Thomas Was Alone (7.99€; App-Store-Link), ein Indie-Puzzle-Plattformer von Mike Bithell, der die Märchenstimme von Danny Wallace mit rudimentären Platzhalter-Grafiken verlobt, wurde seit seinem Release im Jahr 2012 bereits bis in die letzte Pixel-Pore gelobt. Trotzdem traue ich mich nicht, den Zauber der Freundschaft von den unterschiedlichen Klötzchen, zwischen denen man als Protagonisten hin und her schaltet um gemeinsam den Ausgang zu erreichen, preiszugeben. Zu wertvoll erscheinen die Kleinigkeiten, die euch hier bewegen.
Ja, der Titel ist bereits zwei Jahre alt. Ja, auf irgendeiner Konsole oder in irgendeinem Budget-Bundle sollte man ihn bereits gespielt haben. Und ja, irgendwann verfällt die Spoiler-Schonzeit. Bislang sind es jedoch nureine Million Spieler_innen, die den Ausflug auf die stufigen Leiterbahnen wagten. Es muss also iPad-Besitzer_innen geben, die man beneiden darf, heute noch komplett unvoreingenommen diesen Titel hier herunterzuladen.
Der Trailer macht bereits offensichtlich: Hier geht es um Atmosphäre, das Element der Erzählung und alles Drumherum. Die Optik könnte kaum weniger Details aufweisen und trotzdem schwappen Emotionen durch die abstrakten Datentunnel. Die Touch-Steuerung ist präzise (ich habe heute bis Level 42 von 100 gespielt); der tolle Sound, der auch separat zu erwerben ist (iTunes-Link), knall auf die Kopfhörer. Ohne die musikalische Untermalung und die Erzählerstimme aus dem Off verliert das Spiel komplett seinen Reiz. Und das bei einem Plattformer…
Thomas Was Alone ist eine Premium-Portierung, so wie man sie sich für den App Store wünscht.
Den Vertrauensvorschuss in die MMX 102 iE (89€; Affiliate-Link), die ich erst seit vier Wochen ausprobiere, entspringt meiner Erfahrung mit seinen Vorgängern: Sowohl die MMX 100 (Modell: 2009), wie auch die MMX 101 (aus dem Jahr 2011), trage ich heute noch – beim Sport und beim Podcast. Kein anderer In-Ohr-Kopfhörer hat sich länger gehalten. Und beim neuen Modell hat die Verarbeitungsqualität noch einmal spürbar zugelegt (trotz geringerem Gewicht1).
Auch die Audio-Profis im aktuellen Test bei The Wirecutter sortieren die MMX 102 iE in seiner Preisklasse unter 100Euro an die Spitzenposition. Ihre zwei Einschränkungen: a) der fehlende Lautstärkeregeler am Headset und b) kein komplett neutraler (Referenz-)Klang.
Another issue is that the sound isn’t reference-flat, or, in other words, they don’t seem to be the same loudness across every frequency range from low to high. As we mentioned above, the overall auditory profile is a bit bass-heavy, with a small dip in the mids and a rolled-off treble. A great number of people love this kind of sound, so we think lots of folks will be really happy with these as their next in-ear headphone.
Ich falle (anscheinend) in die angesprochene Zielgruppe: Musik-Streaming und auch Podcasts, die die MMX 102 in meine Ohren spucken, klingen ganz fantastisch.
Für 89Euro liegen dem Headset, dass wie zu erwarten die Musik-Wiedergabe steuert, Anrufe annimmt und Siri ihre Befehle zuruft, drei Standard-Silikon-Nupsis bei. Wer 120Euro drauflegt (209€; Affiliate-Link), gönnt sich individuelle Ohrformstücke, die Hörgeräte-Anbieter Kind fertigt. Für den Wachsabdruck, den der beigelegte Gutschein spendiert, vereinbart man einen Termin in einer der 400 deutschen Filialen. Ich habe das im Jahr 2011 gemacht und benutze die daraus entstandenen Silikon-Passstücke seitdem bevorzugt im Fitnessstudio.
