Anhörung im US-Senat: Google und Apple äußern sich zur Sammlung von Ortsdaten

Am gestrigen Dienstag sprachen Apple und Google in einer Anhörung zum Thema ‚mobiler Datenschutz‘ vor. Die Stellungnahmen vor dem US-Senat führten Apples Vizepräsident für Software-Technologie Dr. Guy „Bud“ Tribble und Googles Lobbyist Alan Davidson.

Die mehrseitigen Niederschriften der geladenen Konzerne finden sich hier und hier. Eine Transkription vom Live-Ticker hält das ‚This-is-my-next…‘-Blog vor. Die 174 Video-Minuten lassen sich außerdem im US-Senats-Archiv unter „Protecting Mobile Privacy: Your Smartphones, Tablets, Cell Phones and Your Privacy“ einsehen.

IPhoneBlog de US Senat

Große Erkenntnisse blieben dabei weitgehend aus. Generell wurde mehr Transparenz und Nutzer-Aufklärung gefordert:

5:18 pm „I just want to be clear — the answer to this problem is not ending location-based services. No one wants to stop Apple or Google from doing what they do. You guys are brilliant. When people think of brilliance they think of the guys that founded your companies. Today is about finding a balance.“

Aus den Mitschriften, die auch Fragen der Senats-Mitglieder beinhalten, ist ersichtlich, dass viele unterschiedliche Dinge in einen gemeinsamen Topf geworfen werden.

Einerseits wird gefragt:

5:35 pm Franken: Do any companies in mobile have to meet data security standards? What’s to prevent them from being hacked?

5:36 pm Weinstein: I’m not aware of any legal requirement that any company that has your data needs to secure that data in any way.

Zwischenzeitlich wird dann gerne einmal plakativ festgestellt:

5:52 pm Senator Blumenthal: The internet is the wild west…

Andererseits aber immer wieder betont…

5:59 pm Weinstein: People are not as aware as they should be. These situations aren’t criminal, but they do highlight the need to be more transparent.

…um sich dann wieder den anwesenden Vertretern von Google und Apple zu widmen:

6:22 pm Brookman: The easiest way for a company to get in trouble is make concrete statements about what they’re doing, so they just remain vague

6:25 pm Tribble: During this collection process, the iPhone does not transmit personally identifiable data to Apple.

6:26 pm Tribble: Apple has built a master mobile location services switch into iOS. When the switch is off, all location services are off. What’s more, iOS apps can’t get location without popping up an authorization box, which can’t be switched off.

Die teils hitzige Diskussion warf auch zielführende Fragen auf:

6:40 pm Franken: Apple said it builds a crowd-sourced database of hotspots and cell tower to rapidly and accurately calculate its location, but the letter you sent me says the data isn’t your location. Are both of these true? Does this data indicate your location or doesn’t it?

6:41 pm Tribble: The data that’s in the database is the location of as many hotspots and cell towers as we can have. It’s completely anonymous. However, when a portion of that database is downloaded onto your phone, your phone knows what towers and hotspots it can receive right now. The combination is how the phone figures out where it is without GPS.

Googles praxisorientierte Antwort gilt sicherlich für beide Unternehmen:

6:29 pm Davidson: Mobile devices and location services are now used routinely by tens of millions of Americans. Those services cannot succeed without user trust.

Trotzdem verschwimmt zunehmend die Unterscheidung zwischen (freiwilligen) Drittanbieter-Dienstleistungen und dem ‚Service‘ der Gerätehersteller:

7:19 pm Schumer: Would you allow an app that provided instructions on how to cook meth?

7:19 pm Davidson: That would be fairly fact specific… we have a fairly open policy.

Ich halte diese Unterscheidung jedoch für elementar.

Als Hardware- beziehungsweise Betriebssystem-Hersteller gilt es sicherzustellen, dass notwendig nachvollziehbar über Geo-Positionierung und dessen Verwendung informiert wird. Sowohl Android als auch iOS halten für Third-Party-Apps entsprechende Systemhinweise bereits. Nicht optimal, aber auch nicht katastrophal.

