Pay-TV-Sender ‚Sky‘ plant iOS-Gebühr

Das Fernsehangebot des Bezahlsenders ‚Sky Deutschland‚ auf dem iPad und iPhone soll laut Teltarif-Informationen im nächsten Monat seine Finalisierung erfahren. Seit vergangenem Juni bietet das Pay-TV-Unternehmen für ihre aktuellen Vertragskunden den Zugang über mobile Geräte an. Auf die iPad-Software ‚Sky Sport‚ (kostenlos; App Store-Link) folgte die iPhone-Adaption ‚Sky Sport Mobile‚ (kostenlos; App Store-Link). Bislang ’spendierte‘ der Medienkonzern die Zusatznutzung für Vertragskunden bei entsprechenden Premium-Paketen. Die Phase für ‚Schnupperabos‘ wurde mehrmals verlängert. Jetzt soll zur Kasse gebeten werden.

IPhoneBlog de Sky

Unter der Bezeichnung ‚Sky Go‘ sollen der Zusatz-Empfänger monatlich 12 Euro kosten. Das Paket setzt jedoch ein bestehendes Sky-Abo voraus, das die zu konsumierenden Inhalte bestimmt. Wer kein Bundesliga-Paket bucht, kann dies auch nicht über die mobile Sky-Nutzung daraufhin erweitern.

‚Sky Go‘ scheint sich infolgedessen als eine Art Add-On für bestehende Tarife zu entwickeln, womit das Unternehmen verpasst, ein eigenständiges Angebot für iOS-Kunden zu schneidern. Insbesondere für den Sportbereich wäre dies sicherlich reizvoll – sowohl für Anbieter als auch Kunden. Mit Spontan-Käufern oder Geschäftsreisenden ließe sich der eine oder andere Euro verdienen. Mich würde allerdings nicht wundern, wenn eine solche Entkoppelung aufgrund irgendwelcher Ausstrahlungsrechte nicht machbar ist. Bereits zwischen der Hardware iPhone und iPad bestehen Unterschiede. Die Bundesliga-Rechte für ‚Smartphones‘ liegt bei der Telekom und ihrem Angebot ‚Liga Total‚. Auf dem iPad dagegen zeigt sich das Runde Leder am Samstagnachmittag auch aus deutschen Stadien.

Nein, das muss, möchte und kann man nicht verstehen…

IPhoneBlog de Bundesliga

Apropos Ausstrahlung: Weder über HDMI noch YUV ‚versendet‘ die App ihr Videobild an einen externen Monitor. Entsprechende Verbotsmeldungen sind in der Software hinterlegt. Eine drahtlose Wiedergabe über AirPlay (zum Apple TV) bleibt auf Audio beschränkt. Außerhalb von Deutschland erhalten Kunden derzeit die Meldung, dass ‚dieser Kanal nicht verfügbar ist‚. Wählt man sich über einen deutschen VPN-Zugangsknoten ein, spielt das Programm (bei gültigem Vertrag) jedoch ohne Probleme ab. Also auch hier keine Anreize, sich auf die offizielle Bestätigung dieser Tarif-Nachspielzeit zu freuen.

Bis zur Veröffentlichung dieses Artikels stand Sky Deutschland nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung.

Offen aber überwacht: Google strebt zu mehr Android-Kontrolle

IPhoneBlog de AndroidPR

Nur um Missverständnisse auszuräumen: @AndroidPR ist ein mehr als eindeutiger Fake-Account. Mit gleicher ‚Ernsthaftigkeit‘ ist das zweiseitige Blog ‚Fugly Android‚ zu betrachten, dass „arguments for closed systems“ liefern möchte und extrem unreflektiert diversen Retweet-Beifall in den letzten Tagen einheimste.

Für ein bisschen mehr als Schenkelklopfen sorgt ein aktueller BusinessWeek-Bericht. „Do Not Anger the Alpha Android“ beschreibt Googles (angebliche) Bemühungen, weniger Diversität in den Markt für das mobile Betriebssystem zu bringen.

