Das iPhone als Kontrollmonitor für Videokonferenzen

Wer die kürzlich vorgestellte „Teleprompter + Duet”-Lösung als zu aufwendig empfindet um seine Zoom-Konferenzpartner:innen direkt anzuschauen, kommt mit diesem Aufbau nahe dran.

Mit einer Armlänge an Abstand zur Kamera ist der nicht hundertprozentig Blickkontakt absolut zu vernachlässigen. Ich habe zum Test mehrere QuickTime-Demovideos aufgenommen. Nur mit dem Wissen, dass ich aufs iPhone und nicht direkt ins Objektiv schaue, konnte ich den minimalen Unterschied erkennen.

In meinem Aufbau sitzt die Logitech Brio über eine 1/4-Zoll-Schraube (Affiliate-Link) auf einem SmallRig Mobile. Das ausgemusterte iPhone hängt über Duet per Kabel als zweiter Monitor am Mac. Auf diesen Bildschirm schiebt man die (Zoom‑)Videokonferenz.

App-Store-Abos und In-App-Käufe mit der Familien teilen

8 von 10 meiner laufenden Software-Abos aus dem App Store aktivierten nach den ersten 3 Monaten die Familienfreigabe. Zuletzt kam 1Blocker hinzu. Neben dem Jahresabo lässt sich hier auch die „Lifetime”-Lizenz als einmaliger In-App-Kauf mit bis zu fünf weiteren Familienmitgliedern teilen – wohlgemerkt kostenlos.

Entwickler und Entwicklerinnen müssen diese Option explizit aktivieren. Die zwei Apps, die das bei mir beispielsweise nicht tun, bieten höhere Preisstufen bei einer Nutzung mit mehreren Leuten. Castro macht schlicht ein Rabatt-Angebot daraus; CARROT Weather sitzt mit der höheren Abfrage von Wetterdaten selbst auf einer höheren Rechnung.

Wenn ihr also Abos zahlt, die ihr auch bereit seid zu teilen(!), aktiviert die Option „Mit Familie teilen” in den Abo-Einstellungen der jeweiligen Apps.

WidgetPod – so müsste Apples Musik-Widget aussehen

Man machte mich auf „Lo-fi Remixes” von Videospiel-Musik aufmerksam. Diese YouTube-Playlisten musste ich mir direkt laden – als Hintergrundmusik, wenn man sich mal ausklinkt.

Bevor ich der neuen Playliste in Apple Music jedoch ein Plattencover aufdrücken konnte, musste für den Import der Musikdateien ein Mac her. Dass das auch 13 Jahre nach iPhone OS 1.0 – beziehungsweise 10 Jahre nach iTunes Match – noch nicht ohne macOS geht, ist frustrierend.

In den „Steve Jobs Stories” erzählte William Raduchel (Ex-Chef von AOL Time Warner) kürzlich wie es der DRM-Kopierschutz in den ursprünglichen iPod-Vertrag schaffte (ab 1:17:50).

And the big obstacle was that Steve didn’t want copy protection. He wanted no copy protection. Paul’s explaining the benefits of copy protection and it’s like suddenly in the middle of this conversation, Steve realizes copy protection is going to be really good for me.

Copy protection was added to the iPods for the purchased music. But out of that came a contractual clause, because Apple wanted to have rights to put the music onto computers – and computers have the risk of piracy. So there was a clause in the agreement, which said that you could only have five devices on which you had access to the user file system.

We’re still living with that today. That is why the iPhone is structured the way it is. In order for the iPhone to be an iPod, you can’t have access to the user file system.

Die Ursprünge sind mir aus heutige Sicht aber schnuppe: Man sollte seine Musik in seine Musik-App direkt über iOS/iPadOS importieren können.

Lange Vorrede, kurzer Schluss: Dem offizielle Apple-Musik-Widget fehlt jegliche Inspiration; nutzt lieber WidgetPod.

Die Widget-App stammt von Aditya Rajveer – dem Marvis Pro-Entwickler. Sie vermisst die Widget-Größe „Large” (lediglich „Small” und „Medium” stehen zur Auswahl), und kämpft mit den generellen Widget-Limits in iOS 14 – allem voran einer kontinuierlichen Aktualisierung sowie Interaktivität.

