In den vergangenen Abendstunden veröffentlichte Apple für Entwickler die iPhone OS 4 Beta 3. Die erste Revision des 361MB-schweren Downloads wurde kurze Zeit später jedoch wieder zurückgezogen, da es Probleme mit „angepassten Installationen“ gegeben haben soll.
Als auffällige Neuerungen stechen die Rotations-Sperre des Bildschirms sowie eine iPod-Steuerung im neuen „Multitasking-Dock“ ins Auge. Die Fixierung der Bildschirms deutete sich bereits in den vergangenen Wochen an, soll in seiner ersten Ausführung derzeit nur die horizontale Position feststellen. Die „Programm-Wechselleiste“, die sich per Doppelklick vom Home-Button aufrufen lässt, ersetzt das blaue Popup-Fenster der derzeitigen Musik-Steuerung aus anderen Programmen.
Die neuen Programm-Ordner, in denen sich Anwendungen bündeln lassen, zeigen einen Zähler für ‚Badges‘ der darin befindlichen Apps an. Die Summe, beispielsweise von ungelesenen E-Mails (in Mail) oder ausstehenden ToDos (in Things), wird dabei kurioserweise addiert.
Apple bleibt auch mit diesem iPhone OS-Update seinem zweiwöchentlichen Veröffentlichungsrhythmus treu. Bis zur WWDC-Entwicklerkonferenz könnten daher noch mindestens zwei neue Aktualisierungen ins Haus stehen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass das finale iPhone OS 4 einige Wochen später die Einführung einer neuen Hardware-Generation begleitet.
Das es Apple innerhalb des ersten iPad-Verkaufsmonats nicht geschafft hat, seine MobileMe iDisk-Anwendung (kostenlos; App Store-Link) vom iPhone auf den hochauflösenden iPad-Bildschirm zu portieren, ist ein Armutszeugnis.
Die Wertschätzung gegenüber dem (zahlenden) Kunden scheint bei den Mitbewerbern höhere Priorität zu genießen. Dropbox ist dafür ein (plattformübergreifendes) Beispiel. Der Sync-Service startete vor zwei Jahren als Studenten-Trio und beschäftigt heute mit mageren $7.2 Millionen US-Dollar Risikokapital (plus einem flexiblen Bezahlmodell) stolze 23 Angestellte.
Ernsthaft. Dropbox bietet gegenüber der iDisk eine (für Europäer) schnellere Anbindung, ermöglicht systemübergreifendes Arbeiten sowie mehr „Wolkenspeicher“ zu geringeren Konditionen. Im Cupertino-Kuhstall stehen mit iPhone und iPad zwei absolute „Cash Cows“, für die seine Benutzer einen mobilen Dokumentenzugriff einfordern (müssen). Nicht bald, sondern heute.
Mit iWork.com attestiere ich Apple, dass sie diese Bedürfnisse verstanden habe. Das ändert jedoch nichts an der bislang miserablen und halbherzigen Umsetzung. Daran stoßen sich übrigens nicht nur Profianwender; selbst iPad-Laien ecken recht schnell nach ihrem ersten Pages-Schieb an der beschränkten USB-Sync-Problematik an.
David machts Goliath vor: Apple besitzt, soweit ich das beurteilen kann, mit MobileMe ein (zumindest) finanziell tragfähiges Online-Bezahlsystem. Zusätzliche Funktionalität dürfte den Abonnenten nicht schwer zu ‚verkaufen‘ sein. Die potenzielle Akquisition des jungen Dropbox-Teams, die immer wieder in die Gesprächsrunde geworfen wird, ist meiner Meinung nach mittlerweile nicht mehr optional. Dabei müssen als Kaufgrund nicht einmal Sync-Kompetenzen im Vordergrund stehen.
Die Dropbox-Klitsche führt einen (scheinbar) riesigen Kundenstamm mit aufs Spielfeld und wäre selbst als millionenschwere Geldanlage wertvoller im sicheren Hafen der Infinite Loop aufgehoben, als am konkurrenzbeobachteten TRANSFERmarkt. Apple sollte einmal Nachhilfestunden beim Fußballclub FC Bayern München nehmen, der gute Spieler einfach nur deshalb kauft (und auf die Bank setzt), damit die Konkurrenz sie nicht auflaufen lassen kann.