From now on, companies hoping to receive early access to Google’s most up-to-date software will need approval of their plans.

Nach Informationen „diverse(r) Führungskräfte unterschiedlicher Partnerunternehmen“ soll Google bei der Ausgabe neuer Android-Versionen wählerischer werden und mehr Regulierung einfordern. Sowohl Hardware-Produzenten als auch Mobilfunkanbieter ‚experimentierten‘ mit ‚angepassten‘ Benutzeroberflächen und vorinstallierten Apps, stolperten dann jedoch über die Auslieferung grundlegender Betriebssystem-Updates.

Over the past few months, according to several people familiar with the matter, Google has been demanding that Android licensees abide by „non-fragmentation clauses“ that give Google the final say on how they can tweak the Android code—to make new interfaces and add services—and in some cases whom they can partner with.

via BusinessWeek

Auch der Source-Code für ‚Honeycomb‘ (Android 3.0 für Tablets) wartet vorerst unter Verschluss wie das Unternehmen vor wenigen Tagen bestätigte. Anscheinend hat man wenig Interesse daran, dass das Tablet-OS auf Smartphones auftaucht. Genau anders herum verlief es im vergangenen Jahr, als die iPad-Konkurrenz die Smartphone-Version (Android 2.1 – 2.3) auf ihre ‚Slates‘ packte.

Genau aus diesem Grund lässt sich unter Bezug auf 2010 sowie den Beginn des Jahres 2011 festhalten, dass noch keine ernsthafte iPad-Konkurrenz besteht. Bislang waren das alles nur Quasi-Vertreter einer Branche, die in diesem Jahr boomen dürfte. Selbst die Statistiker von Gartner sehen das mittlerweile ein und zählen die neue Produktkategorie zu „computing hardware„.

IPhoneBlog de Horace Dediu

Aus Gartners Zahlen für 2010 (!) lässt sich folgendes Schaubild anfertigen, das Gizmodo (!) sehr passend illustrierte.

IPhoneBlog de NoContest

via Gizmodo.com

Die Hardwarebasis ist jedoch lediglich der Brutkasten für Software. Und dieser Markt ist im Moment sehr interessant. RIM verkündete kürzlich, dass auf ihrem PlayBook – dessen Veröffentlichung scheinbar am 19. April erfolgt – Android-Apps laufen. Die eigenständigen Bemühungen eine Entwicklergemeinde aufzuziehen, scheinen nicht sehr fruchtbar. Amazon mailt und telefoniert sich gerade durch (App-Store)-Entwicklerkreise, ob man das eigene iOS-Programm nicht für den Kindle portieren möchte (entsprechende E-Mails liegen mir vor).

Google hingegen ist dieser Tage bemüht, den Download-‚Market‘ ‚sauber‚ zu halten. Gestern setzte man ZodTTDs ‚PSX4Droid‘ PlayStation-Emulator, der sich dort über sechs Monate befand, vor die Tür: „We remove apps from Android Market that violate our policies.„. Eine Beteiligung von Sony, die gerade an mehreren Fronten Amok laufen, erscheint nicht ausgeschlossen; ist aber auch nicht bestätigt.

Eine ebenfalls drollige Randgeschichte: Wer sich in Piraten-Gewässern mit ‚Walk and Text‚, einer Fake-App mit gleichnamigem Android-Market Brüderlein versucht einzudecken, findet sich seines Namens, Telefon- und IMEI-Nummer beraubt. Der Nutzer erhält außerdem diese nette Textnachricht.

