Content-Lieferanten auf mobilen Plattformen wählen iOS

IPhoneBlog de FreeWheel

Ach, schade. Die oben abgebildete Grafik sieht auf den ersten Blick so vielversprechend aus. Insbesondere dann, wenn man eine Überschrift wie „80% of Mobile Video Views Happen on Apple Devices“ wählt.

Hier die Fakten: FreeWheel.tv ist ein 2007er-Startup, das fünf Milliarden Video-Ads im ersten Quartal 2011 über (DRM-geschützte) Werke von amerikanische Videoproduzenten auslieferte. Ein Trend für Inhalte, die von Nutzern erzeugt wurden, ist daraus folglich nicht abzulesen. Außerdem: Die Zahlen für ‚mobile video viewing‚ nehmen lediglich ein einziges Prozent aller ‚Online-Views‚ in Anspruch.

Nichtsdestotrotz: Die FreeWheel-Referenzliste ist namenhaft und dessen Aussagen unzweideutig:

It also reflects the development priorities of content producers and distributors: they optimized their content first for the Apple platforms, with Android a later priority.

via FreeWheel.tv (PDF)

Mit dieser Annahme im Hinterkopf darf man sich einen aktuellen ‚Mobile Mix Report‚ als Lektüre schnappen.

IPhoneBlog de MobileMix

Dieser enthüllt: Android greift sich 53-Prozent vom globalen Smartphone-Markt, überlässt jedoch 50-Prozent aller App-Umsätze der iOS-Plattform*.

When breaking down all revenue driven by apps, 50% came from iOS apps (as opposed to 39% for Android). This represented a 6% month-over-month growth for Apple.

via Millennial Media

* Millennial Media zählt monatlich 142 Millionen einzelne ‚Impressions‚ von 5.500 unterschiedlichen Geräten.

‚Path‘ lehnt Google-Angebot ab und Twitter schnappt sich TweetDeck

Die Vermutungen waren richtig: Foto-App ‚Path‚ lehnte ein Google-Kaufangebot von $100 Millionen US-Dollar ab.

Why? As Kincaid tells us, we heard that there was one term of the offer that was the breaking point—basically Google could fire Morin at any point. Either a month after a deal or a year. Also the search giant gave no guarantee as to what Morin’s title and position would be at Google.

via TechCrunch

Oh weh. Jungs, passt auf euch auf. Insbesondere weil die Zahlen eines speziellen Konkurrenten schlicht beeindrucken.

IPhoneBlog de NickBilton

Instagram zählte nach den ersten drei Monaten ‚lediglich‘ eine Million registrierte Nutzer.

Und auch ums $41 Millionen-Dollar-Baby ‚Color‚ ist es in letzter Zeit ziemlich ruhig geworden…

IPhoneBlog de Slashgear

Bildnachweis: SlashGear

Dagegen ‚unter Dach und Fach‘ scheint die hinlänglich vermutete TweetDeck-Akquisition von Twitter für rund $40 Millionen US-Dollar. Soweit jedenfalls die Quellen von CCN. TechCrunch berichtete bereits Anfang Mai von Verhandlungen.

IPhoneBlog de Twitter Comms

So ganz verstehen muss ich die Strategie wahrscheinlich nicht. Dachfirma UberMedia soll mit seinen diversen Clients (EchoFon, TweetDeck, etc.) rund 20-Prozent der Twitter-Nutzerschaft abdecken. Unter Betrachtung der angebotenen Software, die sich der offiziellen Schnittstelle bedient, scheinen dies (in irgendeiner Weise) ‚Pro‘-User zu sein. Ein erweiterter Funktionsumfang beziehungsweise andere Darstellungs-Bedürfnisse sind offensichtlich. Klar, würde Twitter.com diese Zielgruppe gerne auf seiner eigenen Webseite wissen.

