Starker Jahresauftakt für den App Store: twofold inc. (universal; 3.99€) bedient die wundervolle Kategorie der ‚Portrait-Puzzler‘. Es ist eines dieser Spiele, deren Reiz sich verdammt schwer beschreiben lässt, die man aber in fünf Minuten lieben lernen kann.
Ich versuchs trotzdem mal mit einer Beschreibung…
Vor euch liegt ein Spielbrett, das aus 5 x 7 bunten Spielsteinen besteht. Gleichfarbige Kacheln wollen verbunden werden – ganz im Stil von Bejeweled1. Dass simple Zusammenführen der Quadrate reicht jedoch nicht aus um die Blöcke vom Spielfeld zu fegen. Sie müssen so angeordnet sein, dass man mit seinem Finger eine fortlaufende Linie durch den farbigen Block zieht, die sich nicht überschneidet. Wer erinnert sich noch an den Klassiker Snake von unseren alten Nokia-Telefonen?
Zusammengeschobene Block-Bollwerke, die sich entfernen lassen, färbt das Spiel heller ein. Blöcke, die im Gegensatz dazu aus einer Farbe bestehen, aber sich nicht mit einer durchgehende Wischgeste beseitigen lassen, bleiben grau. So spielt es sich einfacher.
Die Plätze von erfolgreich eliminierten Blöcken füllt das Spiel selbstverständlich im Handumdrehen wieder auf. Um erneut Ordnung in den so entstandenen Flickenteppich zu bringen, lässt sich jede Spalte und jede Reihe des Spielfelds verschieben. Alle Plättchen purzeln damit ein Feld weiter und ergeben neue Kombinationen, die man anschließend abräumt. Sokoban grüßt als einer der Urväter von ‚Sliding Block‘-Puzzlespielen im Geiste.
Seid ihr noch bei mir?
Das Verschieben der Puzzle-Felder kostet euch Züge, die gut bedacht2 sein wollen. Gehen euch nämlich die Spielzüge aus, in denen ihre eine vorgegebene Anzahl von Blöcken abräumen sollt, endet die Highscore-Partie.
Ich erspare euch (und mir) an dieser Stelle die Details wie sich die Punkte der Blöcke aufsummieren, im Highscore dann zusammensetzen und wie man Bonussteine von außen reinholt.
Zwei Dinge möchte ich dagegen noch festhalten.
In jeder neuen Runde trainiert man seine Augen für Puzzle-Kombinationen, die man ein paar Partien zuvor noch nicht gesehen hat. Man lernt, Spielzüge vorausschauend zu planen und zu durchdenken wie groß man einen Teppich aus gleichfarbigen Blöcken wachsen lässt.
twofold inc. ist besonders stark in puncto Spielgefühl. Ich werde nicht müde den Soundeffekten von unserem possierlichen Roboter zu lauschen. Außerdem ist es unglaublich befriedigend einen lange Reihe von gleichfarbigen Kacheln abzubauen, die dann das gesamte Spielfeld erschüttert.
twofold inc. hat Martin ‚Rymdkapsel‘ Jonasson gebaut. Wer hier länger spielt, kann in den Einstellungen die Musik des Spiels abdrehen und seine Podcasts aufdrehen. Und glaubt mir: Ihr werdet hier länger spielen.
…oder für die jüngeren Leser unter uns: Candy Crush. ↩
Airmail für Mac OS (9.99€) ist seit zwei Monaten mein E-Mail-Programm der Wahl. Das heute veröffentlichte Airmail fürs iPhone (4.99€) benutze ich seit zwei Wochen. Es hat für mich in dieser Zeit sämtliche Mitbewerber von meinem Telefon verdrängt.
Die einzige echte Kritik, die ich anbringen kann, ist die Vielzahl der Einstellungen. Airmail lässt euch beispielsweise anpassen was eine Wischgeste auf einer E-Mail im Posteingang tut. Archivieren oder Markieren? Schlummern oder Antworten? Als gelesen oder erledigt markieren?
Ähnlich umfangreich kann man die Darstellungsform festlegen. Soll der Mail-Betreff hervorgehoben sein? Wie viele Zeilen einer neuen E-Mail möchte ich bereits in der Vorschau sehen und wie groß darf ein Anhang sein, damit er automatisch heruntergeladen wird?
Bitte nicht falsch verstehen: Die vorgegebenen Standardeinstellungen sind gut. Ich hätte es trotzdem mehr genossen das bestimmte Optionen nicht individuell zu konfigurieren sind.
