Noch ein Auto-Runner: Rayman Adventures

Ubisoft bereitete mir mit diesem Trailer zum Wochenbeginn kurzfristig Hoffnung, dass Rayman seinen iOS-Job als ‚Auto-Runner‘ an den Nagel hängt. Diese Hoffnung währte nur kurz: Soeben softlaunchte Rayman Adventures (F2P; NZ-Link) im neuseeländischen App Store durch den unser gliederlos-glücklicher Held weiterhin vollautomatisch flitzt (obwohl man die Rennrichtung selbst bestimmt).

Nicht falsch verstehen: Jungle Run und Fiesta Run (2.99 €; universal; App-Store-Link) waren unterhaltsame Titel. Ich hätte mir lediglich einen Gameplay-Wechsel gewünscht. Geschicklichkeitsspiele finden wir hundertfach im App Store; gelungene Jump’n’Runs bleiben Ausnahmen. iOS hätte ‚Rayman-Qualität‘, so wie auf Wii U oder PlayStation Vita, auch verdient.

Zwei neue iPhone-Ads: Hardware & Software + Loved

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„If it’s not an iPhone, it’s not an iPhone“ ist das neue „If you don’t have an iPhone, you don’t have an iPhone.

‚Public Beta‘ von iOS 9 und Mac OS X El Capitan

Die erste öffentliche iOS-Beta auf Version 8.3 war rückblickend nur das ‚Warm-up‘; heute erleben wir den ersten großen iOS-Versionssprung mit Apples Testprogramm.

IPhoneBlog de Apple Beta Software Program

Wer sich überlegt dort teilzunehmen, sollte nicht zuerst die Frage nach der allgemeinen Performance und Stabilität stellen – deshalb betatestet man schließlich. Zu bedenken ist: App-Store-Entwickler dürfen Software, die Gebrauch von neuen Schnittstellen und Features macht, bis zum finalen Release nicht einreichen. Multitasking am iPad Air 2 wird so beispielsweise bis Herbst ausschließlich den Apps von Apple vorbehalten sein.

Auch ein Anspruch auf Service und Support gegenüber Drittanbieter-Apps besteht nicht. Die konstanten Änderungen am Betriebssystem wirken sich mitunter auf installierte Apps aus1, bei denen seine Entwicklerteams nicht zwangsläufig ein Bugfix-Update bereitstellen können.


  1. Meine aktuellen Problem-Apps unter iOS 9: VSCOcam, YouTube, Overcast und Plex. 

Kleinigkeiten aus der iOS 9 beta 3

iOS 91 galt schon im Februar als „Performance- und Stabilitäts-Update“. Mittlerweile ist klar: Apple spart auch dieses Jahr nicht an neuen Features.

Ich applaudiere insbesondere den (unter anderem im Bild markierten) Kleinigkeiten, für die diesmal Zeit blieb.


  1. Deckname: Monarch 

Instagram-Uploads in höherer Auflösung bei niedrigem Zuwachs der Dateigröße

IPhoneBlog de Instagram

Instagram zieht sich seit letzter Woche eure Uploads in der besseren 1080×1080-Auflösung – zuvor waren es magere 640px. Michael Zhang verglich heute die Bildqualität und die Dateigröße, weil (natürlich) sofort wieder Bedenken über die mobile Datennutzung aufkamen.

The new file weighs about 110 KB, while the old one was about 84 KB. That’s a relatively insignificant increase given how many more pixels are now being stored and displayed with the larger photos.

Instagram Resolution Increase: Here’s How It Affects Image Quality and File Size

Slice Intelligence und die Apple-Watch-Verkaufszahlen

IPhoneBlog de Without a Slice of Intelligence

Nachdem Slice Intelligence mit eindimensionalen Grafiken über vermeintliche Apple-Watch-Verkaufszahlen immer noch dankbare Nachrichtenportale zum unreflektierten Abdruck findet, sei erneut die erhebliche Fragwürdigkeit aufgezeigt.

  • Im letzten Jahresviertel erwirtschaftete Apple 16.8 Milliarden US-Dollar alleine in China. Zur Einordnung: Das ist mehr als Googles gesamter Quartalsumsatz. Slice erfasst keine einzige Apple Watch, die in China verkauft wurde. Genau genommen bezieht ihre Statistik kein einziges der anderen 15 Startländer ein.
  • Apples Uhr ist nun seit 2.5 Monaten im Verkauf. Es ist mutig mit einer Datenbasis von US-Kunden, die freiwillig eingewilligt haben sich von einem Markforschungsinstitut in ihren Posteingang schauen lassen, tägliche (!) Angaben über Bestellungen zu prognostizieren.
  • Apple holte Mitte Juni erstmals alle rückständigen Bestellungen auf („Demand divided by supply is greater than one“). Seit Mitte Juni lässt sich die Uhr nicht nur online kaufen, sondern auch zur Abholung in einem Apple Store reservieren. Mitte Juni bricht bei Slice Intelligence die Käuferkurve ein. Zitat: „Apple Watch sales continue to decline in June.
  • Ein anderes Fallbeispiel aus jüngerer Vergangenheit bestärkt nicht unbedingt die Datenqualität. Slice sagte zum Start des iPhone 6 und 6 Plus voraus: 85-Prozent der Vorbesteller besitzen bereits ein iPhone. Zwei Drittel der iPhone-6-Käufer seien ‚Upgrader‘, die bereits ein iPhone 5, 5s oder 5c benutzen. Ein halbes Jahr später äußerte sich Tim Cook zur Neukunden- vs. Bestandskunden-Frage.

