Apple verabschiedet sich mit iOS 6 von Googles Maps. Damit fliegt auch die Routenplanung im öffentlichen Nahverkehr, soweit im jeweiligen Land vorhanden, raus. App-Store-Drittanwendungen sollen diese Lücke zukünftig füllen.
The new Transit APIs, referred to by Scott Forstall at 108:58 in Monday’s keynote, allow developers to register their app as a directions provider for routing directions for a particular set of coordinates.
Als populäre Annahme gilt, dass Apple im ersten Schritt kein eigenes Angebot, das hunderte von Städte abdeckt, (verhandlungs-)technisch gestemmt bekam. Doch was wäre wenn die (privaten) Verkehrsinfo-Anbieter gar nicht gewillt sind, ihre Daten durchzureichen. So geschehen mit Google in Wien, Österreich.
The truth of the matter is that if private companies are in charge of public transit and they have vested interests in pushing their own (or partner’s) apps then they have little to no incentive in providing GTFS data to Google. One might think that easy availability of routing info via Google maps might increase these transit companies’ income, but at least the two big Austrian transit authorities do not seem to agree.
Keine Frage: Für Apple ist die systemweite Kontrolle der Maps-App entscheidend. Stichwort: Siri sowie die ‚Inter-App-Kommunikation‚.
Die Sammlung und Pflege der Metadaten gehört, im Gegensatz zu Google, allerdings nicht in Apples zentrales Geschäftsfeld. Sich von diesen Datensätzen freizukämpfen, birgt sogar strategische Vorteile: Kunden, die sich über falsche Busstationen oder U-Bahn-Zeiten beschweren, lassen sich zum jeweiligen Anbieter weiterschicken. Eine rechtliche Diskussion, mit denen Google als ‚Datenkrake‘ ständig unter Beobachtung steht, wäre umschifft wenn man lediglich den Start- und Zielpunkt der geplanten Reise an die ‚Routen-App‘ weitergibt.
Obendrein wäre eine dynamische Schnittstelle geschaffen. Updates für Zugstrecken oder für eine Schiffsüberfahrt aktualisieren sich ohne System-Update. Bislang bedurfte es einem kompletten iOS-Update um die fest installierten Apple-Anwendungen auf iPhone und iPad zu überarbeiten.
At the same time they are creating an incredible business opportunity to either create the official transit apps for certain areas or to create a premium transit up that competes with some crappy incumbent app. […] While Google’s answer was to have system from consuming data feeds, Apple’s is much simpler: There’s an App for that!
People familiar with Apple’s plans tell me that when its new iOS 6 software becomes widely available this fall, podcasts will have their own app, where users will be able to discover, download and play them on mobile devices. Users who access iTunes via laptop and desktop machines will still find them in that version of iTunes, though.
Seit einigen Jahren vernachlässigt Apple Podcasts. ‚Entwicklungsstillstand‘ wäre eine sehr wohlwollende Umschreibung für die zugeteilte Aufmerksamkeit, die Cupertino den Video- und Audio-Beiträgen schenkt. Aus der iPod-App in der ersten iOS-6-Beta flog das Feature nun komplett raus. Bereits diesen Umstand werte ich als Indiz für das Engagement in Richtung einer eigenständigen Anwendung, ähnlich iTunes U (kostenlos; universal; App Store-Link), dass sich vergleichbar auskoppelte.
Podcast-Konsum verlangt eine grundlegend andere Aufbereitung und Bedienung, für die Apples (iOS-)Musikanwendung schon immer zu kurz griff. Instacast und Co. entwickeln aktuell nicht nur ihre Apps rasant weiter sondern stellen konzeptionelle Fragen an das Medium, die an Apple mit Sicherheit nicht ungesehen vorbeiziehen.
Die erste offizielle Vorstellung der Podcast-Integration in iTunes erfolgte übrigens von Steve Jobs auf der D3 im Jahr 2005 (ab Minute 17).
