Auf Fashion folgt Funktion: Smarte Apple-Watch-Armbänder sind nur eine Frage der Zeit

Die Armbänder der Hermès Apple-Watch-Edition stehen ab dem 19. April auch separat zum Verkauf. Bislang kann man das Single Tour Band (350 Euro), das Double Tour Band (500 Euro) und das Cuff (750 Euro) nur zusammen mit der Uhr shoppen.

Das alleine ist mir keine Meldung wert, aber das Thema ‚Apple Watch Armbänder‘ ist insgesamt überraschend lebhaft. Nach knapp 12 Monaten hat Apple sein initiales Start-Angebot bereits kräftig erweitert. Alle Armbänder – mit Ausnahme des Gliederarmbands – gibt es mittlerweile in (wesentlich) mehr Farben; das klassische Armband wurde einmal runderneuert und das Nylonarmband in sieben Farbkombinationen frisch in den Bestand aufgenommen. Mittlerweile braucht es eine interaktive Galerie um die unterschiedlichen Kombinationen der Uhren und Bänder zu präsentieren.

iPhoneBlog.de_Nylonarmband

Mit Blick auf die Auswahl fällt auf, dass alle diese Armbänder sich in der Kategorie Fashion einordnen. Kein Apple-Armband erweitert die Uhr um eine technische Komponente. Ich bin mir sicher, das ist ein bewusst gewählter Schritt um die Uhr im ersten Jahr als Uhr zu erklären (genauso wie das iPhone im Jahr 2007 als Telefon und nicht Computer vorgestellt wurde).

Dass aber die Armbänder der Apple Watch zukünftig nicht nur ein modisches Zubehör bleiben, sondern auch technische Funktionen übernehmen, steht für mich außer Frage.

Neil Cybart:

Apple Watch will likely take the hybrid approach. Watch cases will retain much of their familiarity and see more evolutionary changes while Watch bands will become much smarter over time and capable of eventually replacing even Watch cases. While the Apple Watch continues to be underestimated, Watch bands rather than Watch cases will prove to possess the larger amount of surprise.

Apple Watch’s Future Will Include Smart Watch Bands

Ideen sehen wir bereits in ersten Patentschriften oder in Start-ups wie dem von Ex-Google+-Chef Vic Gundotra, der aktuell auf die Zulassung seines EKG-Armbands wartet.

Laut Tim Cook wechseln ein Drittel aller Apple-Watch-Besitzer regelmäßig ihr Armband. Möglich ist das nur durch den mühelosen Mechanismus. Bei mir dauert so ein Armbandwechsel nie länger als 20 Sekunden. Selbst für eine Stunde Sport ist das keine Anstrengung. Und so wird’s auch smarten Armbändern ergehen, die man nur für einen ganz bestimmten Zweck anlegt.

Die Libratone ZIPP und ZIPP MINI

Ich empfand die alten Libratone-Lautsprecher-Modelle als eher mäßig hübsch. Die zwei neuen Versionen dagegen, der ZIPP (Affiliate-Link) und der ZIPP MINI (Affiliate-Link), sind in meinen Augen richtig attraktiv.

Ich konnte beide neuen Lautsprecher über die Osterferien ausprobieren und ein paar Erfahrungen damit sammeln.

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Zur Einordnung: Die Libratone sortieren sich technisch zwischen tragbaren Bluetooth ‚Allerwelts‘-Lautsprechern und stationären Multiroom-Systemen à la Sonos ein. Das gilt auch für ihren Preis: Der MINI kostet um die 200 Euro und liegt damit oberhalb der Gruppe von typischen ‚Unterwegs‘-Boomboxen. Der ZIPP findet sich mit 270 Euro in einem Preissegment, das auch Sonos mit seinen PLAY:1 und PLAY3 besetzt.

Aus dieser Einstufung lassen sich leicht meine persönlichen Vor- und Nachteile ableiten. Die Libratone empfangen Musik und Podcasts über AirPlay – eine drahtlose Verbindung, die Sonos weiterhin schmerzlich vermissen lässt. Gleichzeitig konfiguriert die Libratone-App (kostenlos) nicht unabhängig Musikquelle (Napster, Amazon Music, Soundcloud, etc.), die dann ohne Umwege mit den Boxen kommunizieren – Spotify Connect, das direkt eine Verbindung zwischen den Libratone und den Spotify-Servern aufbaut, einmal ausgenommen. Das bedeutet: Streamt mein iPhone von Apple Music an die Boxen, unterbrechen andere Soundausgaben des Telefons – Tastaturklicks, YouTube-Videos, Netflix, etc. – die Musik auf dem Lautsprecher.