Ist das Jammern auf hohem Niveau? Definitiv! Deshalb sei noch einmal betont: Wer vor seinem Posteingang noch nicht komplett kapituliert hat (sondern nur gewohnt verzweifelt), sollte zumindest einen Blick auf Airmail werfen. Das E-Mail-Programm schafft es eine mühselige Pflichtveranstaltung weniger mühselig zu gestalten. Deshalb bleibt die App auch vorerst in meinem iOS-Dock auf dem iPhone.
ENJOYYOURCAMERA – das Fachgeschäft für Fotozubehör – ist erneut mein Sponsor in dieser Woche. Und diesmal bieten sie ein Produkt an, das ich mir selbst bereits zu Weihnacht geschenkt habe: den Everyday Messenger Bag von Peak Design.
Seit Dezember laufe ich täglich mit dieser Schultertasche in die Arbeit. Dort untergebracht ist unter anderem ein iPad Pro, ein MacBook Pro 13”, eine Sony-Systemkamera, ein Kamera-Stativ, ein Over-ear Bluetooth-Kopfhörer sowie eine Zubehörtasche (Field Pouch), die alle Lightning-, USB- und Stromkabel auseinanderhält, so dass diese dort nicht verheddern. Kein Witz: Die Tasche enthält mein komplettes Büro.
ENJOYYOURCAMERA ist einer der ersten deutschen Fachhändler, die diesen Kickstarter-Riesenerfolg hierzulande verkaufen – „sofort lieferbar“ versteht sich. Schaut unbedingt einmal im exzellent aufgeräumten Webshop vorbei.
Vielen Dank an ENJOYYOURCAMERA für die Unterstützung von iPhoneBlog.de.
But look at how things were going before the iPhone 6. Had the trend of 2012–2014 continued through 2015, iPhone sales last quarter would have been 65–70 million. Instead they were just under 75 million. It’s only in comparison to the huge holiday quarter of 2014 that last quarter looks dull.
I’m reminded of the devotion climate change deniers had to the year 1998. Because of an intense El Niño that year, global temperatures rose well above the trend line, and it remained the hottest year on record year for several years. Deniers hit upon this fact, and claimed that global warming had stopped, even though the overall warming trend had continued. The iPhone 6 was Apple’s El Niño.
Wer mal wieder Lust hat sich in einem Videospiel so richtig zu verlieren, wandert in die Crashlands (universal; 4.99€). Es ist einer dieser Titel, die man an einem Freitagnachmittag beginnt und erst Montagmorgen wieder aus der Hand legt.
Das folgende Video gab mir einen guten Ersteindruck, und verriet worauf ich mich hier einlasse.
Das Crafting-System erinnert an Don’t Starve (universal; 4.99€); die ‚Hack & Slay‘-Passagen an Diablo. Die Butterscotch Shenanigans schaffen es uns eine fortlaufende (sowie sehr unterhaltsame) Geschichte unterzuschieben, die trotz der offenen Welt mit ihren zahlreichen Ablenkungsversuchen nicht in den Hintergrund tritt oder gar unwichtig erscheint.
Die ‚Crossplatforminess‘ – eine süsse Wortschöpfung aus dem offiziellen Trailer – ist tatsächlich toll. Ich habe mit meinem Account regelmäßig zwischen dem PC, dem iPad und dem iPhone gewechselt. PC Gamer urteilte: „Gut auf PC, besser auf Mobile“. Dem kann ich zustimmen und hier zugeben, dass ich die meisten Crashlands-Stunden auf dem iPad Pro und mit dem Apple Pencil gespielt habe.
Soweit meine knappen Anmerkungen, die bitte als absolute Ausprobierempfehlung verstanden werden möchten. Dieser Artikel ist kurz, damit meine verbleibende Spielzeit bis Montagmorgen noch länglich ist.
Top-Tipp von Jeff Benjamin für Leute wie mich, die bislang einfach zu faul waren das Entwickler-Update einzuspielen, weil sie dafür den Apple TV hätten ab- und wieder anstöpseln müssen.
Eine kleine Ergänzung: Wer keinen Mac bemühen möchte, lädt das Konfigurationsprofil aus dem Dev-Center unter Zuhilfenahme von Documents 5 (universal; kostenlos) direkt auf dem iPhone herunter und von dort auf die Dropbox.
Nachdem ich vor ein paar Jahren einmal verstanden hatte, das Wall Streets Bewertung von Apples Börsenkurs so rein gar nichts mit der Bewertung ihrer Produkte zu tun hat, schlafe ich besser. Neil Cybart fasst das Phänomen, das sich grundsätzlich nach jeden Quartalszahlen wiederholt, gelungen zusammen.
