Die FAQs der Quartalszahlen bleiben Zeitverschwendung.

Erfolg verdeckt Schwächen. Trotz Rekordverkäufen für iPhone und iPad steht Apple in den kommenden Jahren vor realen Herausforderungen. Keine dieser ernsthaften Aufgaben stand jedoch in der gestrigen Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen in der Diskussion. Keiner der anwesenden Analysten scheint die tatsächlichen Schwierigkeiten zu verstehen. Keiner scheint Apple zu verstehen.

IPhoneBlog de Q1 2014 Macworld Umsatz

Dan Miller | Macworld.com

Klar ist: "The iPhone Company" steht und fällt mit dem Erfolg seiner Telefone. Die Fragestunde an Tim Cook und Peter Oppenheimer zielte allerdings ausschließlich auf die 5c-Performance und dessen Preisgestaltung – ohne Weitblick. Wie gefährlich ist es, ein so dominantes Produkt zu besitzen?

[…] the fact that the iPhone is more important to Apple than it has ever been. And it’s hard to imagine another product changing that.

MG Siegler

Dass der durchschnittliche iPhone-Verkaufspreis erstmals seit Monaten wieder anzog, und sich derzeit bei 637 US-Dollar festsetzte, blieb ebenfalls ohne Rückfrage. Zu erfahren war, das lediglich "der Mix" in der iPhone-Produktion ein paar Extra-Wochen benötigte um der Nachfrage zu entsprechen.

Auch Personal bleibt ein potenzielles Problem. "15 strategische Akquisitionen" nahm Tim Cook nach eigener Aussage im Jahr 2013 vor.

"The problem isn't that Apple is bleeding talent, the problem is that they could. It would be devastating to the company."

John Gruber | The Talk Show #33

Fragen dazu? Fehlanzeige.

Und natürlich Software und Services. Der iPod ist tot. Eine Halbierung der verkauften Stückzahlen gegenüber dem Vorjahresquartal ist vernichtend. Aber das ist keine Überraschung. Im Gegensatz zu den Nachrichten von gestern hätte man hinterfragen dürfen was das nächste Jahr für iCloud bereithält, wie die Werbefinanzierung für iTunes Radio anläuft oder wie es nach dem holprigen iOS7-Start weitergeht.

Diese aktuellen Projekte sind essentielle Verkaufsargumente der Hardware. So verdient Apple sein Geld. Man muss auf diese Themen nicht unbedingt Antworten erwarten. Manchmal tut es schon eine treffende Frage an die Firmenspitze.

iTunes is dead. But it’s still the big play. Microsoft became trapped in the Windows legacy and now, it appears, that Apple is becoming trapped into the iTunes legacy.

Guy English

Populärer war es natürlich auch diesmal auf unveröffentlichte Produkte anzuspielen. Die ausgefuchsten Formulierungen verliefen aber auch gestern wieder im Sand. Es ist vergeudete Zeit aller Teilnehmer wenn Tim Cook keine Probleme bei Apples Innovationskraft sieht oder Touch ID für E-Commerce spannend findet.

Potenzielle Sollbruchstellen dagegen, die tatsächlich eine Auswirkung auf das Wohl der Firma haben, wurden umschifft.

Für Wall Street bleibt Apple damit weiterhin unverstanden. Wundert sich wirklich noch jemand, dass die unterbewertete Aktie im nachbörslichen Handel einknickte?

Facebook-Update: „Ich möchte das nicht sehen“

IPhoneBlog de Facebook 6 9

Die iOS-Facebook-App (kostenlos; universal; App-Store-Link) erlaubt nicht nur das Verbergen von einzelnen Nutzern und das Ausblenden von Werbung, sondern versteckt auch alles von Foursquare, YouTube und Twitter – inklusive Crosspostings.

Um abgeklemmte Personen(-Beiträge) wieder in den News Feed zurückzuholen, muss man das Web-Interface bemühen.

Q1/2014 für Cupertino: 51 Millionen iPhones + 26 Millionen iPads

Q1/2013: „Boom! BaDaBoom!