Tragekomfort sowie Abschottung gegenüber der Außenwelt fühlen sich speziell an – das gute ‚Speziell‘. Durch die ganz persönliche Gestaltung eckt der Stöpsel nirgends an und füllt den Gehörgang komplett aus – da rutscht, dreht und fällt nichts. Ich mag die Otoplastiken am iPhone-Kopfhörerkabel auf dem Laufband nicht mehr missen.
Der Zusatz ist aber keinesfalls ein Muss. Auch ohne eigenen Ohrstöpsel ist das kabelgebundene MMX 102 iE Headset von Beyerdynamic in der Preisklasse unter 100Euro derzeit meine klare In-Ear-Empfehlung.
12 Gramm (ohne Gummistöpsel) sind sehr leichtgewichtig und einer der Gründe warum die Beyerdynamic perfekt in den Ohren sitzen. ↩
Apple stellt seine iOS Human Interface Guidelines, eine Referenz für jeden App-Store-Entwickler, die bislang nur über das Dev-Portal zu beziehen war, zum freien Download in den iBookstore (Link).
Die Richtlinie beschreiben ein erforderliches Mindestmaß an optischen und technischen Vorgaben, die Software für das iPhone und iPad erfüllen sollte. Die Grundlagen greifen zum Teil so tief, dass sie im Review-Prozess für die Zulassung der App eine Rolle spielen. Aber auch für Features im Store ist eine kohärente Design-Logik fast immer unverzichtbar.
In addition to allowing for two iPad apps to be used at the same time, the feature is designed to allow for apps to more easily interact, according to the sources. For example, a user may be able to drag content, such as text, video, or images, from one app to another. Apple is said to be developing capabilities for developers to be able to design their apps to interact with each other.
Die ‚Do Less To Do More‘-Philosophie, die iOS mit seinen bildschirmfüllenden Apps bislang verfolgt, war ein Erfolg. Mit fortschreitender Zeit lernen jedoch Nutzer dazu, so dass eine erhöhte Komplexität, die ein Fenster-Management zwangsläufig bedeutet, mittlerweile zumutbar erscheint (und über die mit iOS 7 eingeführte Multitasking-Ansicht umzusetzen ist).
Dem Bericht zufolge ist der Split-Screen-Modus, der zwei Apps nebeneinander darstellt, exklusiv dem iPad im Querformat vorbehalten.
Nach einer zweimonatigen Public-Beta-Phase steht nun die neue Sonos-App (kostenlos; App-Store-Link) zum Universal-Download. In ähnlichen Nuancen wie iOS 7 drehte auch die Lautsprecher-Firma peu à peu beim Design ihrer Software zurück. Das Resultat von Version 5.0, das neben dem neuen Layout sechs Features besonders hervorhebt, ist ein gelungener Reboot (der noch ausreichend Luft nach oben zulässt).
Sonos zeigte in den vergangenen Jahren bemerkenswerten Fokus – angefangen bei der überschaubaren Auswahl an Lautsprechern (PLAY: 1, PLAY: 3, PLAY: 5, PLAYBAR und SUB), bis zur Priorisierung ihrer mobilen Apps. Als ich vor ein paar Jahren in das System investierte, verkaufte die Firma noch eine properitäre Fernbedienung, die das iPhone dann aus dem Sortiment kickte. Im nächsten Schritt zieht man die ‚Bridge‘, die lediglich das WiFi-Netz öffnet wenn keine Lautsprecherbox in der Nähe eines Routers steht, in Zweifel.