IPhoneBlog de Steal

via news.cnet.com

Symantec erklärt, die vom Entwickler-Trojaner modifizierten Zugriffsrechte:

  • Access all of the contacts in the address book
  • Access network information
  • Access the phone in a read-only state
  • Access the vibrator on the phone
  • Check the license server for the application
  • Find the phone’s location
  • Initiate a phone call without using the interface
  • Open network sockets to access the Internet
  • Read low-level log files
  • Send SMS messages
  • Turn the phone on and off

Die ausschweifende Betonung rührt daher, dass ich mir manchmal nicht sicher bin, ob die undifferenzierten Rufe nach „Downloads aus unbekannter Quelle zulassen“ oder einem Jailbreak ihre Reichweite abschätzen. Manchmal gilt es, auch nur den Tobsuchtsanfall eines einzelnen Entwicklers in seine Schranken zu verweisen.

[update] Ohne Star-Wars-Lizenz im Gleitflug aus dem App Store

„Subway“: Falcon Gunner Trailer from Josh Shabtai on Vimeo.

Der Augmented-Reality-Shooter ‚Star Wars Arcade: Falcon Gunner‚ (2.39 €; App Store-Link), mit Achtungserfolg seit November 2010 im App Store, verabschiedet sich diesen Freitag aus dem Download-Angebot. Publisher THQ Wireless büßt die Lizenz von Lucasfilm Ltd. zum Ende des Monats März ein und ist daher zum Verkaufsstopp gezwungen.

Das ist mal neu. Zumindest ist mir keine derartig prominente Franchise bekannt, die innerhalb der kurzen App-Store-Lebenszeit mit einem solchen ‚Vertragsproblem‘ ihrer Software den Rückzug vorgeben musste.

Wie jeder Rauswurf, beziehungsweise jede erwünschte Entfernung, bringt dies für die aktuelle Kundschaft unerfreuliche Implikationen mit sich. Weitere (Kompatibilitäts-)Updates, beispielsweise für eine zukünftige iOS-Version, lassen sich nicht nachreichen. Ebenso ist ein erneuter Download, falls den Käufern einmal die Festplatte ohne Backup um die Ohren fliegt, nicht möglich. Auch Aktualisierung, wie etwa ein Universal-Upgrade um die Weltraumschlachten über die iPad-2-Kamera durchzuführen, darf man sich abschminken.

IPhoneBlog de THQ

Die veröffentlichte Information über den Rückzug geht auf Josh Shabtai zurück, der sich unter Flagge von Vertigore Games für die Entstehung vom ersten ‚AR-Star-Wars‘-Spiel verantwortlich zeigte. THQ Deutschland konnte dem iPhoneBlog auf Anfrage weder eine Bestätigung noch ein Dementi dazu übermitteln. Shabtai vermutet in seinem Blog-Beitrag, dass auch andere App-Store-Titel von THQ (Star Wars: Trench Run, Star Wars Sound Board, etc.) aufgrund dieser Lizenz-Problematik zu einem Abflug aus dem App Store gezwungen sein könnten.

Update

Gegenüber Kotaku gibt ein Sprecher von THQ Wireless zu Protokoll: „All Star Wars apps will be available until further notice„. Klingt nicht überzeugend (oder selbst intendiert), aber bleibt eine erfreuliche Nachricht.

Auch Josh Shabtai ergänzt seinen Blogbeitrag: „Just received notice from THQ that Lucasfilm’s has „given [THQ] the rights to continue selling all mobile content including your Falcon Gunner in the Apple App Store until further notice.„.

iFixit: iPad 2 als WIFI-, GSM- und CDMA-Ausführung im demontierten Vergleich

IPhoneBlog de iPad2

iFixit.com zerlegt die drei unterschiedlichen Ausführungen vom iPad 2. Der Vergleich zwischen den (US-)Versionen WiFi, GSM und CDMA zeigt, dass die Verizon-Variante mit einem Qualcomm-Chipsatz der Produktfamilie ‚Gobi‘ funkt. Dieser tauchte zuvor bereits im iPhone-4-Modell auf, das vom zweiten US-Mobilfunkanbieter seit Februar 2011 zum Kauf angeboten wird.