Q1/2014: „Boom! BaDaBaDaBoom!“

Im zurückliegenden Weihnachtsquartal, das am 28. Dezember endete, verkaufte Apple 51 Millionen iPhones. Ein neuer Rekord. An den Geschäftszahlen von Q4/2013 beteiligten sich die zwei iPhone-Modelle mit lediglich einer Verkaufswoche. Die drei Monate, auf die wir hier zurückblicken, gehören damit zum ersten Mal voll und ganz den zwei Telefon-Varianten von Apple (und einer Handvoll iPhone 4s).

IPhoneBlog de iPhones Q1 2014

Für das iPad mini ist es erst das zweite Weihnachtsquartal überhaupt. Das Produkt, das heute fast nicht mehr aus dem Bestand wegzudenken ist, begleitet uns erst 15 Monate. Eine Aufschlüsselung nach Modell gibt es bei Apple bekanntlich nicht. Für die vier iPad-Ausführungen, die aktuell verkauft werden, verzeichnet Apple in Q1/2014 26 Millionen neue Besitzer. Ebenfalls: ein Rekord.

IPhoneBlog de iPads Q1 2014

Mit 6.05 Millionen Geräten spielt der iPod aus finanzieller Perspektive keine Rolle mehr. Apple verzichtete bereits seit mehreren Geschäftsquartalen auf die explizite Erwähnung der Musikmaschine in den dazugehörigen Pressemitteilungen. 4.8 Millionen Macs halten dagegen ihre Nummern stabil; in Q4/2013 fanden 4.6 Millionen Rechner neue Eigentümer.

Der US-Konzern verzeichnet insgesamt 57.6 Milliarden US-Dollar an Umsatz. Der Nettogewinn beträgt 13.1 Milliarden US-Dollar oder 14.5 US-Dollar pro Aktie. Die Bruttogewinnspanne liegt bei 37.9-Prozent.

“We are really happy with our record iPhone and iPad sales, the strong performance of our Mac products and the continued growth of iTunes, Software and Services,” said Tim Cook, Apple’s CEO.

Um 23 Uhr deutscher Ortszeit erläutert Tim Cook in einer Telefonkonferenz diese spannenden Quartalszahlen.

via Apple.com/PR

Für Pinboard.in: Pushpin 3.0

IPhoneBlog de Pushpin 3

Pinbook ist abgelöst. Pushpin (8.99 €; universal; App-Store-Link) ist in Version 3 meine favorisierter Zugang zum Lesezeichendienst Pinboard.in.

Dort fließen nicht nur alle Backups meiner Readability-, Instapaper- und Pocket-Artikel ein, sondern auch unsortiert Netzfundstücke, die ich irgendwann noch einmal wiederfinden will. Bookmarks eben. Pushpin ist unter iOS genau dafür meine Suchmaschine.

Regelmäßige Anlaufstellen, die ich mir trotzdem nie als lokalen Browser-Eintrag wünsche, wie beispielsweise die 'Camera Size Comparison' oder den 'Date Duration Calculator', bekommen zusätzlich ein Sternchen. In Pushpin wandern diese Einträge dann in einen farblich markierten Seitenreiter.

Manchmal spült die Kategorie 'Populär' ein paar interessante Artikel an die Oberfläche. Trotzdem nutze ich die 'Community'-Features kaum. Ich betreibe mein Linkarchiv dort rein privat und gehe davon aus, dass viele andere Nutzer dies auch so tun.

Trotzdem suche ich ab und an in der öffentlichen Ablage. Suchbegriffe, die ich dabei wiederholt benutze, lassen sich in der Lionheart Software fest hinterlegen und synchronisieren sich über iCloud automatisch zwischen iPhone und iPad.

Die Pushpin-App bietet ein Bookmarklet zum schnellen Speichern von Webseiten, die in Safari geöffnet sind. Oft vergesse ich dieses Lesezeichen jedoch und öffne mit dem entsprechenden Link in der Zwischenablage ganz einfach die Anwendung. Auch so springt sofort das Pop-up für den neuen Eintrag auf.

Den Extra-Aufwand meine Lesezeichen zu verschlagworten, betreibe ich fast nie. Die Volltext-Suche führt fast ausnahmslos zu den gewünschten Treffern. Wer aber gerne Formularkästchen ausfüllt, freut sich sicherlich auch über die TextExpander-Integration.