Die eigene Beschreibung der Datenerhebung dagegen, die in mehrseitigen ‚Datenschutzrichtlinien‘ abgefeiert wird, ist dagegen (noch) nicht transparent genug.

Neben den technischen Regulierungen, wie Apple und Google die Voraussetzungen für eine komfortable aber sichere Verwendung von Positionsdaten gewährleisten, gilt es auch das Interesse beider Firmen für die eigentlichen Nutzerdaten im Auge zu behalten. Und machen wir uns nichts vor: Sowohl Apple als auch Google sind im Werbemarkt aktiv. Personenbezogene Daten sind dort ein teures Hab und Gut. Nichtsdestotrotz: Keine von beiden Firmen betreibt ein Geschäftsmodell, für das eine Veräußerung dieser Daten gewinnträchtig ausfallen würde.

Und überhaupt: Wer aktiv am digitalen Leben partizipieren möchte, kann seine eigene Teilnahme nicht ausklammern. Es bleibt lediglich die Möglichkeit, Firmen, denen wir unsere Daten (freiwillig) anvertrauen, auf die Finger zu schauen – möglichst konstant und nicht in blinder Aufregung als Nachrichten-Eintagsfliege.

Microsoft kauft sich Videotelefonie

IPhoneBlog de Skype

Wer behauptet, die heutige Skype-Übernahme von Microsoft interessiert keine iOS-Nutzer, unterschätzt die Investitionskraft von 8.5 Milliarden US-Dollar eines Weltkonzerns. Vielleicht sind diejenigen, die jetzt schelmisch schmunzeln, aber auch einfach nur noch nicht so lange mit im Netz dabei, um den Stellenwert eines plattformübergreifenden VoIP-Dienstes (ein-)schätzen zu können.

Welche Rolle der Dienst bereits in der (kurzen) iPhone-Historie spielte, zeigen ein paar Eckpunkte:

  • April 2009: Mit sechs Download-Klicks pro Sekunde verteilt sich die erste Skype-Version. Mobilfunkanbieter sind ‚empört‚. ‚Hacks‘ machten die Runde. Heute haben wir zumindest VoIP-Optionen.
  • Januar 2010: Neue SDK-Bestimmungen erlauben VoIP-Calls im 3G-Netz. Skype zieht erst Ende Mai mit einem Update nach. Damals explizit im Gespräch: Anrufe über eine UMTS-Verbindung bleiben „bis August 2010 kostenlos„; danach fällt „eine geringe Gebühr“ an.
  • Dezember 2010: Nach ersten FaceTime-Gehversuchen ist Video-Telefonie plötzlich ‚im großen Stil‘ verfügbar – Skype in Version 3.0 macht dies sogar über 3G möglich.

Insgesamt: Ein schöner Status quo.

Steve Ballmer bestätigte auch auf erneute Journalisten-Rückfrage noch einmal die Aussage seiner PR-Ansprache: Man wolle auch zukünftig „Unterstützung und Investitionen“ für „non-Microsoft platforms“ leisten.

Ob allerdings Updates für das iPhone zur gleichen Zeit die Marktreife erhalten, wie der favorisierte ‚Windows-Phone-7‘-Bruder, wird sich erst noch zeigen. Ganz abgesehen davon muss MS in naher Zukunft die komplette Hardware-Produktlinie von Nokia mit (angepassten) VoIP-Apps ausstatten.

Schlussendlich kostet das Geld. So simple das vielleicht klingt. Aber die Pflege, Wartung und Anpassung für verschiedene Systeme erfordert erhebliche Aufwendungen. Irgendwann kommt auch Tony Bates, aktueller Skype-CEO und zukünftig Abteilungsleiter mit direktem Ballmer-Draht in Erklärungsnöte, wenn unzählige Arbeitsstunden für eine angepasste iPad-Version aufgewendet werden sollen.

