#194 – Videoclips am iPad zusammenschneiden

Man muss keinen Extremsport betreiben, um die Bildstabilisierung einer GoPro zu schätzen. Mit kleineren Kindern geht man vergleichbar sportlich an seine Grenzen.

Doch dieses Video dreht sich nicht um die Kamera; die kann jeder bedienen. Mir geht es um die wichtigere Frage: Wie entsteht aus zwei Dutzend einzelnen Clips – am Ende eines vollgepackten Tages – daraus noch eine unterhaltsame Filmerinnerung?

Hier das Intro zur fünfminütigen Episode:


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„A portless iPhone is starting to make a lot of sense“

The FBI would like a backdoor to iOS devices, Apple would not. Stuck in the middle of the two, is a grey area of third party exploitation, Bootrom jailbreak hacks and companies like Cellebrite who claim to be able to bypass iOS security. Indeed, many arguments against the FBI’s call for a backdoor, state that the FBI doesn’t need one because it can get third parties to do the job for them. Cellebrite, Checkm8 and Grayshift’s GrayKey are but three examples. But all of these solutions need a physical port to connect to your iPhone. What better way to stop anyone (including the FBI) from trying to back door your iOS security, than by taking away the one thing they need to connect to your iPhone?

Personally, I think that this is one of the most interesting and compelling reasons Apple has to think about ditching ports in its iPhone.

Stephen Warwick | iMore

Klingt nach einem guten Argument, ist aber keins.

Erst in der letzten Woche verlangte der britische Geheimdienstdirektor nach „exceptional access“ für Chat-Apps. Das ist kein Unverständnis für echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sondern die mittlerweile typische Art politischen Druck für Gesetzesinitiativen aufzubauen.

Diese Fälle nehmen nicht nur an Häufigkeit zu, sie stehen inzwischen regelmäßig auf der Tagesordnung. Und ich halte es für absolut unrealistisch, dass diese und ähnliche Anfragen von Geheimdiensten zukünftig abnehmen. Ganz im Gegenteil: Wir sehen schon jetzt das sich eine Routine aus Schuldzuweisungen einspielt, die direkte Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung hat.

Apple dürfte die (technische) Suche nach Exploits insgesamt sportlich betrachten, aber „laser-focused“ auf den Zehenspitzen stehen wenn es um die Öffentlichkeitsarbeit dafür geht.

Wenn Bundesstaaten und Länder weiterhin für Schwachstellen bezahlen, aber gleichzeitig in der Öffentlichkeit von einer fehlenden Kooperationsbereitschaft sprechen, steigen die politischen Chancen für eine „Backdoor“ – steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein.

Die Existenz von GrayKey und Checkm8 führten nicht zu einer besseren Zusammenarbeit zwischen Apple und dem FBI. Das PR-Schauspiel hat eher zugenommen. Die Forderung der Sicherheitsbehörden beschränkt sich nämlich nicht auf die Hilfe der Entsperrung einzelner Geräte, sondern eine generelle Hintertür.

Egal also ob komplett kabellos oder weiterhin kabelgebunden: Die Zielscheibe auf dem Rücken von Apple bleibt. Zumindest solange bis akzeptiert wird das sich Verschlüsselung nicht mehr abschalten lässt – das Mathematik nicht plötzlich aufhört zu existieren – und das dies positiv ist.

Nichtsdestotrotz: Standardeinstellungen bestimmen grundlegend wie wir Technologie verwenden. Ohne Lightning-Port wird der Zugriff auf die Telefondaten drastisch limitiert – egal wer danach fragt.

Wann es allerdings dazu kommt, ist eine Frage anderer Technologien: Qi-Charging ist ineffizient, langsam und in vielen Situationen unpraktisch. Audio ist mittlerweile ein gelöstes Problem, aber eine „Over-The-Air”-Wiederherstellung muss erst noch programmiert werden. Von kabelgebundenem Carplay lässt sich Apple sicherlich nicht aufhalten, aber welche iCloud-Backup-Optionen bietet man an, wenn sich Kunden tagtäglich selbst aussperren?

Über den Apple Pencil auf den Homescreen zurückkehren – Bug oder Feature?

Der Apple Pencil beendet und wechselt keine Apps. Um auf den iPad-Homescreen zurückzukehren, braucht man zwangsläufig einen Finger, der den „Home Indicator“ greift oder das Dock hochzieht – die Bedienungshilfen und externe Tastaturen einmal explizit ausgeklammert.

Es ist eine nachvollziehbare Einschränkung, wenn man beispielsweise an Zeichenanwendungen denkt. Pinselt man in Procreate und Co. über den Bildschirmrand hinaus, schließt man möglicherweise die komplette Anwendung.

Andererseits navigiert der Apple Pencil nahezu komplett durch iPadOS und ermöglicht obendrein die Erstellung von Screenshots indem man von einer Bildschirmecke ins Bild wischt.

