‚Gaming the System‘?!

IPhoneBlog AppGratis Promo

Dan Porter, ehemaliger Chef von Omgpop (Draw Something, Words with Friends), im letzten Jahr von der FarmVille-Bude Zynga übernommen, schrieb lesenswerte Worte über das Geschäftsgebaren von AppGratis und ähnliche Anbieter.

Notice an app pop up at No. 1? Look for hundreds of reviews that only have one word (amazing, incredible, awesome), or look for a shockingly low number of reviews for an app that’s No. 1. These are indicators that folks are doing something shady to make it to No. 1. And Apple, to its credit, tirelessly shuts them down and closes loopholes. It’s a thankless task.

Porter selbst fiel im Zusammenhang mit der 180-Millionen-Übernahme durch unschöne Kommentare auf, die er über einen nicht wechselwilligen Angestellten verlor.

Nichtsdestotrotz behält er hier Recht. AppGratis (und äquivalente ‚Chart-Pusher‘) spielen SEO im App Store. Das Apple dafür verstärkt kein Interesse zeigt, kommt seinen Kunden zugute. Das muss auch Frankreich verstehen.

So you share revenue from in-app purchases after the app is installed.

Exactly.

So typically, would it be a year’s worth of revenue sharing?

These guys have to make money, so usually it’s a week. The traffic the users are going to send, the developer will see for a week and a new wave grows. So a week is when we share revenue. [Developers also pay an upfront fee to be featured on App Gratis, reported to cost up to $20,000.]

iOS-Office: Besser spät als nie?

Würdest du 40 Euro für eine offizielle iOS-Office-Suite zahlen? 60 Euro? Jetzt, im April 2013? 90 Euro? Wenn’s ginge? Ich? Nein. Aber bestimmt gibt es unter 300 Millionen iOS-6-Nutzer ganz viele Antworten mit einem eindeutigen JA.

IPhoneBlog de iOS Office

Natürlich bleibt die Frage hypothetisch. Word und Excel existieren im iOS-Land nicht. Nach drei Jahren iPad (und im sechsten iPhone-Jahr) kann man davon ausgehen, dass Microsoft die Umsetzung nicht verschlafen hat sondern bewusst zurückhält. Mary Jo Foley liegt (irgend-)eine Release-Roadmap vor, die Herbst 2014 (!) für iOS-Office ins Auge fasst. Das ist in 18 Monaten.

Ohne Übertreibung behaupte ich: Das fühlt sich spät an. Paul Thurrott äußert dazu folgende Theorie:

Office for iPad, launched at the same time as Windows 8/RT, would most likely have killed the market for Windows 8 and RT devices.

Ein interner Konflikt zwischen den beiden großen Microsoft-Abteilungen, Windows und Office, ist sicherlich keine Theorie – immerhin versprach man schon einmal Aufklärung (die aber nie stattfand).

Die Realität ist: Der PC-Markt legt in Q1/2013 seinen Tiefpunkt seit ‚Beginn der Aufzeichnungen‘ hin. Die im letzten Jahresviertel verkauften 75 Millionen Kisten sind kein Ausrutscher sondern beschreiben den anhaltenden Abwärtstrend. Das kann Office nicht egal sein.

Wie viele iPads muss Apple noch verkaufen, damit Microsoft erkennt, das Surface und Co. die Marktverschiebung nicht auffangen? Wie viele Firmen müssen iPads ohne die MS-Suite noch in ihre Arbeitsabläufe integrieren? Und wie viel Vorsprung will man iOS-Entwicklern noch lassen, um auch das wirklich letzte Office-Feature zu ersetzen?

Schwer vorstellbar, das in 18 Monaten (prozentual) mehr eindeutige JAs für iOS-Office fallen als heute.

Verzeichnis für erste ‚Status Board‘-Ideen

Panic’s Status Board fehlt derzeit noch ein offizielles ‚Widget‘-Verzeichnis. Deshalb sammelt StatusBoardApp.info eine Handvoll Panel-Kreationen von Nutzern, die in den ersten 24-Stunden entstanden – von einem Alarm für den WWDC-Ticketverkauf über die durchschnittlichen App-Store-Review-Zeiten bis zum Google-AnalyticsBesucherzähler.

IPhoneBlog de StatusBoard Breezi

via Placelt by Breezi

Auch dem digitalen Thermostat ‚Nest‚, einer Übersicht der Bitcoin-Wechselkurse, dem öffentlichen Nahverkehr in San Francisco sowie Server-Ping-Statistiken wurde sich bereits gewidmet.

