Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat das schönste Armband im ganzen Land?

Q3/2019 war Apples zweites Geschäftsquartal in dem die Wearables-Kategorie das Umsatzwachstum antrieb – allem voran mit AirPods und der Apple Watch. Dieser Geschäftszweig erreicht „bald die Größe einer eigenen Fortune-50-Firma“.

So richtig an Bedeutung gewinnt diese Gerätekategorie jedoch erst wenn man die fehlende Konkurrenz bedenkt – nicht unbedingt für Kopfhörer, aber zweifellos für Computeruhren. Die Entwicklung von ‚Wear OS‘ scheint eingeschlafen; die Tracker von Fitbit werden von Monat zu Monat irrelevanter.

Während watchOS, der Software-Teil von Apple Watch, seit 2015 einige fundamentale Richtungswechsel erfuhr, war die Hardware gleich im ersten Anlauf ein Erfolg. Insbesondere die Idee der austauschbaren Armbänder ist dabei nicht hoch genug zu bewerten.

Während die goldene Apple-Watch-Edition grandios gegen die Wand fuhr1, avancierten die Armbänder zu einem Aushängeschild für Mode & Design. Ich würde die Handschlaufen auf eine Ebene mit den weißen Kopfhörern hängen, die dem iPod vor 17 Jahren seine Persönlichkeit aufdrückten.

Zur Erinnerung: Apple konnte sich damals eine Werbekampagne leisten, die nur Silhouetten von Kopfhörerkabeln zeigte – und jeder wusste, welcher Musikplayer an diesen Ohrstöpseln hängt. Ich bin mir sicher: Mit einigen Apple-Watch-Armbändern könnte man heutzutage eine ähnlich abstrakte Kampagne fahren und es gäbe keinen Zweifel welche Uhr gemeint ist.

Es war jedoch nicht nur die Idee der wechselbaren Armbänder, die gelang, sondern auch die Umsetzung: Apple verkauft bis heute das Original-Sportarmband, während andere Armband-Typen radikal aussortiert wurden. Wer erinnert sich noch ans Nylon-Armband oder das klassische Lederarmband?

Neben dem allerersten Sportarmband ist für mich das Sport Loop der bislang größte Erfolg aus der Kollektion. Diese Armbänder sind bequem, sie sind in unzähligen Farben erhältlich, man nimmt sie nach dem Sport mit unter die Dusche, aber kann sie gleichzeitig auch für ein feines Abendessen tragen.

Es ist jedoch nicht nur die persönliche Individualisierung, die man mit einer ganz bestimmten Farbe ausdrückt, sondern mit jedem neu erworbenen Armband kauft man sich gefühlt eine neue Uhr. Ein anderes Material und eine andere Verschluss-Methode führen ganz von selbst zu einem neuen Tragegefühl. Man wechselt nicht nur ein Hintergrundbild auf seinem Screen oder klebt einen Sticker auf seinen Laptop-Rücken: Man wechselt das komplette Erscheinungsbild von seinem Computer.

Eine solche Transformation ist einer von vielen Gründen, warum Apple rund 60 Euro für ein „Nylongewebe mit Klettverschluss“ verlangen kann. Und dort wo sie es nicht können, bei günstigeren Drittanbietern, verdienen sich über das Lizenzprogramm für das Armbandverbindungsstück mit.

Switzerland is in trouble“ soll Jonathan Ive einmal gesagt haben: Einer der Gründe ist die brillante Idee der wechselbaren Armbänder.


  1. „Even with the lowest possible numbers within this framing — 10,000 units sold of a minimum $10,000 product — that still means Apple made a hundred million dollars on the first-generation Edition. I’m not making a judgement on whether this is good, obviously, but it’s noteworthy.”

    Nick Herr 

Sonos-Lautsprecher von IKEA

Video

AirPlay 2 + die fehlenden Mikrofone machen die SYMFONISK (Tischleuchte / Regal-WiFi-Speaker) zu einem interessanten Deal – technisch ohne Frage besser als alle (dummen) Lautsprecher-Boxen, die nur über Bluetooth (oder Kabel) anzusteuern sind. Die Klangqualität ist dagegen wohl eher mau. Weitere Voraussetzung: Die Optik muss euch gefallen.

Keine Geschmacksfrage ist dagegen der YouTube-Kanal von Kollege Dantz für alles was mit Heimautomation zu tun hat: ‚Spiel und Zeug‘ gehört abonniert.

Apple setzt Analyse von Siri-Sprachaufnahmen durch Mitarbeiter vorübergehend aus

Intransparenz und eine fehlende „Opt-out”-Möglichkeit waren die Probleme.

In response to concerns raised by a Guardian story last week over how recordings of Siri queries are used for quality control, Apple is suspending the program world wide. Apple says it will review the process that it uses, called grading, to determine whether Siri is hearing queries correctly, or being invoked by mistake.

In addition, it will be issuing a software update in the future that will let Siri users choose whether they participate in the grading process or not.

