Der „Quid­pro­quo“-Deal mit Amazon

Why would Apple agree to this? Financially, Apple now gets a cut of some Prime Video rentals and purchases, and a recurring cut of new Prime Video subscriptions made in-app. And Apple TV users get all the benefits from the Prime Video app supporting AirPlay 2, universal search, and integration with the TV app that Apple is trying to make the default interface for watching shows and movies. Prior to this deal, Apple made nothing from Prime Video — it was a free app with no in-app purchases, and there was no way to subscribe to Prime Video through iTunes.

John Gruber | Daring Fireball

Die bislang nachvollziehbarste Beschreibung von einem „etablierten Programm“, das bislang niemand kannte. Einige Annahmen sind (natürlich) nicht bestätigt, aber die beschriebene Motivation zum Deal von Amazon und Apple dürfte hier stimmen.

Sie folgt der Idee einer Provision – einer Kundenvermittlungsgebühr. Im Kontext der finanziellen 70/30-Teilung betont Apple regelmäßig wie wichtig ihnen ist wer den Kunden vermittelt hat beziehungsweise wie der Kunde auf einen Service aufmerksam wurde.

Let’s be clear about what that means. Apple connects Spotify to our users. We provide the platform by which users download and update their app. We share critical software development tools to support Spotify’s app building.

Apple.com/Newsroom

Im jetzigen Deal mit Amazon bleibt diese Idee erhalten: Wenn ein Kunde bereits beim jeweiligen Dienst angemeldet ist und dort ein Zahlungsmittel hinterlegt hat, vermittelt nicht Apple – er oder sie ist ja bereits ein Kunde von Amazon. Deshalb darf auch die Zahlungsschnittstelle von Amazon genutzt werden.

If the Amazon account you’re signed into does not have a Prime subscription, you can purchase or rent movies in the Prime Video app, and they will be processed as Apple In-App Purchases. This is true even if Amazon has a credit card on file for your account. If you are not subscribed to Prime, in-app purchases are Apple’s In-App Purchases.

Und trotzdem bleibt offen, warum diese Konditionen nur für Filme gelten? Und warum dieser „premium video subscription service“ nirgends offiziell beschrieben ist?

Meine Fragen bleiben natürlich semi-rhetorisch. Der Deal ist ein Push für Apples TV-App! Eine Anlaufstelle, die Apple enorm wichtig ist. So wichtig, dass sie sich mit individuellen „Quid­pro­quo“-Deals angreifbar machen.

Der Apple TV-App fehlt die Unterstützung der großen Anbieter. Netflix ist dabei wohl an erster Stelle zu nennen. Ohne die großen Video-Anbieter ist es nicht sinnvoll für dich und mich die Apple-TV-App zu benutzen, sondern direkt die individuellen App-Store-Anwendungen zu öffnen.

Für Bücher, Comics oder Hörbücher fehlt Apple eine solche Motivation, weil quasi keine Gegenleistung existiert.

Die Beschränkung auf Videos dürfte auch deshalb der Grund sein warum die Eckdaten für den Deal nicht offiziell dokumentiert sind. Wir sprechen hier über wenige ausgewählte Partner, die für Apple überhaupt interessant sind.

Das ist nicht fair (und sicherlich auch nicht hilfreich mit dem Blick auf die Wettbewerbshüter), aber es bleibt eine nachvollziehbare Motivation.

Sonderregelung: Amazon darf Videos über die eigene In-App-Zahlungsmethode verkaufen

“Apple has an established program for premium subscription video entertainment providers to offer a variety of customer benefits — including integration with the Apple TV app, AirPlay 2 support, tvOS apps, universal search, Siri support and, where applicable, single or zero sign-on,” the company said. “On qualifying premium video entertainment apps such as Prime Video, Altice One and Canal+, customers have the option to buy or rent movies and TV shows using the payment method tied to their existing video subscription.”

via Nick Statt | The Verge

Wie qualifiziere ich mich als „premium video entertainment app“? Warum sind (Videostreaming‑)Abos von diesem „program“ ausgeschlossen? Und warum laufen Zahlungen für „premium audio entertainment apps“ nicht auch an Apples eigener In-App-Bezahlschnittstelle vorbei?

Ein Zitat aus Apples eigenem Statement gegen die Beschwerde von Spotify bei der Europäischen Kommission im letzten Jahr:

The only contribution that Apple requires is for digital goods and services that are purchased inside the app using our secure in-app purchase system. […]

Apple connects Spotify to our users. We provide the platform by which users download and update their app. We share critical software development tools to support Spotify’s app building. And we built a secure payment system — no small undertaking — which allows users to have faith in in-app transactions. Spotify is asking to keep all those benefits while also retaining 100 percent of the revenue.