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Für mich ist neben dem Klang (huch, wo kommt dieser Bass her?!) die Optik das entscheidende Verkaufsargument. Das gilt insbesondere für einen Lautsprecher, der mit 360-Grad-Sound um eine zentrale Platzierung – beispielsweise die Tischmitte – wirbt (und deshalb auch über mehrere Stunden auf Akkubetrieb läuft).

Die wechselbaren Überzüge, die sich mittels Reißverschluss tauschen lassen, verzücken (mich). Die Touch-Knöpfe an der Stirnseite sehen stilvoll aus, erschließen sich mir aber ohne Blick in die Anleitung nicht. Clever ist dagegen die Idee, seine Hand einige Zentimeter über eine der Lautsprecherboxen zu halten, um diese damit temporär verstummen zu lassen.

Die App, die mehrere Libratone-Boxen zu einem ‚SoundSpace‘ zusammenschnürt, ist dagegen schlicht und intuitiv. Leider booten die Boxen, die sich im Akkubetrieb ohne Musikwiedergabe von alleine abschalten, schnarchend langsam.

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Der Ausflug auf die Libratone hat mir einmal mehr gezeigt, das verkabelte Lautsprecher für mich keine Attraktivität mehr besitzen. Die Sonos brauchen Strom und funktionieren dann innerhalb der eigenen vier Wände. Die Libratone führen diese Idee noch einen Schritt weiter. Es sind Multiroom-Lautsprecher, die für acht Akku-Stunden komplett aufs Kabel verzichten.

Für mich persönlich sind die Abstriche, die diese Portabilität mit sich bringt, zu groß. Die unterschiedlichen Vorlieben sind aber klar erkennbar: Die Ostertage – mein Testzeitraum für die Libratone – verbrachte ich bei meinen Eltern. Und dort im Haus war es förmlich ein Genuss die beiden Lautsprecher-Modelle der dänischen Firma vom Esszimmer in den Garten, vom Garten in die Garage und zurück in die Küche zu tragen.

WhatsApp verschlüsselt

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Erstens: Ich ziehe meinen Hut vor Jan Koum, Brian Acton und Moxie Marlinspike, die WhatsApp (kostenlos), den weltgrößten Messenger, in den letzten zwei Jahren mit einer vollständigen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bestückt haben.

Zweitens: Nun gibt es verschiedene Ziele um private Kommunikation zu schützen, beziehungsweise die grundlegende Idee, sich frei, unbelauscht und offen zu unterhalten, wieder ins digitale Zeitalter einzuführen (nachdem uns das jahrelang anscheinend größtenteils egal war). Eine komplette Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Gesprächsinhalte ist dafür eine von mehreren essentiellen Bausteinen (Open-Source-Programmcode und verschleierte Metadaten sind zwei häufig genannte Checkpunkte, die WhatsApp beispielsweise nicht für sich ankreuzt).

Auch wenn gegenüber allen WhatsApp-Nutzern klar kommuniziert sein sollte was diese Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für ihren Chat-Dienst bedeutet, schmälert dies nicht im geringsten den essentiellen Gewinn. Unterm Strich erhalten nämlich nicht nur über eine Milliarde Nutzer – ab sofort und ohne eigenes Zutun – einen verschlüsselten Kommunikationskanal, sondern auch alle diejenigen, die bislang schon verschlüsselt haben, begrüßen das neue Rauschen. Verschlüsselung als Standardfunktion, als neue Normalität – ein schöner Gedanke, ein schönes Signal.

GUS #198 mit 30 Minuten Miitomo

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Miitomo (universal; kostenlos), Nintendos verspieltes Social Network für Smartphones, ist mindestens interessant. Interessant genug für drei Millionen Leute, die sich die App in den ersten Stunden zogen, und interessant genug um darüber 30 Minuten in ‚Games und so‘ #198 zu sprechen.

TextExpander.com – ein Sync-Abo-Service für Snippets

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The biggest changes to TextExpander on the Mac and iOS are not the apps themselves, but the new service that ties them together. TextExpander.com is a subscription service from Smile that is required for the new versions of TextExpander to work. TextExpander.com serves the dual purpose of syncing your snippets across your Macs and iOS devices, and facilitating snippet group sharing and management among individuals and organizations. Prior versions of TextExpander relied on iCloud and Dropbox to sync snippet libraries. Today’s updates replace those syncing services with Smile’s own syncing solution.