Speziell auf der iOS-Plattform sollte die Monetarisierung durch Reklame-Einblendungen oder zusätzliche Bezahldienste besonders ’schwierig‘ ausfallen – wir kennen alle den verbitterten Kampf im Werbemarkt, mit dem uns Google und Apple regelmäßig unterhalten.

IPhoneBlog de MS Skype

Microsoft müsste für eine gewollte Benachteiligung also nicht einmal die App den Konkurrenz-Geräten vorenthalten sondern einfach ‚unausgeglichen‘ aktualisieren. Auch nett: Exklusiv-Verträge mit Mobilfunkanbietern, die WP7-Telefone mit Skype auch über UMTS verbinden. Solche ‚strategischen Partnerschaften‚ sind zumindest nicht neu.

Durch das Fehlen von populären Alternativen sollte man als iPhone-Kunde daher schon genau hinhören. Und trotzdem glaube ich nicht, dass es mit alleiniger Schwarzmalerei getan ist. Microsoft sitzt keinesfalls auf der Anklagebank. Ganz im Gegenteil: Durch die aktuelle Akquisition ist das derzeit plattformübergreifende Redmond-Angebot vorbildlich.

Ähnlich wie in Mountain View bei Google. Dessen Video-Chat und Voice-Dienste finden breiten Anklang. Eine wirklich lesenswerte Randnotiz schrieb heute Steven Levy mit „Why Google Does Not Own Skype“ auf.

Für Apple dagegen scheint ‚FaceTime for Windows‘ in weiter Ferne. ‚Autarkie deluxe‘. War nicht auch einmal von „open industry standards“ die Rede?

Upon the launch of the iPhone 4, Jobs promised that Apple would work in due course with standards bodies to make the FaceTime protocol an „open standard.“ As of April 2011, it is not yet known to have been ratified by any standards body, and the extent of work by Apple with regards to this promise is unclear as Apple has not released technical specifications for the service. FaceTime is not currently supported on any non-Apple devices.

via Wikipedia

Wie sich ein nicht plattformübergreifendes System anfühlt, zeigte sich im vergangenen Herbst. Das iPhone 4 lieferte tolle FaceTime-Technik und niemanden, den man anrufen konnte.

Keine Frage: Skype ist als Programm immer noch eine Zumutung in puncto Optik, Bedienung und übel verseuchter Proprietär-Technik. Trotzdem hat sich die Software in den letzten acht Jahren eine Fan-Gemeinde mit über 170 Millionen Nutzern aufgebaut und funkt problemlos durch alle Router-Windungen. Gleichzeitig verhökerte man das Luxemburg-Unternehmen mehrmals. Sowas ist nie ressourcenschonend. Und trotzdem lebt ‚es‘ immer noch.

Ob’s Microsoft schafft, die Bestie zu erlegen, hängt meiner Meinung nach extrem stark davon ab, wie sie das Baby in den nächsten Jahren schaukeln. Mit cleveren Werbekonzepten oder einem Facebook-Lizenz-Deal, der allen 600 Millionen Zuckerberg-Kunden Videotelefonie in den Browser liefert, ließe sich die Vormachtstellung ausbauen.

Weil eins ist doch klar: (Video-)Telefonie ist aus keiner (zumindest mir bekannten) Zukunftsperspektive wegzudiskutieren. Und Skype ist plattformübergreifend sowie aus globaler Sicht aktuell der größte Anbieter für (Video-)Telefonie.

Oder um’s kurz zu machen: Skype gehört ab heute Microsoft.

Mit Photoshop verbrüdert: Adobe schickt seine iPad-Apps ‚Eazel‘, ‚Nav‘ und ‚Color Lava‘ in den App Store (+ Video)

Bereits vor einer Woche erwartete man die drei angekündigten iPad-Anwendungen von Adobe, die mit dem Premium-Produkt Photoshop zusammenarbeiten sollen. Mit ein paar Tagen Verspätung zeigten sich die Touch-Apps Nav (1.59 €; App Store-Link), Eazel (3.99 €; App Store-Link) und Color Lava (2.39 €; App Store-Link) nun endlich im Download-Store.

