John Carmacks iPhone-Technikdemo der QuakeCon 2010 schafft es als Rage beziehungsweise Rage HD in den App Store. Beide Spiele laufen als ‚Universal-‚Anwendung sowohl auf iPhone als auch iPad. Die Version mit dem HD-Zusatz im Titel sei durch ihre höher aufgelöste Grafik allen Besitzer eines iPhone 4, iPod touch der vierten Generation sowie dem iPad empfohlen.
Rage: Mutant Bash TV platziert sich als Rail-(Schienen-)Shooter, wie es bereits Doom Resurrection (aus gleichem Haus) vormachte. Eure Interaktion beschränkt sich auf das zielgenaue Anvisieren von Gegner und Objekten. Zielscheiben, (Bonus-)Items und präzise Kopftreffer erhöhen das Punktekonto. Fliegenden Ziegelsteinen weicht man zum Wohl der eigenen Lebensenergie auf Knopfdruck aus.
Der generelle Sprung in puncto Grafik nimmt, neben der tadelfreien Steuerung, bislang unbekannte iOS-Dimensionen ein. Techniklastige Einblicke gibt Carmack selbst im Bethesda Weblog zur Güte. An dieser Stelle beschreibt er auch, dass seine Wortwahl „Rage auf das iPhone zu bringen“ falsch war. ‚Mutant Bash TV‘ krallt sich mit einer Handvoll Leveln das Ambiente, der im nächsten Herbst erscheinenden Entwicklung. Die jetzt veröffentlichte Fassung kümmert sich ferner in keiner Weise um die Geschichte des zukünftigen Xbox 360-, PC- und PlayStation-Titels.
Trotzdem: Was die Jungs von id Software in weniger als einen Gigabyte-Daten untergebracht haben und zu einem mehr als fairen Preispunkt im App Store feilbieten, lässt ähnlich tief wie Epic Citadel in die Zukunft der mobilen iOS-Plattform blicken.
Per Pressemitteilung gibt Apple bekannt, ihre iAds-Werbung für mobile Geräte auch in Europa zu veröffentlichen. Bislang war der, gegenüber klassischen Werbebannern aufwendiger eingearbeitete Reklame-Feldzug, nur in App-Store-Programmen von Nordamerika aufzurufen. Bereit im Dezember soll ein Start in Großbritannien und Frankreich anlaufen. Für Deutschland findet als Termin der Januar 2011 in der PR-Meldung Erwähnung. Als erste Werbepartner sind L’Oréal, Renault, Louis Vuitton, Nespresso, Perrier, Unilever, Citi, Evian, LG Display, AB InBev, Turkish Airlines und Absolute Radio angekündigt.
Werbetreibende, die an Schaltungen Interesse haben, erhalten unter der Webadresse http://advertising.apple.com/ mehr Informationen. Die „Kundenverweildauer“ in den eingearbeiteten iAds-Kampagnen der App-Store-Software beziffert Apple mit „über 60 Sekunden“. Werbewillige Entwickler können bereits seit iOS 4 eine entsprechende Anzeigenintegration vornehmen und erhalten 60-Prozent der über iAds erzielten Umsätze.
Die Financial Times berichtete bereits vor vier Tagen von einem iAds-Europastart. In dem Artikel sind kritische Stimmen nicht unterrepräsentiert: „They are expensive and a pain to deal with“ oder „Apple is still figuring out how to sell advertising“ heißt es aus anonymen Media-Agenturen. Das US-Unternehmen Campbell Soup gibt im Gegensatz dazu eine drei bis zehnfach höhere Klickrate an, die im Vergleich zu ‚klassischen‘ Werbe-Platzhaltern erzielt werden sollen.
