„Meta unspools Threads“

Threads wird für mich spannend, wenn ich mit Ivory (oder anderen App-Store-Apps) dort Personen folgen kann, die es nie bis auf Twitter, geschweige denn Mastodon, geschafft haben. Noch ist das Activity Protokoll nicht eingeschraubt, und ich verstehe nicht, warum Meta seine „walled-garden strategy“ hier aufgibt:

“There definitely are trade offs,” Mosseri said. “You’re giving up some control. But there are benefits. I do think over time, it’s going to be a more compelling value proposition that other apps are going to offer. And I think that should attract more creative talent over the long run.”

Dritt-Apps würden nicht nur „promoted accounts“ und „ads“ filtern, sondern auch iPad-kompatible Layouts anbieten. Man müsste nicht darauf warten, dass Threads eine chronologische, nicht-algorithmische Timeline bestehend aus selbstgewählten Followern anbietet.

3x Screenshots der Threads-iOS-App.

Die Release-Version merkt sich nicht eure Position auf der Zeitleiste, und sie spamt füllt diese Timeline mit Follower-Vorschlägen.

Mir ist absolut bewusst, dass das für Threads mehr Engagement liefert. Es ist ein dynamischerer Ansatz, der mehr unterhält.

Gleichzeitig limitiert es für mich seine Nützlichkeit, weil’s dann wirklich nur Unterhaltung ist. Gegen Spaß ist rein gar nichts einzuwenden, aber dann investiere ich persönlich lieber mehr Zeit in meine RSS-Abos.

Bis wir dran sind, dauert es ohnehin noch „many, many many months“:

“That’s just going to take a while, unfortunately — and I’m particularly frustrated about this point, because I’ve been living outside of the US for a year now,” said Mosseri, who has been working from London. “I’ve been on a total kick with my teams about stop launching things in only a couple countries, and not in other countries. … But in this case, it was either we wait on the EU, or delay the launch by many, many many months. And I was worried that our window would close, because timing is important.”

via Casey Newton

Lädt man die iOS-App aus einem anderen App-Store-Land, verknüpft man sein Instagram-Konto problemlos. Aber machen wir uns nichts vor: Nicht die EU verzögert hier den Start, sondern Meta kam den (noch kommenden?) Vorgaben nicht nach.

Einigen EU-Entscheidungen stehe ich sehr kritisch gegenüber; der grundsätzliche Schutz von Nutzerdaten gehört jedoch nicht dazu.

„S3 Files“ integriert Pro-Cloud-Speicher in die Dateien-App

S3 Files entsprang der Tastatur von Anders Borum, bekannt durch Working Copy und Secure ShellFish – zwei für mich essenzielle Apps. Es integriert Wolkenspeicher wie AWS S3, Backblaze B2 oder CloudFlare R2 in Apples Files-App/Finder; für einen plattformübergreifenden macOS-, iPadOS- und iOS-Zugriff – zum Festpreis von 18 Euro.

Screenshot der macOS-App von S3 Files.

S3 Files jongliert (und synchronisiert) dabei eure Logins; die Buckets der verschiedenen Speicherplatzanbieter hängen direkt über die „File Provider“-Schnittstelle in der Dateien-App. Von dort ladet, kopiert und verschiebt ihr dann (wie von iCloud gewohnt) alle eure Dokumente, respektive öffnet sie mit eurer bevorzugten Software.

Uploads sind obendrein über das Share-Sheet möglich. Über „Controlled Sharing“ lassen sich Dateien auch nur temporäre freigeben.

4x iOS-Screenshots aus der Files-App mit Backblaze-B2-Integration.

Ich benötigte eine konzertierte Minute, bis ich die korrekten Credentials von Backblaze an die richtigen Stellen kopierte. Spoiler: „Application Key“ ungleich „Master Application Key“. (Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.)

Die Dateien-App startete mit iOS 11 im Jahr 2017 extrem rudimentär, legte jedoch ordentlich Strecke zurück und verbesserte sich fortlaufend. S3 Files fordert Apple definitiv noch einmal heraus, indem es eine Integration von professionellem Cloud-Speicher für seine Dateien-App anbietet.

S3 Files ist erst eine Woche alt, ich habe aber direkt zugeschlagen. Eine bequeme und zugängliche Möglichkeit für ein drittes oder viertes Backup von ausgewählten Dateien nehme ich nämlich gerne an.

#362 – Hören, statt lesen. #TextToSpeech

Im Vergleich zu heute funktionierte „Text zu Sprache“ vor wenigen Jahren nur extrem rudimentär. Inzwischen stimmt nicht nur die Qualität der Stimmen, sondern der mühelose und kostengünstige Zugang führte zu einer Demokratisierung dieser Technik – ohne die ich nicht mehr will.

