#291 – die (iCloud-)Fotobibliothek sortieren, aufräumen und ausmisten

Ein Frühjahrsputz? Jein. Es geht (mir) eher um der Vorsatz für eine kontinuierliche Fotodatenbank-Pflege.

Mit ein paar iOS-Apps kann man dies zwischendurch tun. Für mich ist kurzes, aber häufiges Aufräumen motivierender als ein mehrstündiges Reinemachen am Mac – obwohl ich mir auch das angeschaut habe.

Hier das Intro zur fünfminütigen Episode:


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„Tap to Pay“ – das iPhone als Bezahlterminal für Händler

Mark Gurman berichtete vor knapp 2 Wochen darüber; noch vor der WWDC ist das Feature nun offiziell.

Apple today announced plans to introduce Tap to Pay on iPhone. The new capability will empower millions of merchants across the US, from small businesses to large retailers, to use their iPhone to seamlessly and securely accept Apple Pay, contactless credit and debit cards, and other digital wallets through a simple tap to their iPhone — no additional hardware or payment terminal needed. Tap to Pay on iPhone will be available for payment platforms and app developers to integrate into their iOS apps and offer as a payment option to their business customers. Stripe will be the first payment platform to offer Tap to Pay on iPhone to their business customers, including the Shopify Point of Sale app this spring. Additional payment platforms and apps will follow later this year.

Apple Newsroom

Für „businesses of all sizes — from solopreneurs to large retailers“ startet Apples Hardware-freie Bezahlmethode in den USA.

Noch halten (wir) Privatpersonen für Zahlungen per NFC also nicht iPhone an iPhone – oder tippen kontaktlos mit der Kreditkarte aufs Apple-Telefon des Nachbarn. Da aber explizit „payment platforms and app developers“ eingeladen sind (Stripe klopft bereits das Interesse ab), dürften sich tatsächlich kleinste Kleinunternehmer angesprochen fühlen – die typische Kundschaft von iZettle oder Square.

Als EU-Bürger habe ich trotzdem keine Hoffnung auf einen zeitnahen Start: Die „Apple Card“ ist bereits zweieinhalb Jahre alt; auf „Apple Pay Cash“ warten wir seit 2017.

Nach 4 Monaten: die Apple Watch Series 7

Der folgende Artikel ist über 8.000 Zeichen lang. Um ihn zugänglicher zu gestalten, habe ich ihn eingesprochen. Für Abonnenten von #one habe ich die Audiodatei zusätzlich in den persönlichen RSS-Feed eingestellt.

Schaut man nur aufs Aluminium-Modell, ist Series 7 die bislang schwerste Apple Watch. Mit 38.8g respektive 32g übertrumpft die Uhr in ihren neuen 41mm- respektive 45mm-Gehäusegrößen jede andere Watch-Generation.

Wenn man dann jedoch die Feinwaage aus der Schublade holt, relativiert sich der Gewichtsunterschied mit den Vorgängermodellen auf nur wenige Gramm1. Das ist insbesondere dann bemerkenswert, wenn man beachtet: Noch nie war das Apple-Watch-Display größer.

Das Augenmerk liegt zuerst aber auf dem kleineren Modell: Die 41mm-Fassung bietet (fast) den gleichen Bildschirmplatz, den die großen Modelle der letzten Generationen boten. Dies verdankt sie den reduzierten Bildschirmrändern.

„I’m not gonna lie“ … ich dachte, dass diese offizielle Grafik ein schlechter Fake sei. Doch, nein: Die Bildschirmdimensionen stimmen genau so.

Das bedeutet gleichermaßen: Alle diejenigen, die sich zuvor nicht zwischen den zwei Watch-Größen entscheiden konnten, horchen jetzt auf. Wer noch kein Vermögen in Armbänder investierte, kann für sich in diesem Jahr auch das kleinere Modell ausprobieren.

Signifikant ist in der täglichen Praxis aber eine Gegenüberstellung der Helligkeit des „Always-On“-Displays. Series 7 ist im gedimmten Standby-Screen („Wrist down!“2) so hell wie alte Watch-Modelle auf ihrer höchsten Helligkeitsstufe.

Bereits Series 6 war in diesem Modus, der auch die Bildwiederholungsrate bremst, deutlich heller als seine Vorgänger; Series 7 dreht aber noch einmal kräftiger auf. Selbst nach vier Monaten am Handgelenk bin ich mir nicht immer sicher, ob mein Seitenblick auf den abgedunkelten oder den aufgedrehten Screen fällt. Erst ein Dreh an der digitalen Krone verrät, ob die Bildschirmhelligkeit runtergeregelt war.