Als aktiver Adobe-Kunde mit neuster CS5-(Update-)Lizenz (Affiliate-Link) und griffbereitem iPad, darf man einen 8-Euro-Testlauf sicherlich gerne antreten. Mehr als ein paar rudimentäre Demo-Apps sind die drei Programme aus der Kategorie Fotografie allerdings noch nicht. Einen kurzen Überblick der Funktionalität habe ich auf zwei Minuten Video komprimiert.

DirektAdobe *

Sobald die ersten vielversprechenden Werke mit dem ‚Photoshop Touch SDK‚ bereitstehen, nimmt das Thema noch einmal andere Dimensionen (und iPhoneBlog-Beitragsgrößen) an.

*Alle selbstproduzierten Videos gibt es neben der oben eingebundenen HD-Version auch ‘iPhone-kompatibel’ in unserem Podcast-Feed, den ihr beispielsweise über iTunes oder einem anderen Multimedia-Verwaltungsprogramm eurer Wahl abonnieren könnt.

Zynga kauft Cocos2D Framework-Entwickler

IPhoneBlog de Zynga

Zynga, die allseits bekannten FarmVille-Landwirte, verkünden ihre 13. Akquisition der letzten 12 Monate, bei denen sie die zwei Hauptentwickler des Cocos2D-Framework einstellen. Für das Open-Source-Projekt, mit denen zahlreiche iOS-Titel wie beispielsweise League of Evil oder Grimm (0.79 €; App Store-Link) umgesetzt wurden, soll alles beim Alten bleiben.

Laut Zyngas Technik-Chefetage kommt das Spieleframework bereits bei ihrem Premium-Produkt FarmVille (kostenlos; App Store-Link) zum Einsatz. Die verantwortlichen Cocos2D-Köpfe Ricardo Quesada und Rolando Abarca sollen ihre Expertise zukünftig der (Weiter-)Entwicklung, für die auf 2D-Spiele spezialisierten Werkzeuge, beisteuern.

Cocos2D erhält seine Beschreibung in Fachliteratur wie wie beispielsweise ‚Learn iPhone and iPad cocos2d Game Development‚ (Affiliate-Link) von Steffen Itterheim sowie Tutorials und Wiki-Dokumentationen.

Mit den Onlinespielen im Cartoon-Look erwirtschaftete das ‚Zynga Game Network‘ im letzten Jahr einen Umsatz von $850 Millionen US-Dollar. Im Juli 2010 tippte man ‚lediglich‘ auf ein Volumen von $500 Millionen US-Dollar.

Das mit insgesamt $519 Millionen US-Dollar Finanz-gespritzte ‚Start-up‘ konnte seine Mitarbeiteranzahl von 400 auf 1300 Angestellte innerhalb der letzten zwei Jahre aufstocken.

Der App-Store-Auftritt fällt mit einer Handvoll Titeln für den Minispiel-Giganten dagegen noch sehr überschaubar aus (App Store-Link). Zynga zelebrierte den Einstieg ins iOS-Geschäft auf der Apple-Bühne zur WWDC 2010.

via Zynga

iPad-Kunst: SketchBook Pro in Version 2.0

Autodesk hievt seine iPad-Zeichen-App ‚SketchBook Pro‚ (3.99 €; App Store-Link) auf Version 2.0. Mit mehr Fingergesten, neuen Pinsel-Sets und Dropbox-Export wirft diese Aktualisierung einmal mehr die Frage auf, ob, wann und in welcher Form Apple sich dem Thema ‚bezahlte Updates‘ annimmt.

Ich habe für diese hochkomplexe ‚Malanwendung‘ (siehe PDF-Handbuch) im vergangenen November 79 Cent auf den App-Store-Tresen gelegt. Und obwohl ich in den vergangenen sechs Monaten noch kein einziges Kunstwerk (und auch keine Schmiererei) damit auf die Beine gestellt habe, fühlt sich der Kauf immer noch nach einem grandiosen Deal an.