Hier das Intro zur Episode:
iPhoneBlog #one kann man abonnieren. Alle Abonnent:innen bekommen jede Woche ein neues „Gewusst-wie”-Video, den Zugriff auf alle schon veröffentlichten Episoden und die Einladung zu einer ganz besonderen Community in einem privaten Slack-Kanal. iPhoneBlog #one ist ausschließlich von Lesern und Leserinnen finanziert und unterstützt direkt das iPhoneBlog.

„Who killed Google Reader?“

Screenshot der „Killed by Google“-Webseite.

Google tried its best to bury the announcement: it made it the fifth bullet in a series of otherwise mundane updates and published the blog post on the same day Pope Francis was elected to head the Catholic Church. Internally, says Mihai Parparita, who was one of Reader’s last engineers and caretakers, “they were like, ‘Okay, the Pope will be the big story of the day. It’ll be fine.’ But as it turns out, the people who care about Reader don’t really care about the Pope.”

David Pierce | The Verge

Google-Produkte: spaßig, aber unzuverlässig. Alleine in diesem Monat merkten das Nutzer:innen von Google Domains und AnyList-Kund:innen auf Googles „Smart Displays“. Anfang des Jahres war es Stadia – nachdem das bereits seit zwei Jahren absehbar war.

Ich bin gespannt welches Alter die #BestPhonesForever sehen, beziehungsweise wann sie auch auf „Killed by Google“ gelistet sind.

Aber RSS! Feedbin bleibt ein fantastisches Backend für ganz viele grandiose Frontends.

„A few thoughts on Apple Vision“

Apple PR-Bild der Vision Pro von oben.

I see AR and VR as interesting developments for specific activities and forms of entertainment. Places you go for a limited amount of time for leisure. From a user interface standpoint, I can’t see how a person would want to engage in hours-long working sessions in a mixed-reality environment. The interaction model is rudimentary, the interface looks pretty but pretty is not enough if there’s less intuitiveness and more fatigue than using a Mac or an iPad or an iPhone. Everything that Apple has shown you can do with Apple Vision Pro, every use case they proposed, it’s something I can do faster and more efficiently on any other device. I don’t think that replicating the interface of iOS, iPadOS and Mac OS by projecting it on a virtual 3D space is the best implementation for an AR/VR device. It makes for a cool demo. It makes you look like you finally made real something we used to see in sci-fi shows and films. But in day-to-day sustained use, is it actually a viable, practical solution? Or is it more like a gimmick?

Ich widerspreche in fast allen Punkten, aber Riccardo Mori formuliert eine (in sich) schlüssige, nachvollziehbare und äußerst lesenswerte Kritik.

In erster Linie ignoriert sie allerdings die überschwänglichen „Hands-on“-Berichte — die universell euphorischen Erfahrungsbeschreibungen von Personen, die die halbstündige Präsentation erlebten (und ich glaube, Vision Pro muss man erleben).

Das letzte Computerjahrzehnt hat mich (mindestens) zwei Dinge gelehrt:

  • Das Warum? zeigten tatsächliche Innovationen nur selten am Erstverkaufstag. Eine Nützlichkeit differenzierte sich häufig erst sehr viel später heraus. Stichwort: „a phone, a widescreen iPod and an Internet communicator“ – wobei der „Internet communicator“ im Jahr 2007 keinerlei Applaus erhielt. Oder denken wir an die erste Welle von App-Store-Apps: Die waren allesamt Quatsch eine Spielerei.

Aber es waren beeindruckende Spielereien, was mich zu Punkt 2 bringt:

  • Computer müssen ansprechen. Es gewinnt nicht mehr der produktivste oder leistungsfähigste PC, sondern die Emotion. Das Wie (man etwas bedient/benutzt), ist so wichtig wie das Was (damit insgesamt möglich ist).

„What’s a computer?“ ist zwar Apples iPad-Slogan, aber er lässt sich mühelos übertragen. Er beschreibt den (viel zu häufig unterschätzen) „Wow-Faktor“; Unbequemlichkeiten, die Personen willentlich in Kauf nehmen, weil sie etwas fasziniert. Es beeindruckt so sehr, dass man diverse Shortcomings akzeptiert.

Keine der Personen, die Vision Pro ausprobieren konnte, hat Antworten auf die Warum?-Fragen. Wie auch?! In allen Berichten erkannte ich jedoch einen Faszination – ein „Wow“.

„Apple finally breaks Android’s grip on Southeast Asia“

2x iPhone-Screenshots der Facades-App, die alle Apple Stores verzeichnet.

Screenshots via Facades

Yuni Pulungan, a 28-year-old project manager at a nonprofit in Jakarta, always thought of iPhones as luxury devices — too expensive to ever consider seriously. But when the Android phone she had used since 2019 ran out of storage and the camera started to degrade, she began to mull switching to a higher-quality phone, one she’d be able to enjoy and use for years to come.

