Vollkommen unverständlich, wie Microblogging-Plattform Tumblr seine iPhone-App zwischen August 2010 und Juni 2011 nicht ein einziges Mal aktualisieren konnte. Der Dienst ist immerhin prädestiniert fürs (Foto-)Bloggen von unterwegs.
Der im Jahr 2009 aufgekaufte Programmcode war mittlerweile so eingestaubt, dass die aktuelle Version 2.0 (kostenlos; App Store-Link) fast schon zwangs-lobenswert erscheint.
Nein, alles in allem passt das Redesign und erfüllt seinen (praktischen) Zweck. Trotzdem erschließt sich mir nicht, wie man so sträflich seine Smartphone-Nutzer aus den Augen lassen konnte. Instagram und Co. konnten die letzten elf Monate effektiver nutzen.
iPad-Schreiber bleiben im Übrigen weiterhin vom Blog-Netzwerk missachtet…
Mit einem Startkapital von über $190.000 US-Dollar begibt sich das PadPivot dieser Tage auf den Postweg zu seinen knapp 5.000 ‚Backers‘. Die Erstzustellung traf zu Beginn dieser Woche bei seinen Unterstützern ein. Noch Ende Mai sah es für das Projekt düster aus. Der neunjährige Sohn von einem der Produzenten überdrehte die Schraube und vernichtete damit die ersten 75 produzierten Kisten.
We’ve thrown these things in the air, walked on them, stood on them, folded, flexed, peeled, and twisted too, but leave it to a 9 year old to find a way. Thank God it happened before we shipped!
Das finale Produkt strotzt von vor solider Verarbeitung. Die haftbeschichtete Unterseite liegt sehr angenehm auf dem Oberschenkel. Die Klebestelle, an der das iPad, Tablet oder jeder andere eBook-Reader Halt findet, lässt sich von Staub und Krümeln unter Wasser wieder säubern. ‚Luftgetrocknet‘ findet es danach zu ‚alter‘ Klebrigkeit zurück.
Durch die Schraub-Konstruktion faltet sich der Tablet-Aufsteller in die Größe einer Zigarettenschachtel – Hosentaschen-Transport bleibt daher gewährleistet. Für $25 US-Dollar (ehemaliger Kickstarter-Preis), ein durchaus praktisches Accessoire.
*Alle selbstproduzierten Videos gibt es neben der oben eingebundenen HD-Version auch ‘iPhone-kompatibel’ in unserem Podcast-Feed, den ihr beispielsweise über iTunes oder einem anderen Multimedia-Verwaltungsprogramm eurer Wahl abonnieren könnt.
Und da ist es wieder: das iPhone Nano. Chris Whitmore, Analyst im Auftrag der Deutschen Bank, telefonierte sich durch seine Zulieferer-Kontakte und erwartet diesen Herbst sowohl ein iPhone 5 als auch ein iPhone 4S.
Er ist nicht allein. Sowohl Bloomberg als auch das Wall Street Journal lassen mit ähnlichen Berichten die Gerüchte des Jahres 2009 wieder aufleben – ihre Presseartikel liegen allerdings schon einige Monate zurück.
Das Apple mit entsprechenden Größen, Formfaktoren und Preisen experimentiert, auch in einem größeren Maßstab, ist wahrscheinlich. Zumindest wäre es unklug, hier die Augen zu verschließen. Horace Dediu beziffert den möglichen ‚Pre-paid‘-Markt mit „five billion people (are waiting)„. Für John Gruber ist es „just a matter of when“ – mit Vergleich zur iPod-Geschichte.
Ob es zu einer finalen Produktreife jedoch reicht, und ob Apple in diesen Markt überhaupt möchte, lässt sich nur schwierig einschätzen. Vornehmlich deshalb, weil uns entsprechende Zahlen fehlen.
Herstellungspreis sowie Produktionskapazität genau wie die (Retina-)Bildschirmgröße rund um die 325.000 existierenden Apps, denen keine veränderte Displaygröße aufzuzwingen ist, bleiben unklar.
Ebenso wenig wissen wir von dem Verkaufserfolg der iPhone-Modell aus der jeweils letzten Generation, die neben dem aktuellen Gadget weiterverkauft werden. Insbesondere der Vergleich zum iPod touch wäre hier von Bedeutung. Apple äußert sich nicht zum Nachfrageverhältnis iPhone 3GS und iPhone 4. Der iPod touch verkaufte im starken Weihnachtsquartal rund 10 Millionen Geräte – knapp 50-Prozent aller iPod-Verkäufe. Im direkten Vergleich zum iPhone 3GS ist das Gerät jedoch weitaus moderner (flacher, Retina-Display, etc.).
Es bleibt schlicht und ergreifend unklar, ob Apple eine (prozentual) stärkere Nachfrage an Telefonen, als an iPods verspürt (und diesem Drang nachgeben möchte).
Insbesondere andere Märkte rücken hier in den Fokus, für die ein ‚preiswerteres‘ Telefon interessant sein könnte.
