Financial Times | Tim Bradshaw

Klar kann man das als PR-Dreh abkanzeln. Auch meine erste Reaktion war: Nette Inszenierung! Und wenn es nicht Jony Ive wäre, über den wir hier sprechen, hätte ich dieses initiale Bauchgefühl auch nicht in Frage gestellt.

Wenn man jedoch mal darüber nachdenkt, ist es vielleicht eine längere Fackelübergabe; ein Generationswechsel, den Ive als Ausnahmetalent begleiten will, weil ihm sein Erbe wichtig ist. Seine ‚Legacy’ findet sich nämlich nicht in einem von seinen Produkten, sondern in der bei Apple geschaffenen Kultur und dem Prozess für Produktentwicklung.

Jony Ives Beziehung zu Apple war immer besonders; es war keine typische Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Ohne Ive (vor Ort) und mit „fresh talent” in der ‚Industrial Design Group‘ startet nun zweifellos eine neue Ära. Sie startet mit jungen Designern, die mit iPhones und iPads aufwuchsen. Und ich halte es nicht für unmöglich, dass Apple seinem ‚Chief Design Officer‘ alle erdenklichen Freiheiten einräumt daran mitzuwirken – selbst wenn das auf seinen Wunsch in einer beratenden Funktion ohne (Fest‑)Anstellung geschieht.

#160 – Apples neue Erinnerungen-App in iOS 13

40 Sekunden räumte Apple ihrer „von Grund auf neu konstruierten“ App Erinnerungen auf der diesjährigen WWDC-Keynote ein. 40 Sekunden!

Bedenkt man die schiere Reichweite, die diese vorinstallierte Anwendung hat (und damit jede Änderung automatisch viele Millionen Menschen berührt), war das eine sportliche Zusammenfassung. Grund genug, um einen (minimal) längeren Blick auf das taufrische ‚Reminders‘ in iOS 13 (Beta 2) zu werfen.


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iOS 13: die Logitech MX Master 2S am iPad

(Vimeo)

Ein kurzer Nachtrag zur bereits beschriebenen Computermaus-Unterstützung in iOS 13 sowie iPadOS: Die Logitech MX Master 2S (Affiliate-Link) kann bis zu vier Tasten mit iOS-Funktionen belegen und über ihr Mausrad vertikal scrollen – durch Systemmenüs, aber auch über Safari-Webseiten.

Mit iOS 13 und der neuen Bedienungshilfe ist es obendrein möglich neben der Bluetooth-Maus auch gleichzeitig ein kabelgebundenes zweites „Zeigegerät” anzuschließen – beispielsweise Apples Magic Trackpad 2 (Affiliate-Link).

Reeder 4.1 zieht auf Wunsch RSS-Artikel gleich im Volltext

„Automatic Reader View: It’s now possible to enable Reader View by default on a per feed basis (see Account settings or tap-and-hold on the Reader View button in the article viewer)”

Reeder kämpft den guten Kampf gegen gekürzte RSS-Feeds.

Das Brydge-Keyboard fürs 12,9” iPad Pro im Ersteindruck

Am 8. Januar – exakt zwei Stunden nach dem offiziellen Vorverkaufsstart – ging meine Bestellung für das Brydge Pro raus; die Kreditkarte wurde direkt belastet. Mein Exemplar erreichte mich in der letzten Woche – mehrere Wochen nachdem die ersten Modelle an die erste Vorbesteller gingen und als die Tastatur bereits in den Regalen deutscher Elektroketten stand. Das war enttäuschend.

Die Hardware hatte ich wuchtig erwartet, und wurde trotzdem noch überrascht: Man muss sehr viel Nutzen aus der Tastatur ziehen um die zusätzlichen 690g fürs täglich Rumschleppen zu rechtfertigen. Zum Vergleich: Das 12,9“ iPad Pro wiegt 633g; inklusive Smart Keyboard Folio kommt man auf 1040g – gegenüber den 1323g, die die Kombination aus iPad Pro und Brydge-Tastatur auf die Waage bringen.

Nochmal: Die Brydge-Tastatur für das 12,9“ iPad Pro wiegt mehr als Apples Tablet.

Apropos Smart Keyboard Folio: Apples Tastatur fand ich von Beginn nicht hübsch, aber sie war insgesamt der beste Kompromiss um dauerhaft ein Hardware-Keyboard im Zugriff zu wissen. Es ist einer der Gründe, warum die meisten Artikel im iPhoneBlog aus dem letzten Halbjahr auf dieser Tastatur entstanden sind. Wir lieben uns noch immer nicht, aber haben uns definitiv angefreundet.

Im Vergleich zum Smart Keyboard Folio fallen die Tastaturanschläge auf dem Brydge tiefer aus – die Tasten erinnert mich sehr ans Apples Magic Keyboard, das ich zuletzt immer mal wieder in Verbindung mit den Canopy verwenden konnte. Wenn euch ein befriedigender Druckpunkt wichtig ist (und wer bis hierher gelesen hat, fällt in diese Kategorie), der bekommt ein solches Anschlagsgefühl im Brydge.

Die Klick-und-Klack-Geräusche, die euch beim Tippen begleiten, sind eher leise. Sie ähneln sehr der Tastatur von meinem MacBook Pro aus dem Jahr 2015 – bevor Apple auf den umstrittenen Butterfly-Mechanismus gewechselt ist.