Die AT&T-Ausführung setzt auf einen (älteren) Infineon-Chip, der ausschließlich im GSM-Netz unterwegs ist. Der Mikrochip im Verizon-Modell wäre theoretisch in der Lage, sowohl das GSM- als auch CDMA-Spektrum abzudecken.

Beide 3G-Ausführungen sind mit einem GPS-Stein bestückt, der dem WiFi-Modell fehlt.

9to5Mac stellt zurecht die Frage in den Raum, warum eine solche (in der Produktion nicht unwesentliche) Unterscheidung existiert.

Weitere (offensichtliche) Abweichung: Das (weltweit identische) GSM-Modell führt den Simkarten-Einschub in ‚Micro‚-Ausführung an der linken Oberseite. Dieser ist mit dem Kopfhörer-Eingang verknüpft, während die CDMA-Fassung die (Tarif-)Nutzerdaten direkt auf dem WWAN-Board unterbringt.

Apropos Kopfhörer-Eingang: Das iPad 2 scheint das erste iOS-Gerät, das auf einen Flüssigkeitsindikator – ein helles Plättchen am Boden des Klinkensteckers – verzichtet.

Android Market startet mit In-App-Verkäufen

IPhoneBlog de InApp

Der Android ‚Market‘ startete am gestrigen Tag mit ‚In-App‘-Verkäufen. Die iOS-Plattform erhielt diese Bezahl-Option für zusätzliche Funktionen, digitale Güter oder Abonnements mit Firmware 3.0 im Juni 2009.

Seitdem ist einiges passiert. Vom ursprünglichen „Free apps always remain free“ über eine ‚(doppelt-)erzwungene Passwortabfrage‚ bis hin zu uns bevorstehenden Neuregelungen für Abo-Modelle. Insgesamt darf dessen Entwicklung als durchaus ‚belebt‘ bezeichnet werden.

Zum Start des ‚App-internen-Abrechnungssystems‘ beim iOS-Konkurrenten, zeigen sich bereits einige Software-Programme mit Beispiel-Implementierungen. Disneys ‚Tap Tap Revenge‚ oder die Comics von ComiXology sind bereits alte iOS-Nasen. Dementsprechend identisch präsentiert sich das System. Google vermerkt in seiner Beschreibung: “If you aren’t yet familiar with In-app Billing, we encourage you to learn more about it.” Man fühlt sich genötigt zu ergänzen, „…oder werft einen Blick auf’s iPhone oder iPad„.

Die Beobachtung bleibt mit Spannung zu verfolgen, wie sich ein solcher, nicht unerheblicher Infrastruktur-Ausbau ohne übergeordnete Kontrolle entwickelt. Eine legitime Frage wäre sicherlich: Wird auch bei Google der Zeitpunkt erreicht, an dem ein zusätzliches Sicherheitsnetz notwendig ist, um Kids davon abzuhalten alle Schlumpfbeeren-Vorräte aufzukaufen?

Doch ein Lob ans Apple-System ist dies keinesfalls. Der ehemalige App-Store-Stolz ‚Tap Tap‚ ist durchsetzt mit einem intransparenten „Credit“-Bonussystem. Dabei erhält man für den kostenfreien App-Store-Download komischer Drittanbieter-Software Punkte, die man in Musik-Downloads eintauschen kann. Die teilnehmende Software, ‚Pimp Your Screen‚, ‚LaDiDa‚ oder ‚Police Scanner Radio‚ lässt schon beim Lesen der Namen winzige Gehirnzellen implodieren. Von den 30-sekündigen Gratis-Samplern, die an jeder Bildschirmecke verteilt aufschlagen (gleich neben den AdMob-Bannern), einmal ganz abgesehen.