TextExpander Updates Focus on New Service

Ich fürchte, die Umstellung auf das Abo-Modell fliegt ihnen um die Ohren (verlässlichen Sync gab es über Dropbox und iCloud bereits vorher). Ich hoffe, die verbleibenden Hardcore-User, die auf Javascript-Snippets, Fill-in-Snippets oder Snippet-Vorschläge vertrauen, tragen in Zukunft die Entwicklungskosten.

Ich habe nach siebenjähriger Nutzung heute meine insgesamt 22 unverzichtbarsten Textkürzel aus TextExpander rauskopiert und in Apples macOS- und iOS-Systemfunktion ‚Textersetzung‘ eingefügt (Einstellungen ➞ Tastaturen ➞ Textersetzung).

Mir werden die zusammengesetzten Textpassagen fehlen, die TextExpander mit zusätzlichen Informationen – beispielsweise aus der Zwischenablage – automatisch baut. Andererseits funktionieren die Textvervollständigung nun unter iOS systemweit – ohne einen App- oder Tastatur-Wechsel.

Vodafone [Sponsor]

Vodafone unterstützt als Sponsor in dieser Woche abermals das iPhoneBlog. Das Timing ist kein Zufall: Mit diesem Artikel kann ich erneut hinter die Kulissen vom meinem ‚South by Southwest‘-Trip blicken, den ich auf Featured.de, Vodafones Online-Magazin, begleitet habe.

Neben der Konferenz war das Ziel von meinem einwöchigen SXSW-Besuch der Austausch mit Leuten. Deshalb bin ich dort nicht in ein Hotel gezogen, sondern ins German Folks House – ein über Airbnb gemietetes Wohnhaus.

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Dort quartierten sich nicht nur ein Dutzend interessanter Gesprächspartner (Journalisten, Künstler und insgesamt Menschen, die was mit Medien machen) ein, sondern dort besuchten uns auch täglich Gäste. Einige davon luden wir in unsere tägliche Live-Sendung ein um dann mit ihnen über Themen wie 5G, VR-Brillen und 3D-Druck zu sprechen.

Interessante Randnotiz: Die Airbnb-Mietpreise vervierfachen sich regelmäßig in den Wochen rund um das Event – die Nachfrage ist einfach so groß. Die private Vermietung sorgt jedoch auch an anderer Stelle für Aufregung: In den letzten Jahren entfachte in Austin ein ausgedehnter Streit mit den dort ansässigen Hotels, die sich steuerlich benachteiligt fühlen wenn dort Hausbesitzer dauerhaft ihre Wohnungen zur Miete anbieten. Klar ist mittlerweile aber auch: Ohne private Wohnungen ist einfach nicht genug Platz für alle SXSW-Besucher rund um Austin.

Vielen Dank an Vodafone für die Möglichkeit live aus Texas berichten zu können und die Unterstützung von iPhoneBlog.de in dieser Woche.

Zwei Smart Keyboards für zwei iPad Pros

„Das deutsche Tastaturlayout für die zwei iPad-Pro-Smart-Keyboards kommt“, verspricht Apple. Einen genauen Termin konnte man mir dafür aber am gestrigen Freitag nicht nennen – immer noch nicht.

Derzeit lassen sich die zwei Smart Keyboards für die iPad Pros – passend für 9.7” (169 Euro) und 12,9” (179 Euro) – nur mit einer US-Tastenanordnung bestellen. Dabei geht es (natürlich) nur um die aufgemalten Buchstaben; die tatsächliche Belegung der einzelnen Tasten ändert sich jeweils über die entsprechende Software-Einstellung am iPad.

Wer blind tippt, kommt daher sicherlich auch gut mit der US-Beschriftung klar. Nichtsdestotrotz: Eine entsprechende Lokalisierung für dieses erste Smart-Connector-Accessoire erwarte ich. Die Tastatur und der neue Anschluss gehören zu den kommunizierten iPad-Pro-Highlights. Stichwort: „The future of computing“.

Oder anders gefragt: Würde Apple hierzulande auch eins seiner MacBook nur mit US-Tastatur verkaufen?