Today, we want to share our vision for the next step in wireless HiFi. We’ve found a way to deliver all the benefits of SonosNet without a product directly connected to your router. This new software solution will make Sonos simpler than ever. Start with a speaker and your smartphone, enter your WiFi password and Sonos takes care of the rest.
iOS besitzt mindestens eine Handvoll exzellenter Podcast-Apps1, die technisch auf Augenhöhe um den Geschmack von Kunden streiten2. Auf meinem Homescreen liegt immer noch Castro (3.59€; App-Store-Link), der mit einer soeben freigeschalteten Version 1.1 (Design-)Kleinigkeit umräumt (alle Einstellungen befinden sich jetzt beispielsweise innerhalb der App) und vermisste Features wie die kontinuierliche Wiedergabe oder den Sleep Timer nachreicht.
Das große Augenmerk liegt in der mittlerweile deutschsprachigen Fassung auf der Audioqualität wenn Podcasts mit erhöhter Wiedergabegeschwindigkeit abspielen. Ich höre Podcasts ausschließlich schneller. Eine Verbesserung, die die Originalstimmen weniger verfremdet, ist aus diesem Grund ein wahrhaft willkommener Fokus.
When audio is played slower or faster the natural behavior is for the pitch to be different. Since this would sound terrible when listening to podcasts, all podcast apps apply pitch correction to compensate for the change of speed and retain the same pitch. Since iOS 4, Apple have supported this by default in their AVFoundation framework. Castro 1.0 and other podcast apps use this default implementation. Castro 1.1 is the first podcast client to use a new pitch shift algorithm, which results in much better quality output. Whereas the old approach would often leave digital artifacts and audible “warbling” in the audio, this new algorithm produces much clearer and more natural results.
Oisin Prendiville und Padraig Kennedy sprachen über ihre Arbeit an Castro und Tokens erst kürzlich in der hörenswerten Episode #66 von Iterate. Darin wird unter anderem die offensichtliche Frage nach Video-Support, Sync-Accounts und iPad-Support gestellt, die Castro bislang weiter umschifft.
* Alle selbstproduzierten Videos, so wie dieses hier, gibt es auch als iTunes-Podcast.
Verrückt wenn man zurückdenkt, dass es mal eine App-Store-Zeit gab, in der Apple keine Podcast-Anwendungen zuließ. ↩
Meine erste iPad-Tastatur von ZAGG hatte ich im Jahr 2011 hier im Blog. Seitdem hat der US-Zubehörhersteller für jede neue Tablet-Generation frische Keyboard-Versionen gefertigt. Der Qualitätsgewinn in puncto Hardware (Druckpunkte der Tasten, Batterielaufzeit, Design, etc.) ist deutlich sichtbar; mit der systemweiten Software-Unterstützung hängt Apple aber immer noch hinterher.
Eine Handvoll Apps versuchen in ihrem Einflussbereich nachzubessern. Trotzdem beschränkt sich mit diesem Status quo die Vergleichbarkeit der breiten Auswahl an iPad–Tastatur–Accessoires auf wenige Details. Beim ZAGGkeys Folio (zirka 70Euro; Affiliate-Link), das in den USA zum Release des iPad Air in den Verkauf startete, ist es das Klapp-Design, das die Tastatur mit der Funktion einer Schutzhülle verbindet. Es schließt das Gerät komplett ein. Inklusive Rückseitenschutz verdoppelt das iPad damit seine Dicke – ein guter Wert.
Die Kombination aus Fake-Leder und Plastik macht die Kombi griffig und vermeidet Fingerabdrücke. Design-Erinnerungen an düstere Netbook-Zeiten leben beim Blick auf die Außenschale in mir trotzdem auf…
Stöbert man durch die Amazon.com-Kommentare1, trifft dort großes Lob (fünf Sterne) auf vernichtende Kritik (ein Stern), mit einer sich ständig wiederholenden Beanstandung: dem (Plastik-)Scharnier. Die Meinungen gehen hier nicht auseinander, es gibt lediglich eine zählbare Anzahl von Nutzern, denen der Drehmechanismus brach. Ich kann für meine Leihstellung nach vier Wochen eine solche Schwachstelle nicht ansatzweise nachempfinden. Die angewinkelte Halterung ist stabil und erzeugt einen guten Gegendruck um den frei zu bestimmenden Neigungswinkel einzustellen.