Damals wagte obendrein noch niemand zu glauben, dass eine nächste iPad-Generation seinen Bildschirm an einen externen Monitor ausgibt, was nun (natürlich) auch SketchBook unterstützt. Obwohl sich Autodesk diese Neuerung nicht selbst auf die Fahnen schreiben darf, gehört es (für den Nutzer) schlussendlich dann doch irgendwie dazu.

Für (Profi-)Grafiker hilft im Zusammenhang dieser Meldung vielleicht noch der kurze Hinweis, dass sich Macworld.com kürzlich der Begutachtung von 12 Touchscreen-Stiften für die präzise Eingabe annahm.

2/3 aller Android-Nutzer touren mit altem Betriebssystem

IPhoneBlog de Android

via twitter@asymco

Developer.Android.com sagt: 65.9-Prozent aller Android-Geräte laufen mit Version 2.2. Diese Fassung, auch bekannt unter dem Projektnamen ‚Froyo‘, erschien am 20. Mai 2010. Damals installierten iPad-Kunden iOS 3.2. Auf dem iPhone galt iOS 3.1.3 als modern.

Schenkt man einigen der App-Store-Entwicklern und Werbeanbietern seinen Glauben, springen iOS-Nutzer mit knapp 90-Prozent Beteiligung regelmäßig auf die neuste Firmware.

via Quora

Vergleichbare Zahlen sahen wir schon zuvor (1/2/3/4).

TechCrunch betrachtete Mitte Januar die seinerzeit aktuelle Android-Statistik. Zum damaligen Zeitpunkt fand Version 2.2 eine Verbreitung von 51.8-Prozent. Als zweitgrößte Nummer zählte mit 35.2-Prozent auch in jenen Tagen Fassung 2.1. Jetzt schreiben wir den Monat Mai im Jahr 2011 – über 100 Tage später. Die Zuwächse sind im Verhältnis lächerlich gering.

Ein Großteil der Schuld tragen Mobilfunkbetreiber und Hardware-Hersteller, die mit angepassten ‚Themes‘ und individuellen Apps dem Mutter-OS hinterherhinken. Nicht umsonst gelobt der Mountain-View-Konzern für sein Tablet-OS Besserung. Ob sich auch diesem Thema auf der kommenden Google-I/O-Konferenz angenommen wird, wissen wir in rund 18 Stunden zu dessen Auftakt.

‚Gigwalk‘ – entlohnte Auftrags-Datensammelei

DirektGig

First of all: ‚Gigwalk‚ ist derzeit nur in den US-Städten Boston, New York City, Philadelphia, Chicago, South Florida, San Francisco und Los Angeles zu nutzen. Trotzdem fand ich das Konzept viel zu diskussions- und vorstellungswürdig, um es einfach so vorbeiziehen zu lassen.

Das Start-up, seit ein paar Tagen mit 1.7 Millionen US-Dollar an Risikokapital ausgestattet, verteilt ortsbasierte Aufgaben an Freiwillige, die dafür entlohnt werden. Die Preisspanne pro Job soll sich zwischen $3 und $90 US-Dollar bewegen. Dafür verifiziert man (Straßen-)Karten-Informationen wie Verkehrsschilder und Transportrouten oder überprüft ob verzeichnete Geschäfte noch existieren. Die Begutachtung erstreckt sich teilweise bis zu Inventar-Inspektionen und der Verfügbarkeit von Sonderangeboten sowie Angaben über dortige Warteschlangen.

Per iPhone-App (US-Link) überträgt man Fotos, kurze Statements und GPS-Infos an ‚Gigwalk‘, die ihren Auftraggebern wiederum diese Leistung weiterreichen. Die Nutzer verdienen sich durch präzise Angaben ‚streetcred‚ und erhalten im Laufe der Zeit höher bezahlte ToDos. Ob die Zeitarbeit besonders fleißigen Bienchen wirklich schon jetzt über $400 US-Dollar in der Woche einbringt, wie All Things Digital schreibt, bleibt über eine größere Test-Etappe noch abzuwarten.