Mein Pinboard-Archiv ist mittlerweile eine zentrale (4.9 GB große) Anlaufstelle meiner täglichen Arbeit. Pushpin ist ein hübsches und funktionales Front-End für diese Datenbank.

“It doesn’t mean that we should put Mario on smartphones”

IPhoneBlog de Mario iPhone

Nintendo zieht dieser Tage ähnlich viele Meinungen an wie Joachim Löw für seine Mannschaftsaufstellung während einer Weltmeisterschaft. Das Problem: Noch ist nicht WM.

Nintendo doesn’t need to go where its customers went; it needs to get them back or find new ones. Not having games on iPhone is not Nintendo’s problem. This is Nintendo’s problem: For the last few years, it has been attempting to use ~$250 game platforms on which you must pay $40-60 to play a game to compete with ~$250 game platforms that give you infinite games for free. Nintendo cannot win this fight.

Wired.com

Der gesamte Text von Chris Kohler drischt eine Schneise durch den Dschungel an Ratschlägen, die man der Mario-Firma derzeit aus allen Ecken aufschwatzt.

Ja, die Wii U floppt. Ähnlich wie der GameCube, das Nintendo 64DD oder der Virtual Boy zuvor. Die 3DS-Verkäufe nahmen im letzten Jahr allerdings um 45-Prozent zu. Insgesamt 16 Millionen Spiele zu Premium-Preise fanden Kunden.

Noch steht Nintendo vor einer bunten Bandbreite an Möglichkeiten, die alle in Griffweite liegen. Warum kein Download-Klassiker-Abo, ähnlich PlayStation Plus? Warum kein eShop ohne Einstiegshürden für Indies? Mit einem Barvermögen von 10 Milliarden auf der Bank lässt sich experimentieren.

'Mario auf Smartphones', einer Entkopplung von Hard- und Software, dem entscheidenden Nintendo-Erfolgsfaktor, würde Ausverkauf bedeuten.

Reingehört: Beats Music

IPhoneBlog de Beats Music

Die Anmeldung

Beats Music wollte mich doch. Der vorerst nur in den USA gestartete Streaming-Dienst akzeptierte meine Anmeldung trotz ‚falscher‘ Geoposition. Warum? Weil mich Beats per E-Mail selbst einlud.

Zum Hintergrund: Den Start-Hype schürten Dr. Dre und Co. unter anderem mit einer Voranmeldung für den persönlichen Nutzernamen. Im Dezember hatte ich als iPhoneBlog (natürlich!) dafür Interesse angemeldet. Über den Link, den die Einladungs-Mail enthielt, war mein Herkunftsland plötzlich kein Thema mehr.

Netter Nebeneffekt: Einmal registriert, braucht es im Moment1 keine amerikanische IP-Adresse um die Musik-Streams auch bei uns zu empfangen.

Die App

Der erste Eindruck, selbstverständlich direkt über die iPhone-App, ist exquisit. Das Design ist verspielt aber übersichtlich. Es gibt eine Menge an Bildschirm-Elementen zu bewegen und anzutippen. Einige Links schlängeln sich durch einen Dschungel aus Playlisten und Künstler-Biographien bis tief ins App-Layout. Über Shortcuts springt man jederzeit bequem zurück auf die Hauptseite.

Die Musik-Cover genießen viel Platz auf dem Telefon-Screen, treten bei der Wiedergabe jedoch in den Hintergrund. Anstelle der CD-Grafik malt ein Kreisdiagramm die verbleibende Spielzeit des aktuellen Songs bildschirmfüllend auf. Wer innerhalb des Titels spult, fühlt sich so wie ein DJ an Plattentellern.

Beats Music lehnt sich iOS 7 an, bewahrt jedoch eine ganz persönliche Note, abseits allgegenwärtigen Unschärfe-Effekten und dünnen Schriften. Die iPhone-Software stellt bereits im ersten Anlauf seine Konkurrenz in den tiefsten Schatten. Spotify wirkt wie eine schlecht abgemischte Hinterhofband gegenüber diesem Rockstar-Auftritt.