Dropbox für iPhone und iPad (kostenlos; App Store-Link) verschiebt in Version 1.5 Dateien, Dokumente und Ordner innerhalb vom Verzeichnisbaum des Wolkenspeichers.
Aktiviert ihr den automatischen Bilder-Upload, gibt’s bis zu drei Gratis-Gigabyte an Speicherplatz – nicht sofort sondern in 500-Megabyte-Häppchen. Diese Werbeaktion ist schon vom Desktop bekannt. Wer dort bereits profitierte, räumt jetzt nicht noch einmal ab.
Wichtig: Wer bisher die interne Codesperre der Dropbox-App genutzt hat, rennt nach der Aktualisierung eventuell in einen Bug, der den Start der Software verhindert. Gegen diesen Fehler hilft nur eine komplette App-Store-Neuinstallation.
Apples Smart Cover mag ich. Das neue Smart Case scheint dagegen ein völliger Fehlgriff. Das Kickstarter-Projekt Smarter Stand ist ein cleveres Add-on, das zusätzliche Blickwinkel schafft, ohne dabei viel Platz einzunehmen.
Ein ‚Pärchen‘ kostet 14 US-Dollar. Die ersten 500 Käufer bezahlen 9 US-Dollar. Der (internationale) Versand ist gratis.
“Ours is an All Access strategy. We don’t strive to sell digital only subscriptions, and we don’t sell digital only on Apple, which is why we are not on Newsstand.”
So die Aussage von Time Inc. im Herbst 2011. Heute verkündet der Mediengigant, 20 seiner US-Magazine, von Entertainment Weekly bis Sports Illustrated, zukünftig im iOS-Newsstand-Abo anzubieten.
Time Inc., once the magazine industry’s most ardent opponent of selling subscriptions through Apple, will make all of its magazines available via Apple’s newsstand, the two companies said Wednesday.
Der ‚Stimmungswechsel‘ kam mit Laura Lang, die den größten US-Magazin-Verlag in führender Position seit Januar leitet. Im Gespräch mit der New York Times betont sie, die Zeitschrifteninhalte von Time Inc. überall dort anzubieten, wo Nutzer danach verlangen.
Silvio Rizzi pflegt mit Reeder (2.39€; App Store-Link), Reeder for iPad (3.99€; App Store-Link) und Mac (3.99€; MAS-Link) drei Top-RSS-Clients. Die iPhone-Version steht gegenüber seiner Schwester-Software im Entwicklungszyklus hinten an. Die letzte Aktualisierung gab’s im November 2011. Mit der heute veröffentlichten 3.0 dreht sich das Blatt: Das iPhone-Programm fährt erneut auf die Pole-Position im internen Wettrennen.
Seit Februar benutze ich die Beta des RSS-Readers in seiner überarbeiteten Form – täglich, wie es der Job verlangt. Der Programmcode ist grundlegend neu geschrieben. Das ist keine leere Phrase sondern besonders auffällig im Vergleich mit der ‚alten‚ 2.5.4, die für diesen Beitrag noch einmal aufgefahren wurde. Den Bilder-Cache legt Reeder flotter als gewohnt an. Auf den Sync muss man nicht warten sondern kann direkt loslegenlesen. Die neue Optik ist verspielter, bleibt aber praktisch.
Eine wichtige (und richtige) Umstellung erfolgt für die App-Optionen und Logins der externen Dienste, die von den Systemeinstellungen in die eigentliche Anwendung wandern. Der Sync geschieht nicht mehr nur über Google Reader sondern auch Fever. Die Software beherrscht den Umgang mit mehreren Accounts und kann Feeds dem Google-Verzeichnis hinzufügen sowie entfernen.
Über Fingergesten markiert ihr Beiträge aus dem RSS-Sortiment als gelesen, vergrößert und speichert Artikelbilder oder formatiert Texte Readability-tauglich. Über die Zwickgeste holt man sich auch den Volltext von gekürzten Feeds.
