64-Bit, eine Frage des Timings

IPhoneBlog de A7

via iFixit – Apple A7 Teardown

“I know there’s a lot of noise because Apple did [64-bit] on their A7,” said Anand Chandrasekher, senior vice president and chief marketing officer at Qualcomm, in an interview. “I think they are doing a marketing gimmick. There’s zero benefit a consumer gets from that.”

via TechHive

Übersetzung: Qualcomm ist spät dran.

Die derzeitigen Vorteile lassen sich lange (und sehr technisch) diskutieren („The „64-bit“ A7 is not just a marketing gimmick, but neither is it an amazing breakthrough that enables a new class of applications. The truth, as happens often, lies in between.„), das Timing für den Umstieg allerdings nicht.

The more I think about it, the more the timing actually makes a lot of sense. The latest Xcode beta and LLVM compiler are both ARMv8 aware. Presumably all apps built starting with the official iOS 7 release and going forward could be built 64-bit aware. By the time 2015/2016 rolls around and Apple starts bumping into 32-bit addressability concerns, not only will it have navigated the OS transition but a huge number of apps will already be built for 64-bit. Apple tends to do well with these sorts of transitions, so starting early like this isn’t unusual. The rest of the ARM ecosystem is expected to begin moving to ARMv8 next year. […]

Safari, Mail, everything all made the move to 64-bit right away. Given the popularity of these first party apps, it’s not just the hardware that’s 64-bit ready but much of the software is as well. The industry often speaks about Apple’s vertically integrated advantage, this is quite possibly the best example of that advantage.

Anand Lal Shimpi | AnandTech

Offiziell: iCloud-Mails in Deutschland ‚pushen‘ wieder

IPhoneBlog de Mail Push

Apple bestätigt gegenüber iPhoneBlog.de: iCloud-Accounts liefern E-Mails auch in Deutschland wieder per Push aus.

Florian Mueller berichtete bereits am gestrigen Abend über die Reaktivierung nach 19 Patentstreit-Monaten mit Motorola/Google.

Apple has finally been able to make the feature available again. I’m happy to share this piece of good news with end users, who were unfortunately held hostage in this context. The feature came back at approxiamtly 9 PM local time in Germany (that’s 3 PM Eastern Time in the U.S.).

Logitech zeigt (unfreiwillig) sein erstes Game-Controller-Layout

IPhoneBlog de Logitech Evleaks

via @evleaks

Wie hübsch iPhone-Gamepads im „Form-Fitting„-Format überhaupt ausfallen können, muss sich erst noch zeigen. Logitech legt die Messlatte aber bereits tief auf…

Das geleakte Produktbild entspricht dem ‚Standard Gamepad‚ ohne Thumbsticks und nur mit zwei statt vier Schulter-Buttons, die Apple seinem zweiten Controller-Layout, dem ‚Extended Gamepad‚, verpflichtend vorschreibt. Es erscheint mir unwahrscheinlich, dass Zubehörhersteller dauerhaft Hardware für beide Controller-Typen im ‚Handheld-Design‘ veröffentlichen. App-Store-Entwickler und Accessoire-Produzenten werden sich hier noch abstimmen. Das wird jedoch ein paar Hardware-Versionen dauern.

Da aber auch das ‚Standalone Extended Gamepad‚ immer mit zwei Thumbsticks und vier Schultertasten ausgestattet ist, sehe ich wenig Chancen für den langfristigen Erfolg das ‚Standard Gamepads‚, das Logitech hier zeigt. Auch die Position der Pause-Taste erscheint mir unterhalb den Actiontasten im ‚Standard Gamepad‚-Layout eher ungünstig.

Alle anderen (Hardware-)Vorgaben (jeder Knopf ist druckempfindlich, jeder Button ist einheitlich bezeichnet, etc.) sind jedoch eng umrissen und durch das ‚Made for iPod‚-Programm verbindlich vorgeschrieben.

‚Paper‘ druckt Ideen ins ‚Book‘

FiftyThree schubst seine digitalen ‚Paper‚-Notizen mit einem Moleskine-Schulterschluss vom Bildschirm in die analoge Welt. 15-Ziehharmonika-Seiten kosten mit internationalem Versand 45 US-Dollar.

Der dahinterstehenden ‚Print-On-Demand‚-Idee, die das ‚Book‚ hier iPad-exklusiv umsetzt, räume ich generell eine noch viel höhere Nachfrage ein. Ich will nicht nur (wie in den letzten Jahren) Fotobücher drucken, sondern auch ‚Day One‚-Journale archivieren, ‚Halftone‚-Comicstreifen verschenken und ‚djay‚-Kompositionen auf (Schall-)Platten pressen.