Zugegeben: Beats Music zeigt bislang noch kein iPad-Layout und verschob bereits die App für Windows Phone auf einen unbestimmten Zukunftstermin. Aufgrund des ersten Ansturms, der dazu führte, dass man die Neuanmeldungen abklemmte, schwitzten die Server. Die ‚Connection Errors‘ schlagen sich bereits deutlich in den App-Store- und Play-Store-Bewertungen nieder.

Die Musik

Handverlesene Wiedergabelisten sind für den Songkatalog mit über 20 Millionen Titeln, die als 320kbps-MP3s streamen, versprochen. Für Zuhörer wie mich, ohne tiefgreifendes Musik-Verständnis, ist das ein Traum. Die Auswahl erfolgt nach Genre, Highlights oder ‚Sentence‘, ein Feature, bei dem man seinen aktuellen Musikgeschmack nach einer (Alltags-)Situation beschreibt („I’m IN BED & Feel Like DANCING with MY INNER CHILD to OLD SCHOOL HIP-HOP„). Über jeden Wege erhielt ich Wiedergabelisten, die mir gut gefielen.

Durch den dominanten Fokus auf die Zusammenstellung der digitalen Musikstücke fühlt sich der Katalog verlesener, irgendwie ausgewählter an.

Den namenhaften Künstlern, die sich hierfür nach Aussage von Beats verantwortlich zeigen (Trent Reznor + Team), fehlt jedoch eine entsprechende Bühne für ihre Arbeit (hinter der Bühne). Auch ich würde mir hier mehr ‚Gesicht‘ zu den Song-Kompositionen wünschen, die gerade meine Stimmung steuern.

You don’t see the names, let alone images, of the Beats Music DJs – just playlist bylines like “Beats Hip-Hop,” which could just as easily have been made by one person as the next (which could actually be part of the reason to keep the names vague).

Eliot van Buskirk | Evolver.fm

Sein eigenes Profil schärft man durch das Verteilen von Herzchen für Songs, die man liebt. Die App lernt (hoffentlich) daraus. Aus diesem Ersteindruck nach wenigen Tagen lässt sich das noch nicht erkennen.

Natürlich lassen sich auch eigene Wiedergabelisten zusammenschieben oder klassisch ein bestimmtes Album anspringen. Wer hätte es gedacht…

Die Idee

Beats Music kostet nach sieben vierzehn Test-Tagen Geld. Vielleicht bleibt das ‚Sentence‘-Feature gratis, grundsätzlich verlangt der Dienst aber 10 US-Dollar pro Monat. Keine Kompromisse also. CEO Ian Rogers stören Werbeunterbrechungen. Das finde ich sympathisch, genau wie die faire Auszahlung an Indie-Musiker, die kaum ihre (kleinen) Finger in die (großen) Geldtöpfe von Spotify und Co. stecken.

We are also proud to be the only service that pays all our content creators equally. Nobody apart from iTunes has ever paid indie labels the same as major labels.

Beats Music Support

IPhoneBlog de Beats Music b

Der Ausblick

Es ist bereits eng im Musik-Streaming-Business. Ob ein ausschließlich bezahltes Angebot noch Platz neben Spotify, Rdio, Pandora, iTunes Radio, Google Music, Xbox Music oder Rhapsody findet, bleibt zu beweisen. Ich bezweifle das ja. Aber hey, Beats versteht es zu ‚hypen‚. Die Beats-Ohrwärmer, technisch eher durchschnittliche Kopfhörer, erfreuen sich als Fashion-Accessoire unglaublicher Popularität.

Dass dieser Musik-Streaming-Dienst ohne komplexe Abo-Strukturen auskommt, ist erfrischend. Die (für mich wichtige) Sonos-Integration läuft bereits im Startland. Eine Desktop-Software vermisse ich deshalb nicht. Die Webbrowser-Version reicht als Plan B, wenn kein Telefon zur Hand ist, aus.