There are two Apples: AAPL, the stock, and Apple, the company. While it would seem logical that one is merely a reflection of the other, in reality, the two are guided by vastly different parameters. Over the long run, Apple and AAPL will likely be at odds with each other due to the very nature of Apple’s long-term mission of making products that people love. It is the classic Wall Street vs. Silicon Valley battle, and 2015 was likely just a taste of what is to come.
Wall Street zielt auf Wachstum. Genau genommen bevorzugen sie kalkuliertes Wachstum. Apple feiert dagegen Produkte, die einander ablösen. Vor ein paar Jahren war es aus Sicht der Investoren ungewiss, wie es mit der ‚iPod company‘ weitergehen soll. Heute steht „in den Sternen“ was aus der ‚iPhone company‘ einmal wird.
Apples Börsenpräsenz zeigt, dass es dort kaum um die konkrete Höhe der Quartalszahlen geht. Ansonsten würden wir für Q1/2016 primär den gestiegenen iPhone-Durchschnittspreis (➞ 691 US-Dollar), den erfolgreichen Einstieg ins Musik-Streaming-Geschäft (➞ 10 Millionen Abonnenten), die unbekannte aber nicht angezweifelte Vorherrschaft in puncto Wearables sowie die iPad-Zahlen im Kontext des gesamten Tablet-Marktes diskutieren. Ganz abgesehen von den kräftigen Android-Switcher-Zahlen, dem Lock-in-Effekt von iOS, der langen Produktlebensdauer (➞ eine Milliarde aktive Geräte) und den ausstehenden 60-Prozent aller iPhone-Kunden, die noch nicht auf ein iPhone 6, 6 Plus, 6s oder 6s Plus gewechselt sind.
Für hübsche Dinge gebe ich gerne Geld aus. Der neue Apple TV bietet (mir) im Vergleich mit allen anderen Set-Top-Boxen die einladendste Benutzeroberfläche. Gleichzeitig rollt er sich selbst ein paar Steine in den Weg, die ich gedanklich auch nach den ersten drei Monaten noch nicht weggerollt bekam.
Ein erstes Resümee.
Zugegeben: Es ist ein bisschen bequem mit zeitlichem Abstand auf den Release zurückzublicken. Viele der Software-Einschränkungen, die noch zum Start im Oktober die Diskussion beherrschten, sind mittlerweile behoben, beziehungsweise ist eine Lösung in Aussicht gestellt. Siri Remote sucht inzwischen auch Musik, der Keyboard-Support ist in Vorbereitung, Apples Remote-App (universal; kostenlos) und Apple Watch steuern mittlerweile wieder die Fernsehbox, die Podcast-App schafft es in das neuste Software-Update und ein Zugriff auf die vollständige iCloud-Mediathek wurde in der letzten Beta in Aussicht gestellt.
Dass alle diese Features (irgendwann) kommen, war klar. Warum sie allerdings am Release-Tag vorbeirauschten, bei einer TV-Box, die sich über mehrere Jahre in der Entwicklung befand, bleibt unbeantwortet und wirkt symptomatisch für das gesamte Produkt. Einige Funktionen wirken zuverlässig und robust – fast abgehangen –, andere Features scheinen auf den letzten Metern noch schnell in den Programmcode kopiert (und wiederum anderen gelang es erst über den Beta-Umweg in ein Punkt-Update).
Diese Widersprüchlichkeit prägte den ersten Eindruck. Dass die iOS-App zur bequemen Eingabe der Account-Daten fürs Netflix-Passwort und für die (vor allem in den USA) populären Kabelfernseh-Konten nicht zum Start verfügbar war, färbte die Reviews.
Nun kauft ohnehin nur eine verhältnismäßig kleine Anzahl von Kunden neue Hardware direkt zum Start. Im Schwung der ersten Testberichte bleiben diese Unzulänglichkeiten trotzdem dauerhaft hängen. Zurecht: Release-Reviews können immer nur so ein Produkt bewerten, wie es zum Testzeitpunkt vorliegt und nicht was dafür versprochen wird.
Apple weiß, wie wichtig der Ersteindruck ist. Sie investieren für alle ihre Produkte viel Geld und Ressourcen in den „Überraschungseffekt“. Wir werden es wohl nie komplett aufklären, aber der Apple-TV-Release, mit seiner anscheinend zurückgezogenen Vorstellung zur WWDC, den Beta-Geräten, für die sich Entwickler und die Entwickler-Presse anmelden konnten, sowie dem möglicherweise anvisiertem aber geplatzten TV-Bundle-Deal, erscheint rückblickend in vielerlei Hinsicht ‚out of character‘.
