Im Klammergriff: Schwankende Anzeige der Mobilfunk-Signalstärke im iPhone 4

Am gestrigen Donnerstagmorgen schwemmte es, pünktlich zum iPhone-Start, diverse Gerüchte über eine verminderte Mobilfunk-Signalstärke in Form einiger Dutzend YouTube-Videos in die Weblogs. Diese ‚Empfindungen‘ einer reduzierten ‚Konnektivität‘ sind erst einmal nicht neu, und hatten bereits beim 3G und 3GS zur medialen Runde angesetzt. Ein ‚Konstruktionsproblem‘, welches auf die Hardware zurückzuführen ist, ist daraus bekanntermaßen nicht entstanden.

Überraschend war lediglich die Vielzahl der Benutzer, die durch eine bestimmte Haltung der Hand, Mobilfunkbalken einbüßten. ‚The Wall Street Journal‘ wollte aus Apple-Kreisen erfahren haben, das dies lediglich ein (bekanntes) Darstellungsproblem der iOS-Software ist.

Ein Apple-Sprecher kommentierte wenig später offiziell:

Gripping any phone will result in some attenuation of its antenna performance, with certain places being worse than others depending on the placement of the antennas. This is a fact of life for every wireless phone. If you ever experience this on your iPhone 4, avoid gripping it in the lower left corner in a way that covers both sides of the black strip in the metal band, or simply use one of many available cases.

via AllThingsD

Apple.jpg

An Fahrt nahm das Thema dann erst wieder in der gestrigen Nacht auf, als der E-Mail-Account von Steve Jobs eine Endverbraucher-Zuschrift mit „Just avoid holding it in that way.“ beantwortete.

via Engadget

Die Fachkreise schimpfen die Halteposition in der linken Hand, bei der der Handballen die Antenne an der linken unteren Gehäuseseite verdeckt, bereits als „Death Grip„. PCMag spricht von einem 50-Prozent verminderten Datendurchsatz. Welche Empfindlichkeit die verwendeten ‚Speed-Barometer‘ dabei jedoch aufweisen, ist nicht dokumentiert. Der Artikel resümiert mit „This isn’t a deal breaker.“.

DirektSignal

Am gestrigen Erstverkaufstag konnte ich die berichteten Signalschwankungen nicht nachvollziehen. Am heutigen Morgen schon. An zwei separaten Geräten, die sich jedoch im gleichen Telekom-Netz befanden. Die Darstellung der Mobilfunkanzeige schwankt zwischen einem und fünf Balken, je nachdem ob das linke untere Gehäuse-Eck verdeckt ist. Die UMTS-Verbindung habe ich – egal in welcher Halteposition – bislang nie komplett verloren, auch wenn der Griff um die schwarze Nahtstelle sehr fest, breit und lang ausfällt.

Ob der (für mich) zu visualisierende Effekt sich auf die Praxistauglichkeit auswirkt, und das sollte hier die eigentliche Frage sein, mag ich zum derzeitigen Stand der Dinge nicht beantworten. Die Berichte, aus dem nicht ganz schwankungsfreien AT&T-Netz in Amerika, sollte man außerdem stark von der hiesigen Situation im Netzausbau unterscheiden. Alle US-Medien, die sich vorab mit den Testgeräten beschäftigen konnten, sprechen von weniger ‚abgebrochenen Verbindungen‘ gegenüber dem iPhone-Vorserienmodell.

Ob sich der Effekt durch die Verwendung der Apple ‚Bumpers‘ verringert, trage ich mit entsprechendem Test-Equipment nach. Der ‚Klebestreifen-Hack‚ von Marco Arment hat bei mir keine Auswirkungen gezeigt.

Als Fazit steht erneut ein Zitat von John Gruber: „I don’t know if this signal-degradation-in-left-hand thing is really a widespread problem or not yet, but it’s not reasonable to tell people not to hold the phone this way.“

via Daring Fireball

Erste FaceTime-Impressionen (+Video)

Die ersten FaceTime-(Geh-)Versuche fanden am heutigen Morgen unter amüsierter Beteiligung von @fscklog vom fscklog.com statt. Für weitere Impressionen stand mir @jollyjinx zur Seite.

facetime.jpg

Die Videotelefonie von Apple funktionierte in allen Anläufen relativ problemfrei. Die Wortwahl ‚relativ‘ entstammt der Tatsache, dass eingehende Anrufe während einer FaceTime-Sitzung, bei dessen Annahme, das Kameragespräch ohne Warnung abbrechen lassen. Das ist erst einmal ‚ungewohnt‘ und sollte in Zukunft zumindest mit einer Benachrichtigung versehen werden.

Das Videobild des Gesprächs lässt sich pausieren, wenn einer der Teilnehmer in den Homescreen wechselt. Über die Audio-Verbindung, die auch über das WiFi-Netz läuft, kann der Anruf fortgeführt werden.