Das iPhone 5(s) Case

IPhoneBlog de Case RED

Das Geschäft mit (Schutz-)Hüllen ist eine Goldgrube, das jedes Jahr neu in glücksspielähnlichen Zuständen absäuft.

Für das iPhone 5 produzierte Apple jedoch kein Case. Die Zeiten des iPhone 4(S) prägte der Bumper, ein Plastik-Silikon-Ring, der seinen Name mit Antennagate verbrannte. Und auch das 3G(S) sowie iPhone Classic blieben ohne offizielle (Schutz-)Verpackung aus Cupertino.

Über die Verkaufszahlen diverser Drittanbieter-Cases in den Apple Stores hat Tim Cook einen exakten Blick auf dessen Nachfrage. Für das iPhone hielt es Apple bislang jedoch immer für wichtiger, seinen Telefonen keine Maskierung aufzudrücken. Oder anders formuliert: Apple verzichtete hier bewusst aufs Mitverdienen; die Design-Richtung der iPhones war wichtiger. Schon deshalb stehen die diesjährigen Accessoires unter besonderer Beobachtung.

IPhoneBlog de Kante

Das iPhone 5s Case existiert in sechs dezenten Farbtönen (rot, braun, beige, schwarz, gelb, blau), die ohne Zweifel im Zusammenspiel mit iOS 7 zu betrachten sind1. Die Leder-Hüllen umschließen die komplette Rückseite und sparen dort nur die Kamera und den 'True Tone Blitz' aus. Auffällig ist, dass die schützenden Kanten über das Display hinausreichen. Dadurch besteht kein Kontakt zwischen dem Telefon-Bildschirm und der Oberfläche, auf der es aufliegt. Nachteil: Staub und Fussel schubst man nicht mehr so leicht über die Glaskante.

Vorteil: Das Case liegt so eng am Telefon an, dass Hosentaschen-Flusen nicht bis aufs Innenfutter vordringen. Ein guter Kompromiss, auch wenn das Abnehmen der Hülle durch den festen Sitz etwas Übung bedarf2.

IPhoneBlog de Vergleich

Ich mag das Gefühl von weichem Leder, das dem kühlen Industriedesign der iPhones entgegensteht. Das Fabrikat greift sich schon bei normaler Verwendung ab. Genau das, gibt dem Smartphone jedoch eine persönlichere Note, die ich bis heute genauso beim Smart Cover für das iPad schätze. Das Zubehör, das auch dem iPhone 5 passt, differenziert durch seine Farben abermals. Meine Variante, (PRODUCT) RED, funktioniert farblich sowohl für eine weiße wie auch schwarze iPhone-Front.

IPhoneBlog de RED

40 Euro lassen sich für dieses Accessoire natürlich nicht rational argumentieren. Und auch grundsätzlich bin ich kein Freund von Schutzhüllen. Apples Entwurf ist jedoch simple und peppt das bereits bekannte 5er-Design auf. Es hat mich selbst überrascht wie häufig ich dieses Case in den ersten Tagen überstülpte.


  1. Zu den 5c-Cases an anderer Stelle mehr.
  2. Den neuen offiziellen iPhone-Docks fehlt nicht nur ein Lightning-Kabel (was ich bei einem Verkaufspreis von 30 Euro als unverschämt empfinde), sondern auch eine Aussparung um das 5s in dieser Hülle dort einzusetzen.

Donnerstag für iPhone und iPad: Ron Gilberts ‚The Cave‘

IPhoneBlog de The Cave

Das ziemlich fantastische ‚The Cave‚ ist für den 03. Oktober, mit einem App-Store-Preis von 4.49 Euro, nun offiziell angekündigt.

BlackBerry loggt sich aus

IPhoneBlog de BlackBerry BBM

The SMS 2.0 plan was a throwback to RIM’s move a decade earlier to form partnerships with mobile providers and share revenues. It was a chance to make BBM the dominant chat messaging service, and would have created a new story for the BlackBerry brand […].

But the plan deeply divided the company. BBM was still an important driver of BlackBerry sales. Making it widely available to competitors represented an added threat to RIM’s faltering handset business, led by Mr. Heins at the time. Many inside the company felt a cross-platform BBM made sense, but only when BlackBerry 10 was out. Mr. Balsillie and proponents of his plan felt that would be too late […].

A few weeks later, Mr. Heins killed the SMS 2.0 strategy, backed by Mr. Lazaridis.

