Yahoos IntoNow, das ‚Shazam‘ für TV-Shows, springt auf Version 2.0 und ist immer noch nicht im deutschen App Store erhältlich (kostenlos; US-Link). Ich prangere dies im Namen aller Serienjunkies an, die ihre Episoden und Staffeln im englischsprachigen Original schauen.
Yahoo zahlte im April 2011 rund $20 Millionen US-Dollar für das erst zwölf Wochen alte Start-up mit ‚Check-In‘-Feature, dessen Erkennung von aktuellem US-Fernsehen – über wenige Sekunden eines Audioschnipsels – weiterhin sehr beeindruckt.
Jacqui Cheng macht eine Beispielrechnung auf, die den Datenverkehr übers (heimische) Gratis-WiFi ausklammert:
If you use Siri 2-3 times per day at an average of 63KB per instance, you might expect to use 126KB to 189KB per day, or 3.7 to 5.5MB per month. For 4-6 times a day, that might come out to 252KB to 378KB per day, or 7.4 to 11MB per month. If you use it 10-15 times per day, you might end up using 630KB to 945KB per day, or 18.5 to 27.7MB per month.
Within a few weeks, Courier was cancelled because the product didn’t clearly align with the company’s Windows and Office franchises, according to sources. A few months after that, both Allard and Bach announced plans to leave Microsoft […]
The project had moved far enough along that there was staff that worked on brand strategy, advertising, retail planning, and partner marketing. […]
The company cancelled Courier within a few weeks of the iPad’s launch. Now it plans to rely on Windows 8, the operating system that will likely debut at the end of next year, to run tablets.
Wie wohl der Tablet-Markt heute aussehen würde, hätte Microsoft vor zwei Jahren mehr Mut zur Veröffentlichung gezeigt?
Und selbst wenn der Versuch komplett gefloppt wäre, bezweifle ich einen anhaltenden Schaden für die anderen Produktsparten. Oder verkauft sich auch nur eine Xbox weniger, weil sich Kunden noch an den gescheiterten Zune erinnern?
“GarageBand on iPad has been a big hit and we think customers will love using it on their iPhone or iPod touch,” said Philip Schiller, Apple’s senior vice president of Worldwide Product Marketing.
‚Software verkauft Hardware‚, das gilt sowohl für Videospiele als auch Computer. Und Apple schreitet mit bestem Beispiel voran: GarageBand (3.99€; universal; App Store-Link) ist ein weiteres Musterbeispiel von gelungener App-Store-Software.
Zu ‚Locationgate‚ In der Diskussion um die Erfassung von Geo-Positionen wurde bekannt, dass Apple Verkehrsdaten von iOS-Geräten für die Nutzung in einem zukünftigen Service erfasst:
8. What other location data is Apple collecting from the iPhone besides crowd-sourced Wi-Fi hotspot and cell tower data?
Apple is now collecting anonymous traffic data to build a crowd-sourced traffic database with the goal of providing iPhone users an improved traffic service in the next couple of years.
Die Sammlung von Standortdaten ist bereits länger bekannt und geschieht (mindestens) seit iOS 3.2 (April 2010). Davor zapfte Apple nach eigenem Kommentar ausschließlich die Google- und Skyhook-Datenbanken zur Positionsermittlung an. Rund um diesen Termin akquirierte der Computerkonzern auch die Kartendienste Placebase (im Herbst 2009) und Poly9 (im Juli 2010). Am vergangenen Wochenende wurde bekannt, dass nun scheinbar auch C3 Technologies – ein Spin-Off vom Autohersteller Saab – als neue Cupertino-Tochterfirma gilt.
Eine bereits auf dem diesjährigen Mobile World Congress gezeigte iPad-App (siehe Video) ließ sich per Multitouch-Gesten bedienen, ganz ähnlich dem für einige Großstädte verfügbaren 3D-Modus von Google Maps auf Android-Smartphones. Anders als dieser zeigen die Karten von C3 Technologies jedoch nicht nur 3D-Modelle, sondern auch die abfotografierten Fassaden der Gebäude an, was einen fotorealistischen Eindruck vermittelt.