Neben den Tastenanschlägen ist das zweite Argument fürs Brydge seine Konstruktion; Das Keyboard ist, wie oben bereits erwähnt, echt schwer, aber dadurch auch stabil und verwindungssteif. Selbst das ausladende 12,9“ iPad Pro bekommt so einen Laptop-ähnlich Charakter ohne in einer Ganzkörperverpackung seine schlanke Linie einzubüßen. Im aufgeklappten Zustand lässt es sich mit nur einer Hand vom Tisch ziehen – so wie man auch ein MacBook (Air) von A nach B stellt.

Der Neigungswinkel auf den iPad-Bildschirm lässt sich nahezu frei bestimmen. Drückt man den Screen allerdings zu weit nach hinten, kippt das Gewicht. In meinem normalen Arbeitsalltag finde ich einen solchen – extremen – Blickwinkel jedoch nicht. In solchen Situationen ziehe ich das Tablet einfach aus den zwei Scharnieren und benutze es mit Pencil und Bildschirmtastatur.

Eine Balance auf den Oberschenkeln findet sich leicht; der in die zwei Halterungen eingeklemmte iPad-Screen wackelt bei Touch-Berührung nur minimal. ‚Fit and Finish‘ werden deutlich durch die magnetische Rückseite aufgewertet – nicht als Schutz, sondern weil es die unterschiedliche Höhe der zwei Klemmen ausgleicht und zu einem bündigen Rücken führt.

Das deutsche Tastatur-Layout ist nahezu vollwertig. Die Tasten fallen im Vergleich zum MacBook minimal kleiner aus, aber in etwa genau so groß wie das Smart Keyboard Folio – und damit hatte ich im letzten halben Jahr nie Probleme. Lediglich die für deutsche Tastaturen schmale ENTER-Taste braucht ein wenig Zielgenauigkeit.

Das Brydge Pro ist kein Keyboard für jemanden, der gelegentlich ein paar Emails beantwortet; es ist für alle, die mit dem iPad viel Text produzieren. Und selbst für diese Leute gibt es alternativ ganz hervorragende – externe – Tastaturen: Apples Magic Keyboard kostet weniger als die Hälfte (Affiliate-Link) und wiegt nur ein Drittel. Das Logitech Craft ist eher eine stationäre Tastatur, lässt sich über eine einfache Umschalttaste aber mit mehreren Computern verwenden.

Das Brydge Pro ist deshalb ein sehr spezifischer Kompromiss aus Mitnehmbarkeit und Tastaturgefühl – keinesfalls ein schlechter Mittelweg, aber kein Produkt, das ich jedem uneingeschränkt empfehlen würde. Ich habe ganz bewusst „Ersteindruck“ in die Überschrift geschrieben, weil es noch viel getippten Texten bedarf (und auch einige stabilere iPadOS-Betas), bis ich sagen kann ob das Brydge Pro für mich klickt.

„Google’s officially done making its own tablets“

Here’s an interesting little nugget of info to chew on: Google’s decided to step away from its self-made tablets and focus instead on the laptop form.

To be clear, Google hadn’t actually announced any tablet-specific products this year; the last such item that made its way to the market was the Pixel Slate in 2018. But, as I learned today, the company did have two smaller-sized tablets under development — and earlier this week, it decided to drop all work on those devices and make its roadmap revolve entirely around laptops instead.

Computerworld

Pixel Slate startete im letzten Oktober. Google gab seiner „modern computing experience“ demnach nicht einmal ein Jahr.

Marques Brownlee nannte es damals „borderline unusable“, aber die einzig relevante Frage hat nichts mit der Hardware zu tun: Warum hat Google dieses Tablet so für den Verkauf durchgewunken?

#159 – das iPad am Monitor

iPhones und iPads kann man schon ewig an externe Displays anschließen. So richtig toll, ist das bis heute aber nicht. Deshalb habe ich mir in dieser Woche angeschaut, wie ein Dutzend App-Store-Apps den von Apple bereitgestellten „External Display Support“ tatsächlich nutzen, und was diese Anwendungen auf einem zusätzlich angesteckten Screen darstellen.

In den letzten Jahren war es populärer zu fragen: Wie wird das iPad der Zweitbildschirm für den Mac? Als zukunftsorientierter empfinde ich jedoch die Frage: Wann arbeiten wir mit dem iPad am Schreibtisch-Bildschirm?


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„The New Wilderness”

The question we need to ask is not whether our data is safe, but why there is suddenly so much of it that needs protecting. The problem with the dragon, after all, is not its stockpile stewardship, but its appetite.

This requires us to talk about a different kind of privacy, one that we haven’t needed to give a name to before. For the purposes of this essay, I’ll call it ‘ambient privacy’—the understanding that there is value in having our everyday interactions with one another remain outside the reach of monitoring, and that the small details of our daily lives should pass by unremembered. What we do at home, work, church, school, or in our leisure time does not belong in a permanent record. Not every conversation needs to be a deposition.

Maciej Cegłowski

Maciej Cegłowski betreibt unter anderem den Antisocial-Lesezeichendienst Pinboard.in – den ich am iPhone und iPad aktuell über Pushpin (10,99 ) mit Artikeln und Netzfundstücken bespiele um sie später einmal wiederzufinden.