Gespräche initiiert man beispielsweise über die Auswahl des Kontakteintrags im Adressbuch. Jeder Person ist ein FaceTime-Button zugeordnet. Da die Gespräche ausschließlich zwischen iPhone 4 und iPhone 4 geführt werden können, schlagen „FaceTime-Anrufe“ an Kontakte, die kein solches Gerät haben, fehl. So lassen sich alle Adressbucheinträge oder Rufnummern ohne vorherige Bestätigung oder Einwilligung anrufen.

Die Bedeutung, dass Apple jedem Kontakt einen eigenen FaceTime-Knopf zuordnet, unterstreicht die Signifikanz, die Apple (selbst) der neuen Technik zurechnet.

DirektFace*

Die Videoqualität ist über ein funktionierendes WiFi-Netz ausgesprochen gut. Entfernt man sich (nur kurz) aus dem WiFi-Radius wurde die Verbindung in keinem meiner Testläufe getrennt. Kehrt der Teilnehmer in den stärkeren WiFi-Umkreis zurück, läuft das Bild flüssig weiter.

In einem erweiterten Test stellten wir fest, dass FaceTime komplett ohne GSM auskommt. Bei einem Anruf aus dem Flugzeugmode zwischen zwei Geräten, die sich noch nie gesehen beziehungsweise angerufen hatten, funktioniert ein Verbindungsaufbau problemlos. Das könnte demnächst auch unter Einbeziehung eines zukünftigen iPod touches mit Kamera spannend werden.

Des Weiteren funktioniert das Umschalten zwischen vorderer und hinterer Kamera problemlos und verläuft in einer mehr als angenehmen Geschwindigkeit.

Das Gefühl, per Freisprecheinrichtung, einen Videoanruf zu führen, ist sehr ungewohnt. Ob sich dessen Nutzung, unter der Annahme einer weiten iPhone-4-Verbreitung, in der Praxis durchsetzt, bleibt abzuwarten.

* Alle selbstproduzierten Videos gibt es ‚iPhone-kompatibel‘ auch in unserem Podcast-Feed, den ihr beispielsweise über iTunes oder einem anderen Multimedia-Verwaltungsprogramm eurer Wahl abonnieren könnt.

Meine iPhone 4 Symphonie

iPhone4-1.jpg

„Unboxing ist OUT, Symphonien sind IN.“ Da müsst ihr jetzt durch.

Das ist ein befreundetes Leihgerät, das ich für wenige Minuten unter meine Kamera halten durfte. Die nächste Leihstellung erfolgt zusammen mit ‚inhaltsträchtigerer‘ Berichterstattung am heutigen Nachmittag.

DirektSymphonie

(Danke, Michael!)

‚iMovie‘ für iPhone 4 veröffentlicht

iMovie.jpg

Apples mobile Videobearbeitungs-Software iMovie steht für 3.99 € am heutigen Morgen im App Store zum Download bereit. Im gleichem Atemzug veröffentlichte Cupertino ein „Frequently Asked Questions“-Dokument, welches noch einmal bestätigt, das iMovie nur auf einem iPhone 4 funktioniert. Gegenüber den Geräten der letzten Generation sowie dem iPad, ist dieser Umstand wohl dem verdoppelten Arbeitsspeicher zuzuschreiben.

(Danke, filid!)

Heimproduktionen wie die unten eingebettete, sollten in den nächsten Tagen die Internet-Portale fluten. Im letzten Jahr, als mit dem iPhone 3GS die Video-Aufnahmemöglichkeit und der mobile YouTube-Upload ins Gerät wanderten, stieg die Anzahl, der von Unterwegs hochgeladenen Filme, um 400-Prozent. Pro Tag.

In the last six months, we’ve seen uploads from mobile phones to YouTube jump 1700%; just since last Friday, when the iPhone 3GS came out, uploads increased by 400% a day.

DirektHome

iMovie-1.jpg

-> App Store-Link

David Pogues ‚New York Times‘-Videoreview der vierten iPhone-Generation

David Pogue schrieb für die New York Times am gestrigen Mittwoch folgenden Satz vor seinen iPhone-4-Testbericht: „Ordinarily, this is where you’d expect to find a review of it. But honestly — what’s the point? The iPhone 4 is already a hit.“

Mit seinem Video-Nachtrag trifft er den Nagel erneut auf den Kopf. So lässt sich in diesen Tag starten…

DirektPogue

via NYTimes

Weiße iPhones erst Mitte bis Ende Juli

weiß.jpg

Während die Telekom in Berlin dieser Minuten ihre ersten iPhone-4-Vertragsgeräte an den Mann und die Frau bringt, informiert Cupertino über die verzögerte Verfügbarkeit der weißen Modelle. Diese sollen eine „besondere Herausforderung“ in der Produktion darstellen und werden erst in der zweiten Juli-Hälfte in den Vertrieb gelangen.

White models of Apple’s new iPhone® 4 have proven more challenging to manufacture than expected, and as a result they will not be available until the second half of July. The availability of the more popular iPhone 4 black models is not affected.