Beispielsweise lassen sich ein paar visuelle Patzer ausbessern, indem man die „Bewegung reduziert” (➞ Einstellungen ➞ Bedienungshilfen ➞ Bewegung ➞ Bewegung reduzieren). Allerdings beraubt man sich dann auch den animierten Alben-Covern in Apple Music.

WidgetPod versucht drumherum zu arbeiten. Das Miniprogramm bietet beispielsweise eine Play/Pause-Funktion sowie eine Abkürzung in die Apple-Music-App oder Spotify. Der Entwickler hat obendrein die Familienfreigabe für den vollen Funktionsumfang freigeschaltet.

Das Widget funktioniert gleichermaßen auf iPhones und iPads. Für mich ist es die optisch attraktivere Wahl für den Homescreen.

„The Privacy Sandbox”

Google kickt Third-Party-Cookies und bildet Kohorten. Durch ihre Vormachtstellung bei Betriebssystemen (Android) und Browsern (Chrome) trackt Google damit deutlich besser als seine Mitbewerber.

Praktisch sieht das so aus: Android und Chrome schreiben alle von euch besuchten Webseiten auf. Über maschinelles Lernen sortiert man euch dann in eine Kohorte. Dieses Bündel aus Daten – diese Kohorten – benutzen nun Webseiten, um beispielsweise personalisiert Werbung auszuspielen.

Weil Google selbst diverse Services betreibt (YouTube, Google Suche, etc.), könnten sie über First-Party-Cookies (Anmeldedaten, etc.) präziser Interessensgruppen bilden.

Federated Learning of Cohorts” – kurz FLoC – nennt sich die Cookie-Nachfolge. Es ist eine Zusammenfassung all eurer Aktivitäten im Browser – über den Browser.

Und so beschrieb die EFF bereits vor eineinhalb Jahren ihre Nachteile:

This is, in a word, bad for privacy. A flock name would essentially be a behavioral credit score: a tattoo on your digital forehead that gives a succinct summary of who you are, what you like, where you go, what you buy, and with whom you associate. The flock names will likely be inscrutable to users, but could reveal incredibly sensitive information to third parties. Trackers will be able to use that information however they want, including to augment their own behind-the-scenes profiles of users.

Google says that the browser can choose to leave “sensitive” data from browsing history out of the learning process. But, as the company itself acknowledges, different data is sensitive to different people; a one-size-fits-all approach to privacy will leave many users at risk. Additionally, many sites currently choose to respect their users’ privacy by refraining from working with third-party trackers. FLoC would rob these websites of such a choice.

Furthermore, flock names will be more meaningful to those who are already capable of observing activity around the web. Companies with access to large tracking networks will be able to draw their own conclusions about the ways that users from a certain flock tend to behave. Discriminatory advertisers will be able to identify and filter out flocks which represent vulnerable populations. Predatory lenders will learn which flocks are most prone to financial hardship.

FLoC is the opposite of privacy-preserving technology. Today, trackers follow you around the web, skulking in the digital shadows in order to guess at what kind of person you might be. In Google’s future, they will sit back, relax, and let your browser do the work for them.

Don’t Play in Google’s Privacy Sandbox

Im ersten Schritt sollte Google keinen Applaus für diese „Building a more private web”-Initiative bekommen.

In a world with FLoC, it may be more difficult to target users directly based on age, gender, or income. But it won’t be impossible. Trackers with access to auxiliary information about users will be able to learn what FLoC groupings “mean”—what kinds of people they contain—through observation and experiment. Those who are determined to do so will still be able to discriminate. Moreover, this kind of behavior will be harder for platforms to police than it already is. Advertisers with bad intentions will have plausible deniability—after all, they aren’t directly targeting protected categories, they’re just reaching people based on behavior. And the whole system will be more opaque to users and regulators.

Google’s FLoC Is a Terrible Idea

Im zweiten Schritt ist entscheidend für welchen Webbrowser und für welches Betriebssystem ihr euch entscheidet.

Wo bin ich? Orte raten mit „GeoGuessr”.

Nach dreizehn Monaten ohne eine (Flug‑)Reise ist es wahrscheinlich Fernweh: Mittlerweile steht auf meinem Schreibtisch ein dediziertes iPad für WindowSwap und Drive & Listen.

Wenn man jedoch aktiver seiner Sehnsucht nach der weiten Welt nachkommen möchte, rätselt man den Ort zufälliger Google-Street-View-Panoramas.