Matthew Panzarino | TechCrunch

Den kompletten Prozess anzuhalten, die Zusammenarbeit mit den beauftragten Unternehmen zu überprüfen sowie zukünftig eine explizite Erlaubnis seiner Nutzer einzuholen, ist der einzig richtige Ansatz, wenn man zuvor so mit gigantischen Plakaten warb.

#165 – digitales Dokumenten-Management

Selbst die sonnigen Sommermonate sollen uns nicht davon abhalten, unsere digitale Dokumentenverwaltung einmal komplett zu überarbeiten…

Nur Spaß, geht nach draußen! Wenn ihr in den nächsten Wochen aber mal einen verregneten Sonntag ganz für euch alleine habt, dann könnt ihr einen Blick auf meine persönliche PDF-Bürokratie werfen – als Anregung, wie man seine digitalen Dokumente organisieren könnte.

Hier das Intro zur siebeneinhalbminütigen Episode:


iPhoneBlog #one kann man abonnieren. Als Abonnent bekommt man jede Woche ein neues Video, den Zugriff auf alle schon veröffentlichten Episoden und die Einladung zur Diskussion in einem privaten Slack-Kanal. iPhoneBlog #one ist ausschließlich von Lesern und Leserinnen finanziert und unterstützt direkt das iPhoneBlog.

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„Apple contractors ‚regularly hear confidential details‘ on Siri recordings“

Apple contractors regularly hear confidential medical information, drug deals, and recordings of couples having sex, as part of their job providing quality control, or “grading”, the company’s Siri voice assistant, the Guardian has learned.

Although Apple does not explicitly disclose it in its consumer-facing privacy documentation, a small proportion of Siri recordings are passed on to contractors working for the company around the world. They are tasked with grading the responses on a variety of factors, including whether the activation of the voice assistant was deliberate or accidental, whether the query was something Siri could be expected to help with and whether Siri’s response was appropriate.

The Guardian | Alex Hern

In der Beobachtung über die Berichterstattung, die auf den Artikel im ‚The Guardian‘ erfolgte, bleibt faszinierend wie viele Publikationen auf den eigentlichen Gesprächsinhalten herumreiten: „Sex, Drogen und Arzttermine!“

Insbesondere die technisch-versierten Medien dürften doch verstehen, dass die Inhalte der Aufzeichnungen lediglich einen (banalen) Ausschnitt des alltäglichen Lebens darstellen, und das es eigentlich darum geht wie wir mit Spracherkennung umgehen.

In „Behind Every Robot Is a Human” hatte ich das Thema erst kürzlich angeschnitten.

[…] die Handhabung mit diesen Datenschätzen, die Amazon, Google und Apple einen gravierenden Wettbewerbsvorteil erbringen, weitgehend intransparent. Deshalb sollte man sich merken: Hinter jedem guten Sprachassistenten stehen viele einflussreiche und unbekannte Menschen.

Zwei Fragen seien jedoch noch einmal speziell an Apple gerichtet:

  • Warum steht die menschliche Qualitätskontrolle der Gesprächsschnipsel nicht explizit im ‚White Paper‘?
  • Und warum erfordert die Teilnahme an der Sprachanalyse durch reale Personen keine ausdrückliche Zustimmung („opt-in“)?

Apple übernimmt das Smartphone-Modemgeschäft von Intel

Apple und Intel haben eine Vereinbarung unterzeichnet, dass Apple die Mehrheit des Smartphone-Modemgeschäfts von Intel übernehmen wird. Etwa 2.200 Intel-Mitarbeiter werden zusammen mit geistigem Eigentum, Ausstattung und Verträgen zu Apple wechseln. Die Transaktion im Wert von 1 Milliarde US-Dollar wird voraussichtlich im vierten Quartal 2019 abgeschlossen, vorbehaltlich der Zustimmung durch die Aufsichtsbehörden sowie weiteren Bedingungen, einschließlich Betriebsrat und Gesprächen mit anderen entsprechenden Jurisdiktionen.

Apple PR

Warum ist das ein signifikanter Deal?

Apple wäre neben Qualcomm der einzige Smartphone-Hersteller mit eigenem Modem-Chip – eine Kerntechnologie mit Alleinstellungspotenzial. Eine eigene Modemarchitektur spart nicht nur dauerhaft Lizenzkosten, sondern lässt Apple ihre Technologie in erster Linie nach ihrer eigenen Geschwindigkeit weiterentwickeln und auf ihre eigenen Gerätekategorien anpassen – von Wearables bis Notebooks. Bei Prozessoren hat das bereits geklappt: Kein anderes Smartphone hält derzeit auch nur annähernd mit Apples A-Chips mit.