Die heute veröffentlichte iPad-Version der Dropbox-App (kostenlos; universal; App Store-Link) ist meines Erachtens kein Champions League-Material (Foto-Upload?, horizontale Bedienung stark eingeschränkt, PDF-Ansichten langsam), spielt aber immerhin schon einmal mit. Das kann die zahlende B-Auswahl von MobileMe nicht von sich behaupten.
Die Anwendungsfälle für die Nutzung von Online-Speicherplatz fallen höchst unterschiedlich aus. Während manche Skriptkiddie von Unterwegs ihre iTunes-Bibliothek befüttern, synchronisiere ich mit der Macintosh-Software Hazel automatisiert Dateien und Ordner für eingescannte Dokumente. Das gibt mir nicht nur eine ausgelagerte Kopie der digitalisierten Rechnungen, Geräte-Anleitungen oder Kostenvoranschläge, sondern macht diese auch von Unterwegs einsehbar und zu verschicken.
Für alle, die intensiv mit dem ausgelagerten Dropbox-Speicherplatz arbeiten, ist die iPad-Anwendung schon jetzt ein sehr hilfreicher Mitspieler auf dem eingezäunten Apple-Bolzplatz.
Apple gibt soeben per Pressemitteilung bekannt, dass bereits 28 Tagen nach US-Markteinführung das iPad eine Millionen Mal verkauft wurde.
Pad-Anwender haben bereits über 12 Millionen Apps aus dem App Store und über 1,5 Millionen eBooks aus dem neuen iBookstore heruntergeladen.
Steve Jobs steuert folgenden Satz der Nachricht bei:
„Eine Million iPads in 28 Tagen – das ist noch nicht mal halb so lang, verglichen mit den 74 Tagen, die es beim iPhone zur Erreichung dieses Meilensteins gedauert hat“. „Die Nachfrage übertrifft weiterhin unsere bereitgestellten Mengen und wir arbeiten mit aller Kraft, dieses magische Produkt in die Hände von noch mehr Kunden zu bringen.“
Die NYPost will von Personen „familiar with that matter“ erfahren haben, dass das amerikanische Justizministerium („Department of Justice“) und die Handelskommission („Federal Trade Commission“) Kartellermittlungen gegen Apple aufgrund von Wettbewerbsbeschränkungen („Antitrust“) eingeleitet haben. Dabei geht es um den viel diskutierten Paragraphen 3.3.1 zur Entwickler-Vereinbarung, der keine anderen Softwarewerkzeuge als die Cupertino-eigenen zulässt.
In den Fokus gerückt wurde hauptsächlich Adobe, die mit ihrer CS5-Suite (Amazon-Affiliate) zwei Tage vor der weltweiten Präsentation, einer Export- und Konvertierungsmöglichkeit von ehemaligen Flash-Programmen hin zu nativen App Store-Anwendungen beraubt wurden. Adobe liefert diese Optionen derzeit zwar aus, weist seine Anwender jedoch darauf hin, dass so erstellte Software im Apple-Genehmigungsprozess wahrscheinlich aussortiert wird.
Zusätzliche Brisanz streute Steve Jobs in der letzten Woche mit seinen „Thoughts on Flash“ in die Diskussion ein. In einem mehrseitigen Online-Dokument, mit prominenter Platzierung auf der Apple-Homepage, argumentiert er öffentlich die Apple-Entscheidung gegen die proprietäre Entwicklungsumgebung. Die kritischen Punkte sind nicht neu, jedoch noch einmal geballt und in scharfem Tonfall („Flash was created during the PC era“) zusammengefasst:
HTML5 ist offen, Flash geschlossen
„almost all video“ liegt bereits in H.264 und damit iPhone OS-kompatibel vor
Sicherheitsrisiko, fehlende Stabilität und Verlässlichkeit
schwindende Batterielaufzeit
Anpassung an Touch-Steuerung nicht gegeben
Cross-Plattformentwicklung zielt nicht auf gute Software sondern eine weite Verbreitung und blockiert damit Innovation
Der medienwirksame Schrieb schlug wie zu erwarten kräftig ein. Es bleibt das Gefühl, dass Jobs dem bereits taumelnden Flash-Web einen letzten Kinnhaken verpassen wollte. Gesessen schien dieser Aufwärtsschlag zumindest beim Adobe-Chef Shantanu Narayen, der sich nur wenige Stunden nach dem offenen Brief zum Wall Street Journal vor die Kamera setzte, und alles andere als einen souveränen Auftritt ablieferte.