Tim Cook wurde letzte Woche in der Firmenzentrale von China Mobile gesichtet. Jim Dalrymple, immer äußerst gut informiert, berichtete im Februar von einem Gespräch zwischen Tim Cook und Analyst Toni Sacconaghi, bei dem der aktuelle Apple-Chef vom iPhone als „not just for the rich“ spricht und China als „a classic prepaid market“ bezeichnet.
Ende Mai konnte ich mich zu einem neuen TV-Kauf durchringen. Voraussetzung war (unter anderem) eine iPhone-App, die die Bedienung vereinfacht. Außerdem habe ich tatsächlich ein Problem mit der Optik dieser TV-Totschläger, welche durch die Bank weg von allen Herstellern beigelegt werden.
Entschieden habe ich mich für einen Samsung LED D7090 mit 46-Zoll-Bildschirmdiagonale (Affiliate-Link). ‚Entschieden‘ ist jedoch genau genommen die falsche Wortwahl: Ich habe irgendwann aufgegeben, mich durch Produktnummern und Feature-Vergleiche zu wühlen. Es bleibt eine Frechheit, wie käuferunfreundlich sich hier alle TV-Produzenten zeigen. Natürlich heißt der UE46D7090 in Finnland UE46D7000. Natürlich steht auf der Gehäuserückseite UE46D7005LU. Natürlich gibt’s dieses Modell unter der finnischen Bezeichnung auch auf Amazon.de aber natürlich nicht auf Samsung.de.
Wie gesagt, ich habe aufgegeben und dieser YouTube-Vorstellung und einer aktuellen Audiovision-Testbewertung (kostenlos; App Store-Link) vertraut.
Für die iPhone-App, die hier ohnehin im Mittelpunkt stehen soll, ist das unerheblich. Modelle aus dem Jahr 2010 („with Internet@TV„) und 2011 („AllShare„) sind kompatibel. Anfang Juni erhielt die App ein 2.0-Update, das wesentlich an der Benutzeroberfläche schraubte. Trotzdem verbleiben einige harte Stolpersteine. So lässt sich beispielsweise das ‚Smart-Hub‘-Menü, indem sich von YouTube über Skype bis zum Wetter-Widget die Zusatz-Software befindet, nicht über die iPhone-App aufrufen. Dort lädt (bei mir) der Menüpunkt erst, wenn man auf dem Knochen großen Plastikschlegel die identische Taste initial einmal gedrückt wurde.
Schwamm drüber. Aufgrund des extrem begrenzten Angebots darf man als Käufer sowieso froh sein, überhaupt unfertige Funktions-Stückchen vor die Füße geworfen zu bekommen.
Als kleine Ergänzung: Wer gerade selbst vor der TV-Kaufentscheidung steht, sollte einen Blick auf den ‚Panasonic VIERA AR Setup Simulator‚ (kostenlos; App Store-Link) werfen. Über die App lässt sich ein ‚Augmented Reality‘-Bild erstellen und die richtige Fernseher-Größe bestimmen. Dieses YouTube-Video zeigt wie’s geht.
*Alle selbstproduzierten Videos gibt es neben der oben eingebundenen HD-Version auch ‘iPhone-kompatibel’ in unserem Podcast-Feed, den ihr beispielsweise über iTunes oder einem anderen Multimedia-Verwaltungsprogramm eurer Wahl abonnieren könnt.
Auch wenn diese Art der Bild-Zusammenstellung problemlos als Webseite zu realisieren wären, gibt die Veröffentlichung in App-Form dem Projekt einen festgelegten Rahmen und konzentriert darüber ihre Aufmerksamkeit.
Ein tonloses Werbevideo der iPad-Version von Skype entfleuchte Microsoft in der vergangenen Woche auf ihrem YouTube-Kanal. Der (Backup-)Aufzeichnung des abgefilmten Bildschirms soll laut CNET, die bereits eine Preview-Version ausprobierten, ein Release am morgigen Dienstag folgen.
We were also able to easily send and receive chat messages while a video call was connected, although the chat window and keyboard obscured almost the entire image, and we had to manually close the keyboard when we were done so we could see the video again, a slight inconvenience.
Zwei Verleger, die gemeinsam ein öffentlich-rechtliches Netzangebot verklagen, interviewen sich gegenseitig. Ganze sechsmal fällt in diesem Monolog Gespräch das Wort ‚Qualitätsjournalismus‘. Hier drei dieser hochwertigen Aussagen von Springer-Chef Mathias Döpfner, die unlängst noch ganz anders klangen…
SZ: Die Tagesschau-App wurde bisher 1,7 Millionen Mal heruntergeladen …
Döpfner: … und die Verlage sind froh, wenn sie ein paar Tausend oder auch mal Hundertausend Downloads ihrer kostenpflichtigen Apps bekannt geben können. Es geht schlicht um die Frage, ob Qualitätsjournalismus als Geschäftsmodell noch Bestand haben wird.
