Der weltweite Smartphone-Markt wuchs im ersten Quartal 2011 um insgesamt 80-Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahres-Viertel. Apples Wachstum betrug 114-Prozent. Die direkten Gegenspieler Nokia und Research in Motion konnten magere 12- und 31-Prozent verbuchen. Nur Samsung und HTC, derzeit an Position vier und fünf der ‚Top-5‘-Smartphone-Verkäufer, stiegen (erheblich) kräftiger.
Von den knapp 100 Millionen ausgelieferten Smartphones im abgelaufenen Quartal entfielen 18.7 Millionen auf Apple. Nokia hält mit 24.2 Millionen Einheiten weiter die Spitzenposition. Im Vergleich: Die IDC-Angaben für Q1 2010, in dem 55 Millionen Smartphones verkauft wurden, war Nokia noch mit 39-Prozent (!) beteiligt.
Der Zweikampf zwischen Android und Apple schält sich mehr und mehr heraus. Joshua Topolsky befasst sich für ‚This is my next…‘ mit den aktuellen BlackBerry-Problemen:
The unfortunate reality for RIM is that it’s in the process of trading first place for third, and in an increasingly crowded market, it’s not battling to win, it’s battling to stay alive. The real parallel here is Nokia.
Passende Randbemerkung: Q1 2011 ist außerdem das erste Geschäftsquartal, indem Apple Nokia den Umsatz-Thron für Mobiltelefone – nicht nur Smartphones – abringt.
‚Parkbud‘ (kostenlos; App Store-Link): Nette Idee, tolle Umsetzung, dezente (iAd-)Werbeintegration, Reklame-Finanzierung und damit sicherlich ein passender Tipp für uns als Autofahrer-Nation.
Verwunderlich ist das nicht, wenn man sich die ersten Gehversuche von Motorola, Samsung und Co. anschaut. Noch verpackt keiner der bisherigen Konkurrenten seine IT-Komponenten in nur annähernd vergleichbar reizvoller Hardware – vom Preis ganz abgesehen. Und auch beim Betriebssystemen holpert es noch kräftig durch die komplette Mitbewerber-Bank.
Selbst mit der größtmöglich vorstellbaren Apple-Abneigung fände ich es fahrlässig zum aktuellen Zeitpunkt irgendein anderes Tablet zu empfehlen.
Warten kann man natürlich immer. Irgendwann sind die Honeycomb-Apps und Playbook-E-Mail-Clients dann sicherlich auch da. Die offensichtliche Verzögerung (das Jahr 2011 ist bereits fast zur Hälfte um), könnte sich jedoch positiv auf HPs ‚WebOS‚ auswirken. Ein Produkt samt Anbieter, der mir nicht nur grundsätzlich sympathisch ist sondern mit dem richtigen Veröffentlichungsstart hoffentlich noch eine Portion neue Frische beisteuern kann.
Doch Vorschusslorbeeren gibt’s keine. Große Teile der IT-Berichterstattung schauen weiterhin nur auf Datenblätter ohne praxistaugliche Aussage. Fest steht: Die reinen Technikwerte sind für eine überwiegende Anwender-Anzahl nur noch dann interessant, wenn sie dem Software-Einsatz unter die Arme greifen oder entgegenstehen.
In diesem Zusammenhang vielleicht interessant: Trotz weiterhin überdurchschnittlichen Mac-Verkäufen, dominieren die Einnahmen durch iOS-Geräte Apples interne Profit-Gegenüberstellung.
Oder in einem anderen Vergleich: „The Mac generates half the profits of [Microsofts] Windows while iOS devices generate 2.3x Windows profits„.