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Ein klarer Vorteil vom (kleinen) Smart Keyboard ist sein geringes Gewicht. Jason Snell hat nachgewogen:

I couldn’t find any weight information about the accessories on Apple’s web site, so I weighed them all myself. The 12.9-inch Smart Keyboard weights 340g (.75 pounds); the new 9.7-inch Smart Keyboard weighs 225g (.5 pounds).

Dadurch fühlt es sich handlicher an.

Ausschlaggebend ist obendrein die geschrumpfte Größe. Das Smart Keyboard fürs 12,9” iPad Pro hat die vollständige Breite einer Tastatur, so wie man sie beispielsweise auf dem MacBook findet.

Das Smart Keyboard fürs 9,7” iPad Pro ist kürzer und hat kleinere Tasten. Trotzdem bekomme ich vergleichbar viele (fehlerfreie) Anschläge pro Minute damit hin – gezählt mit TapTyping (universal; kostenlos).

Was mich aber am allermeisten interessiert hat: Lassen sich die beiden Smart Keyboards tauschen. Funktioniert die kleine Tastatur mit dem großen iPad und kann ich das 12,9” iPad Pro ans Smart Keyboard für das 9,7” iPad Pro hängen?

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Die Antworten lauten: Ja und Ja.

Ein Bildschirm-Deckel ist das Keyboard dann (logischerweise) nicht mehr. Beide iPads empfangen jedoch über den Smart Connector die Tastaturanschläge beider Keyboards und auch in der Aufstellposition, bei der sich die Keyboard-Tasten an die iPad-Rückseite umschlagen lassen, funktioniert mit wackelfreiem Stand in beiden Kombinationen.

#FBIvsApple – über den unbefriedigenden Ausgang

The DOJ official said the government is not committing to telling Apple how it managed to crack the phone’s security protections, as Apple had requested. That means the FBI is leaving other iPhone users vulnerable to the same hack (…).

Feds drop fight with Apple over terrorist’s iPhone

Das FBI verweigert außerdem in ihrem Statement ob nützliche Informationen auf dem iPhone 5c sichergestellt wurden, was der Jailbreak/Exploit/0day gekostet hat und mit wem zusammengearbeitet wurde – alles ‚classified‘.

Damit steht nun auch offiziell fest, dass die ursprüngliche Aussage der US-Regierungsbehörde, „As a result, without any other alternative, on February 16, 2016, the government applied for […] an Order pursuant to the All Writs Act.“, eine Falschaussage war. Sie sind nicht, „as promised to explore every investigative avenue“, im Interesse der US-Bevölkerung jedem Hinweis zur Aufklärung (und zur Verhinderung neuer Anschläge) nachgegangen. In Bezug auf das iPhone 5c verlief die Kriminalarbeit eher so nach dem Motto: Erst (auf alles) schießen, dann recherchieren.

So ist es schwer optimistisch zu bleiben. Und trotzdem: Ich hoffe, dass die Richter zukünftiger Fälle kritischer rückfragen ob ein GovtOS wirklich „alternativlos“ ist (und welche desaströsen Konsequenzen entstehen wenn jedes unserer Geräte eine Hintertür hat).

Derzeit fühlt sich der Ausgang dieses Streits wie eine Wette beim Pferderennen an, bei dem das FBI seinen Wetteinsatz auf der Zielgeraden zurückzieht und sein gesetztes Geld wieder einsteckt. Kein Ergebnis, keine Konsequenzen – als ob nix passiert wäre. Läuft das jetzt jedes Mal so?

Es klingt hochtrabend, aber ein Prozess wie dieser zielt schlussendlich auf die Frage ab in was für einer Gesellschaft wir leben wollen. Es gibt nämlich nur Verschlüsselung oder keine Verschlüsselung – Privatsphäre oder keine Privatsphäre.

Kriminelle haben sich diese Frage bereits beantwortet: Sie verschlüsseln. Die Mathematik dafür ist freies Wissen – auf jedem (Smartphone‑)Computer einzusetzen. Wer sich auskennt, schützt seine Informationen, seine Privatsphäre und seine Kommunikation. Ein Gesetz dagegen trifft nicht diese Leute, sondern potenziell alle anderen.

Setzen wir Verschlüsselung mit Privatsphäre gleich ist diesen „anderen“, den Leute die darauf Wert legen aber ihr Betriebssystem und ihre Apps nicht selbst kompilieren, nur ein iPhone zu empfehlen.

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Quelle: Ars Technica