Das ist ziemlich verrückt, wenn wir bedenken, dass das „Always-On“-Display erst zweieinhalb Jahre existiert.

Ebenfalls verrückt: Apple scheint der Bildschirmbeleuchtung das größte Akku-Budget zuzuschreiben – so wie David Smith auf seinen Wanderungen durch das Hochland von Schottland herausfand. Im „Theater Mode“ machte es nämlich kaum einen Unterschied, ob die GPS-Ortung und der „Workout Mode“ lief – deutlich anders als noch in den Generationen zuvor.

Den größeren „Immer-An“-Bildschirm unterschätzten die ersten Testberichte zur Series 7 eklatant. Series 6S? Ernsthaft?

Was richtig ist: Die Uhr trägt sich nahezu identisch zur Series 6. Dabei bietet sie aber weitaus mehr Bildschirmplatz. Einerseits lassen sich damit mehr Inhalte einsehen (Mail, Nachrichten, etc.); andererseits wurden die „Touch targets“ deutlich vergrößert und damit fingerfreundlicher. Das merkt man zuerst am Sperrcode und Kontrollzentrum; es zieht sich jedoch durchs komplette Betriebssystem.

Mit dem Privileg einer guten Sehstärke ist das vielleicht nur nett; für alle Personen mit einer Sehschwäche kann dadurch die Uhr erst benutzbar sein.

Der größere Bildschirmplatz ermöglicht es beispielsweise zwei zusätzliche Textgrößen anzubieten. Und die leichter zu treffenden Buttons helfen auch mir in der tagtäglichen Bedienung. Ich werfe jeden Tag einige Hunderte von Seitenblicken auf die Uhr und profitiere von der besseren Lesbarkeit.

Das Display schwappt nun direkt an die Gehäusekante, bietet dadurch aber nicht nur mehr Bildschirmplatz. Es nähert sich so einer Optik von traditionellen Uhren. Das Glass verschmilzt mit dem Gehäuse und sitzt nicht mehr nur flach wie ein Screen auf dem Armband.

Das Display reicht bis in die Ecken. Die gesamte Fläche wirkt dadurch nach innen gerichtet. Series 7 liegt nicht dünner am Handgelenk, wirkt aber so.

Dadurch konnte Apple das Frontglas verstärken. Es ist jetzt „die robusteste Apple Watch aller Zeiten“3. Für mich ist es aber der optische Effekt, der keinen Weg zurück zulässt. Die Watch büßt damit einen Teil ihres Charakters als geekige Computeruhr ein. Man nimmt sie ernster. Und in den kleinen Dimensionen der Watch ist das eine gravierende Änderung.

Tatsächlich unverändert ist das Panel und der Prozessor. Beides ist der letzten Generation entnommen. Das ist kein Novum. Beim Wechsel von der Series 4 auf die Series 5 war dies ebenfalls Apples „Tick-tock“-Strategie.

Spätestens jetzt ist noch einmal der Blick auf die Laufzeit interessant. Sie ist nämlich ebenso unverändert.

Augenmerk wurde diesmal auf das schnellere Aufladen über den (weiterhin proprietären) Ladepuck gelegt. Wie schon an anderer Stelle betont, hatte ich das 33-Prozent schnellere Laden anfänglich als unwichtig abgetan. Inzwischen ist es mein Lieblingsfeature, weil die irrsinnig kurzen Ladezeiten fundamental meine (eingespielten) Watch-Lade-Routinen geändert haben. Die Voraussetzung ist jedoch das beigelegte Ladekabel.

Mittlerweile warte ich auf die 10-Prozent-Akku-Warnung, und werfe die Uhr dann für ein paar Minuten auf den Ladepuck. Eine Dusche oder ein Frühstück später ist dann die Uhr für die nächsten Stunden mit Strom versorgt.

Aktuelles Beispiel: Gestern entschloss ich mich eine Runde um den Block zu joggen, als die 10-Prozent-Warnung aufsprang. Bis ich die Kleidung angezogen hatte, war die Uhr zurück auf einem komfortablen Akkustand von 20-Prozent.

Mich erinnert das an den (mentalen) Komfort, den uns das erste iPhone mit „Fast Charging“ brachte.

Bekannte Kritikpunkte bleiben. Viel zu wenig Liebe fließt in die Zifferblätter – insbesondere die älteren Zeitanzeigen. Apple sollte die Kapazität besitzen, mit dem jährlichen watchOS-Release auch die alten Blätter anzupassen. Das tun sie jedoch viel zu selten.

