Unter dem Stichwort ‚Erweiterte Realität‘ – engl. Augmented Reality – profitiert diese App Store-Ankündigung von dem 3GS-Kompass und seinem GPS-Signal. Computergestützt wird das originalgetreue Straßenbild um überlagerte Informationsanzeigen für nächstgelegene U-Bahnhöfe erweitert.
Das erste Demo-Video der Firma Acrossair wurde dazu am 06. Juli auf YouTube eingestellt. Der U-Bahnplan von New York hat es auf der Videoplattform am 09. Juli geschafft. Bislang ist im App Store von der besagten Firma nur der britische TV-Guide (kostenlos; App Store-Link) zu finden.
(Eventuell) nicht verwunderlich, da die Schnittstelle für einen Zugriff auf die iPhone-Kamera zwar offiziell ist, aber nicht konform verwendet wird. Das sind dann die beliebten Gründe für eine App Store-Ablehnung.
Außerdem ist die Funktionsfähigkeit innerhalb von Gebäuden (New York-Video) stark in Zweifel zu ziehen. Während im ‚London-Video‘ dazu geraten wird sich über die nächste U-Bahnstation unter freiem Himmel informieren zu lassen, ist die Richtungsangabe (!) innerhalb von Gebäuden nur mit sehr guter WiFi-Ortung möglich.
Aber egal ob dreidimensionales Kartenmaterial oder virtuelle 3D-Tierchen, ‚Augmented Reality‘ ist und bleibt eine beeindruckende Tech-Demonstration, die zu Vorführungszwecken zum absoluten Hit avanciert.
Seit knapp drei Wochen ist der Instant Messenger-Client BeejiveIM (7.99€; App Store-Link) in Version 3.0 im App Store. Als wichtigste Neuerung lässt sich die Push-Integration herausgreifen. Damit erreichen – nach anfänglicher Überlast und trotz einer generell fehlender Hintergrundaktivität für iPhone-Anwendungen – alle Nachrichten augenblicklich seinen Empfänger. Auch IM+ (7.99€; App Store-Link) bietet als Multi-Protokoll-Anwendung diese Funktionalität.
Am diesjährigen (ersten) Geburtstags-Wochenende des App Stores lässt sich damit für mich erstmals festhalten, dass im privaten Kreis die SMS ausgedient hat. Nicht, das ich überwiegend viele, der kleinen Kostenfresser geschrieben hätte, die Tendenz sinkt jedoch stark gegen Null.
Gerade für gemeinsame ‚Familien-Aktivitäten‘ habe ich meinen engsten iPhone-Freundes- und Bekanntenkreis jetzt komplett konvertiert. Auch unterwegs erreicht man mich per Jabber, ICQ oder MobileMe. Wenn man sich beim Einkaufen in der Stadt kurz trennt, braucht man sich nicht mehr irgendwo zu verabreden sondern kommuniziert auf Ton-, Pop-Up und Badge-Benachrichtigungen. Wenn die Verbindung nach einer gewissen Zeit trotzdem getrennt wird, bekommt man das Erstens mit, und Zweitens kann man dann immer noch auf die Push-Mail, den Anruf oder die klassische Kurzmitteilung ausweichen.
In meinen persönlichen Alltag mit einer fast komplett ausgestatteten ‚iPhone-Familie‘ (mein Vater startet im August), hat sich damit der Push-Dienst für Instant Messanger als effektive und kostengünstige Kommunikationsmethode (re-)etabliert.
Geht es euch genauso? Haben noch zu wenige Bekannte ein entsprechendes Gerät oder welche SMS-Vorteile verpasse ich?
Wie das fscklog am gestrigen Samstagabend unter Bezug eines Telekom-Sprechers berichtete, wird die iPhone-Tethering-Option ausnahmslos für alle Complete-Verträge kostenpflichtig.