Nichtsdestotrotz ist die Idee clever. Ich wäre mir relativ sicher, dass eine große Arbeitnehmer-Zielgruppe schon für mehr Dropbox-Speicherplatz oder Google Wave Beta-Einladungen losziehen würde. Auch Auftraggeber sollten in Zeiten eines drastischen Aufschwungs von Positionsdaten nicht schwierig zu akquirieren sein.

Dreimal schöner wäre es natürlich, wenn zumindest ähnliche Sofware-Werkzeuge (in gleicher Qualität) wie die iPhone-App auch für offene Projekte wie OpenStreetMap zur Verfügung stehen würden. Hier bleiben die App-Store-Pflänzchen mit iLOE (0.79 €; App Store-Link) oder Mapzen POI Collector (kostenlos; App Store-Link) immer noch sehr klein.

Amazons ‚Cloud Player‘ spielt im iOS-Browser

Ende März startete Amazon.com sein Musik-Streaming-Angebot. Über den ‚Cloud Player‘ ließen sich Musiktitel abrufen, die auf dem Online-Speicherplatz nach ihrem Kauf dort geparkt oder individuell hochgeladen werden. Amazon verhinderte jedoch, dass die Songs über den mobilen Safari-Browser abgerufen werden konnten. Über eine Third-Party-Surf-App, die sich mit anderem ‚User-Agent‘ auswies, umschiffte man diesen bewusst platzierten Stolperstein.

In der gestrigen Nacht legte Amazon eigenhändig den Schalter um, und lässt ab sofort auch Safari-Nutzer die dort hinterlegten Songs abspielen. Eine Wiedergabe über die nicht angepasste Browser-Ansicht spielt auch beim App-Wechsel weiter und pausiert die Titel komfortabel für eingehende Anrufe. Nach Gesprächsende dudelt die Musik automatisch weiter.

via TechCrunch

Bemerkenswert ist dieser Schritt nicht aus praxistauglicher Perspektive. Ein Datei-Upload erfordert weiterhin einen Desktop-(Flash-)Browser. Und auch die Android-App gibt den Kunden erheblich mehr Möglichkeiten für die Nutzung des (kostenlosen) 5 GB-Speichers. Das Vorgehen ist aber politisch nicht unbedeutend. Rückschlüsse darauf, ob und wann eine native Amazon-Anwendung im App Store auftaucht, würde ich vorerst jedoch ausklammern. Rein gefühlt tritt das Online-Versandhaus damit jedoch Apple auf den Zehenspitzen.

Ein paar clevere Einwürfe zur möglichen ‚Castle‚ beziehungsweise ‚iCloud‚, die Apple für seine iOS- und Mac-Nutzer diesen Sommer bereithalten könnte, lieferte ‚The Talk Show‚ in Podcast-Episode #41. John Gruber vermutete dabei keine direkte Antwort auf ein Medien-Streaming-Angebot sondern eine Art Datei-Sync im Dropbox-Stil.

Parallelen zur ‚Game-Center‘-Anbindung liegen nicht fern: Man gibt iOS-Entwickler die notwendigen Schnittstellen an die Hand geben, um Spielstände, Dokumente oder Datenbanken auf einem Online-Speicher abzulegen und danach über mehrere Geräte hinweg synchron zu halten. Gratis-Webspace, der an eine Apple-ID beziehungsweise einen iTunes-Account geknüpft ist, könnte so erheblich dazu beitragen, zunehmend programmübergreifend zu arbeiten.

Obwohl der globale Musik-Abruf reizvoll klingt und sicherlich für Songs, die im iTunes Store gekauft wurden, über kurz oder lang seine Umsetzung erfährt, klettert in meiner persönlichen Priorität ein globaler Datei-Sync wesentlich höher.