Für mich persönlich funktionieren ‚In-App‘-Käufe in zwei Varianten auf mobilen Betriebssystemen: beim Einzelerwerb von Magazinen und Zeitschriften und für Software-Erweiterungen im Stil von ‚Pro‘-Funktionen.

Ohne große Abwägung habe ich beispielsweise nach dem ersten Starten von ‚Alien Blue‚ (kostenlos; App Store-Link), einem inoffiziellen Reddit-Client, $2 US-Dollar für ein Pro-Upgrade hinterhergeworfen. Die App funktionierte, sieht vielversprechend aus und will daher auch in vollem Umfang genutzt werden.

Ähnlich geht es mir mit Kiosk-Apps, die Magazin XY zu einem festen Einmalpreis anbieten. Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis oder auf einen Beispiel-Artikel greift (mir) beim Kauf unter die Arme. So kann ich es beispielsweise sehr befürworten, dass das ‚Wall Street Journal‘ gerade vor wenigen Tagen mit dem Verkauf von Einzelausgaben über die iPad-App begann.

Wichtig ist (mir): Transparente und verständliche Darstellung der Preisstruktur. Ein Hinweis auf die ‚Wiederherstellung‘ des Contents, wenn man beispielsweise das Gerät wechselt, gibt es gutes Bauchgefühl. Ist ein separates Benutzerkonto zum Kauf notwendig, muss ich der Verwendung dieser App bereits im Vorfeld einen hohen Mehrwert zuschreiben. Dadurch bleiben einige Programme bereits auf der Strecke.

Vielleicht ist es eine ganz persönliche Vorliebe, aber wer mich a) an die Hand nimmt, mir b) zeigt wo und für was ich Geld ausgeben soll und schlussendlich noch c) ein paar lustige Worte in die Runde wirft, die mir das Gefühl eines Geschäftsverhältnisses auf Augenhöhe geben, hat d) eigentlich schon gewonnen.

Patentstreit: Nokia gegen Apple; Apple gegen Nokia und umgekehrt

Die juristischen Scharmützel zwischen Nokia und Apple erklimmen zwei weitere Bergetappen. Vergangenen Freitag erteilte ein US-Richter der internationalen Handelskommission ITC einer Patentklage von Nokia gegenüber Apple ein Absage. Fünf Verletzungen monierte der finnische Mobilfunkbauer im letzten Herbst. Leicht beleidigt formulierte Apple eine Gegenklage in 13 Fällen.

Das aktuelle Urteil ist bislang jedoch nur vorläufig. Grund genug, noch einmal nachzulegen. Eine weitere Beschwerde erklärt Patent-Verletzungen aus dem Bereich „multi-tasking operating systems, data synchronization, positioning, call quality and the use of Bluetooth accessories„. Expliziter wird die Nokia-Presseerklärung bislang nicht.

Dem Weblog ‚Floss Patents‘ liegt mittlerweile jedoch die Klageschrift in gesamter Ausführung vor. Diese zeigt, dass die komplette Apple-Produktpalette im Beschwerde-Fokus steht.

Die Streitigkeiten datieren zurück bis in den Oktober 2009. Eine übersichtliche ‚Battlemap‘ des Unsinns, die bis zum Dezember 2010 reicht, findet sich auf Scribd. Nach den neusten Ereignissen scheint sich dieses Skizzierungs-Projekt in den nächsten Monaten (und Jahren) noch erheblich aufzuplustern.

Link

Das Geschäft mit der Angst

Das auf Sicherheitssoftware spezialisierte Unternehmen Kaspersky Lab warnt in einer Pressemitteilung vor „Schlechten Aussichten“ weil sich die „Mobile Bedrohungslage verschärft„. Nach eigener Analyse, zwischen August 2009 und Dezember 2010, stießen die Experten auf „insgesamt 46 neue mobile Schädlingsfamilien„. Gegenüber dem letzten Erhebungszeitraum, „innerhalb von 17 Monaten„, hat sich damit die Anzahl der „neuen Schädlinge für mobile Geräte […] praktisch verdoppelt„.