Seit Firmware 3.0 beherrscht das Apple-Telefon von Haus aus die Möglichkeit, seine Internetverbindung mit dem Laptop via USB oder Bluetooth zu teilen. Der Macintosh-Lieferant aus Cupertino überlässt es dabei den Mobilfunkanbietern, ob sie den gebuchten Datenverbrauch per iPhone-Tarif auch am ‚großen Bildschirm` zulassen.
Während zu den ersten Complete-Tarifen des iPhones ausdrücklich USB-Sticks für die MultiSim-Nutzung mitverkauft wurden, flog dieser AGB-Passung mit den überarbeiteten Tarifen Anfang 2009 wieder raus. Das sorgte nicht nur für (empörte) Aufregung, sondern auch für eine erhöhte Rate an Neuverträgen, die diese ‚externe‘ Nutzung der iPhone-Internetverbindung noch mitnehmen wollten. Soweit ich mich erinnern kann, wurde die Umstellung der Tarife entsprechend beworben…
Das nun auch Complete-Kunden der ersten Stunde für eine Tethering-Option extra belangt werden sollen, halte ich nicht nur rechtlich für eine spannende Frage, sondern auch für groben Unfug. Es wäre spannend diesbezüglich eine gerichtliche Entscheidung herbeizuführen, um Klarheit über dieses möglicherweise (!) so umgesetzten Vorhaben zu erlangen. Gerade was die Fragestellung betrifft, wo die Verbindungsdaten eigentlich anfallen – im iPhone oder am Rechner?
Das enthaltene Datenvolumen darf nur mit einem Handy ohne angeschlossenen oder drahtlos verbundenen Computer genutzt werden.
…wurde dies so ausdrücklich nicht in den Bestimmungen der ersten Tarife aufgeführt.
Warum es jedoch aller Voraussicht nach nicht sehr wahrscheinlich ist, das diese Legitimität überprüft wird ist der Umstand, dass sich Tethering per IPCC-Profil mit zwei Fingerzeig ’nachrüsten‘ lässt. – entweder per E-Mail oder Download direkt auf dem Gerät. Wie die technischen Möglichkeiten der Überprüfung aussehen, jemanden ‚des Tethering‘ zu überführen, erscheint komplett sinnfrei wenn die ‚Flatrate‘ nach 300 MB (Complete S, Complete 120), 1 GB (Complete M, Complete 240) und 5 GB (Complete L, Complete 1200) auf 64 kbit/s Download und 16 kbit/s Upload heruntergeschraubt wird (Achtung, Complete XS-Kunden = 200MB, dann 0.49€ / pro MB). Diese Geschwindigkeiten verdienen ganz nebenbei heutzutage keine Existenzberechtigung mehr im ‚qualitativ-hochwertigen‚ T-Mobile Netz.
Was für mich in diesem Zusammenhang vollkommen unverständlich bleibt ist die Frage warum eine Tethering-Preisbestimmung so lange dauern kann. Firmware 3.0 kündigte sich in fünf Beta-Stufen mit diesem Feature an und ist seit dem 17. Juni final erhältlich. Laut fscklog soll es bis September 09 dauern, bis die Angebote auf dem Tisch liegen. Gegenüber dem iPhoneBlog ließ der Pressesprecher von T-Mobile am 23.06. verlauten, „es wird noch ein paar Wochen dauern, bis wir hier konkret werden können“.
Ernsthaft, oder drückt sich hier jemand vor einer Entscheidung?
Update
Ein Hoch auf das heimische PDF-Archiv, das uns den fehlenden Passus der Complete-Verträge erster Generation nachreicht:
(6) Voraussetzung für die WLAN-/EGDE-Flatrate ist die Beibehaltung der von T-Mobile bzw. Apple vorgenommenen technischen Voreinstellungen der SIM-Karte u. des iPhone. Bei einer Änderung der technischen Voreinstellungen insbesondere des Access Point Name (APN) sowie der Nutzung von MultiSIM-Karten ohne zusätzliche Datenoption gelten die Folgepreise von 0,09€ je angefangenen 10 KB-Datenblock sowie 0,09€/Tag (0 bis 24 Uhr).