Zum US-Start von iAds Ende Juni diesen Jahres sprangen mit Chanel und Adidas zwei der 17 angekündigten Kunden ab. Unilever soll mit ihrer ‚Dove‘-Seifenkampagne laut BusinessWeek diesen Sommer jedoch „extremely happy“ gewesen sein. Das Magazin zitiert außerdem eine IDC-Prognose, bei der Apple 21-Prozent vom mobilen US-Werbemarkt einnimmt. Der Artikel endet auf der Aussage: „The bottom line: In just a few months, Apple’s iAd has captured a large chunk of the rapidly growing mobile ad market.“.
Nach der ‚Kugel-Hölle‘ von Dodonpachi Resurrection und Espgaluda II schickt uns das Entwicklerstudio Cave mit ‚Bug Panic‘ in ein ähnlich explosives Milieu. Wohingegen die Argumente der Bleispritzen zuvor in luftigen Höhen ausgetauscht wurde, ist jetzt der mystische Shinju Wald von lästigen Käfern befallen. Die ‚Insekten Prinzessin‘ Reco – Mushihime-sama – treibt allen nicht stubenreinen Krabblern jedoch Manieren ein.
‚Cave-typisch‘ findet diese iPhone-Adaption erneut ihre Figuren in einem ehemaligen Klassiker, der als ‚Maniac Shooter‘ auf einem Arcade-Automat im Jahr 2004 debütierte. Ein ‚Shoot’em-Up‘ steckt diesmal jedoch nicht zwischen der animierten Manga-Geschichtserzählung. Explosiv ist es trotzdem.
Der ‚Dual-Stick-Shooter‘ trumpft mit einen Gameplay-Kniff auf: Während bei Vertretern wie Minigore (aktuell kostenlos im App Store) oder Revolt (1.59€; App Store-Link) der rechte Daumen die Schussrichtung vorgibt, visiert die bombenwerfende Adelige das Kleingetier hier lediglich an. Bis zu drei Gegner lassen sich als Ziel erfassen. Das Sprenggeschoss verlässt jedoch erst beim Loslassen des Knopfes die Hand. Das ermöglicht eine Bewegungsfreiheit über den linken Joystick, obwohl die Feindbilder weiterhin ins Bomben-Auge gefasst sind.
Auf die fixierte Abwurfstelle kann auch verzichtet werden. indem mit einer Wischbewegung – direkt aus der Hüfte – die Sprengkörper in eine gewünschte Richtung katapultiert werden.
Nichtsdestotrotz: Ein ‚Bullet-Hell‚-Feuerwerk entsteht natürlich trotzdem, welches sich aus die Vogelperspektive in das Ambiente eines typischen 16-Bit-Action-Rollenspiels farbenfroh einfügt. Auch in puncto ‚Pixel-Count‘ zeigt Cave erneut, was mit einem iPhone ab dem Modell 3GS beziehungsweise der dritten iPod-Touch-Generation möglich ist.
‚Achievements‘ und das traditionelle Leaderboard, indem die Highscores verewigt werden, finden diesmal Game-Center-Unterstützung. Neben dem Abenteuer-Modus gilt es sich an einer Handvoll freizuspielender Puzzle-, Time-Attack- und Endless-Modi abzuarbeiten. Wundgeschürfte Daumen sind dabei an der Tagesordnung und nur ein kleiner Preis für ausgesprochen empfehlenswerte App-Store-Unterhaltung.
* Alle selbstproduzierten Videos gibt es neben der oben eingebundenen HD-Version auch ‘iPhone-kompatibel’ in unserem Podcast-Feed, den ihr beispielsweise über iTunes oder einem anderen Multimedia-Verwaltungsprogramm eurer Wahl abonnieren könnt.
Gerade einmal sieben Tage ist Microsofts Bewegungssteuerung Kinect auf dem deutschen Markt, schon existieren unzählige Hacks von der ‚Joystick-losen‘ Sensor-Kamera-Kombination.
Die von dem Programmierer Hector Martin offengelegten Treiber der jungfräulichen Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine, erreichen mittlerweile auch das Einzugsgebiet des iPads. Chris Rojas analysiert die Entfernungs-Daten, die von der Kamera eingefangen werden, und bildet diese in kleinen Neon-Würfen ab. Basierend auf dem Abstand der eingefangenen Objekte, rendert die Software daraus bunte Klötze in verschiedenen Größen.