Ich wünsche allen Frühaufstehern, Campern oder Postboten-Stalkern einen vergnüglichen iPhone-4-Release.

via ApplePR

[KlimBim] iPhone-Unboxing, Video-Tests, App-Store-Aktualisierungen, buntes Hintergrundbild, FaceTime und App-Store-Gewinne

iphone4.jpg

Loyal Moses, einer der frühen iPhone-4-Empfänger, veröffentlicht diverses Bild- und Video-Material vom neuen Gerät in seinem Blog und im YouTube-Kanal.

via loyalmoses


twitter.jpg

Unterdessen finden sich stündlich neue iOS4- sowie iPhone-4-optimierte Anwendungen im App Store ein.


Quiet iPhone wallpaper.jpg

Mehr Übersicht schaffen, mit diesem aufgeräumten Hintergrundbild.

via Kottke.org


Engadgets Chefredakteur Joshua Topolsky zeigt in seinem iPhone-4-Review einen FaceTime-Videoanruf mit Ed Baig (USA Today). Unklar bleibt jedoch weiterhin, ob die Gespräche, die ausschließlich über eine WiFi-Verbindung geführt werden, eine Mobilfunk-Anbindung (beispielsweise für die Authentifizierung) voraussetzen.

via Engadget


jaffray.jpg

Auf der WWDC-Keynote verkündete Steve Jobs, dass man seit Beginn des App Stores bereits eine Milliarde US-Dollar an die iOS-Entwickler ausgeschüttet hätte. Die Anzahl der Download von bezahlten und unbezahlten Anwendungen soll nach Apple-Angaben bei fünf Milliarden liegen – eine Unterscheidung legt Cupertino weiterhin nicht offen.

Mit diesen Angaben im Rücken, ‚kalkuliert‘ Gene Munster von der Investmentbank Piper Jaffray einen geschätzten Apple-Profit vom App Store mit ‚lediglich‘ $189 Millionen US-Dollar über den gesamten Zeitraum.

So while App Store sales are through the roof, Apple’s certainly not making a killing from them. But that’s never been the point, anyway. Like iTunes itself, the App Store’s purpose is to drive hardware sales. It’s a secondary business.

via AllThingsD

iFixit vermutet ‚Gorilla Glass‘ im iPhone 4

Apple räumte auf der diesjährigen WWDC-Keynote dem hochauflösenden Retina-Display großen Präsentationsplatz ein. Schenkt man der ersten ‚Hands-On‚-Berichterstattung Glauben, geschah dies wohl zurecht.

Neben der hochgestuften 960 x 640-Auflösung des IPS-Bildschirms, erwähnen fast alle Presse-Berichte einen ‚Crash-Test‘. Ed Baig schrieb für USA Today: „To reinforce the point, an Apple executive dropped it in front of me. The phone was undamaged.“. Walt Mossberg kommentiert: „I dropped it several times from a few feet onto a hard surface with no problem, and it acquired no scratches at all in my testing, even though I didn’t use a case or coddle it.“

Bemerkenswert. Der ‚iFixit-Teardown‚ vermutet chemisch-gestärktes ‚Gorilla Glass‚ der US-Firma Corning. Apple hält sich mit solch spezifischen Angaben wie gewohnt zurück – entsprechende „Stress-Tests“ finden sich seit Anfang des Jahres auf YouTube.

design.jpg

Das Glas soll 20-fach ’steifer‘ und 30-fach ‚härter‘ als Plastik ausfallen. Das Werbevideo des Herstellers kommt der US-Sitcom ‚Better Off Ted‚ mit seinem morallosen ‚Veridian Dynamics‚-Konzern beängstigend nah…

DirektGorilla

Bemühungen in diesem Bereich entsprechen absolut der Apple-Philosophie. Dokumentierte Imperfektion, die gebrochene, zerkratzte oder verschmierte iPhone-Displays zeigt, geht Apple ohne Frage auf den Senkel. Das neue Glas ist eine logische Weiterentwicklung der fettabweisenden iPhone 3GS- und iPad-Beschichtung („Fingerprint-resistant oleophobic coating“). Die ‚oleophobe‚ Oberfläche findet beim iPhone 4 sowohl auf der Vorder- als auch Rückseite Anwendung. Ob sie die Erwartungen erfüllt, erfahren wir nach einem breiten Massentest, erst in den nächsten Wochen.

Besondere Beachtung fand ebenfalls die verbaute HD-Kamera (5 MP / 720p-Video mit 30 FPS), von dessen Qualität wir uns jedoch bereits am morgigen Donnerstag überzeugen lassen dürfen.

kamera-1.jpg

via iFixit

Clayton.jpg

Wer sich übrigens mit einem schicken Hintergrundbild auf die iPhone 4-Veröffentlichung vorbereiten möchte, bekommt mit der „Grid-Strichzeichnung“ eine, meiner Meinung nach, sehr elegante Option.

-> Grid-App for iPhone