BluePhoneElite hat trotz relativ kleiner Versions-Nummer bereits eine längere Software-Historie auf dem Buckel. Mit Version 2.1 hielt im Februar iPhone-Kompatiblität Einzug. Auch die neue Firmware 3.0 wird – zumindest für Anrufe – unterstützt.
Das bedeutet, wenn das iPhone via Bluetooth mit dem Mac verbunden ist, können Telefonanrufe über die iPhone-Leitung vom Computer initiiert und angenommen werden.
Das klappt hervorragend, kann bei längeren Standby-Zeiten des iPhones eine (Verbindungs-)Sekunde mehr in Anspruch nehmen. Sehr komfortabel hängt sich ein kleines Programm-Symbol in die Menüleiste und löst mit lediglich zwei Klicks kürzlich angewählte Anrufe nochmals aus. Telefon-Terror leicht gemacht!
Aber auch das Adressbuch kann per Plugin bemüht werden, um auf die dort abgespeicherten Nummern zurückzugreifen. SMS-über-Bluetooth funktioniert leider genauso wenig, wie die oft bemängelte Bluetooth-Dateiübertragung, aufgrund des fehlenden Blauzahn-Profiles. Dadurch wird auch die Funktionalität anderen Sync-Optionen verhindert.
Das Programm entspringt den grausamen Mobilfunktagen und spricht mit hunderten von unterschiedlichen Geräten. Die Kompatibilitäts-Liste rollt ins Unendliche und gewährleistet eine wahre Fülle von Extra-Features für Mobilfunktelefone anderer Hersteller, die nicht Apple heißen.
Für das iPhone (Classic, 3G + 3GS) wird Basisfunktionalität geleistet, was ich persönlich ausreichend finde.
Das Programm probiert man zwei Wochen aus, und darf sich dann entscheiden ob es $25 Wert ist.
Auf der Suche nach dessen einfachster und qualitativ hochwertigster Erstellung, zum Abgreifen und Weiterverarbeiten des iPhone-Videosignals, haben wir im Laufe von drei Telefon-Generationen bereits einiges ausprobiert: einen VNC-Server namens Veency oder die Software-Kombination ScreenSplitr und DemoGod.
Der heilige Gral ist dabei bislang Apple vorbehalten, die auf ihren Präsentationen regelmäßig zeigen, wie man alle Vorgänge auf dem iPhone-Bildschirm an die große Leinwand wirft. Zwar hört man es munkeln, das eine ähnlich ausgelegte (undokumentierte) Möglichkeit für Programmierer (pro Anwendung) besteht, aber auch wir Journalisten hätten gerne solche Werkzeuge.
Weil? Bessere Präsentationen verkaufen mehr Software.
Nun kommt mit dem iPhone-SDK ein Simulator, der Software-Code auf Intel-Rechnern darstellt. Wer als Entwickler seinen Programm-Code dahingehend kompiliert, hat mit Bildschirmaufzeichnungs-Werkzeuge wie ScreenFlow die Möglichkeit alle Vorgänge im Software-Simulator abzufilmen.
Wer diese fertig zusammengestellten ‚Testversionen‘ – die ausschließlich im Simulator laufen – weitergeben möchte, kann im gleichem Atemzug iPhoneSimulatorExchange von Stefan Fürst empfehlen. Der Empfänger muss zwar das kostenlose iPhone-SDK installiert haben, jedoch keine weiteren Gedanken verschwenden wo die Dateien zum Aufrufen hinkopiert werden müssen.
Ein einzelner Klick kümmert sich um den Kopiervorgang der Anwendung an den korrekten Sitzplatz im Dateibaum sowie den Simulator-Aufruf.