Beats Music erscheint mir mit seiner hervorragenden iPhone-App, dem Aufwand, der in Playlisten investiert wird sowie der Absage an die Werbeindustrie als hochwertiges Produkt. Ob für diese Qualitäten jedoch eine ausreichende Anzahl an Kunden bereit ist zu zahlen, oder die Geschichte schlussendlich auf eine Querfinanzierung hinausläuft („Kauf dir Beats-Kopfhörer und höre ein Jahr Beats Music gratis„), wird spannend zu beobachten.

Ebenso interessant bleibt, wann Jimmy Iovine die internationalen Lizenzen für Beats Music einsammelt. Apple scheint mit iTunes Radio, das für 25 Euro pro Jahr die Werbung zwischen den Songs entfernt, als Platzhirsch im Musik(-Kauf-)Markt, hier vor ein paar verschlossenen Türen zu stehen.


  1. Ich bin mir sicher, irgendwelchen Rechteverwaltern wird dieser schlimme Fehler bald auffallen. Sollte der Musikstrom nur noch über ein VPN zu mir strömen, muss ich die neu gewonnene Freundschaft leider unverzüglich kündigen.

Kabam

The free-to-play behemoth this week reported $360 million in revenues for 2013, doubled from 2012's $180 million. The company had previously forecast revenues of $270 million for the full year.

Mike Rose | Gamasutra

Ich habe Andrew Sheppard, Chef der Kabam Game Studios, vor zwei Monaten in London für ein halbstündiges Interview getroffen.

Mehr als 11 seiner Spiele aus dem Download-Katalog für iOS, Android sowie dem (Facebook-)Webbrowser erwirtschafteten im letzten Jahr über eine Million US-Dollar – pro Monat. Alle Spiele sind Free2Play und folgen damit seinen Worten nach "dem Modell der Zukunft". Keins dieser Games hat mich interessiert, und jedes Detail über die derzeit stattfindende Verschiebung im Videospiel-Business finde ich faszinierend.

IPhoneBlog de Kabam

Kein anderes Geschäftsmodell ist im öffentlichen Diskurs härter verschrien als Free2Play. Gleichzeitig quetscht kein anderes Geschäft mehr Installationen aus dem App Store. Rund 80-Prozent der Spiele-Downloads finden sich der F2P-Kategorie zugehörig. Die Diskrepanz zwischen Realität und Diskussion könnte damit kaum größer sein.

Kabam produziert und veröffentlicht Franchise-Titel wie Fast & Furious oder The Hobbit, baut vornehmlich aber eigene Marken auf. Kingdoms of Camelot oder Dragons of Atlantis verzeichnen Millionen von aktiven Spielern und Spielerinnen. Ein einstelliger Prozentsatz aller Kunden investiert Geld. So läuft es gewöhnlich auch bei den anderen Mitbewerbern. Konkrete Zahlen gibt niemand zu Protokoll.

Umsatz und Interesse erzeugen ein Gewicht, das unweigerlich zu einer neuen Hackordnung führt. Für Sheppard ist Mobile nach der Konsolen- und Arcade-Ära die dritte Epoche für Videospiele. Kabam beschränkt sich seit 2009 ausschließlich auf In-App-Käufe, experimentierte nie im Premium-Segment, und führt an, dass sich F2P bei dauerhaftem Kundeninteresse im Backend ein wenig wie der 'Season Pass' oder das 'Expansion Pack' anfühlt. Und ja, damit unterscheidet sich die Bezahlmethode gar nicht so sehr von Angeboten wie wir sie aus mittlerweile jedem neuen Fifa oder Call of Duty kennen.

"F2P strebt immer dem Kunden nach. Sind die Inhalte schlecht, steigt der Spieler aus. Fehlen regelmäßige Herausforderungen, geraten Titel in Vergessenheit."

Erfolgreiche Free2Play-Spiele wenden erhebliche Ressourcen für die Pflege und Weiterentwicklung auf. Dies führt zu langen Beziehungen zwischen Spieler und Produzent, die nichts mit dem 'Fast Food'-Ansatz anderer 90-Cent-Download-Games gemein haben. "Wer nicht lange spielt, gibt auch kein Geld aus".