Wenn man die (zwischenzeitlichen) Versäumnisse aber einmal ausklammert, so wie ich das tun kann weil mittlerweile drei Monate vergangen sind, wirft das einen deutlicheren Blick auf die Pros und Cons.
Siri Remote
Apples Fernbedienung wirkt im Vergleich mit der Konkurrenz wie eine kleine Offenbarung. Das Touchpad unter dem Daumen zeigt, wie man im Jahr 2016 einen Fernseher bedient. Der Sprung von einer traditionellen Tasten-Fernbedienungen hin zum Touchpad erinnert mich ans erste iPhone. Schon damals war klar: Die Bildschirmtastatur ist den in Plastik gegossenen Buttons um Längen voraus – vielleicht noch nicht in seiner ersten und zweiten Auflage, aber gewiss auf lange Sicht.
Das Touchpad der Siri Remote, nur für sich genommen, ist die beste Idee am neuen Apple TV. Es ist einer der Gründe sich für Apples TV-Box zu entscheiden (und gegen eine der anderen Entertainment-Kisten).
Having said that…
Die Siri-Sprachsteuerung, die Apple deutlicher als das Touchpad in den (Marketing‑)Mittelpunkt stellt, verwende ich ganz selten und dann auch nur eine Suchebene tief. Die Verknüpfung, „Zeige mir alle James-Bond-Filme…“ mit der Anschlussfrage „…nur die mit Roger Moore“, ist technisch beeindruckend, aber noch nichts was mir in Fleisch und Blut übergegangen wäre.
Das größte Problem mit Apples TV-Fernbedienung ist die Anordnung seiner Tasten. Mehrere Generationen von iPhone-, iPad- und iPod touch-Kunden haben gelernt: Der Homebutton steht alleine und ist am unteren Gehäuserahmen mittig platziert. Immer. Überall. Außer auf der Apple-TV-Fernbedienung.
Außerdem zweifle ich an, dass wir eine eigenständige Siri-Taste benötigen. Der iPhone-Shortcut über den Homebutton zu den Sprachbefehlen ist bereits über vier Jahre alt. Warum macht Apple sich dieses Kundenwissen nicht zum Vorteil (um beispielsweise die Fernbedienung noch minimalistischer zu gestalten)?
An Ideen mangelt es nämlich nicht.
Positive Nebenwirkung dieses Mock-ups von Rene Ritchie: Die zwei kaum zu unterscheidenden Hälften der Fernbedienung, die oft zu ungeplanten Filmsprüngen führen wenn man ungewollt aufs Touchpad greift, lässt sich vermeiden. Getreu dem Motto: Weniger Symmetrie, mehr Alltagstauglichkeit.
Also. Siri Remote bekommt von mir zwei Daumen runter, einen hoch.
Formfaktor
Ich verstehe das dickliche Hockey-Puck-Design nicht. Es ist kein Hingucker und lässt sich mit seinen unförmigen Abmessungen obendrein schwierig verstecken. Meine (hohe) Erwartungshaltung an Apple war: Entweder baut ihr die Box so hübsch, das ich da dauerhaft draufschauen will, oder so funktional, dass sie clever (hinter dem Fernseher) verschwindet. Die Zeiten von Infrarot sind nämlich vorbei; dank Bluetooth ist kein Sichtkontakt zur Fernbedienung mehr nötig.
Apple wählte keine der beiden Möglichkeiten und nimmt mir dabei nicht die Entscheidung ab, wo diese Box zu stehen hat. Dass Apple keinen Vorschlag mitliefert, keine Meinung äußert, so dass (mindestens) zwei Kabel und eine (unspektakulär gestaltete) Box aus dem Blickfeld wandern, bedauere ich.
Ohne das Thema zu überspannen, aber das Case-Design wirkt deshalb unüberlegt. Der Verzicht auf einen separaten Audioausgang ist eine Entscheidung. Diese Entscheidung schmeckt bestimmt nicht jedem, aber es ist zumindest eine Entscheidung. Das Gehäuse der Box drückt sich dagegen vor einer klaren Ansage1.
tvOS und Apps
Konträr zur Hardware zeigt sich die Software in guter Verfassung. Apples tvOS ist die richtige Idee mit einer soliden ersten Ausführung. Die Anordnung der Apps auf dem Grid ist nicht spektakulär, leuchtet aber ein und steckt wahrscheinlich jede Smart-TV-UI in die Tasche (auch wenn das natürlich nicht die Messlatte sein soll).