Am Wochenende fiel jemanden auf, dass es einen (einzigen?) Pixel in der rechten unteren Bildschirmecke gibt, über den man mit Apples Stift auf den Home-Bildschirm zurückkehren kann. Das funktioniert sowohl im Hoch- wie auch Querformat des iPads, allerdings nur in der aktuellen Beta-Version und ist allem voran extrem (!) schwierig zu treffen.

In dieser Form wird der Apple Pencil sicherlich keine Funktionserweiterung bekommen. Im besten Fall ist es aber ein Hinweis auf ein zukünftiges Feature.

Tot + Tot Pocket

Tot bietet keine klassische Textverarbeitung, sondern ein digitales Plätzchen für exakt sieben Merkzettel. Die Mac-App (Laden) ist komplett kostenlos und synchronisiert sich über den iCloud-Key-Value-Speicher mit seiner kostenpflichtigen iOS-Schwester-App (universal; 22 Euro) – extrem schnell und zuverlässig.

The Iconfactory positioniert Tot als Alternative zu Apples Stickies oder einem leeren Dokument in TextEdit, das man nie als Datei abspeichert, sondern als Schmierzettel geöffnet auf dem Bildschirm behält. Tot grenzt sich von Apple Notes und all den anderen Textanwendungen durch seinen temporären Charakter ab und folgt den modernen Gepflogenheiten von macOS und iOS – nichts anderes habe ich von der Iconfactory erwartet.

Das Design und seine durchdachte Benutzung sind zentrale Argumente sich die kostenlose Mac-App einmal anzuschauen und dann die gesamte Entwicklung durch den Kauf der iOS-App zu unterstützen. Die Mac-App gibt eine ausreichend gute Vorstellung von der iOS-Software.

Wer exklusiv auf iOS setzt, der ist bei Edit oder Femto wahrscheinlich besser aufgehoben. Das Zusammenspiel zwischen macOS und iOS ist hier deutlich artikuliert.

Details, die verzücken: Eine Wischgeste zwischen den einzelnen Notizblättern ist untermalt mit einer einzelnen Haptic-Touch-Vibration. Überspringt man in der Tab-Reihenfolge allerdings Notizen, schüttelt das iPhone entsprechend doppelt, dreifach oder fünffach nach. Auf dem Mac wechselt das Dock-Icon seine Farbe je nachdem welche Notiz aufgerufen ist. Wer so etwas schätzt, darf sich hier angesprochen fühlen.

Tot schaltet auf Knopfdruck zwischen einer Rich-Text- und einer Markdown-Ansicht um. URLs und Formatierungen wie Fett oder Kursiv bleiben erhalten wenn man Text-Häppchen aus Safari in ein Tot-Notizfeld zieht.

Die Übersichtlichkeit durch fehlende Menüs ist ein grundlegender Teil der Software. Deshalb fühlte ich mich ein wenig vor den Kopf gestoßen, als ich den langen Druck auf das Teilen-Symbol am iPhone entdeckt habe, der zu den (gängigen) Optionen „Copy All“, „Replace All“ und „Clear All“ führt.

Tot entstand aus einem wirklich guten Grund: Seine Entwickler benutzen die App für ihre eigene Arbeit.

Ich erwarte deshalb keine neue Features; eventuell nur ein paar Design-Anpassungen. Ich gehe jedoch stark davon aus, dass die App über viele viele Jahre auf dem neusten Stand gehalten wird, alle zukünftigen Geräteklassen unterstützt und sich aktuellen Texteingabemethoden anpasst.

iPadOS: Maus und Tastatur ermöglichen andere Arbeitsumgebungen

Apple is planning to release an iPad keyboard accessory later this year that will include a built-in trackpad, the latest step in its effort to position the tablet device as an alternative to laptop computers, according to a person familiar with the matter.

The Information

Spannend ist hier nicht (in erster Linie) die Hardware, sondern die grundlegende Erweiterung von iPadOS für eine Benutzung am Schreibtisch. Und dabei geht es nicht nur um eine zusätzliche Maus- und Tastatursteuerung für den Touchscreen: Wir sprechen gleichermaßen über die Verwendung von USB-C-Hubs und Dockingstationen sowie das Zusammenspiel mit externen Monitoren.

Ich erwarte nicht, dass Apple im ersten Jahr nach der Unabhängigkeit des iPads all diese großen Herausforderungen gleichzeitig angeht. Die „Positionierung des Tablets als Alternative zum Laptop“ ist jedoch weitreichender als eine simple Vereinfachung der Texteingabe oder eine Handvoll Gesten auf einem Trackpad.