Mit der App-Store-Anwendung TouchOSC (3.99€; App Store-Link), die sich dem nachrichtenbasierten Kommunikationsprotokoll Open Sound Control bedient, nimmt das iPad mit seiner Neigungssteuerung an der Spielerei teil.
Ohne iPad-Bezug, aber trotzdem mehr als empfehlenswert, ist dieses Video einer Kinect-Modifizierung für die 3D-Simulation eines Raumes.
Der ‚AluPen‚ von ‚Just Mobile‘ (Amazon-Affiliate-Link) ist in etwa so dick wie ein durchschnittlicher Zeigefinger, bis auf seine Gummi-Spitze komplett aus Aluminium und für grobe SketchBook (5.99€; App Store-Link) oder Brushes-Arbeiten (5.99€; App Store-Link) eine vorstellbare Hilfe.
Chaosradio Express widmet sich in seiner Podcast-Episode 170 dem Thema ‚Arcade Games‘ und zieht ab Minute 115 einen sehr schönen Vergleich zwischen den altbackenen Spielautomaten und aktuellen iOS-Games. Die Parallelen in puncto ‚Kurzlebigkeit‘, ‚komprimierter Spielidee‘ sowie ‚(kosten-)günstiger Preispunkt‘ treffen (m)eine hohe Übereinstimmung.
Apropos Vergangenheit: TUAWs Richard Gaywood stellt die Anzahl der aktuellen iOS-Titel in einen quantitativen Vergleich mit den letzten 25 Jahren der Games-Geschichte.
Na ja.
Die ‚Paragon Technologie GmbH‚ setzt in Auftragsarbeit unterschiedlichste Wörterbuch- und Nachschlage-Literatur für den App Store um. Die Werke des Dudenverlags ‚Deutsches Universalwörterbuch‘ (29.99€; App Store-Link), ‚Die deutsche Rechtschreibung‘ (19.99€; App Store-Link) sowie ‚Synonyme‘ (19.99€; App Store-Link) kamen für mich, zwecks unterdurchschnittlicher Mac-Desktop-Anwendung, in den vergangenen Wochen häufiger zum Einsatz. Die ‚universalen‘ Programme funktionieren sowohl auf iPhone als auch iPad, beinhalteten jedoch einen knackigen Kostenpunkt.
Das haptische Gefühl am Turntable lassen sich DJs sicherlich nicht so schnell nehmen. Trotzdem wird inzwischen mit MP3s und USB-Plattenspielern ‚getourt‘ und die Vinyl-Sammlung Zuhause gelassen. Eventuell liegen die Zeiten einer ‚Tablet-Performance‘ gar nicht mehr so weit von uns entfernt. 2008 schmunzelten wir noch ausgiebig über einen solchen Gedanken.
Nebenbei bemerkt: Für ‚djay‘ zeigt sich die deutsche Firma Algoriddim verantwortlich.
Die deutsche Telekom ermöglicht nach einer zweijährigen iPhone-Vertragslaufzeit die Entfernung der SIM-Sperre über ihre Online-Webseite. Zuvor war ein Anruf bei der Hotline notwendig. Unter Angabe der IMEI-Nummer lassen sich damit beispielsweise ein iPhone Classic oder ein iPhone 3G kompatibel zu anderen Mobilfunkanbietern spritzen.
‚The Economist‘ startet an diesem Freitag ins digitale App-Store-Leben und kündigt für seine (zahlenden) Print- und Online-Abonnenten eine kostenfreie Apple-Edition an. Lobenswert.
Google legte soeben den Schalter um und lässt ab sofort seine Nutzer ihre Online-Dokumente unter http://docs.google.com/ auch von mobilen Plattformen aus bearbeiten. Die Editier-Funktionalität war in den letzten Jahren lange erwartet, erhielt aber erst Mitte September ihre Ankündigung.