‚In-App‘-Abos auch für Esquire, Popular Mechanics und O, The Oprah Magazine? Das Wall Street Journal berichtet über entsprechende Vereinbarungen zwischen Apple und dem US-Medienkonzern Hearst. Ab den Juli-Ausgaben sollen zumindest die genannten Zeitschriften-Titel automatisch am iPad zugestellt werden. Ein Monatsjournal kostet $1.99 US-Dollar. Das Jahresabo schlägt mit $19.99 US-Dollar zu Buche. Derzeit bietet der Verleger eine Auswahl seiner digitalen Magazine für jeweils 3.99Euro im App Store zum Einzeldownload (iTunes-Link).
Unter Vorbehalt denkt man im populären Firmensitz, der Hochhaus-Dreieckskonstruktion in New York City, auch über den täglichen Zeitungsvertrieb nach. Hearst Corporation besitzt tagesaktuelle Publikationen wie das San Francisco oder Houston Chronicle.
Personen, die ‚mit der Angelegenheit vertraut sind‘, erwähnten gegenüber dem WSJ ein Apple-Entgegenkommen bezüglich einer ‚flexibleren Preisstruktur‘. Als offizielle Aussage des Medienproduzenten hieß es jedoch lediglich: „We came to a fair and equitable deal„.
Zu Beginn dieser Woche soll Time Inc. ebenfalls entsprechende Übereinkünfte mit Apple erzielt haben.
Unterdessen sickerten erste Informationen über ‚The Daily‚ aus den aktuellen Quartalszahlen der Rupert Murdoch News Corporation. Dabei soll das iPad-Magazin im ersten Jahresviertel rund $10 Millionen US-Dollar an ‚Verlust‘ eingefahren haben. News Corp. gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass die iPad-Anwendung bis zum heutigen Tag 800.000 Downloads verzeichnet, hielt jedoch offen, wie viele bezahlte Nutzer über den kostenlosen Testzeitraum hinaus verblieben.
A News Corp. spokesperson later told us the download count is now higher than 800,000. The “loss” is mostly due to investment costs because the app has only just gone paid.
Der britische Guardian berichtete Mitte März von 5.000 Personen, die sich finanziell für ein Abo-Jahr verpflichteten. Dies kostet derzeit $39.99 US-Dollar. Anfang April sprach Jeff Berovici für Forbes von 75.000 ‚regelmäßigen Lesern‘.
Bis zum App-Store-Start verschlang das Projekt der News Corp. laut Rupert Murdoch $30 Millionen US-Dollar. Eine Zahl, die bereits Forbes Magazine zwei Monate zuvor auf diese Höhe bezifferte.
Neben all dem Hype (und Drama), bestehende Magazine, Zeitschriften und Tagesblätter auf das iPad zu hieven, sollte noch einmal betont werden, dass eine digitale Verfügbarkeit nicht automatisch alle Probleme der Branche löst. Bereits ohne Tablet kämpfen Print-Medien und Veröffentlichungen aus klassischen Verlagsstrukturen gegen eine komplett veränderte Aufmerksamkeitsökonomie. Oder konkreter ausgedrückt: Gegen RSS-Reader, Flipboard oder Instapaper.
Wer es daher aus der Verlagsbranche schafft, zukünftig ein ‚In-App‘-Abo anzubieten, hat noch lange nicht gewonnen. Weil die Auswahl gigantisch ist, zählen gute Inhalte mehr denn je.
Wie in der letzten Woche angekündigt, liefert Apple zeitnah ein iOS-Update zur ‚Fehlerbehebung‘ aus, das sich dem ‚Locationgate‘-Thema annimmt. Die Aktualisierung reduziert die Cache-Größe der populären ‚Consolidated‘-Datenbank, speichert die Datei nicht mehr im iTunes-Backup und löscht den Zwischenspeicher wenn die Ortungsdaten komplett deaktiviert sind.
iOS in Version 4.3.3 ist für die GSM-Variante vom iPhone 4, das 3GS, beide iPad-Versionen und den iPod touch der dritten und vierten Generation verfügbar. Der Download über iTunes oder die unten aufgeführten Direkt-Links werden empfohlen.