Dabei ist es nicht nur die reine Performance der Prozessoren, sondern in erster Linie deren Effizienz und die individuelle Ausrichtung auf den jeweiligen Computer. Steve Jobs nannte es vor 15 Jahren einmal ‚power per watt‘. Es ist weiterhin eine relevante Beschreibung, wenn wir an miniaturisierte Computer mit Mobilfunk-Chips wie die Apple Watch oder eine zukünftige AR-Brille denken. Die Geschwindigkeit von Mobilfunk ist ohne Frage wichtig; das diese Chips aber nicht den Akku auffressen, bleibt entscheidend.

Mit einem eigenen Mobilfunk-Chip hätte Apple die Möglichkeit diese Netzwerkkomponente in ihr eigenes ‚System-on-a-Chip‘-Design (SoC) zu integrieren. Potenzielle Macs mit ARM-CPUs hätten plötzlich schon ein Plätzchen für das Modem reserviert. Der S-Chip der Apple Watch ließe sich eventuell durch ein Design ersetzen, dass einen deutlich leistungsvolleren A-Chip heranzieht. Ein fehlender Baustein für Apples integrierte Architektur ist seit jeher ein Modem-Chip.

Und Intel?

Intel übernahm ‚Infineon’s Wireless Solutions Business‘ im Jahr 2010 für 1.4 Milliarden US-Dollar. Auf Smartphone-Seite war Apple ihr einziger Abnehmer für LTE-Chips. Gleichzeitig war es ein Kunde, der seit mehreren Jahren ganz offensichtlich selbst an dieser Technik forscht.

Trotz dieser Drucksituation erscheint mir die finanzielle Transaktionshöhe von einer Milliarde US-Dollar für 17.000 Patente und 2.200 Mitarbeiter als Schnäppchen. Wenn Apple einen Wert im geistigen Eigentum und im übernommen Talent sieht, dürfte das eine äußerst günstige Starthilfe für eine wichtige Kerntechnologie sein – auch wenn es die zweitgrößte Akquisition in der Firmengeschichte darstellt.

Neu in iOS 12.4: „Deine Daten (lokal) übertragen“

Die Funktion „Schnellstart“ bietet die Möglichkeit, ein neues iOS-Gerät schnell und einfach mithilfe der Informationen auf Ihrem aktuellen Gerät einzurichten. Danach können Sie die restlichen Daten und Inhalte aus Ihrem iCloud-Backup auf dem neuen Gerät wiederherstellen.

Wenn Sie Ihr neues iPhone mithilfe Ihres aktuellen iPhone einrichten und auf beiden Geräten iOS 12.4 oder neuer installiert ist, können Sie mit der Funktion „Schnellstart“ die iPhone-Daten übertragen. Damit lassen sich alle Daten drahtlos von Ihrem aktuellen an das neue iPhone senden.

Apple Support

Die lokale Übertragung der persönlichen Daten (inklusive Passwörter) ist neu; die eigentlichen App-Store-Apps werden trotzdem erst im Anschluss aus dem App Store gezogen: „App Thinning“ nennt Apple (seit iOS 9) diese Systemfunktion, die jeweils nur die passende App-Variante aus dem Store lädt (und deshalb nicht alle Anwendungen lokal überspielt).

Gefühlt kommt der iOS-Migrationsassistent fünf Jahre zu spät. Wer schon einmal zu Weihnachten bei der Verwandtschaft die verschenkten Neugeräte einrichten musste, weiß um schlechte Internetverbindungen, keine iCloud-Backups und die begrenzte Zeit, die man dafür an seinen freien Tagen investieren will.

Trotzdem bleibt zu bedenken, dass ein solcher Datenumzug nicht das Backup ersetzt. Telefone gehen verloren oder kaputt: Der direkte Umzug von den persönlichen Gerätedaten (via WiFi oder über den Lightning-auf-USB-Kamera-Adapter) ist kein Ersatz für ein automatisches iCloud-Backup.

‚Prepare for takeoff‘ mit Flighty

Expedia ruinierte vor ein paar Jahren das damals grandiose FlightTrack; Flighty (universal; Laden) tritt nun eine mehr als würdige Nachfolge an.

Sein Preismodell trifft den Nagel auf den Kopf: Der „Free Plan” nervt ohne künstliche Limits und ohne Ads (und ohne Facebook- oder Google-Tracking). Die monatliche Mitgliedschaft eignet sich für die typischen Urlaubsmonate. Wer dann eher öfters fliegt, zahlt für den Komfort von Push-Benachrichtigungen, Voraussagen über Verspätungen sowie eine Kalendersynchronisation – nur um drei von zwei Dutzend netten Features hervorzuheben.

Vielflieger stellen die Jahresgebühr von 50 US-Dollar sicherlich gar nicht in Frage (beziehungsweise einfach ihrem Arbeitgeber in Rechnung).

Flighty ist ohne Zweifel erst im Abo-Modell so richtig attraktiv. Ich bin jedoch ganz generell entzückt, dass sich jemand diesem schwierigen Arbeitsfeld überhaupt annimmt. Je nach gebuchter Fluglinie bin ich in den letzten Jahren auf deren eigene Apps ausgewichen – mit extrem schwankender Qualität (und insgesamt hohem Nervfaktor).