GeoGuessr zeigt euch seit 2013 die willkürlich über den Planeten verstreuten 360-Grad-Bilder. Anschließend ratet ihr die möglichst exakte Geoposition. Umso näher ihr dran seid, umso mehr Punkte sammelt ihr im Geografie-Quiz.

Das Spiel ist populär auf Twitch; YouTube archiviert spektakuläre Erfolge. Auf dem iPhone ist die geteilte Ansicht aus dem Rundum-Foto und der Landkarte zu klein; auf dem iPad läuft das ursprüngliche Browser-Spiel dagegen hervorragend.

#244 – WiFi

Ganz ohne Clickbait: mein Titel für Episode 244!

Statt einer reißerischen Überschrift habe ich in diesem Video eine Handvoll praxisnaher Tipps zum Thema „WiFi” verpackt – vom Umgang mit dem persönlichen Hotspot, über private WiFi-Adressen bis zu lokalen Netzwerk-Zugriffen von App-Store-Apps.

Kurzum: Hier gibts was zu lernen!

Dies ist das Intro zur sechseinhalbminütigen Episode:


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„Gratisspiele”

Das ist ein Grund, warum ich für Apple Arcade bezahle und fleißig Kaufspiele auf die Nintendo Switch lade. Der andere Grund: Ich spiele diese Videospiele selbst gerne.

Und trotzdem schlägt der Thread von Rainer Sigl persönlicher ein, als ich mir das als Dad wünsche. Der Gruppendruck ist da. Wenn die (Schul‑)Freund:innen Roblox spielen, soll sich mein Kind online dort auch treffen dürfen — insbesondere, wenn das Offline nur eingeschränkt geht.

Free-to-Play-Spiele bewerben aber andere Free-to-Play-Spiele. Über Roblox hat es Brawl Stars aufs iPad von meinem Sohn geschafft – ein typischer Supercell-„Grinding”-Titel.

Mit Zeitbeschränkungen über Screen Time versuche ich die Spielzeit im Blick zu behalten. Die Kids dürfen per Push auch nach einer Verlängerung des Tageslimits fragen.

Among Us und Pokémon Go sind für uns zwei bunte Ausnahmen im F2P-Sumpf. Pokémon ist dabei an Spaziergänge geknüpft; Among Us erfordert andere Mitspieler:innen.

Trotzdem bleibt es schwierig – ernsthaft schwierig. Meine Kids dürfen keine Apps selbst installieren, weil F2P-Spiele mit Links zu fragwürdigen App-Store-Apps um sich werfen. In-App-Käufe sind generell ausgeschaltet. Nicht weil ich prinzipiell dagegen bin (das Gegenteil ist der Fall!), sondern weil Abzock-Apps dominieren.

Als einzige echte Kontrolle, die ich für uns und meine Kinder in ihrem jetzigen Alter gefunden habe (meine Kids sind 5 und 7), ist die eigene Beteiligung. Selbst an den Spielen teilzunehmen, die Mechanismen zu verstehen, sie zu erklären und (immer wieder) Alternativen vorschlagen, hilft. Es hilft hoffentlich auch dabei den Spaß an diesem Hobby in der Zukunft zu behalten.

„American Idle” – über TikTok und Remix-Kultur

Instagram famously has never had its version of resharing (e.g. retweeting). This reduced the velocity of photos and later videos on the service, a sort of brake on spam and misinformation and other possible such downsides.

But after using TikTok, it does feel odd to go through Instagram and not be able to grab anyone’s photo to remix. Imagine you could grab someone’s photo and apply your own filters, or grab just one element of the photo and use it in your photo.

Once we all live in the metaverse, this type of infinite replication and remixability will be something we take for granted, but even now, we’re starting to see an early version of it on TikTok. This type of native remixability feels like it will be table stakes in future creative networks.

Eugene Wei

Die Ironie einen 60-Minuten-Artikel über das 60-Sekunden-Netzwerk TikTok zu empfehlen, entgeht mir nicht. Und trotzdem: Es ist aktuell die hilfreichste Gegenüberstellung der verschiedenen Social-Media-Kanäle, die beste Einordnung über den kreativen Schaffensprozess auf Taschencomputern, aber auch eine treffende Beschreibung für die Form unseres Zusammenlebens.

Wenn ich im iPhoneBlog keine Anti-Emoji-Richtlinie für Artikeltexte hätte, würde ich hier ein „Shocked Face with Exploding Head“-Emoji setzen.