Vor vier Jahren lachte Steve Ballmer das iPhone aus. Ich denke, es ist an der Zeit, diesen Scherz ad acta zu legen und zu akzeptieren, dass der Mann ein Manager und kein Visionär ist. Nicht einmal dann, wenn man ihm ein zukunftsweisendes Gerät unter die Nase hält. Nun ja.
Vier Jahre später haben wir schlussendlich ein Windows Phone 7, für das Microsoft ganz aktuell einen ‚Migrationsassistenten‘ anbietet, der iOS-Projekten übersetzt, wie Redmond ’so drauf ist‘.
Launched today, the iPhone/iOS to Windows Phone 7 API mapping tool helps developers find their way around when they discover the Windows Phone platform. […] Think of the API mapping tool as being like a translation dictionary.
Wie gut oder schlecht WP7 die Füße nach ihrem Herbststart vom Boden bekommen hat, mag ich ohne offizielle Zahlen nicht beurteilen. Andere Menschen tun sich da leichter. Der Journalist Eldar Murtazin vom russischen Weblogs ‚Mobile Review‚ – in der Vergangenheit bereits mit Informationen aus erster Hand – behauptet das insgesamt 674.000 Windows-Telefone zwischen den Finger von menschlichen Käufern landeten – ‚katastrophal‚ nennt er das. Microsoft verkündete Ende Dezember, 1.5 Millionen Geräte in den Verkaufskanal gepumpt zu haben.
Mit zunehmender Deutlichkeit gewinnt der Nokia-Deal für Microsoft in dieser Produktsparte an Bedeutung. ‚Masse statt Klasse‘, ein Konzept das der finnische Mobilfunkproduzent in den letzten Jahren perfektionierte. Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass Nokia Microsofts OS benötigt und MS auf die Hardware-Kontingente der Finnen angewiesen ist. Weil’s Samsung und Co. alleine nicht stemmen.
Seit dieser Woche ist außerdem bekannt: Ballmer setzt sich ins gemeinsame Boot mit Research in Motion. Ziemlich unerwartet schlich sich der MS-Boss auf die Blackberry-Bühne und kündigte Bing- sowie die hauseigenen Kartendienste an. Bislang stellte Google für den Business-Telefonhersteller diesen Service.
Unverkennbares Motto: Gemeinsam gegen den Suchmaschinen-Giganten! Mehr oder weniger zumindest, da RIMs Tablet-OS QNX zukünftig auch Android-Apps frisst. Für Microsoft klingt das nach ’neuer Masse‘; für RIM irgendwie nach Ausverkauf.
Apropos ‚Sell-out‘: Google zensiert für US-Mobilfunkanbieter Tethering-Apps im eigenen Software-Markt. Als iPhone-Besitzer darf man darüber keine Witze machen.
Gelöste Probleme neu aufgerollt: Wer dachte, mit Apples iTunes-Vorherrschaft im digitalen Musikverkauf wäre das Ende der Fahnenstange erreicht, sieht sich – verstärkt in den letzten Monaten – neuen Mitspielern gegenüber. Während Google sein musikalisches Pokerblatt noch zurückhält, legte Amazon mit dem ‚Cloud Player‘ und ‚Cloud Drive‘ Ende März bereits die Karten auf den Tisch. Jetzt zieht der vermeintliche Underdog ‚Spotify‚ nach.
Betagte iPod-Modelle wie Classic, Nano und Shuffle (Hardware, die sich in den letzten Apple-Quartalszahlen vom App-Store-Umsatz überholen ließ) synchronisieren zukünftig mit dem Spotify-Desktop-Client. Ein Update soll dafür im Laufe des heutigen Tages bereitstehen.
Das iPhone, der iPod touch aber auch Android-, WindowsPhone-, Symbian oder Palm-Nutzer können, unabhängig davon ob sie eine bezahlte Premium-Mitgliedschaft besitzen, ab sofort die mobilen Anwendungen benutzen. Wer eine von den neun Millionen kostenlosen Kundenkonten sein Eigen nennt, darf sich in diese ‚Apps-To-Go‘ einwählen. Das dortige Streaming bleibt zwar zahlenden Kunden vorbehalten, das Programm gleicht jedoch drahtlos (!) die eigenen und auf Spotify erworbenen Songs per WiFi-Sync ab. Hörst du noch zu, iTunes?