Auch nach vier Monaten fehlt noch die deutsche Bildschirmtastatur. Warum? Es ist zwar ein Feature, das ich für unnötig halte und mit meinen englischen Sprach- und Regionseinstellungen nie benutzt habe, trotzdem demonstriert es eine Art Sorglosigkeit.

Ähnlich wie Walkie-Talkie. Seit watchOS 5 hat sich dort nichts weiterentwickelt. Die Idee bleibt für ausgewählte Situationen cool, aber wenn ich es dann einmal verwenden will, schlägt es fehl oder kennt die eingeladenen Kontakte nicht mehr.

Apples Aufgabe ist es, die Software-Story der Watch signifikant weiterzuerzählen. Man bedenke einfach mal: Erst seit watchOS 8 können App-Entwickler außerhalb von Cupertino bestimmen, was die Watch im gedimmten Standby-Screen anzeigt.

Der watchOS-Abwärts-Support bis zur Series 3 (!) ist lobenswert, aber große Teile der Benutzeroberfläche benötigen ein Facelift. Die neuen Displaygrößen verlangen das.

Und zuletzt fordere ich etwas, das ich in jedem einzelnen Jahr zuvor schon verlangt habe: mehr Unabhängigkeit! Die Zwangskopplung an das iPhone gehört gekappt. Die Watch benötigt eine tatsächlich autonome Simkarte und muss damit auch über Ländergrenzen hinweg funktionieren.

Im Moment behält die Watch ihren großen Fokus auf Sport und Gesundheit, schöpft aber nicht ihr Potenzial als Computeruhr aus.

Trotzdem macht es niemand besser. Mitbewerber zur Apple Watch sucht man weiterhin vergebens. Es gibt sie schlicht nicht.

Einer der Gründe ist Apples penetrante Weiterentwicklung. Die Apple Watch ist so erfolgreich, weil sie jedes Jahr hartnäckig Features von der Wunschliste streicht. In manchen Jahren sind die ausgestrichenen Einträge größer als in anderen Jahren. Es ist aber die Konstanz, die die Uhr permanent nach vorne pusht. Und trotzdem ist noch viel „Luft nach oben“.

Ich vermisse neue (Gesundheits-)Sensoren – respektive deren Weiterentwicklung. Die Blutsauerstoffmessung ist beispielsweise weiterhin nicht zertifiziert.

Solche Forderungen sind natürlich leichter getippt, als zuverlässig funktionierend in einen Mini-Computer geschraubt. Aber wie cool wäre ein miniaturisiertes Fieberthermometer am Handgelenk?

Series 7 ist insgesamt ein bemerkenswerter Sprung für den Bildschirm und Fast-Charging, während gleichzeitig das Frontglas besser gegen Bruch, Staub und Wasser geschützt ist.

Wie bereits erwählt, werfe ich pro Tag Hunderte von Seitenblicken auf die Uhr. Anstelle aktiv Informationen anzufordern, bekomme ich sie so (diskret) zugesteckt. Das bleibt die Stärke der Apple Watch und wurde durch den größeren und helleren „Immer-an“-Bildschirm signifikant verbessert, obwohl sich die Watch wie zuvor am Handgelenk anfühlt.

Es sind diese tagtäglichen verbesserten Interaktionen, die selbst für Träger und Trägerinnen einer Series 4 und 5 ein legitimes Kaufargument für die Series 7 darstellen.


  1. Series 6, Series 5, Series 4, Series 3, Series 2 und Series 1
  2. Apple bezeichnet diesen Mode immer noch als „Ruhezustand“.

    Spätestens wenn das iPhone einen „Immer-an“-Standby-Screen bekommt, sollte sich Apple dafür einen passenderen Namen überlegen (Energiesparmodus?). 

  3. „50 % dickeres Frontglas. An der höchsten Stelle ist es mehr als doppelt so dick wie das Frontglas der Apple Watch Series 6, was es stärker und robuster macht.“ 

„Task Flow“ fokussiert euch auf alle anstehenden Aufgaben

Task Flow steht erst seit 10 Tagen im App Store, bereitet (mir) aber schon ordentlich Freude. Die ToDo-App konzentriert sich allem voran auf den nachvollziehbaren Flow aller hinterlegten Aufgaben – egal in welchem Projekt sie sich verstecken.

Die App mit iCloud-Sync sträubt sich gegen tiefe Ordner-Strukturen und das Ansammeln von Aufgaben in langen Listen.