Mit dem richtigen PhoneFinger können damit am Ende feine Digitalfilme von iPhone-Anwendungen herauspurzeln. Ist man noch kein zahlender Entwickler, kann trotzdem am Computerbildschirm die iPhone-Software ausprobiert werden.
Gerade für Design- und UI-Verständnisfragen ist es während der Entwicklung immer hilfreich, einen ‚Nicht-Programmierer‘ über sein Werk schauen zu lassen.
Mit den sogenannten CarrierBundles kann man viel Spaß haben. Ich habe mein Netzbetreiber-Logo gegen ein etwas ‚persönlicheres‘ Bild ausgetauscht und dabei die Bildschirmaufnahme (via ScreenFlow) mitlaufen lassen.
Die Bundles und detaillierte Anleitungen gibt es im Netz. Da die IPCC-Dateien über iTunes eingespielt werden (‚Nach Updates suchen‘: Alt + Klick) benötigt das iPhone keinen Jailbreak.
Trotzdem kann man sich damit seine regulären MMS-, Tethering- und Voicemail-Einstellung zerschießen. Der Einsatz erfolgt daher ausschließlich auf eigene Gefahr!
Wer sich neben den gängigen Blockbuster-Videospielen auch für ‚alternative‘ Software-Konzepte begeistern kann, sei (nach einer Erwähnung in Games und so) noch einmal auf das TV-Programm von Arte hingewiesen.
Chris Crawford, 58, legendärer Computerspieldesigner und scharfer Kritiker der heutigen Game-Industrie, trifft bei der Game Developers Conference in San Francisco auf Wunderkind Jason Rohrer, 31, der mit seinen metaphorischen Computerspielen innovative Wege verfolgt.
Insbesondere die Werke des jungen Rohrer, dessen Kultur- und Lebenseinstellung, sowie sein Engagement für gemeinfreie Güter und kreative Distributionswege, sind sehr bemerkenswert.
Die Sendung wird am 17.Juli wiederholt, kann jedoch auch noch 13 Stunden Online angeschaut werden. Dank fehlender Flash-Unterstützung natürlich nicht auf dem iPhone.
Aber der iPhone-Bezug ist mit einem Blick in den App Store ganz schnell wieder herzustellen. Jason Rohrer veröffentlicht nämlich auch dort seine kleinen Software-Perlen, die außerhalb gängigen Konzeptstrukturen und der Mainstream-Welle atmen.
Passage
Passage (0.79€; App Store-Link) zeichnet lediglich 256 Pixel in ungewöhnlich breitem Format auf den Bildschirm. Das Spiel beschreibt innerhalb von fünf Minuten den Lebenszyklus des Protagonisten mit wenigen Bildpunkten.
Wahlweise könnt ihr alleine auf Entdeckungsreise gehen oder für die Suche nach Schatzkisten eine holde Maid mitnehmen. Seid ihr als Pärchen unterwegs, gibt es zwar höhere Punktzahlen zu erreichen, bestimmte Level-Abschnitte lassen sich jedoch nicht gemeinsam beschreiten.
Neben den einzusammelnden Punkten, gibt es (wie im Leben) kein Ziel, das zu erreichen ist. Trotz aller Simplifikation, berührt ‚die Geschichte‘ auf eine ungewöhnliche Art & Weise, wenn sich euer Hauptdarsteller nach seinem Tod in einen kleinen Grabstein verwandelt.
Aktuell ist Rohrer mit seinem sechsten Spieletitel, dem ausgeklügelten Puzzlespiel Primrose (2.39€; App Store-Link), beschäftigt – ebenfalls unter gemeinfreier Lizenz erhältlich. Primrose vereint die strategischen Elemente der Videospiel-Klassiker Go, Othello oder Lights Out.
Jason Rohrer ist ein faszinierender Spieledesigner und Programmierer, der abseits des Massenmarktes und großen Publishern agiert. Auf dem iPhone findet er eine seiner oft propagierten ‚alternativen‘ Vergütungsmechanismen.