STAMP: Spotify-Playlisten ➞ Apple Music

IPhoneBlog de For You

STAMP ist ein (zweiter) noch sehr wackliger Versuch seine Spotify-Wiedergabelisten zu Apple Music umzuziehen. Das Skript kopiert per Hand die Songtitel aus einer CSV-Datei in die iTunes-Suchmaske und fügt die Treffer anschließend ‚My Music‘ hinzu. Aus der Wiedergabeliste ‚Zuletzt hinzugefügt‘ fischt man dann alle neuen Musiktitel und packt sie in eine eigenständige Playlist.

Ich habe damit erfolgreich, allerdings erst nach mehreren Anläufen, eine Wiedergabeliste mit 19 Titeln abklappern lassen und die Musik im Anschluss übernehmen können. Hier fünf erste Tipps zur jetzigen Version 1.2:

  • Den Export seiner Spotify-Wiedergabelisten als CSV-Datei stößt man über Chrome oder Firefox an. Safari lädt die Datei von Exportify nicht.
  • STAMP, das Skript im Mantel einer Mac-App, benötigt ‚Accessibility‘-Zugriff (➞ Einstellungen ➞ Security & Privacy) um überhaupt zu starten.
  • Damit die vorprogrammierte Routine auch alle Buttons richtig trifft, ist es entscheidend das ihr in iTunes mit dem richtigen Account eingewählt seid, der Testzugang für Apple Music bereits freigeschaltet wurde und die iCloud Music Library erfolgreich synchronisiert.
  • Bevor ihr STAMP anwerft, sollte der Tab ‚New‘ in iTunes ausgewählt sein.
  • Während die ‚Copy & Paste‘-Suche läuft, Finger weg von Maus und Tastatur.

Bartosz Hernas hat sein Projekt vor gerade einmal 24 Stunden gestartet. Es ist alles noch sehr experimentell.

Eigentum verpflichtet. Musik-Miete nicht.

Apple Music ist nun eine Woche alt. Dabei verging kein Tag an dem Apples Streamingdienst nicht im Zusammenhang mit irgendeiner Meldung gelobt und kritisiert, verteufelt und vergöttert wurde. Aber blenden wir das alles, die offensichtlichen Bugs, die Fehlkommunikation und auch die Begeisterung für den Moment aus. Viel davon wird sich bereits über die dreimonatige Testphase ausbügeln, einspielen, abkühlen, festsetzen und besser verstanden werden.

Die Frage, die mich interessiert, betrifft die langfristige Perspektive von Musikstreaming. Ich habe keinen Zweifel daran das Musikbesitz, so wie wir ihn seit CDs, Napster und iTunes kennen, in den Hintergrund treten wird. Musikstreaming ist das Format mit den meisten Vorteilen; Smartphones und Tablets sind bereits heute die bevorzugten Abspielgeräte.

IPhoneBlog de Music Miete a

Apple Music schreibt sich spät ein. Insbesondere wenn man YouTube als übermächtige (Musik‑)Streaming-Plattform berücksichtigt. Beschränkt man seine Perspektive auf Spotify, Rdio und Co., ist man mit ein paar Millionen zahlender Kunden dagegen noch relativ jung dabei.

Apple Music ist der erste Dienst, der auf einen Schlag ganz viele Leute vor die Frage für bezahltes Musikstreaming stellt. Ein (zentrales?) wiederkehrendes Argument: „Wenn ich miete und aufhöre zu zahlen, habe ich nichts mehr.“

Die Argumentation übersieht, dass wir in ganz vielen anderen Lebensbereichen die Miete bereits dem Eigentum vorziehen. Wir nutzen Carsharing oder Uber, weil wir nicht täglich neu nach Parkplätzen suchen wollen; den (TÜV‑)Termin und Sommerreifenwechsel anstrengend finden oder es schlicht genießen unterschiedliche Fahrzeuge auszuprobieren. Mit der Miete einer (Airbnb‑)Wohnung verhält es sich nicht anders: Man ist ungebunden, frei in seiner (Reise‑)Auswahl und die Verpflichtungen sind gering.

Eigentum kostet. Auch bei digitaler Musik.