Als Anhänge sind im Moment nur Fotos aus der Fotobibliothek vorgesehen. Mir fehlt in der jungen App eine globale Suche; auch Unteraufgaben lassen sich derzeit nicht über das Suchfeld finden.

Wenn ich mir jedoch eine einzige Funktion wünschen dürfte, wäre das eine umfangreiche Tastatursteuerung!

In meiner Tagesplanung mit Task Flow bin ich über eine Handvoll (offensichtlicher) Bugs gestolpert – allerdings keine Showstopper. Und weil Task Flow eine mehr als faire Ausprobier-Phase besitzt, bevor man überhaupt auf den Einmalkauf hingewiesen wird, sei an dieser Stelle einmal frühzeitig auf die Software für iOS, iPadOS und macOS verwiesen.

„iPhone 13 Pro: The Edge of Intelligent Photography“

Es bleibt ein Partytrick: Öffnet die Kamera-App in einer dunklen (Zimmer-)Ecke, und haltet einen Finger über das „Tele“-Objektiv. Egal ob ihr in HEIF oder ProRAW knipst: Das iPhone verwendet dort das lichtstärkere Weitwinkel (und gibt dies später auch korrekt in den Metadaten an).

Sebastiaan de With formuliert eine alte Frage neu: „Sollte auch ein Pro-Feature wie ProRAW diese Entscheidung ohne Rückfrage treffen?“

Enabling ProRAW gives users a way to get this smart processing, with all the flexibility and image quality of a RAW file.

Unfortunately, it doesn’t let you *opt out* of some of this processing. My biggest issue is not being able to opt out of noise reduction, but on iPhone 13 Pro there’s a far bigger issue. Even if you enable ProRAW in the first party camera, switching lenses in Apple’s Camera app does not mean it will actually switch to the proper camera. […]

We find this crosses a border that computational photography shouldn’t cross in a professional context. RAW capture should be explicit, not a surprise. In a RAW capture format, the camera should honor user intent and creative choice. If the user picks a lens— even the ‘wrong’ lens— the software should use that lens.

lux.camera

Für mich schreit (mittlerweile) alles nach einem neuen (übersichtlicheren) Layout der Kamera-App – einmal mit, und einmal ohne „Pro-Funktionen“.

Zur Musikerkennung über das Kontrollzentrum

Für die Radio-App Broadcasts liegt ein neues Update vor. Beim Ausprobieren bin ich über die (Shazam‑)Musikerkennung im Kontrollzentrum gestolpert. Sie betitelt bekanntlich nicht nur laut spielende Musik, sondern auch alle Songs, die das Gerät direkt (auf eure Kopfhörer) schickt.

Stößt man so eine Erkennung an, lädt seit iOS 14.6 die Shazam-App als temporärer App Clip. Doch selbst diese Mini-Anwendung müsst ihr nicht aufrufen, wenn ihr einfach nur den Song in Apple Music sucht. Zieht dafür einfach die Push-Benachrichtigung nach unten1.

Zusatz-Tipp: Den Verlauf aller erkannten Songs findet ihr seit iOS 15 über einen langen Druck auf den Shazam-Button im Kontrollzentrum.


  1. Wenn Apple Music den Song nicht im Katalog hat, fehlt der Link. 

#290 – mein „Read-it-Later“-Bookmarking-Recherche-Workflow

Ich habe ein paar Vorschläge, wie man sich Weblinks merkt. Vielleicht könnt ihr dort den einen oder anderen Tipp für euch rausziehen, um Artikel und Webseiten tatsächlich wiederzufinden.

Hier das Intro zur viereinhalbminütigen Episode:


iPhoneBlog #one kann man abonnieren. Alle Abonnent:innen bekommen jede Woche ein neues „Gewusst-wie”-Video, den Zugriff auf alle schon veröffentlichten Episoden und die Einladung zu einer ganz besonderen Community in einem privaten Slack-Kanal.

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Nach 5 App-Store-Jahren: „BestPhotos“ räumt sich selbst weg

After 5 years of development on BestPhotos, I’ve made the difficult decision to move on. Here’s the timeline of how BestPhotos will shut down.

Eric Welander

Das ist sehr schade! BestPhotos ist extrem hilfreich beim Aufräumen der eigenen Fotobibliothek.

PhotoSweeper soll auf dem Mac eine gute Figur machen; auf iOS beginnt für mich die Suche nach einem Ersatz.

(Danke, Tobias!)