Der (Comicbuch-)Fall ‚Saga #12‘ liegt ad acta

IPhoneBlog de SAGA

Brian K. Vaughan hat uns nicht an­geschum­melt; Apple hat keine Comics verboten. Alle Aufregung war umsonst.

After hearing from Apple this morning, we can say that our interpretation of its policies was mistaken. You’ll be glad to know that Saga #12 will be available on our App Store app soon.

Work in progress: ‚Facebook Home‘

In der vergangenen Nacht fiel das ‚Facebook Home‚-(Phone-)Embargo. Was bereits seit vergangener Woche feststand: Die HTC-Hardware ist in wenigen Tagen vergessen; der Launcher, für ausgewählte Telefonmodelle ab dem 12. April im Google Play Store, ist ein parasitärer Start in Facebooks mobile Zukunft.

IPhoneBlog de Facebook Home

Die neuen Abhängigkeiten, denen sich Google und Facebook damit aussetzen, versprechen gute Unterhaltung. Die Suchmaschine erhofft sich durch ihre Freigabe der offiziellen Dienste (Search, Mail, Play Store, etc.) mehr Android-Nutzung; Facebook suchte den Fuß in der Tür, der ohne kostspielige Forks oder eigene Hardware auskommt. Zumindest vorerst.

Der ‚Deal‚ scheint unverbindlich. Die vorstellbaren Anlässe, in denen man sich jedoch gegenseitig an den Hals springt, bleiben facettenreich. Warum starten Androids noch nicht in ein eigenes Google+-Netzwerk? Wie streng hält Google die Hand auf der Play-Store-Freigabe für neue Updates? Traut sich Facebook eine eigene Websuche, beispielsweise über Bing?

Machtspiele sind nur eine Frage der Zeit. Und ich bin zuversichtlich, dass beide Firmen ihre Exit-Strategien bereits in der Tasche haben schon weiterdenken.

Noch drei kurze Anmerkungen, die ich aus der Review-Flut bemerkenswert* fand:

  • Die von Facebook eingekauften Design-Teams (Push Pop Press, Acrylic Software, etc. ), liefern tolle Ideen – von den Chat Heads bis zu den Button-armen Menüs.
  • Nur über eine direkte Hard- und Software-Integration (wie beim ‚HTC First‚) lassen sich Push-Nachrichten aus anderer Android-Apps durchreichen. Der Installation von ‚Facebook Home‘ aus dem Google Play Store fehlen die notwendigen Zugriffsrechte.
  • Facebooks Instagram-Übernahme stellt sich (spätestens jetzt), wenn ständig bildschirmfüllende Fotos über das Display fliegen, als clevere Investition heraus.

* Meine Leseempfehlungen: Om Malik, MG Siegler und Vincent Nguyen).

‚Status Board‘ – du bringst die Daten, wir das Display

Seit heute wissen wir, warum sich Panic, das Team hinter Apps wie Transmit (29.99 €; MAS-Link) oder (Diet) Coda, mit dem neuen Digital-AV-Adapter (und den verschiedenen iPad-Auflösungen) so intensiv beschäftigte und dabei einen kleinen ARM-Chip im Lightning-Kabel entdeckte. Status Board (8.99 €; App-Store-Link) heißt die auffrisierte iPad-App, die Tabellen, Graphen, Statistiken und andere (Live-)Datenquellen auf einem Terminal-Bildschirm zusammenbringt – eine schicke Technik-Spielerei für (Media-)Agenturen oder ein informatives ‚Status quo‘-Fenster im Foyer kleiner Software-Teams.

Und genau so entstand die Idee. 25 Tage vor dem allerersten iPad-Release schraubte sich das Portland-Studio ein solches 46-Zoll-Display in die eigenen Hallen. Drei Jahre später lässt sich für 9 Euro (plus 9 Euro für die Videoausgabe auf ein externes Display) ein davon inspiriertes Softwarepaket im App Store kaufen.

IPhoneBlog de Status Board

Die Idee ist natürlich nicht neu (Stichwort: Geckoboard, Ducksboard, etc.), aber die iOS-Umsetzung erklimmt aus Design- und Setup-Sicht das gewohnt anspruchsvolle Niveau. Die Module, für Twitter-Streams, Kalender und E-Mails, lassen sich mit einer simplen Geste aufs Raster ziehen und dort anpassen. Selbst erzeugte Datensätze im CSV-, HTML- oder JSON-Format wirft man beispielsweise auf die Dropbox und zieht anschließend eine Verknüpfung in die App. Kurze Tutorials bietet Panic dafür hier an.