Nichtsdestotrotz: Die API für Drittsoftware wird man, bei klarem Verstand, nicht abdrehen. Deshalb lebt man auch in Zukunft mit zusätzlichen Clients. Die Frage ist hier vielmehr, wie Twitter sich seine eigene Schnittstelle monetarisiert. Und ich vermute, dass diese (schwierige) Entscheidung noch nicht finalisiert wurde und man daher die (leichte) Alternative über eine Akquisition gewählt hat.

50% Rabatt auf Duden-Apps

IPhoneBlog de Duden

Die Duden-Apps der Firma Paragon befinden sich noch bis Ende Mai mit einer Preis-Ermäßigung von 50-Prozent im App Store. ‚Das deutsche Universalwörterbuch‚ (14.99 €; App Store-Link), ‚Die deutsche Rechtschreibung‚ (9.99 €; App Store-Link), ‚Das Fremdwörterbuch‚ (9.99 €; App Store-Link) sowie ‚Das Synonymwörterbuch‚ (9.99 €; App Store-Link) sind immer noch keine Meister der hübschen Benutzeroberfläche, helfen jedoch im (täglichen) Kampf mit der Sprache.

Alle Apps laufen sowohl auf iPhone, iPad und natürlich auch iPod touch. Ein kleiner Teil des Wortschatzes ist mit akustischer Sprachausgabe hinterlegt. Auf Lernkarten lassen sich Begriffe vormerken und abfragen. Zwei lupenreine Vorteile gegenüber den Print-Fassungen. Durch diese temporäre Preissenkung fallen die gebundenen Bücher (Affiliate-Link) zudem aktuell doppelt so teuer aus, wie die identischen iOS-Sprachreferenzen.

Bleibt die Frage: Akzeptieren Schulen eigentlich schon digitale Nachschlagewerke?

via Twitter@BorisSchnohne

Alternativen sollen jedoch nicht unerwähnt bleiben: Das Onlinewörterbuch CanooNet ist ebenfalls mit einer iPhone-App im App Store vertreten (kostenlos; Link). Nach 20 kostenlosen Suchanfragen lässt sich die Vollversion per ‚In-App‘-Kauf für 14.99 € nachrüsten.

GoPano micro + Dot: 360°-Aufnahmen mittels iPhone-Aufsatz

iPhone-Adapter für Panorama-Aufnahmen liegen scheinbar schwer im Trend. Kickstarter-Projekt ‚GoPano micro‚ erreichte bis zum 14. Mai 2.685 Unterstützer und geht folglich demnächst in Produktion.

Auch Operation: ‚Dot‚ möchte $20.000 US-Dollar an Startkapital eintreiben. Nach fünf Tagen ist bereits die Hälfte dieser Summe vorgemerkt. Die restlichen 41 Tage sollten daher kein Problem darstellen.

Entgegen GoPano wirkt Dot wesentlich kleiner, ist mit $98 US-Dollar aber auch doppelt so teuer.

Falls alles glatt läuft, steht ein (Qualitäts-)Vergleich diesen Sommer ins Haus. Ich habe das iPhoneBlog für beide Projekte vorgemerkt.

[update] Patent-Drama abgeschmettert: Apple zeigt seine Lizenzen

Das Patent-Drama um Lodsys, mit seinen juristischen Drohungen an Indie-iOS-Entwickler für ‚In-App‘-Kaufangebote, habe ich an dieser Stelle bislang umschifft. Die Forderung nach 0.5-Prozent aller Einnahmen aus den jeweiligen iOS-Verkäufen, hielt ich für absurd. Insbesondere wenn die dazugehörige Infrastruktur als Teil des Entwickler-Pakets angeboten wird oder zumindest in dieser Form im App Store Verbreitung findet. Ganz abgesehen davon, scheint das angesprochene Patent ohnehin niemand nur fachkundigen Anwälten verständlich.