Das trifft sich gut, weil die in der Pressemitteilung zur Bedeutsamkeit zitierte Bitkom-Studie, ebenfalls für das letzte Jahr die „Zahl der Handy Surfer […] verdoppelt“ sieht. Exakt diese Verbindung lässt die Pressemitteilung jedoch unter den Tisch fallen. Na gut, der Leser ist sicherlich mehr als zugeneigt, einen Blick in die Aufstellung der detaillierten Daten zu werfen. Wo wäre der Spaß an Wissen, wenn es einfach so auf dem silbernen Tablet serviert werden würde?

Ein Blick in die besagte „Virologie mobiler Geräte“ zeigt, dass drei Plattformen für Schadprogramme auffallend herausstehen: J2ME, Symbian und Windows Mobile. Mehr oder minder – ich möchte nicht übertreiben – der ‚heiße Scheiß‘ von Vorvorgestern.

IPhoneBlog de Kaspersky

Aber keine gute Pressemitteilung kommt dieser Tage ohne die Erwähnung des Begriffs ‚iPhone‘ aus. Das macht sich schon allein beim Google Ranking gut! Ich zitiere:

Weiterhin tauchte ein iPhone-Wurm (Net-Worm.IphoneOS.Ike.b) auf, der von Cyberkriminellen für zielgerichtete Phishing-Attacken auf Kunden einer holländischen Bank eingesetzt wurde.

Der informierte Benutzer mag schmunzeln. Doch das Lachen verstummt sequenziell im Hals, wenn man fast bis auf die letzte Seite der Detail-Erklärung krabbeln muss, um die aufgeworfene Behauptung ein wenig ‚einzuschränken‘.

Von einer Infizierung waren jene Anwender bedroht, die auf ihrem iPhone oder iPod Touch einen Jailbreak durchgeführt und das Standard-SSH-Passwort nicht geändert hatten.

IPhoneBlog de Alpine

Ich mag allerdings sehr, wie ausführlich die Beobachtung dann an dieser Stelle trotzdem ausfällt:

Ernsthaften Schaden hat er den Anwendern allerdings nicht zugefügt: Ike ersetzte den Startbildschirm auf dem Smartphone des Anwenders mit einem Bild von Rick Astley, einem Sänger aus den 80er Jahren. Andere Aktivität zeigte dieser Wurm nicht.

Okay, auch die verwurmte Abspaltung namens „Net-Worm.IphoneOS.Ike.b“ fand Erwähnung, welche über eine Phishing-Seite ans holländische Bankkonto wollte. Daraus jedoch die Schlussfolgerung zu ziehen: „bei Ike [handelt es sich] um einen echten „Geld machenden“ Schädling für gehackte Versionen von iPhone und iPod Touch„, liegt wohl außerhalb meines Komik-Verständnisses.

Amazon.com stellt Angebot für Musik-Streaming und Online-Festplatte vor

Amazon meint es Eernst.

Mit ‚Cloud Drive‚ und ‚Cloud Player‚ legt das Online-Versandhaus ein digitales Angebot für eine ‚Musik-Schatzkammer‘ auf ihren S3-Servern vor. Nach dem Kauf von Amazon-MP3s können diese direkt auf den ausgelagerten Speicherort verschoben werden. Der lokale Download bleibt weiterhin angeboten, aber „empfohlen“ wird das ‚Wolken-Laufwerk‘. 5 GB gibt es für US-Kunden als Lock-Angebot. Mehr Speicher kosten mehr Geld: 20 GB sind zum Jahresbeitrag von $20 US-Dollar erhältlich. Der Preis korreliert exakt mit dem zusätzlichen Online-Platz (50 GB = $50 US-Dollar, etc.).

