Nach tagelangem Stochern in den Firmware-Eingeweiden scheint man jetzt auf die richtigen Konfigurations-Dateien gestoßen zu sein: weitere Gerüchte-Brocken perlen träge an die Oberfläche.
Auch die Personalabteilung aus Cupertino erfüllte sich selbst einen großen Bärendienst, indem sie in einer Stellenausschreibung nach einem ‚Camera Project Manager‘ für das iPhone Ausschau hielten. Kurze Zeit nach der internetweiten Berichterstattung verschluckte das WWW die Job-Beschreibung wieder.
Außerdem wurden weitere Vermutungen angestoßen, dass die im neuen iPod Shuffle bereits integrierte Sprachsteuerung auch ihren Weg ins iPhone finden könnte. Einige erste Bugfixes wurde mit dem am gestrigen Montag veröffentlichten iTunes 8.1.1-Version vorgenommen.
Ganz aktuell rückt jedoch die Batterieanzeige in den Mittelpunkt der Berichterstattung. Das Menüleisten-Symbol lässt sich zukünftig wohl auch um eine Prozentangabe veredeln.
Wenn man denkt, jetzt hat man bereits jegliche Objekte in iPhone-Form gesehen, flutscht eine Seife ins Internet. Duftrichtung: Mojito. Mit einer Essenz ‚Tropical Mango‘ und handfester Terminal-Applikation.
Über die in Firmware 3.0 bestehende Videoaufnahme-Funktionalität sollten – nach der Veröffentlichung des oben aufgeführten MacRumors-Bildschirmphotos – nur noch geringe Zweifel bestehen.
Nachdem wir Gestern bereits ausführlich über die Gerüchte der Video-Bearbeitung und die (angeblich) bestellten 3.2 MegaPixel Kamerasensoren berichtet hatten, zeigt der Screenshot doch eindeutig wohin die Reise geht. Derzeit erfordert der Interface-Zugang eine Modifikation der tief-verbuddelten Konfigurations-Dateien. Ansonsten wäre uns das Bild sicherlich schon nach der Veröffentlichung von Firmware-Beta 2 letzten Mittwoch unter die Nase gehalten worden.
Am rechten untern Rand lässt sich (unter Vorbehalt) zwischen Photo- und Videoaufnahme umschalten. Die linke Ecke wird (wie bekannt) besetzt mit einem Konfigurations-Knopf einem Vorschaubild der letzten Aufnahme. Dem Benutzer werden jedoch weitere Konfigurations-Möglichkeiten über den ‚Auto-Fokus‘, ein Magnetometer (eine Art digitale Positionsbestimmung) und die Sprache-Kontrolle an die Hand gegeben.
Trent Reznor – dem Frontmann der Nine Inch Nails – kann man persönlich und musikalisch sicherlich mit getrennter Auffassung gegenüberstehen. Das, was er jedoch gerade im Netz und mit der Vermarktung seiner künstlerischen Werke veranstaltet, ist zweifelsfrei großartig.
Zuerst lud er sein komplettes Album Ghosts I-IV eigenständig in die Piratenbucht und erlangt (hier je nach Sichtweise bitte ‚trotzdem‘ oder ‚deshalb‘ in diesen Satz einfügen) den Sprung auf das Podest des ‚Bestselling Albums of 2008‚ von Amazon.
Auch die neuste NIN-Scheibe ‚The Slip‚ lädt sich erfolgreich über die Internet-Server. Genau dort – in diesem Internetz – tauchten dann Anfang diesen Jahres auch 400GB ungeschliffenes Video-Rohmaterial vergangener NIN-Konzert auf.
Reznor kommentierte süffisant:
The internet is full of surprises these days. I was contacted by a mysterious, shadowy group of subversives who SOMEHOW managed to film a substantial amount (over 400 GB!) of raw, unedited HD footage from three separate complete shows of our Lights in the Sky tour. Security must have been lacking at these shows because the quality of the footage is excellent.
Ende Januar haben wir an dieser Stelle den VNC-Server Veency vorgestellt um das Videobild des iPhones an den Computer zu übertragen. Noch ein bisschen angenehmer wird das Thema mit der Software-Kombination aus ScreenSplitr und DemoGod.
Das zuerst erwähnte ScreenSplitr ist nicht neu und durchlief bereits einen langen Weg der Jailbreak-Entwicklung. Im Weblog des Entwicklers Plutinosoft sind die einzelnen Stolperfallen und Erfolgsmeldungen sehr schön dokumentiert. Seit der offiziellen Veröffentlichung am 19. Januar 2009 erfreut sich das Stückchen Cydia-Software bereits großer Beliebtheit und wurde sogar schon an Auto-Radios mit Display betrieben.
Mit DemoGod (Zip-Download) gesellt sich jetzt eine Mac-Software zum Paket-Bundle, die als Betrachtungsprogramm für das iPhone-Display am Computer dient. Eingebettet in eine elegante iPhone-UI zeigt der Viewer den aktuell-übertragenen iPhone-Bildschirm, sobald sich beide Programme im gleichen WLan befinden und gestartet wurden.
Weitere Konfigurationsdateien sucht man vergebens.
Die kleinen Verzögerungen bei der Bilddarstellung müssen der Latenz des WLans und der undokumentierten API, die zum Einsatz kommt, zugerechnet werden. Einen kurzen Einblick für alle Interessierten, habe ich auf Video festgehalten.