Details wie die Bildschirmschoner sind ein kleines Highlight. Die feine Sound-Verlagerung beim Wischen über die App-Auswahl, bei der sich ein Klangeffekte vom rechten auf den linken Kopfhörer schleicht (oder umgekehrt), hat seinen Charme bislang nicht verloren. Die Unterstützung von Bluetooth-Kopfhörern – auch wenn gleichzeitig nur ein Paar verbunden sein kann – ist für mich ein ‚Game Changer‘.
HDMI-CEC ermöglicht es das die Siri Remote nicht nur die TV-Box aus dem Standby-Schlaf reißt, sondern auch den Fernseher ein- beziehungsweise ausschaltet sowie den passenden HDMI-Eingang wählt. Bei mir funktioniert genau das einhundertprozentig zuverlässig. Ich möchte diese Funktion nicht mehr missen. Genau genommen möchte ich nie wieder meine Samsung-TV-Fernbedienung in die Hand nehmen.
Wer erinnert sich noch? Als eines der Top-Argumente, warum Apple nicht nur eine Set-Top-Box bauen soll, sondern gleich einen ganzen Fernseher, galt der Input-Wechsel. Die Theorie war: Apple kontrolliert das Produkterlebnis gerne von vorne bis hinten. Eine Entertainment-Box ist immer nur Zubehör, die Kontrolle über den Fernseher ist damit nicht zu gewinnen. Mit HDMI-CEC, tvOS und einem halbwegs aktuellen TV-Modell kommen wir diesem Kontrollzwang jetzt einen ganz Schritt näher (und können die Gerüchte über einen tatsächlichen Fernseher aus Cupertino nun wirklich ad acta legen).
Es wird noch eine ganze Weile dauern, aber ich sehe kein anderes Konzept, das TV-, Entertainment-, News- und vielleicht noch Shopping-Zeug besser verpackt. Ich glaube, Tim Cooks Statement, das alle Macht den Apps zuschreibt, stößt grundsätzlich auch nicht auf laute Gegenrufe.
Trotzdem ist die erste App-Auswahl klein – überraschend klein. Mit einem derartigen Vorlauf, den Entwickler diesmal für ein neues Apple-Gerät bekamen, hätte ich auf mehr Veröffentlichungen in der Start-Phase getippt.
Die essentiellen Kandidaten sind jedoch schon eingetrudelt: Infuse, Air Video und Plex beliefern Zuschauer, die ihren eigenen Heimserver ansteuern. Mediatheken-Apps und Spartenkanäle wie HBO, Netflix und YouTube sind vertreten. Außerdem finden sich im App Store über zwei Dutzend Spiele2, die es rechtfertigen einen Nimbus-Controller zu kaufen.
Alle diese Apps haben meine TV-Gewohnheiten bereits positiv verändert. Könnte es noch mehr sein? Klar. Könnte die Auswahl noch viel größer sein? Natürlich. Mache ich mir Sorgen um das App-Store-Angebot auf dem Apple TV? Natürlich nicht. Natürlich noch nicht heute.
Fazit
Trotz aller Kritik: Der neue Apple TV ist meine Set-Top-Box der Wahl. AirPlay, der App Store, insgesamt tvOS und Details wie das Spulen durch Filme und TV Shows über die Siri Remote bekomme ich (in dieser hohen Qualität) nur hier. Den persönlichen Sprung, den ich vom alten Apple auf die neue Generation mache, bereitet mir – schlicht gesprochen – großen Spaß.
Doch damit endet die Geschichte der vierten Apple-TV-Generation, dem Neustart dieser Produktkategorie, nicht. Apples Set-Top-Box schreit nach Verbesserungen und es ist mindestens untypisch für Apple, dass wir hier nicht nur von der Software sprechen, sondern diesmal auch der Hardware.
Vermeiden wir doch bitte eine Diskussion über die zwei unterschiedlichen Modelle. Die Aufteilung in 32- und 64-Gigabyte lässt sich technisch nicht rechtfertigen. Ich hätte mir gewünscht, dass Apple hier aufs Spiel mit der Marge verzichtet und eine verständlichere Verkaufspolitik an den Tag legt. ↩
Guitar Hero, Skylanders, Canabalt, Beach Buggy Racing, SketchParty TV, Lumino City, Alto’s Adventure, Geometry Wars 3, Oceanhorn, Galaxy On Fire, Rayman Adventures, Asphalt 8, Crossy Road, Shadowmatic, Beat Sports, Transistor, Does not Commute, Octodad, Badland, Beneath the Lighthouse, Spaceteam, oder Xenowerk. ↩