Sean Silcoff, Jacquie Mcnish und Steve Ladurantaye | The Globe and Mail

'Inside the fall of BlackBerry: How the smartphone inventor failed to adapt' ist ein (brutal) nüchterner Abschiedsbrief. Der (grandios) gescheiterte Start des BlackBerry Messenger für Android und iOS in der vergangenen Woche ist in diesem Kontext nur eine kleine (aber ins Bild passende) Randnotiz.

Als Sekundärliteratur empfehle ich den Podcast-Rückblick auf die BlackBerry-Geschichte mit Kevin 'Crackberry' Michaluk .

Das 5s

Fortschritt geschieht evolutionär; alle 5s-Features sind bedeutend.

Die Kamera, der A7, der M7 und Touch ID lösen reale Alltagsprobleme. Präferenzen fallen zwar unterschiedlich aus, die vier (auch von Apple) unterstrichenen Funktionen des neuen Flaggschiff-Telefons aus Cupertino sind jedoch ohne Diskussion eine (erhebliche) Verbesserung für alle Kunden. Oder wer argumentiert gegen schärfere Fotos, realistischere (Games-)Grafik, mehr Akkulaufzeit und höhere Sicherheit?

IPhoneBlog de 5s a

Apples Produktpräsentationen sind kurios, weil nicht nur die Choreographie bis auf den letzten Satz sitzt, sondern weil selten Aussagen fallen, die sich später als falsch oder grob getrickst herausstellen. Das 5s, so wie es am 10. September vorgestellt wurde, steht seit letzten Freitag in den Läden. Angefangen von der Fotoqualität, über die Prozessor-Power bis zum Versprechen über die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit vom Fingersensor, entspricht das neue iPhone seiner vorangestellten Diashow.

Natürlich: Die Wortwahl von Cook, Schiller und Federighi ist überzogen; die Grafiken sind wohlwollend ausgesucht. Das nennt sich Marketing und gehört zum Medienzirkus. Die Vorstellung lenkt jedoch nicht davon ab, dass ich diese losen Gedanken auch ohne Hardware zwischen meinen Fingern hätte zusammenschreiben können (ohne komplett daneben zu liegen).

Das 5s ist so gut, wie es vermarktet wird. Das 5s ist ein so gutes iPhone, wie Apple es im Jahr 2013 bauen kann. Auch deshalb spaltet man dieses Jahr zum ersten Mal die Produktgruppe der Telefone in ein Pro- und ein Consumer-Smartphone – ähnlich der bewährten MacBook-Strategie. Das Produkt iPhone ist für Apple mittlerweile gut genug. Gut genug, um zwei Geräte aus einer Kategorie mit unterschiedlichem Fokus zu tragen.

Die Unterteilung geschah nicht wahllos, so wie es Samsung macht, sondern mit einem exakt abgesteckt Feature-Umfang. Niemand sollte überrascht sein, wenn die diesjährigen 5s-Merkmale im nächsten Jahr in das kleinere Modell wandern.

IPhoneBlog de 5s d

Beginnen wir im Herzen. Der A7 tritt die Nachfolge des A6, Apples ersten eigenen Prozessor, an. Apple lizenzierte nicht wie in den Jahren zuvor direkt von ARM, sondern entwickelte die Mikroarchitektur in Eigenregie (über eine ARM-Architekturlizenz). Apple bewarb dies nie, den Kunden interessiert das auch nicht. Die Bedeutung dieser Unabhängigkeit ist allerdings nicht zu unterschätzen, wie der A7 als erster ARM-Consumer-Chip mit 64-Bit-Architektur (und ARMv8-Befehlssatz) jetzt zeigt.

Der neue 'System-on-a-Chip' ist nicht nur abwärtskompatibel, sondern stellt gleichzeitig zukunftssichere Weichen ("ARMv8 is a clean break designed for today’s world — and the future."). Wer 'von der Stange' kauft, ist mindestens abhängig von den Zeitplänen anderer1.

Neben Spielen, die sich bereits vereinzelt der neuen Grafikpower bedienen, ist es im Moment vorrangig die Kamera, die den A7 glühen lässt. Ihr erinnert euch an die zweisekündige Verzögerung bei HDR-Aufnahmen am iPhone 5? Das 5s lächelt darüber nur müde. Zwischen Fotos mit mehrfacher Belichtung und einfachen Aufnahmen ist kein Unterschied messbar.