Apple.com/Newsroom

Solche (undokumentierten?!) Ausnahmeregelungen geben mir „kein Vertrauen in In-App-Transaktionen“. Wie Apple richtig schreibt: „a secure payment system (is) not a small undertaking“.

Wo liegt die Zukunft der Dark-Sky-Wetterdaten?

Mich fasziniert, wie sehr Menschen das Wetter fasziniert. Deshalb verwundert es (mich) auch nicht, dass jeder seine ganz eigenen Quellen für die vermeintlich präzisesten Prognosen von Temperatur und Regen pflegt.

Seit gestern steht die Frage im Raum: Füttert Dark Sky zukünftig nur Apples eigene Wetter-App (beziehungsweise Siri), oder wird’s eine neue1 Schnittstelle für App-Store-Entwickler geben?

Apple bietet zwar allerlei technische APIs und Frameworks an, erzeugt aber selten große Datensätze, die sie zur Fremdbenutzung offenlegen. Das Kartenmaterial aus Apple Maps und das Podcast-Verzeichnis fallen mir spontan ein.

Die grundsätzliche Idee von eigenen Wetterdaten hat jedoch seinen Reiz: Wetterdaten sind für den Anbieter teuer, aber gleichzeitig nicht sehr datenschutzfreundlich für seine Nutzer. Beide Aspekte könnte Apple angehen um ihr Ökosystem aus bunten iOS-Wetter-Apps zu nähren.

Und darin liegt ein Wert; beziehungsweise wäre es ein herber Verlust diese hochspezialisierten (Regen‑)Daten zurückzuhalten. Apples vorinstallierte Wetter-App wird nämlich weder Carrot Weather noch Weather Line2 ablösen – oder die speziell zugeschnittenen Wetter-Informationen in ToDo- und Kalender-Anwendungen ersetzen.

„Apple Weather” ist eine simple App, die massentauglich bleiben muss. Sie wird auch zukünftig nicht die Faszination von den vielen Menschen befriedigen, die das Wetter fasziniert.

Deshalb meine Frage: „Wo liegt die Zukunft der Dark-Sky-Wetterdaten?”

#198 – „Mobile Device Management“ für die Familie

Die iPhones eurer Familie aus der Ferne zu verwalten, hat ein paar nennenswerte Vorteile. Diese Vorteile konnte ich bislang nicht spontan aufzählen. Deshalb existiert dieses Video.

Miradore, ein ehemaliger Blog-Sponsor, hat mir bei der inhaltlichen Zusammenstellung geholfen. Nicht nur mit einem Testzugang, sondern in erster Linie mit einem Videochat, bei dem ich alle meine Fragen loswerden durfte. Ein großes Dankeschön dafür!

Hier das Intro zur achtminütigen Episode:


iPhoneBlog #one kann man abonnieren. Als Abonnent bekommt man jede Woche ein neues Video, den Zugriff auf alle schon veröffentlichten Episoden und die Einladung zur Diskussion in einem privaten Slack-Kanal. iPhoneBlog #one ist ausschließlich von Lesern und Leserinnen finanziert und unterstützt direkt das iPhoneBlog.

Alle Infos und die Möglichkeit dabei zu sein, findet ihr unter iPhoneBlog.one.

Apple schnappt sich Dark Sky

YAHOO! lieferte für die ersten sieben iOS-Jahre alle Wetter-Informationen an Apples vorinstallierte App. Mit iOS 8 bekam The Weather Channel seine Chance; sechs Jahre später kauft Apple das hervorragende Dark Sky.

Today we have some important and exciting news to share: Dark Sky has joined Apple.

Our goal has always been to provide the world with the best weather information possible, to help as many people as we can stay dry and safe, and to do so in a way that respects your privacy.

There is no better place to accomplish these goals than at Apple. We’re thrilled to have the opportunity to reach far more people, with far more impact, than we ever could alone.

Blog.DarkSky.net

Dark Sky startete als Wetter-App (auf Kickstarter), ist heute jedoch an erster Stelle ein beliebter Anbieter von Wetterinformationen für andere Anwendungen (beispielsweise CARROT Weather). Die Dark Sky API dürfte auch der exklusive Grund für die Übernahme gewesen sein.