Die Widget-Idee zur Präsentation von persönlichen Daten ist nett – ich lasse beispielsweise einen Zähler laufen wie viele neue Posts es täglich aufs Blog schaffen. ‚Status Board‚ glänzt jedoch bei der Darstellung von Firmendaten – angefangen bei Urlaubskalendern, über Status-Updates zu laufenden Projekten bis zum Live-Ticker über (Download-)Verkäufe. Es ist schwer vorstellbar, dass man als App-Store-Entwickler seine iTunes-Statistiken nicht auf einem solchen Display sehen möchte.

Apple filtert Comic-Content in Apps (aber verkauft die Hefte über ihren iBookstore)

IPhoneBlog de SAGA

Die Richtlinien sind (relativ) klar, die Umsetzung bleibt inkonsequent – die alte Leier. Apple untersagt der Comic-Publikation SAGA den App-Vertrieb* von Ausgabe 12 aufgrund ‚nackter Tatsachen‚.

As has hopefully been clear from the first page of our first issue, SAGA is a series for the proverbial “mature reader.” Unfortunately, because of two postage stamp-sized images of gay sex, Apple is banning tomorrow’s SAGA #12 from being sold through any iOS apps.

Die Absurdität steckt im Detail: Band 12 der ‚Space Opera‚ wird trotz der App-Store-Ablehnung über Apples offiziellen iBookstore (Link) erhältlich sein.

The distinction between apps and books may seem obvious to Apple, but it’s becoming increasingly hard to explain to anybody else.

Trostpflaster: Der aufbrausende Netzsturm dieser fehlgeleiteten Apple-Prüfung dürfte der Veröffentlichung von Brian K. Vaughan (Y: The Last Man, Ex Machina, etc.) ausreichend Publicity einspielen, den finanziellen Ausfall zu decken. Auch das wäre nicht neu.

*Die erste Ausgabe der Fantasy-Serie (in CMX-HD-Qualität) lässt sich über comiXology (kostenlos; universal; App-Store-Link) gratis laden.

App Store: Bezahlte Aufmerksamkeit bleibt unerwünscht

IPhoneBlog de Appgratis

Apple confirmed this morning that it pulled AppGratis, an app promotion service that raised $13.5 million in funding this January, from the App Store for violating its Terms of Service. AppGratis is said to have broken two rules: One barring the promotion of other applications, and the other for using push advertising to “send advertising, promotions, or direct marketing of any kind.”

Apple muss sich Dienste wie ‚AppGratis‚, die am App Store vorbei Chart-Positionen verhökern und Push-Spam verteilen, nicht gefallen lassen. Nein, Apple darf einen solchen zweiten Markt nicht erlauben.

Das Problem sind verschobene Zugangsvoraussetzungen. In geschlossenen Systemen wie dem App Store (oder auch dem Google Play Store) gibt es nur eine sehr geringe (Werbe-)Einflussnahme der beteiligten Softwareentwickler gegenüber den Plattform-Inhabern. Erlaubt man eine Art Schwarzmarkt, auf dem gegen Bezahlung Promoaktionen laufen, übervorteilt man dadurch ausschließlich zahlungsstarke Publisher – die Qualität der Software tritt komplett in den Hintergrund. Im Web hat Apple darauf keine Einflussnahme (gut so!), aber im eigenen Store müssen sie ihre Kunden davor schützen. Paragraph 2.25 der App-Store-Richtlinien dient einem solchen Kundenschutz.

So bleibt zwar die redaktionelle Auswahl (beispielsweise für Feature oder Bestenlisten) in diktatorischer Hand, obliegt jedoch einer finanziell nicht zu beeinflussenden Partei, die sich pro Land nach Interessen umhört und auf Qualität schaut. Achtet mal auf die ständigen (iTunes-)Empfehlungswechsel (‚Unser Tipp‚, ‚Neu und beachtenswert‚, etc.).

Darüber hinaus arbeitet Apple bereits an einem Modell für große Medienkooperationen. Aktuell läuft beispielsweise eine solche Aktion für Horn, einem 5.99-Euro-Spiel von Zynga, für das IGN.com Promocodes, die einen kostenlosen Download ermöglichen, in großer Stückzahl verteilt.

Einzig und allein Inkonsequenz ist Apple im aktuellen Fall von ‚AppGratis‚ vorzuwerfen. Warum flog genau dieser Kandidat aber andere Anbieter, die einer ähnlichen Praxis seit Jahren frönen, bleiben im Store?