Nicht unerwähnt soll da dieser Stelle die Jailbreak-Software TVOut sein, die ebenfalls eine Bildübertragung zwischen iPhone und Display zusammenschustert. Die Framerate ist gegenüber ScreenSplitr deutlich höher, trägt diesen Vorteil jedoch schonungslos auf dem Rücken von Stabilität und Kompatibilität aus. Trotzdem kann Blick auf die MobileSubstrate-Erweiterung keinesfalls schaden und bietet wie ScreenSplitr und DemoGod hervorragende Funktionalität für alle diejenigen, die es benötigen.
* Alle selbstproduzierten Videos gibt es ‚iPhone-kompatibel‘ auch in unserem Podcast-Feed, den ihr beispielsweise über iTunes oder einem anderen Multimedia-Verwaltungsprogramm eurer Wahl abonnieren könnt.
Der Suchmaschinen-Dienstleister Google überarbeitete bereits vor gut einem Monat seinen Service Google Voice und stürmte damit an die Öffentlichkeit.
Die Dienstleistung, die sich ehemals GrandCentral schimpfte und vor rund zwei Jahren akquiriert wurde, vereint bei Bedarf alle eure Telefon-Nummern unter einer Dach-Kennziffer. Funktionen wie die Transkription von Sprachnachrichten, ein umfassendes SMS-Management oder internationale Gespräche gegen kostengünstige Gebühren klingen auch für jeden Endverbraucher spannend. Datenschützer horchen ebenfalls auf.
Auch das iPhone soll mit einer Version des noch geschlossenen VoIP-Services bedacht werden. Neue Registrierungen nimmt Google noch nicht entgegen, tritt jedoch durch seine Ankündigung schon jetzt in direkte Konkurrenz zum Platzhirschen Skype.
Die ‚Telefon-Umleitung durchs Internet‘ hatte sich unter anderem der ‚New York Times‘-Journalist David Pogue angeschaut und als sehr ‚vielversprechend‘ eingestuft.
Manchmal bedauere ich es, dass große Mobilfunk-Konzerne so schmerzfrei mit ihrer Außendarstellung umgehen. Durch eine unsägliche Preispolitik, mindere Service-Qualität und unnötigen Angebots-Paketen haben sich innerhalb der letzten Jahre ausnahmslos alle deutschen Telefonie- und Internet-Provider einen schlechten Ruf erwirtschaftet.
Wenn man jedoch kommunikativ am gesellschaftlichen Leben teilnehmen möchte, muss man zwangsläufig zwischen Pest oder Cholera am vogelwildem Treiben der Mobilfunkanbieter teilnehmen. Frischen Wind bringt in diesen Dauersturm der VoIP-Client Skype, welcher mit der Veröffentlichung einer nativen iPhone-Applikation in der letzten Woche international Aufmerksamkeit erhaschte.
Die Veröffentlichung war jedoch getragen auf einer Welle der Empörung. Die deutsche Presseabteilung von T-Mobile verkündete im gleichen Atemzug, das VoIP-Programme nicht ihre Mobilfunkleitungen passieren dürfen.*
Im Telekom-WiFi von Zuhause darf zwar telefoniert werden, unterwegs benutzen wir aber bitte die geschenkten Vertrags-Freiminuten. Sollten diese aufgebraucht sein, beträgt der Minutenpreis je nach Tarif 0.29€ in einer 60/1 Taktung.
Im Skype-Weblog äußerte sich ein Berater der Ebay-Tochter empört, schreit öffentlich Wettbewerbsverzerrung und vermutete zuerst gar einen April-Scherz.
Is Deutsche Telekom playing an April’s Fool joke at the expense of Skype users in Germany?
This is a real shame: many other operators around the world know very well that people want to use innovative Internet applications, like Skype, and that’s the reason they pay their ISP to access the Internet in the first place. On top of that, there is no technical justification for this arbitrary blocking of Skype, and it represents a barrier to online business put in place by a private company just because they can, because they control access to the Internet.
Bestehende Vertagsklauseln hin-oder-her: Die Mobilfunkbranche steckt in einer mit der Medienindustrie vergleichbaren Krise. Es wird sich mit Bangen an uralte Vertriebswege geklammert und die unaufhaltsame Lawine der Weiterentwicklung übersehen. Obwohl man selbst bereits große Teile seiner Telefongespräche über die Internetleitungen zugunsten von Kostenersparnissen versendet, soll der Kunde doch bitte weiterhin seinen Standardpreis abdrücken. Vielfalt unerwünscht.
Ich verstehe, dass alteingesessene Firmen ihren Markt schützen wollen und müssen.
Skype ist ebenfalls eine Firma, die am Muttertropf hängt und darauf angewiesen ist Geld zu verdienen. Das, was sie in ihrem Weblog-Beitrag als ‚open network‘ bezeichnen, widerspricht (noch) komplett dem aktuell verwendeten Protokoll.
Trotzdem bleibt der Wunsch sich aussuchen zu können, wem ich mein Geld gebe. Und das wäre in diesem Fall nicht die Firma, die ihre Kunden mit einem Papierstapel von Kleingedrucktem bedroht.
* iPhones mit Jailbreak installieren ‚VoIPover3G‘ zur Aufhebung der UMTS-Telefonsperre. Skype führt derzeit mit der aktuellen Beta-Firmware 3.0 für Entwickler, Telefongespräche auch über das Mobilfunknetz ohne eine Modifikation zu erfordern. Obwohl T-Mobile angekündigt hat, die Skype-Nutzung auch aus deren Hotspots zu verhindern, lassen sich hier über WiFi immer noch Gespräche absetzen. Ob eine technische Einschränkung im breiten Stil überhaupt durchsetzbar ist, bleibt abzuwarten.