Das zeigt, wie Apple operiert und drängt den Vergleich mit Siri auf. Apple kauft nicht eine einzelne Firma und verwendet deren Produkt, sondern flechtet aus unterschiedlichen Komponenten, Lizenzen und über die passenden Fachkräfte ein ‚Feature‘ ins bestehende Portfolio ein. Ähnlich wie beim neuen Sprachassistenten die Kombination aus App-Store-App und Nuance-Partnerschaft zusammenspielt, häufen sich auch diesmal die (vermeintlich) kleinen Firmenkäufe mit dessen Spezialisierung an.
Sicher ist: Apple baut nicht (nur) ein neues ‚Google Maps‚. Zur Erinnerung: Die Kartenanwendung auf allen iPhones und iPads stammt direkt aus Cupertino; Google stellt lediglich die Schnittstelle zur eigenen Datenbank.
Sicher ist außerdem: Die Geo-Funktionalität unter iOS ist nicht mehr wegzudenken, da sie sich über die reine Karten-Oberfläche hinaus auf Drittanbieter-Anwendungen und Systemfunktionen erstreckt. Schon allein aufgrund dieser elementaren Integration von Ortungsdiensten ist ein System unter eigener Kontrolle für Apple notwendig.
Es bleibt daher ein Wettrüsten, das nicht zwangsläufig zu einem hauseigenen ‚Apple-Maps‚ führen muss – es kann weiterhin ’nur‘ darauf aufbauen. Aber (zumindest) theoretisch die Möglichkeit zu besitzen, unabhängig zu sein, birgt eine komplett andere Verhandlungsposition für die Zukunft.
Mir ist relativ schnuppe, ob Android in puncto Marktherrschaft zum nächsten Windows für die mobilen Betriebssysteme aufsteigt. Ich, als Anwender, bin weiterhin dort zu finden, wo die Qualität stimmt. Stückzahl-Dominanz könnte mir nicht gleichgültiger sein.
[…] the ongoing Android share gains, as well as Samsung’s blowout quarter and the disappointing Q3 iPhone sales, should be wake-up calls.
Blodget blendet dabei aus, dass die zitierten 28 Millionen Samsung-Smartphones im vergangenen Quartal keine Verkäufe sondern nur von Analysten geschätzte ‚Shipments‘ sind. Samsung selbst macht seit diesem Sommer keine quantitativen Angaben mehr über seine ausgelieferten Telefone.
Unerwähnt (aber nicht unwichtig) bleibt außerdem, dass das iPhone im direkten Vergleich rund den dreifachen Gewinn in dieser Sparte einfuhr:
Samsung, for example, reported profits of $2.2 billion from smartphone sales last quarter, 60% of the electronic giant’s total. iPhone sales last quarter, while less than expected, generated revenues of nearly $11 billion (39% of Apple’s total). Assuming, conservatively, 60% profit margins on each iPhone sold, that’s an estimated profit of $6.5 billion, leaving No. 1 Samsung in the dust.
Die populären Parallelen sind daher gar nicht so spannend, wie sie lauthals gebrüllt werden.
Interessant ist die verkaufte Stückzahl jedoch in Bezug auf das dahinterstehende Ökosystem, in das sich dessen Kunden mit einem Betriebssystem einkaufen. Wer mehrere hundert Euro in App-Store-Apps gesteckt hat, wechselt (eventuell) schwerfälliger die Plattform. Das iPhone legte diesbezüglich in seinen ersten drei App-Store-Jahren kräftig vor.
Wer sich allerdings sein Smartphone primär als Telefon kauft, ist flexibler, um zwischen Anbietern zu wechseln. Genau für diese Kundschaft sehe ich in den nächsten sechs Monaten Nokias erste Windows Phones als potenzielle Mitspieler.
Für den finnischen Mobilfunkhersteller ist das Microsoft-OS einer der letzten Strohhalme, um in naher Zukunft noch eine Rolle zu spielen. Microsoft dagegen scheint ebenso auf einen großen Hardware-Lieferanten angewiesen, der fähig ist, beachtenswerte Stückzahlen in den Markt zu pumpen.
Obendrein scheint MS von seinem OS wirklich überzeugt und schaut zusätzlich auf entspannte Aktionäre: Durch Patentzahlungen von zwei der drei großen Android OEMs ist der Ballmer-Konzern nicht unmittelbar zum Erfolg der eigenen Entwicklung gezwungen.