Ganz genau hingeschaut: Durch Neigung des iPhones ändert der iPod-Lautstärkeregler seine Reflexion. Das Telefon benutzt dazu sein Gyroskop, um diese optische Spielerei in iOS 6 der Nutzerperspektive anzupassen.
Ähnlich wichtig: Der iPhone ‚Shutdown Spinner‘, hier von Panic beschimpft, dreht sich mit der neusten iOS-Fassung beim Ausschalten des Telefons endlich hochauflösend.
Der eigene iOS-Kartendienst ist für Apple ein Befreiungsschlag. Seit Jahren stockt die Weiterentwicklung durch erfolglose Kooperationsgespräche mit Google. ‚Maps‘ für Android entwickelte sich in der Zwischenzeit nicht nur zu einer grandiosen App sondern zu einem handfesten Kaufgrund für das OS. Seit Montag ist der Zweikampf offiziell eröffnet: Kunden aus beiden Lagern freuen sich über das anstehende Wettrüsten dieses essentiellen Mobilfunk-Features.
Doch der Weg ist lang: Seine Erwartungen sollte man speziell zum iOS-6-Start im Herbst realistisch halten. Das bedeutet: Bye-Bye Street View, eine unvollständige Kartenabdeckung und mit Sicherheit ein löchriges Branchenverzeichnis (Stichwort: Yelp in Deutschland). Ob Apple genügend Partnerschaften geschlossen hat, um auch international anzurollen, bleibt eine Überraschung. Wie viele Daten nämlich in der jetzigen Beta schon freigeschaltet sind, weiß nur Apple. Den (bestätigten) TomTom-Schulterschluss würde ich noch nicht überbewerten.
Verabschieden dürfen sich nun jedoch endgültig dedizierte Navigationssysteme, die man sich in der Vergangenheit für kleines Geld unter die Windschutzscheibe klebte, durch jährliche Karten-Updates dann aber trotzdem teuer bezahlte. Insgesamt ein überfälliger Generationswechsel. Der Aktienkurs von Navigationsgröße Garmin knickte nach Apples Keynote kurzfristig um 10-Prozent ein. Auch Navigon und Co. sollten sich schleunigst nach Alternativen für ihre (gewinnträchtigen) Einnahmen aus dem App-Verkauf umsehen. Gibt es eventuell POI-Datenbanken zu lizenzieren? Tipp: Apple braucht genau solche Verzeichnisse.
Die Autoindustrie krempelt Cupertino allerdings nicht so schnell um. Die Gespräche über eine Siri-Integration, an der sich einige Automobilhersteller innerhalb der nächsten zwölf Monate interessiert zeigen, wird im positivsten Fall wohl genau darauf beschränkt bleiben. Klar, Siri leitet die ‚Turn-by-Turn‘-Navigation, darf aber nicht auf einen Premiumplatz in der Armatur hoffen. BMW, Mercedes und Co. lassen sich dieses lukrative Geschäft nicht wegschnappen. Immerhin hat man sich daran gewöhnt, Unsummen für Handy-Halteschalen und CD-Wechsler zu verlangen, anstatt einen simplen Dock-Anschluss ins Angebot aufzunehmen.
A spokesman for BMW tells Wired that, “Both from a usability and aesthetic standpoint, a built-in system can be more desirable,” but admits that the rapid rate at which smartphones evolve can quickly outstrip OEM-supplied features.
Spannend wird’s, wenn Apple seine App-Store-Vorteile ausspielt und spezifische Programme – Wanderwege, U-Bahn-Pläne oder Stadtrundgänge – in die offizielle Kartenanwendung integriert beziehungsweise dort bewirbt. Das Potenzial von diesen „Transit apps“ klingt nicht nach einem einfachen ‚Add-on‘ sondern einem potenziellen Herzstück von Apples ‚Maps‘, auch wenn es dafür derzeit noch nicht ein einziges Beispiel gibt.