Positives Alleinstellungsmerkmal: Eine Hintergrundbeleuchtung in sieben Farben (mit jeweils drei Helligkeitsstufen). Die Verwendung der Beleuchtung nuckelt aber unverhältnismäßig stark am Akku, der unter gewöhnlichen Bedingungen (2-3 Stunden Tipparbeit pro Tag), mehrere Monate durchhält. Mit eingeschalteter Beleuchtung reduziert sich jedoch die Laufzeit auf wenige Tage/Wochen.
Das Folio besitzt eine dedizierte Taste um den Batteriestand anzuzeigen (unten links). Wer die Hintergrundbeleuchtung wirklich nur während schummrigen Stunden aktiviert, und sich deshalb für Wochen nicht für den Ladestand interessieren muss, wird die Taste als überflüssig erachten.
Ein Kompromiss, den man mit einem ‚Clamshell Design‘ wie diesem hier eingeht, ist der Wackelfaktor, bei dem Bildschirmberührungen (die beim iPad durch den fehlenden Tastatur-Support häufig vorkommen) die Tastatur jedes Mal leicht vom Schreibtisch anheben. Wenn ich meine aktive Schreibarbeit einstelle, nehme ich das iPad daher grundsätzlich aus dem Plastikrahmen (was sehr mühelos funktioniert). Für diese Einschränkung ist das Klapp-Design verantwortlich und nicht das Folio. Auch ein Macbook Air würde sich mit ständigen Bildschirmberührungen nach hinten lehnen.
Die Bluetooth-Tastatur reagiert erstaunlich schnell, ohne spürbare Verzögerung und besitzt angenehme Druckpunkte. Mit den kaum hörbaren Mini-Klicks des drahtlosen Apple-Keyboards hält sie nicht mit, fühlt sich aber besser an als das zuletzt vorgestellte Kensington.
Tastengröße und der Abstand zwischen den Buchstaben, Zahlen und den zusätzlichen Sondertasten (die unverständlicherweise einen Shortcut zur Spotlight-Suche vermissen), überzeugt. Alles was mit der Tastatur direkt zu tun hat, überzeugt. Ich tippe hier genauso schnell, treffsicher und zuverlässig wie auf einem MacBook Air. Wer Wert auf das Klapp-Design und den damit verbundenen Schutz legt, kann ich das ZAGGkeys Folio empfehlen.
Und auch auf der eigenen Webseite lässt der amerikanische Hersteller eine offene Diskussion darüber zu. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit. ↩
Das Verkaufsargument der Beats-Kopfhörer ist nicht deren Audioqualität, sondern deren Image1. Das erinnert ein bisschen an Harley-Davidson in den 80er-Jahren, als man nicht mehr die Güte und den Preis der japanischen Konkurrenz erreichte und sich insbesondere über den Appeal ihrer Motorräder zurück ins Rennen kämpfte. Ein Profil ist ganz und gar kein ungenügendes Verkaufsargument.
Beats Music startete nicht von Null. Zum Schnäppchenpreis von 10 Millionen US-Dollar verleibten sich Dr. Dre und Jimmy Iovine im Sommer 2012 den MOG Music Service ein, der über sieben Jahre wuchs.
Apple hätte zweifellos die Fähigkeit, seinem Musikkatalog ähnlich passende Sound-Zusammenstellungen zu entlocken. Das fand bis heute jedoch nicht statt, obwohl man mit den Genius Mixes und iTunes Radio bereits zwei Produkte pflegt, die genau das gebrauchen könnten.
Wie viele Kopfhörer Beats damit tatsächlich verkauft, weiß Apple als prominenter Verkäufer aus seinen Stores sehr genau. ↩︎