Über Amazon gekaufte Musiktitel dezimieren jedoch nicht diesen Speicherplatz. Nur wenn man eigene Daten oder die persönliche Musikbibliothek hochlädt, purzeln die Mega- und Gigabyte. Als Werbeaktion kann man innerhalb des laufenden Jahres ein vollständiges Album über Amazon.com kaufen und der ‚Webspace‘ erhöht sich auf 20 GB. Dies gilt jedoch nur für die Laufzeit der anschließenden zwölf Monate.

Wenn man auf einen kleineren Tarif zurückstuft, besitzt man auch nach dem Ablauf der Tarif-Runde „für eine begrenzte Zeit“ Zugriff auf seine Daten. Was nach dieser „begrenzten Zeit“ passiert, wenn sich der (beispielsweise) ausgelastete 20 GB-Tarif wieder auf 5 GB verringert, ist bislang nicht dokumentiert (oder ich hab’s nicht gefunden).

Die Dateien auf den Servern sind nicht über FTP oder WebDAV verfügbar sondern lediglich via Browser abzurufen. Über iPhone oder iPad ist diese Bedienung nur sehr holprig zu verwenden. MP3s spielen zwar im Safari-Webbrowser (auch im Hintergrund), lassen sich jedoch nur über die Dateistruktur als „Download“ anstoßen. PDF-Dokumente ‚öffnet‘ man über einen identischen Weg und schickt diese dann zur favorisierten Applikation.

Das geht schon„, trotzdem fehlt ein optimiertes Web-Interface beziehungsweise eine native App-Store-Anwendung. Ob Amazon diese bereits versucht hat bei Apple einzureichen, ist nicht bekannt. Nach der gängigen Gerüchtelage plant Cupertino eine ähnliche Dienstleistung. Derzeit beschäftigt ein „Musik-EndLager“ für den Jahresbeitrag von $20 US-Dollar die Gerüchteküche.

Nicht ungerade unpassend dazu, twittert Apples App-Store-Account (zeitlich passend) ihre aktuelle Antwort auf die Streaming-Frage. Ich nehm‘ euch mal die Spannung: Der Link führt zu einer Hilfeseite über die ‚Privatfreigabe‚ im Heimnetzwerk (!) von iTunes und hat daher nicht viele Gemeinsamkeiten mit der Amazon-Serverlösung.

Doppelt lustig: Das Twitter-Konto verweist eigentlich ausschließlich auf App-Store-Anwendungen. Der direkte Verweis auf eine Apple.com-Webseite ist daher mehr als eindeutig eine indirekte Antwort auf Amazons Präsentation.

IPhoneBlog de Twitter

Für Android steht bereits ein Update zum Download, das den ‚Cloud Player‘ in den Amazon-MP3-Store integriert. Von hier aus lässt sich auf die Songs per Stream zugreifen. Außerdem lassen sich die Daten auch lokal laden. Schöne Option: Auf Wunsch besorgt die Android-App automatisch im Hintergrund alle Neukäufe und hält diese auf dem mobilen Gerät vor.

IPhoneBlog de Amazon

Ernsthaft schwierig ist mittlerweile das Wirrwarr bei Amazon um die Unterscheidung nach .com beziehungsweise .de. Mit einer US-Adresse lässt sich relativ leicht auf das neue Cloud-Drive zugreifen. Das System jedoch anschließend wieder zurück auf seine internationalen Einstellungen zu bringen, bereitet Kopfschmerzen. Allein die Tatsache, dass der ‚Amazon MP3 Downloader‘ in (mindestens) zwei Versionen vorliegt (wenn man deutsche oder amerikanische Musik kaufen möchte) ist großer Humbug. Amazon trifft diesbezüglich sicherlich nur eine Mitschuld. Den Rest verursachen Firmen, die mittlerweile jenseits der Realität agieren.

Aus dieser Perspektive ist es daher schon ein wenig absurd, dass wir uns genau um dessen Geschäftsmodelle – wie hier am Beispiel Amazon – sorgen.