Apropos Kauf: Neue Verhandlungen mit den Musikstudios förderten zu Tage, dass ab sofort 100-Prozent des Song-Katalogs erworben werden können und damit auch für Premium-Kunden zum ‚Offline-Stream‘ bereitstehen. Eigentlich unglaublich, dass man es als Erfolg verbucht, wenn sich jemand dazu überreden lassen muss, ein Produkt gegen Geld zu verkaufen.
Im Gegensatz zu iTunes stehen nicht nur Singles und Alben zum Erwerb sondern auch kleine und große MP3-Pakete. So lassen sich beispielsweise komplette Wiedergabeliste, eins der vielen ‚Nonplusultra‘-Features, einverleiben. Das größte Bündel soll der Brieftasche für 100 Songs 55Euro abverlangen – ein durchaus guter Schnitt.
Trotzdem glaube ich nicht (mehr) ans Musik-Verkaufsmodell. Mit ‚Always-Online‘-Geräten bedarf es nur noch sehr selten einer Offline-Verfügbarkeit. Spotify umgeht dies schon jetzt geschickt, indem sie der iPhone-App einen ‚Available Offline‘-Button spendieren, mit dem sich Songs lokal abspeichern lassen wenn man auf seinem Arbeitsweg im Stau oder in Funklöchern wartet.
Wie Spotify seine P2P-Streaming-Technik löst, hat ein (lesenswerter) Artikel auf ‚Pansentient League‘ kürzlich zusammengefasst. Während die mobilen Anfragen vom iPhone oder der Android-App direkt zu den Spotify-Servern funken, verteilt sich der größte Anteil über ein ‚BitTorrent‘ ähnliches Netzwerk.
Doch auch im ‚Spotify-Land‘ scheint nicht 24 Stunden am Tag die Sonne: Kürzlich limitierte man die neun Millionen ‚Free-User‘ auf eine monatliche 10-Stunden-Musik-Beschränkung. Eine Regulierung, die sicherlich auch dem Umstand geschuldet ist, weiterhin nicht in vielen Teilen der Welt vertreten zu sein (siehe populäre Kategorie: ‚Probleme mit Musik- und Plattenlabels‘).
Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass sich unzählige Premium-Kunden finden würden, wenn das Angebot in den USA oder auch Deutschland auszuprobieren wäre. Natürlich ohne den Nutzer zuzumuten, auf VPN- oder Bezahl-Tricks zurückzugreifen.
Für mich persönlich liegt der Mehrwert in den unzähligen Wiedergabelisten, die Nutzer für sich selbst zusammengestellt und dann auf ShareMyPlaylists oder Spotifylist veröffentlicht haben. Mit nur einem Klick lassen sich diese Zusammenstellungen ‚abonnieren‘ und in die eigenen Hörgewohnheiten einflechten. Wer bereits Erfahrungen mit Spotify-Playlists sammeln konnte, lacht iTunes darüber nur noch höhnisch aus.
Aus all diesen Gründen darf man auf Apples Antwort im bevorstehenden Sommer sehr gespannt sein. Säße ich am Topf des Cupertino-Barvermögens, hätte ich die schwedische Klitsche schon lange übersiedelt und würde meinen Kunden einen schlanken, aufgeräumten, verständlichen und stabilen Musik-Player anbieten. Alles das, was iTunes heutzutage nicht mehr ist.
Auf „We Believe“ folgt „If You Asked“ – die neue iPad-Ad verzichtet erneut komplett auf die (sprachliche) Erwähnung des Produktnamens. Ein weißes iPad-2-Modell zeigt der 30-Sekunden-Spot auch nicht. Als Sprecher bezahlt Apple weiterhin Peter Coyote.