25.06.2011 / „Hier ist eine rote Linie überschritten worden“ / Sueddeutsche.de
In Deutschland geht die Umsonst-Kultur zuende. Springer hat bereits 280 000 Apps von „Bild“ und „Welt“ verkauft. Angesichts der Tatsache, dass es hier zu Lande nur knapp zwei Millionen iPhones gibt, eine beachtliche Zahl. „Bild“ ist mittlerweile die meistverkaufte Nachrichten-App des Landes.
08.11.2010 / Springer prognostiziert Ende der Umsonst-Kultur im Internet / Handelsblatt
SZ: Könnten Sie wie alle anderen Medienhäuser nicht selbstbewusster auf die eigene Qualität setzen, in diesem Fall auf eigene, gut oder besser gemachte Apps?
Döpfner: Mit Qualität hat das nichts zu tun. Wenn zwei sehr gute Produkte gleichen Charakters nebeneinander angeboten werden, das eine kostenpflichtig und das andere kostenfrei, dann ist doch klar, wofür der Leser sich entscheidet.
25.06.2011 / „Hier ist eine rote Linie überschritten worden“ / Sueddeutsche.de
Stattdessen heißt es im Verlag, man hänge mit den Applikationen nicht lediglich ein Schloss vor die Inhalte, sondern schaffe ein völlig neuartiges Produkt, mit dem man die Nutzer derart überzeugen will, dass sie ohne Weiteres auf die bisherigen Webangebote verzichten können und hoffentlich auch wollen.
05.11.2009 / „bild.de“ und „welt.de“ wollen iPhone aussperren / DWDL.de
SZ: Bisher sind Sie immer wieder zu Kompromissen bereit gewesen. Werden Sie sich nun anders verhalten?
Döpfner: Ich habe immer versucht, den Konflikt zu moderieren.
25.06.2011 / „Hier ist eine rote Linie überschritten worden“ / Sueddeutsche.de
„Es ist doch absurd, mit den Evangelisten der Open-Access-Bewegung zu glauben, dass die Demokratie im Web nur gewährleistet sei, wenn alles kostenlos ist“, sagte Döpfner dem „Manager Magazin“: „Das sind abstruse Fantasien von spätideologisch verirrten Web-Kommunisten.“
16.12.2009 / Döpfner gegen Umsonstkultur im Internet / N24
An dieser Stelle schreiten netzaffine Menschen gewöhnlich ein und versuchen auf positive Beispiele zu verweisen. Ich bin’s mittlerweile aber leid. Wer nicht in der Lage ist, sich selbst an die eigene Nase zu fassen und weiterhin unbekümmert die Schuld weiterschiebt, hat es nicht verdient gelesen zu werden.
Eine DPA-Meldung per Copy & Paste zu übernehmen, hat nichts mit Qualität zu tun. Als Schüler würde man für’s ziellose Abschreiben ohne Differenzierung eine schlechte Note bekommen und nach Hause geschickt werden. Wertvoll sind Meinungen und eine richtige Nachrichten-Auswahl. Gott, jetzt bin ich schon wieder bei den Verbesserungsvorschlägen…
Findet es doch selbst heraus. Durch den App Store ist mittlerweile neues Geld im Umlauf, das Nutzer versuchen auszugeben. Vorher gab’s das nicht. Unter anderem deshalb, weil ihr es nicht fertig gebracht habt, entsprechende (Bezahl-)Modelle aufzusetzen. Wenn euer Abo-Konzept jetzt den Bach runtergeht, liegt das nicht an der Tagesschau-App und auch nicht an den bösen Lesern. Ganz im Gegenteil: Es ist immer wieder eure Kundschaft, die versucht in den Dialog zu treten.
Und was macht ihr? Schaltet keine Kommentarfunktion, baut Bezahlschranken, programmiert grausame Apps und interviewt euch gegenseitig.
Das siebte Album der isländischen Sängerin Björk, ‚Biophilia‚, geplant für Herbst 2011, wird ein Mix aus Live-Show, Album und iPad-App.
Biophilia for iPad will include around 10 separate apps, all housed within one „mother“ app. Each of the smaller apps will relate to a different track from the album, allowing people to explore and interact with the song’s themes or even make a completely new version.
She added, “I definitely wanted the songs to be a spatial experience, where you can play with lightning or a crystal or the full moon and the song changes. I would like to feel the apps are equal to the song in the same way I have always aimed for the music video to be equal to the song: the 1+1 is 3 thing. Not that it works every time, but you have to aim for it.”
Medienkünstler Scott Snibbe, bereits mit fünf iOS-Apps im Store vertreten (Link), ist mit der Software-Produktion beauftragt.
Björk steuerte bereits ‚Solar System for iPad‚ (10.99€; App Store-Link), aus den Entwicklerhänden Touch Press – zuvor mit ‚The Elements‚ (10.99€; App Store-Link) bekannt geworden (feat. by Apple), einen exklusiven Intro-Track der bald erscheinenden Musikzusammenstellung bei.
Sechs Live-Konzerte begleiten die Einführung des Albums. Dessen Preview-Auftakt geht heute in Manchester über die Bühne.