Festplatten sind zwar günstig, der (Transport‑)Aufwand ist aber hoch. Wir alle haben in den letzten 15 Jahren schon auf Gigabyte große Laufwerke gewartet, wie sie Musikordner kopieren. Wir haben iTunes-Bibliotheken aussortiert, weil man beim Umstieg auf SSDs plötzlich mit seinem Platz haushalten musste. Jeder von uns hat Metadaten für Musik aus Torrent-Downloads nachgetragen oder Geld in Rohlinge versenkt.

Zugegeben: Das alles waren Technologien ihrer Zeit. Oft ging es nicht anders. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei. Das bedeutet auch: Ein Streamingdienst koppelt den Computer ab. Musik gehört auf Lautsprecher und Kopfhörer. Der PC durfte bislang nur mitspielen, weil er die Speicherkapazität für die Verwaltung der lokalen Dateien übernahm. Mit einem Streamingservice erfüllt er in der Kette keine Funktion mehr. Man klappt ihn zu und die Musik spielt trotzdem weiter. Und da die Anzahl der Smartphones schon lange die der Computer überrundet hat, haben durch die Verbreitung von Streaming-Diensten viel mehr Personen Zugriff auf Musik.

IPhoneBlog de Music Miete b

Seitdem ich mein Spotify-Abo, später mein ‚Beats Music‘-Abo, bezahle, liegt mein Musikordner weitgehend unangetastet auf einer separaten Festplatte – ohne Backup. Eigentlich fordere ich heraus, dass diese HDD den Geist aufgibt. Vermissen würde ich sie nicht.

Ihr merkt: Ich bin niemand der Musik gesammelt oder gepflegt hat. Seit 2010, seit Spotify, sieht die Musikindustrie trotzdem Geld von mir. 120 Euro im Jahr stehen dabei nicht annähernd im Vergleich mit meinen Investitionen davor. Der Komfort ist es mir aber wert, und die Musik natürlich auch. Seitdem Beats Music aber seine Playlisten nicht einem Computeralgorithmus überlässt, gewinnt Streaming für mich auf ganzer Linie.

Beats Music, heute Apple Music, ist ein ‚All-you-can-eat‘-Buffet, bei dem man wahllos zugreift, sich alternativ aber auch vom Küchenchef verschiedene Menüs zusammenstellen lässt, die tatsächlich harmonieren.

Aber: „Wenn ich aufhöre zu zahlen, habe ich nichts?!“

Falsch. Du hattest Zugriff auf mehr Musik als du dir jemals kaufen kannst. Einige der vorgeschlagenen Wiedergabelisten sind nur möglich, weil der komplette Musikbestand zur Auswahl herangezogen wird.

Zugegeben: Wer sich nur zwei bis drei Alben pro Jahr kauft, immer nur diese Titel in Dauerschleife hört und kein Interesse an einem Remix seiner eigenen Musik oder ähnlich gelagerten Künstlern hat, und es obendrein erträgt per Hand seine Songs auf alle Geräte zu synchronisieren, fährt finanziell günstiger.

Doch wie lange? Selbst wenn man kauft, sitzt man nur auf der jeweils aktuellen Qualität. Wer früher Kassetten gehört hat, ist (bis in alle Ewigkeit) daran gebunden. Wer CDs erwarb, hat heute kein HD-Audio. Die Option auf einen Streamingdienst zu wechseln, bei dem (potenziell) die Qualität, der Service und die Software automatisch wächst, ist reizvoll. Miete verpflichtet nicht; Besitz schon.

IPhoneBlog de Music Miete c

Es erklärt sich von selbst, dass jeglicher Setup-Aufwand entfällt. Wer sich auf einem neu gekauften iPhone oder Mac einloggt, findet dort alle seine Titel, Playlisten und Konfigurationen vor.

Natürlich kann man all dem abschwören und weiter seine eigene Mediathek pflegen. Einige Übergangsprobleme, die ich überhaupt nicht übersehen möchte, sind groß. Mobilfunkverträgen fehlt weiterhin richtiges Datenvolumen. Nicht jeder Titel ist auch als Stream zu erhalten.

Apple Music probiert deshalb den Spagat zwischen Kunden, die bereits Musik mitbringen sowie neuen Hörern, die nie zu Käufern wurden. Kein anderer Streamingdienst musste oder wollte sich dieser Herausforderung annehmen. Das ist keine Entschuldigung für die (teilweise gravierenden) Probleme, sondern eine Aufforderung ihnen nachzugehen. Es ist sicherlich einer der Gründe, bei dem die ausschweifende Probezeit von drei Monaten hilft.

Die knapp 100 Tage – eine typische Schonfrist für Politiker und Präsidenten, dient aber in erster Linie dazu den Wandel nachzuvollziehen, sich darauf einzustellen, dass Musikkonsum sich erneut ändert.