Eine Reaktion von Apple ist daher das Zünglein an der Waage, in welche Richtung sich die Androhungen entwickeln. Die Sperrfrist von 21 Tage läuft in den nächsten Tagen ab.

IPhoneBlog de Gedeon Maheux

Am heutigen Abend erfolgte diese (lang erwartete) Apple-Reaktion. Und sie fiel eindeutig aus.

Apple is undisputedly licensed to these patents and the App Makers are protected by that license

via The Loop

Macworld.com publiziert das ganze Schriftstück.

First, Apple is licensed to all four of the patents in the Lodsys portfolio. As Lodsys itself advertises on its website, “Apple is licensed for its nameplate products and services.” See http://www.lodsys.com/blog.html (emphasis in original). Under its license, Apple is entitled to offer these licensed products and services to its customers and business partners, who, in turn, have the right to use them.

via Macworld.com

Kurz zuvor schrieb Craig Hockenberry einen offenen Brief an Steve Jobs:

In and of itself, paying half of a percent of our App Store sales to Lodsys isn’t going to put us out of business. The fear we have is that this is the first step on a very slippery slope.

via Furbo.org

Damit kann ich mir die Links zu vorher exzellent verfassten Analysen hier, hier, hier und hier eigentlich sparen. Schön, dass Apples Rückendeckung gegenüber den iOS-Entwicklern stimmt. Dies dürfte auch die kommende WWDC-Stimmung deutlich anheben.

Update

IPhoneBlog de Matt Legend Gemmell
IPhoneBlog de Daniel Jalkut

And keep in mind, there’s nothing stopping another patent troll from going after small developers with some other random patent Apple doesn’t have a existing license for — this might well just be the tip of the troll iceberg. I would imagine there are some serious conversations going on in Cupertino right now about writing a basic patent indemnification clause into the iOS developer agreements — and if Google is smart, they’re talking about it in Mountain View as well.

via This is my next…

Hector: We Negotiate with Terrorists – ein ‚Telltale‘ NSFW-Adventure

DirektHector

Freigegeben ab 17 Jahren. Nicht zu unrecht: „He’s British; he’s drunk; and he’s got quite the potty mouth.

Wer Spaß auf derben, definitiv schwarzen und auch ein bisschen dreckigen Humor – mit starkem Akzent-Einschlag aus der englischen Sprache – hat, knobelt freudig durchs ‚Point-and-Click‘ Hector am iPad (5.49 €; App Store-Link). Auf die iPhone-Fassung von Episode eins im letzten Jahr (2.99 €; App Store-Link) folgt nun dessen Tablet-Version. Nummer zwei und drei der Trilogie sollen noch bis zum Ende von 2011 erscheinen.

Die Lösungen für aufgeworfene Rätsel liegen (hoffentlich) ausserhalb eurer gewöhnlichen Hirnströmungen. Der Animationsstil findet sich in vergleichbaren Regionen wie Telltales ‚Zurück in die Zukunft‚ oder ‚Monkey Island‚. Die Sprachausgabe samt Wortfindung drückt den Ausflug jedoch in extrem unterhaltsame Sphären.

Wer noch unschlüssig (über sein eigenes Sarkasmus-Verständnis) ist, testet die Lite-Ausgabe an (App Store-Link).

3D-App: Head-Tracking mit iPad- und iPhone-Frontkamera

DirektHead-Tracking

Die Frontkamera am iPad oder iPhone versucht Lage und Bewegung des Benutzer-Kopfes einzufangen und dadurch einen räumlichen 3D-Effekt auf dem Bildschirm zu erzeugen. Aus einem Universitäts-Projekt entstand zuerst ein (populäres) Demo-Video und jetzt die entsprechende App-Store-Anwendung ‚i3D‚ (kostenlos; universal; App Store-Link).