In April, after nearly a year of meticulous research and teetering back and forth, Pulungan finally cracked and bought an iPhone 13. She hasn’t looked back. “The phone is durable and the camera doesn’t shake when recording videos,” she told Rest of World. “The audio is also good.” The sting of the high cost — $798, more than double the average monthly salary in urban Indonesia — was made much less painful with a cashback deal from the e-commerce site she bought it from. […]

Young professionals who had switched from Android to iOS in the past 12 months told Rest of World they were wooed by the phone’s superb camera and build, and its intuitive operating system. They said they would continue to buy iPhones as long as the quality of the brand held.

Rest of World

Verkaufsargument Qualität? Schockierend!

„Why Apple’s Vision Pro Will Change Movie-Watching“

Forecasts, of course, don’t account for the fact that “attention” will shift with the introduction of new “face computers.” Just as the iPhone siphoned attention away from traditional forms of media to new media formats (the latest being TikTok), movie theaters will fight an uphill battle for attention and wallets. Eventually, the future haters in Hollywood will have to make movies for the audience that will natively want an immersive, spatial experience.

Sure, it won’t happen in the next three years, but it will happen. Even though I experienced it for half an hour, I have no qualms in saying that Vision Pro is still underhyped.

Om Malik

Kinos schließen ihre Türen – auch ohne Vision Pro.

Smartphones räumen weiterhin die Unterhaltungsnachfrage von unten auf; die sind gut genug für alle „Füller-Inhalte“. Gesichts-Computer knabbern dagegen zuerst am oberen Ende des HiFi-Geschäfts. Surround-Anlagen sind vielerorts bereits durch Kopfhörer spatial Audio-Erlebnisse abgelöst; TV-Sets stoßen an ihre physikalischen Limits – nicht im Preis, sondern als unhandliche und nicht akzeptierte Objekte im Wohnbereich.

Bild aus leerem Kinosaal mit generischem Superhero-Film auf der Leinwand.

Filme selbst sind keine begrenzte Ressource mehr; es gibt immer etwas zu schauen und niemand schert sich um exklusive Release-Fenster.

Insgesamt mangelt es nicht an Entertainment. Entertainment ist heutzutage vielmehr eine Frage der persönlichen Zeiteinteilung. Deshalb konkurriert Netflix nicht nur mit Disney+ und HBO MAX, sondern gleichzeitig mit Fortnite und TikTok.

Film- und TV-Konsum ist dabei keine Unterhaltungsform mehr, die mehrere Personen zusammen erleben (müssen). Mittlerweile hat jeder seinen eigenen Screen – Kinder eingeschlossen. Im Gegensatz zu früher wählt man nun bewusst seine „SharePlay-Erlebnisse“, und streitet nicht mehr um eine Fernbedienung.

Screens machen uns per se nicht einsam, aber sie zeigen eine neue Eigenverantwortlich für soziale Interaktionen. Es ist eine moderne Herausforderung, sich für das Beisammensein zu entscheiden. Was früher quasi von selbst passierte, muss heute aktiv gewollt und angestoßen sein.

Während meiner Kindheit spielte ich Videospiele alleine. Es gab keinen Online-Mode, sondern maximal einen lokalen Multiplayer. Meine Kids genießen Videospiele nun nicht mehr mit drei Freunden, die sich um eine Mattscheibe drängeln und auf ein winziges Bildschirmviertel schauen, sondern chatten gleichzeitig mit zehn Klassenkamerad:innen online.

Im Gegensatz dazu waren Filme schon immer besser, wenn man ungestört in sie versinken konnte – losgelöst vom gemeinsamen Austausch im Nachgang. Diese soziale Interaktion ist von der tatsächlichen Unterhaltung zu trennen, während sie bei Videogames ein substanzieller Teil des Erlebnisses ist.

Klar ist: Kinosäle schließen nicht von heute auf morgen. Sie verlieren jedoch ihre gesellschaftliche Relevanz, während das Unterhaltungsmedium Film bereits über neue Vertriebswege trampelt.

„Astroversary“ erinnert an Geburtstage

That one app that reminds you of birthdays and the presents you want to gift, so you don’t forget them.

Astroversary

Die iPhone-App von Marvin und Dom beweist abermals: Eine gepflegte Kontakte-App lohnt. Von dort zieht sich Astroversary nämlich alle Geburtstagstermine – für einmalig 3 Euro.

Kalendermuffel (wie ich) verpassen die Ehrentage von Freunden und der Familie leider regelmäßig – weil wir nicht oft genug in den Tagesplaner schauen. Ich gestehe gerne: Mir diente schon öfter ein Push von Apples Fotos-App als Erinnerung von Geburtstagen. (Kalenderprofis installierten dagegen sicherlich schon das exzellente Cardhop.)

Apple-Watch-Screenshot einer „New Photos Memory“.

Kurze Schlussanmerkung: Das „Onboarding“ für Astroversary wäre so viel runder, wenn’s eine (vorab) bezahlte App-App-Store wäre. Das scheint mittlerweile jedoch so unattraktiv (und regelrecht abschreckend), dass ich den In-App-Umweg aus Sicht von Softwareentwicklern sehr gut verstehe.