Für Kabam liegt aktuell der Firmen-Fokus neben den USA und Großbritannien auf Frankreich und Deutschland. Im letzten Jahr öffnete ein Büro in Berlin, das innerhalb von fünf Monaten ein Team von 60 Personen einstellte. Inhouse entstehen hier unter anderem die Übersetzungen der fortlaufend entwickelten Titel.

"In einer perfekten Welt erkennt ein deutschsprachiger Spieler nicht, dass es sich um eine Übersetzung handelt. Nicht nur bezüglich einer fehlerfreien Sprache, sondern auch über die Art der Events mit lokalem Bezug."

Neues Geld fließt in Basistechnologien zu Push-Mitteilungen (wann, wer und wie), Anpassung der Spielzeiten für 'Unterwegs'-Games (Wie lange darf eine Runde dauern? Wo sind Rücksetzpunkt? Gibt es Alternativen zum 'Game Over'?) und Methoden um neue Inhalte im Handumdrehen in bestehende Games einzupflegen (Live-Events, die Versteigerungen von Items, etc.). Traditionelle Konsolen und Handhelds ignorieren bislang solche Fragestellungen.

Teil der Strategie um Interessen nachzuvollziehen und dann anzubieten, ist eine komplette Analyse der Kunden. Free2Play-Games funktionieren aus diesem Grund nie Offline.

"Unsere Spiele, hauptsächlich MMOs und Rollenspiele, sind darauf ausgelegt in Echtzeit alle Aktivitäten auszuführen. Ein zeitversetzter Sync ist nicht vorgesehen und wird von unseren Spielern auch nicht nachgefragt."

Was für Games dabei entstehen, wenn man direkt dem Kundeninteresse folgt, ist separat zu diskutieren. Klar ist jedoch: Millionen von Teilnehmern steigen schon heute nicht in die (Filter-Bubble-)Diskussion ein. Man muss die Art der Games, die ihre Entwicklung über In-App-Käufe finanziert, nicht gut finden. Man darf sich aber auch nicht dem Irrglauben hingeben für eine dominierende Mehrheit zu sprechen.

Sheppard betont: "Free-2-Play ist noch jung". Eine der Herausforderungen ist es ein Spiel am Puls der Zeit zu halten, sich von der grundlegenden Idee aber nicht zu weit zu entfernen. So rückt zwangsläufig auch die eigentliche Qualität der Spiele, in puncto Grafik, Sound und Gameplay, unter Begutachtung. Verliert ein Titel seinen Glanz, wandern Spieler ab.

Das Potenzial, abseits der (teilweise zurecht) gängigen Vorwürfe von überteuerten Preisen sowie einer unverhältnismäßiger Integration, die übrigens jedes (neue) System anzieht, sollte jedoch ersichtlich sein. "Free2Play is here to stay." Auf die Schlumpfbeeren-Fraktion muss man trotzdem hauen. Regelmäßig. Sage ich, nicht er.

Das IAP-Geschäftsmodell mag die Diskussion weiter spalten, schließt gestandene Vertriebsmodelle aber nicht aus. Man sollte sich nicht einbilden, IAP-Games zerstören mehr als die verklärte Illusion einer guten alten Zeit. Premium-Indie-Titel, die einmalig 8 Euro verlangen, wird es auch in Zukunft geben. Warum? Weil ein gepflegtes Free2Play-Game für ein kleines Studio gar nicht auf die Beine zu stellen ist.

Verspielter Frühling? Neue Gerüchte zur Apple-TV-Konsole.

IPhoneBlog de Apple TV Games

iLounge has heard from reliable industry sources that Apple TV will soon be getting proper game support in an update, likely to come in March or earlier. We’ve heard that developers are currently working on Bluetooth controller options, and it’s expected that games could be downloaded directly to the Apple TV rather than relying on another iOS device as an intermediary.

Phil Dzikly | iLounge

Auch Mark Gurman hört von der verspielten Set-Top-Box für die erste Jahreshälfte.

Mittlerweile zählen wir rund 200 App-Store-Spiele mit offizieller iOS-Gamepad-Unterstützung. Ein kurzer Lagebericht zur aktuellen Situation wurde erst kürzlich hier und dort aufgezeichnet.