Das Ergebnis ist unter den gegebenen Voraussetzungen (Dissertationsarbeit, App-Store-Beschränkungen, kein stereoskopisches Display, etc.) durchaus beeindruckend, in der Praxis jedoch nur Spielerei. Von der brillenfreien 3D-Optik dürften wir dieses Jahr trotzdem noch eine ganze Menge hören. Sowohl Nintendos 3DS hält gute Titel im Repertoire; Google kündigte eine Android-Integration an und Apple führt seit geraumer Zeit entsprechende Patente im eigenen Portfolio.

[update] Radio-Sendungen am iPhone mitzeichnen

Die Zeiten, in denen es notwenig war Musiktitel aus dem Radio mitzuschneiden, sind (hoffentlich) lange vorbei. Für Reportagen, individuelle Kommentare, Hörspiele oder Audio-Dokumentationen sieht das noch anders aus. Insbesondere dann, wenn keine nachträgliche (Podcast-)Aufnahme angeboten wird oder die jeweiligen Sendungen schwachsinnig wieder depubliziert werden müssen. Teilweise fehlt den offiziellen Aufzeichnungen jedoch auch Lizenz-Klimbim (beispielsweise für die dort verwendete Musik), so dass man sein Ohr schlussendlich doch der Original-Ausstrahlung widmen möchte.

Was ich total übersehen hatte: Apple lässt dieser Tage Anwendungen in den App Store, die den Internet-Stream von Rundfunk-Stationen ausgeben, aufzeichnen, zurechtschneiden und exportieren.

Dies war im vergangenen Jahr nur eingeschränkt der Fall. ‚Snowtape‘ (1.59 €; App Store-Link) wagte einen Versuch und wurde abgelehnt. Der damalige Wortlaut:

Apple can not publish an app that records audio from an internet stream and store it permanently on the iPhone […] we can not have a function in our app for re-distribution of these recordings

Das war jedoch schon zum damaligen Zeitpunkt inkonsequent, weil die Freeware FStream (kostenlos; App Store-Link) bereits fleißig mitspeichern konnte. Auch Snowtape erhielt später die Aufnahme-Funktion (bislang ohne Export). Eine offizielle Apple-Ansage gab’s dazu (natürlich) nicht. Inwieweit die Ton-Qualität, eine automatische Unterteilung pro Song, der Veredelung mit Cover-Album und Metadaten sowie ein direkter Export genehmigt wird, hängt also irgendwo in der Grauzone.

Auch das dieser Tage neu veröffentlichte iRadio (3.99 €; App Store-Link) hat’s ‚einfach mal probiert‚ und ist samt ‚Share‘-Funktion (per E-Mail, iTunes-Dateifreigabe und Dropbox-Sync) im App Store gelandet. Hier ist der Export und die weitere Verwendung noch einmal erleichtert. FStream bemüht weiterhin einen Web-Server.

Sowohl für die Software-Produzenten als auch Radio-Macher hoffe ich sehr, dass dies keiner der typischen ‚App-Store-Ausrutscher‘ war und wir uns als Konsumenten in Zukunft eventuell auf noch mehr unkomplizierte Hörgewohnheiten einstellen können. Eine zeitlich gesteuerte Aufnahme (im Hintergrund) und mit Push-Benachrichtigung käme mir in den Sinn, um mein Lieblingsprogramm zukünftig nicht zu verpassen.

Update

Dieses Internet, muss man einfach gerne haben.

Der Hinweis auf ‚TuneIn Radio Pro‘ (0.79 €; universal; App Store-Link) erfüllt meine Nachfrage an zeitlich gesteuerte Aufnahmen inklusive Pop-up-Notiz. Außerdem lassen sich die Live-Streams bis zu 30 Minuten anhalten und nach eigenem Gusto vor- und zurückspulen. Über eine Wiedergabeliste lässt sich sogar die abgespielte Song-Aufstellung der vergangenen Stunden einsehen und entsprechende Künstler auf anderen Radio-Stationen wiederfinden.

(Danke, Iwan!)