Im 'Burst-Mode' ist es nicht nur die pure Geschwindigkeit mit dem ein 5s Serienbilder abfeuert. Beeindruckend ist die anschließende Bilderauswahl, die der A7 augenblicklich bereitstellt um den (technisch) besten Schnappschuss aus hunderten von Aufnahmen herauszufiltern. Ist der Vorschlag gut genug, wandern die restlichen Aufnahmen in die Tonne. Alleine diese Software-Umsetzung verprellt für Amateure jede DSLR. Niemand wühlt sich später am Rechner durch ein Dutzend identischer Fotos um die geringste Unschärfe aus einer Momentaufnahme zu klamüsern.

Ein gleiches Bild zeigen 'Slo-Mo'-Videos, für die man lediglich ein oder zwei Mini-Filme verlinken muss, um dessen Appeal zu demonstrieren. Das Feature ist schon jetzt ein Selbstläufer.

IPhoneBlog de 5s b

Stichwort Laufen. Dem M7, meinem Geheimkandidaten für sinnvolle Hardware im 5s, ist nach der ursprünglichen Vorstellung wenig hinzuzufügen. Abgesehen von ein paar aktuellen (No-Name-)Ausnahmen (ARGUS, Strava Run, etc.) startet der stromsparende Co-Prozessor ohne Software-Demo. Das Apple prominent Nike+ Move ankündigt, die App dann aber zum Release der Hardware nicht im iTunes-Store steht, ist ungewöhnlich (und war so sicherlich nicht geplant). Der Chip scheint zwar generell eine Option für Drittanbieter-Programme, eine populäre Vorstellung verbleibt bei Apple aber nie ohne Demo.

Deshalb lässt sich im Moment lediglich festhalten, was bereits alle Reviews zuvor festhielten: Der M7 ist ein Co-Prozessor mit großem Potenzial.

Das Entwickler dies ausschöpfen, steht außer Frage. iOS ist das einzige Betriebssystem (nicht nur mobile Betriebssystem), dessen Hardware innerhalb von Tagen einer Update-Aufforderung folgt. Das ist nicht nur nett oder bemerkenswert, nein, das ist ein Killer-Feature. Seit Jahren spricht die Klickstrecken-Presse von einem "iPhone-Killer" ohne zu beachten, dass nie alleine die Hardware gewinnt.

Ein M7 ist nicht schwer zu verschrauben; eine breite Software-Unterstützung macht den Unterschied. Genau deshalb ist bereits jedes meiner iPhone-Programme kompatibel zu iOS 7 (wenn auch optisch noch nicht angepasst), und deshalb gibt es bis heute keinen dieser besagten "iPhone-Killer".

IPhoneBlog de 5s c

Schließen wir mit Touch ID, dem Sensor im Homebutton, der als das Feature im 5s zurecht bereits viel Aufmerksamkeit genoss. Jason Snell findet die passende Metapher, nach der ich bislang suchte.

But for the rest of us, the point of Touch ID is not to create unbreakable security against all attackers. It’s to make iPhones more secure overall by making it easier for users to lock their devices. Consider why Apple added Time Machine to OS X: Not enough computer users were backing up their systems. The barrier to setting up a backup was simply too high. So Apple created software that made doing so easier, allowing users to plug in a hard drive and then click just one button to start a backup regimen.

Macworld.com

Das beste Sicherheitssystem ist das, das man tatsächlich nutzt. Bislang schützt ein vierstelliger PIN unsere Daten.

Fazit

Für Jahre betitelt Apple sein aktuellstes Telefon als das "beste iPhone jetzt". Zurecht, so auch dieses Jahr (wir vergessen das nur regelmäßig, weil wir den Kontext aus den Augen verlieren).

Trotzdem lässt mich nach einer Woche das Gefühl nicht los, hier mehr in der Hand zu halten als nur ein jährliches Upgrade. Die Steigerung im Bereich Kamera, Prozessor, Zusatz-Chips und (Touch-ID)-Sensor sind Features von morgen schon heute. Zukunft, die ein paar Jahre zu früh kommt2.

In einem neuen Gehäuse-Design hätte Apple seinen Highend-Computer im Hosentaschenformat mit Sicherheit nicht (nur) als 5s betitelt. Der Sprung ist diesmal größer, grundlegender. Und das, obwohl die Fortschritte evolutionär bleiben.


  1. Die Übernahme von P.A. Semi im Jahr 2008 dürfte in diesem Zusammenhang als eine der wichtigsten Investitionen von Apple gelten.
  2. Deshalb schreibt man Reviews nicht von technischen Datenblättern ab, sondern nach Benutzung der Hardware, mit der ich in diesem Fall exakt eine Woche verbrachte.