‚Editing your Google Docs on the go‚ ist kein zu unterschätzender Schritt in eine generelle Stoßrichtung von Webanwendungen, die das Sync-Konzept mit iTunes noch verschlafener dastehen lässt, als es ohnehin schon ist. Apple implementierte mit einem Update für seine ‚iWork-for-iPad‘-Suite (App Store-Link) kürzlich eine Speichermöglichkeit von Dokumenten auf der iDisk von MobileMe. Die Vergleichbarkeit mit ‚Google Docs‘ fällt jedoch äußerst gering aus.
Online-Dokumente lassen sich für Benutzer mit englischsprachiger Einstellung unter Android (ab Version 2.2) und iOS (ab Version 3.0) über den eingeblendeten ‚Edit‘-Knopf (oben rechts) beackern.
Auch der längste Review-Prozess nimmt irgendwann sein Ende: Apple erteilt am heutigen Abend der offiziellen Google-Voice-Anwendung (kostenlos; US-Link) die App-Store-Zugangsberechtigung.
Damit enden vorerst alle Diskussionen, die seit Mitte 2009 von einer Mitbewerber-Blockade bis zu offiziellen Untersuchungen der US-Zulassungsbehörde für Kommunikationsgeräte, kurz FCC, reichten.
Die im September überarbeiteten Entwickler-Richtlinien ebneten bereits Mitstreitern wie ‚GV Mobile‚ den Weg in das native Einkaufsparadies. Zuvor bot der Suchmaschinen-Dienstleister Anfang diesen Jahres eine HTML5-Web-Anwendung an.
Für uns Europäer nimmt das Thema um den kostenlosen Telefon-Service trotzdem nicht an Spannung zu, da ‚Google Voice‘ derzeit ausschließlich in Nordamerika zu verwenden ist. Um eine Bestandsaufnahme habe ich mich an dieser Stelle im Januar 2010 bemüht.
Ohne spezifischen Termin ist das BlackBerry PlayBook von Research in Motion weiterhin für das erste Quartal 2011 angekündigt. Das hält Apples Mobilfunk-Konkurrenten jedoch nicht davon ab, mit spezifisch ausgewählten Webseiten-Aufrufen (!) die Illusion einer möglichen Überlegenheit vorzutäuschen.
RIM stellte das BlackBerry PlayBook Ende September vor und schob eine anvisierte $500 US-Dollar-Preismarke gegenüber Bloomberg taktisch Mitte November nach. Mit ein wenig Weitsicht ist der ‚billige‘ Preis-Kniff, über den RIMs CEO Jim Balsillie versuchte, (s)einen Schuss vor den Bug von Apples Tablet-Flaggschiff zu landen, auch zu entkräften. Apples iPad feiert seinen ersten Jahrestag am 03. April 2011 und sollte ebenfalls in den einjährigen Aktualisierungs-Zyklus fallen, den das iPhone (mehr oder weniger regelmäßig) seit 2007 verfolgt. Mit $499 US-Dollar ‚knackt‘ auch jetzt schon der Apfel-Touch-Computer die, anscheinend psychologisch wichtige (Preis-)Grenze.
Streitbare Argumente zwischen Jim Balsillie und Steve Jobs begleiteten das Netz seit einigen Wochen. In seiner unvergleichlichen Vermessenheit Art kommentierte Jobs, in seiner überraschenden Teilnahme bei der Telefonkonferenz zur Erläuterung der Apple Geschäftszahlen Q4/2010: „I don’t see them [BlackBerry] catching up with us in the foreseeable future.“.
Zukunfts-Aussichten hin oder her: Der Blick bleibt auf die Gegenwart zu richten. Und in dieser Gegenwart steht weder ein BlackBerry PlayBook in den Verkaufsregalen noch irgendein anderes konkurrenzfähiges Tablet.