Unter dem Codenamen ‚Spirit‘ veröffentlicht das Dev-Team soeben ihren (untethered) Jailbreak für alle aktuellen iPhone-Betriebssystem-Generationen. iPad, iPhone und iPod touch unter den Firmware-Fassungen 3.1.3, 3.1.2 sowie 3.2 lassen sich damit ‚freischalten‘. Der Software-Download liegt in einer Windows- und Mac-Programmversion vor.
Viel zu sehen gibt es eigentlich nicht, deshalb nur diese kurzen dreißig Sekunden als Impressionen von einem Mausklick, einem Reboot und dem Aufruf der Cydia-Paketverwaltung. Hier sollen noch unzählige Programme für das iPad nicht angepasst sein und das System durcheinander rütteln. In meinem Fall wurde beispielsweise die Photo-Bibliothek des iPads vom Gerät gelöscht.
Die gesamte Prozedur nimmt nicht mehr als eine Minute in Anspruch und erfolgt (wie immer) auf eigene Gefahr.
Entgegen dem iPhone, welches in den USA und Deutschland (noch) mit Vertragsbindung und einer entsprechender Software-Fessel verkauft wird, ist das iPad 3G Sim- und Netlock ungebunden.
(Importierte) Mobilfunk-iPads können schon jetzt mit einer Micro-Simkarte ausgestattet werden. Vorraussetzung ist, dass man einen Mobilfunkanbieter findet, der eine solche Karte bereits vertreibt. In Deutschland haben lediglich die Prepaid-Anbieter Simyo und Blau.de sowie Vodafone eine Absichtserklärung für ihr zukünftiges Sortiment gegeben. Dem derzeitigen iPhone-Exklusivpartner entfleuchten erste interne Datentarif-Ideen, die kurz darauf wieder dementiert wurden.
Nachgedacht wird über 3Euro-Tageskarten, vergünstigte Angebote für derzeitige iPhone-Kunden und 3GB-Monatsoptionen für 20Euro. In den USA gibt es derzeit kein vergünstigtes AT&T-Angebot für aktuelle iPhone-Besitzer. Dort zahlt man auf jeden Fall die Datenoption für das neue Geräten obendrauf. Der von Gizmodo ‚erworbene‘ iPhone-Prototyp war übrigens ebenfalls mit einem MicroSIM-Kartenslot ausgestattet.
Für die ersten T-Mobile iPhone-Verträge in Deutschland ließen sich ’normalgroße‘ MultiSim-Karten bestellen, die für eine Nutzung im externe USB-Dongle gedacht sind. Da sich die(se) Simkarten lediglich durch ihre Größe von den bisherigen Plastiksteckern unterscheiden, hilft auch ein bisschen Arbeit mit der Nagelfeile, um die Größe rund um den Chip ans Micro-Format anzupassen.
TechRadar oder iHackint0sh wissen, wie man die Ecken abzuknipsen hat. Eine entsprechende Software-Anleitung hat iPadInsider jetzt veröffentlicht, die zeigt wie ein iPad im amerikanischen T-Mobile-Netz unterwegs ist. Da das iPad 3G nicht das 1700 MHz-Band unterstützt, limitiert sich die Geschwindigkeit von UMTS auf EDGE.
Für eine „Doppelnutzung“ von lediglich einer Simkarte – für bereits bestehenden Tarif-Bindungen – existieren Adapterlösungen, die jedoch nur „Wechselwillige“ glücklich machen dürfte.
Ich persönlich bin derzeit mit meiner MiFi-Lösung ganz gut aufgehoben. Das GPS im neuen 3G reizt jedoch, wozu ich den Mobilfunkmarkt zum iPad-Start in Deutschland für das beste Angebot zu gegebner Zeit erforschen sondieren werde.