Fernzugriff auf macOS: Screens mit Maus- und Trackpad-Unterstützung

You can now use a compatible mouse or trackpad to control the remote computer Screens is connected to! Of course, Magic Keyboard will also be supported automatically as soon as it is made available by Apple.

blog.edovia.com

Als Faustregel gilt: Qualitätssoftware setzt neue Features zeitnah um.

„Between a laser and a potato“

Move the pointer above a button and the circle morphs into the button itself, „snapping“ into it, enveloping it like an amoeba, causing it to glow in a pleasing way. What this means is that the usual precision of a trackpad isn’t required to get exact hits on navigational elements. If you own an Apple TV, you’re already familiar with this vibe—it’s how the cursor on the TV “jumps” from icon to icon with a kind of sticky momentum. Similarly, on the iPad home screen, you can “lazily” slam the cursor around and have it lock onto applications with an eerie telepathy not experienced on a desktop OS.

The cursor itself, too, has momentum. It continues to glide on the screen for just a few short milliseconds after you stop moving your finger on the trackpad. This sounds more annoying than it is in practice. (And you can modify almost all these behaviors to your liking in Settings > General > Trackpad, and Settings > Accessibility > Pointer.) What I’ve found is that this momentum creates a subtle design cohesion between scrolling and scroll bounce, selecting applications, locking onto buttons, and just generally moving things around the screen.

„Who Would Have Thought an iPad Cursor Could Be So Much Fun?“

Der graue Halbkreis weiß über welche Farbfläche ihr ihn schubst und passt seinen Grauton entsprechend an – zurückhaltend aber verspielt.

Anders als macOS stoppt der „Pointer“ nicht abrupt – wie von Craig Mod oben beschrieben. Er gleitet einige Pixel weiter und fügt sich so in die Touch-First-Umgebung von iPadOS ein.

Der Wechsel von Kugel zu Strich – von Strich zu Kugel zu Button – erinnert mich persönlich an die Graffiti-Gummibälle aus de Blob. Diese Bewegung sieht nicht nur fröhlich aus, sondern zeigt wo eine App ihre Buttons und Menüs versteckt.

Markiert ihr Buchstaben und Worte, zieht sich der Text-Cursor minimal zusammen – als ob er die Augen zusammenkneift. Das ist alles irgendwie maximal freundlich.

„Apple’s App Store Rules Limit Rival Gaming Services While Arcade Runs Free“

Video-game fans suddenly have their pick of a huge menu of titles thanks to a raft of new mobile subscription services from Apple Inc., Microsoft Corp., Alphabet Inc.’s Google and Nvidia Corp.

But for the more than 1 billion users of Apple’s iPhone and iPad, the only real option is Arcade, the subscription service launched by the company in September.

Mark Gurman | Bloomberg

Mit Apple Arcade hat das wenig zu tun: Apple will keinen „Store“, der verpackt als App im App Store steht. Sie wehren sich mit Händen und Füßen gegen externe Bezahlschnittstellen (siehe Spotify / Netflix) und sie wollen alle Inhalte, die eine Anwendung ausliefert, kontrollieren (Altersfreigabe / ungeeignete Inhalte / etc.).

Apple lehnt im Prüfprozess regelmäßig Software ab, die nicht zuverlässig und flüssig funktioniert. Deshalb verwundert es vielleicht nicht, wenn sie ruckelndes Cloud-Gaming nicht zuerst auf iPhones und iPads sehen wollen. Ernsthaft. Welches Interesse hätte Apple daran?

Und trotzdem: Meiner Meinung nach sind einige der aktuellen Argumente nicht mehr gerechtfertigt. Sie müssen entsprechend neu im Regelwerk festgeschrieben werden.

GameClub, Steam Link und PS4 Remote Play sind gute Ansätze, die alle im letzten Jahr geschahen. Allerdings muss GameClub jeden einzelnen Titel im App Store auflisten (Absurd!) und dann das Abo mit ihrer Software freischalten. Über Steam Link kann man erst gar keine neuen Spiele shoppen und es funktioniert wie PS4 Remote Play nur im lokalen Netzwerk.

Update: Sowohl Steam als auch die PS4 bieten „Remote Play“ an. Danke an alle, die mich hier korrigiert haben!

Wie lange Google Stadia, xCloud und Nvidias GeForce Now noch bestehen, sei einmal dahingestellt. Fest steht: Diese Art von Diensten verschwindet nicht wieder. Und wenn Apple zukunftsgerichtet denkt, erwägen sie Lösungen und Wege um diese Services auf iOS und iPadOS abzubilden.