Ich verwende AssistiveTouch – die systemweite Bedienungshilfe – seit letztem Sommer. Damit fällt man noch täglich auf die Nase, gewinnt jedoch auch einen vollwertigen Arbeitsplatz am Schreibtisch. Das iPad ist dort nicht mehr nur im Formfaktor eines Laptops gefangen. Eine separate Tastatur und ein großer Bildschirm stülpen der Arbeit ein anderes Mindset über.

Neben der psychologischen Komponente halte ich außerdem einen örtlichen Wechsel der Arbeitsumgebung für ganz entscheidend. Es macht einen grundlegenden Unterschied ob ich auf dem Sofa (Zuhause), in einem Bürostuhl (im Meetingraum) oder an einem Standing Desk arbeite. Unterschiedliche Computer funktionieren in diesen unterschiedlichen Situationen unterschiedlich gut.

Es ist ein großer Verdienst des Laptops, dass wir uns in den letzten 20 Jahren all diese neuen Arbeitsumgebungen erschlossen haben. Allerdings kennt das Klapp-Design auch seine Grenzen: Das „Notebook“ ist in vielen Arbeitsumgebungen nicht ideal.

Ein Smart Keyboard (Folio) mit Trackpad ist interessant, weil iPadOS damit an mehr Orten als zuvor (sinnvoll) einzusetzen wäre.

#193 – Apples Notizen-App

Am gestrigen Nachmittag exportierte dieses Video. Nachdem ich auf den Export-Button in Final Cut gedrückt hatte, sah ich die App-Store-Veröffentlichung von Tot – einer weiteren Notizzettel-Anwendung (aus den prominenten Reihen der Iconfactory).

Ein lustiger Zufall, der gemessen an der Anzahl von Textanwendungen aber wahrscheinlich gar nicht so zufällig ist. Nichtsdestotrotz: „Apple Notes” ruht sich nicht (mehr) auf seinem Privileg als vorinstallierte Standard-App aus. Die Software deckt unterschiedliche Anforderungen inzwischen hervorragend ab. Ich habe den aktuellen Status quo deshalb einmal eingefangen.

Hier das Intro zur achtminütigen Episode:


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(Bei mir) in Vergessenheit geraten: Launch Center Pro startet Apps aus der Ansicht „Heute”

Das Widget von Launch Center Pro (universal; Laden) ist bereits viereinhalb Jahre alt. Ich bin jetzt jedoch wieder darauf gestoßen, weil es ein ideales Feature ist um Apps darüber zu starten1. Diese Apps parken dann nicht den Homescreen zu, sondern können in Ordnern verschwinden.

Wer erinnert sich noch als Apple diese „Schnellstarter-Widgets” nicht durch ihre Softwareprüfung ließ? Good times! Not.

Ich beschränke mich seit vielen Jahren auf eine einzige Homescreen-Seite und starte alle Anwendungen, die nicht direkt auf dieser Seite liegen, ausschließlich über die Suche. Das Widget ist visueller und schneller, weil man nicht die Anfangsbuchstaben einer Anwendung tippen muss.

Wer sich die Arbeit mit der Einrichtung in Launch Center Pro einmal macht, kann ein Backup von seinem Setup auf die Dropbox legen und diese Sicherheitskopie dann auf anderen Geräten wiederherstellen.

Facebook: The Inside Story von Steven Levy

Den Paradigmenwechsel vom Desktop zu iOS und Android hätte FaceBook fast verschlafen. Joe Hewitt startete als Einzelperson die erste native Facebook-App.

“I didn’t really have to ask anyone permission because it was kind of the Wild West,” he says. He doesn’t even recall running it by Zuckerberg. “He probably saw it before we went live. But I didn’t have to meet with him and do any design consultations.” Hewitt didn’t get around to even posting a blog item about it until a day later.

Nach seinem Austritt versuchte Facebook mit einem HTML5-Bundle alle Plattformen gleichzeitig zu bedienen.

Mark Zuckerberg made a product decision that the CEO would later describe as the biggest mistake he ever made.

Und als Facebook mehrere Jahre später die Kurskorrektur mit nativen Apps durchzog, waren sie im Anschluss so übermütig selbst ein eigenes Telefon und Betriebssystem bauen zu wollen. Dazu kam es bekanntlich nie. Selbst ihr Android-Launcher („Facebook Home“) fuhr frontal gegen die Wand.

Facebook Home finally appeared in April 2013. HTC manufactured the first handset, with Samsung lined up to follow. “We want to make it so that we can turn as many phones as possible into Facebook phones,” Zuckerberg told me shortly before it launched. But Facebook Home was a dud. While Facebook was by far the most popular mobile app by then, very few people wanted a phone where Facebook was operating even while the phone was sleeping. There was no second version.

Steven Levy | The Inside Story (Amazon | Apple)

Ich bin erst in Kapitel 3, aber das Buch ist trotz meiner hohen Erwartungen sehr gut. Die deutschsprachige Version erscheint am 2. März (Affiliate-Link).