48 Stunden vermitteln lediglich einen ersten Eindruck. Ich bin noch weit davon entfernt zu wissen wie das iPad Pro in meinen (Arbeits‑)Alltag passt. Ein Grund mehr an dieser Stelle erst einmal eine Handvoll unsortierter Beobachtungen festzuhalten.
Ich konnte bislang keine App-Store-App finden, die den A9x (und die vier verlöteten Gigabyte an Arbeitsspeicher) herausgefordert hätte. Auch die gegenüber dem iPad Air 2 verdoppelte Grafikperformance merkt man…indem man sie nicht bemerkt. Das iPad Pro verzieht keine Miene wenn man mit Pixelmator eine Arbeitsfläche in der Größe 8192 x 8192px erstellt und anschließend darauf Bilder, Filter und Malereien wirft. Mein (geliebtes) Acorn auf dem Mac warnt dagegen bei einem Bild in dieser Dimension „ob’s wirklich so groß sein soll“. Die ersten Benchmarks bestätigen mein Gefühl, dass das iPad Pro hier einfach noch ‚viel Luft nach oben‘ hat.
Die iOS-9-Multitasking-Funktionen Slide Over, Split View und Bild-in-Bild sind zwar vom iPad Air 2 bekannt, doch sie wurden eindeutig mit dem iPad Pro im Hinterkopf entwickelt. 12,9″ liefern verdammt viel Platz. Noch laufen zwei Apps ‚nur‘ nebeneinander. Ich wette jedoch, dass ist erst der Anfang für ein modernes Fenstermanagement (Inhalte per Drag & Drop übernehmen, Apps bereits gruppiert öffnen, etc.). Auch das (alt‑)bekannte Homescreen-Layout wirkt auf einem iPad Pro nicht mehr zeitgemäß.
Ich bin (abermals) sehr froh mir bereits im letzten Jahr für dieses Blog ein responsives Design gegönnt zu haben. Egal in welcher Größe: mein Blog schaut hübsch angepasst aus.
Dem Pro liegt ein 2 Meter langes Lightning-Kabel bei, für das Apple.de im Einzelkauf 35Euro berechnet.
Das Pro besitzt vier Lautsprecher. Je nachdem in welche Position man das Tablet hält, wechselt die Position von Bass, Mitten und Hochtönern. Die Basswiedergabe findet sich dabei immer auf den zwei – aus Nutzerperspektive – unteren Lautsprechern. Dreht man das iPad, dreht auch der Sound. Selbst auf voller Lautstärke verzerrt der Klang nicht. Einem Tablet, das nur 6.9 Millimeter dünn ist, habe ich das so nicht zugetraut.
Das Daxndox ist geradezu ideal um ein Pro a) hochkant und waagerecht aufzustellen, aber b) auch in eine leicht angehobene Mal- sowie Zeichenposition zu bringen.
Apropos Zeichnen und Schreiben: Der Pencil pinselt dank variabler Bildwiederholungsrate und grandioser Handballenerkennung ohne spürbare Verzögerung. Einige Apps müssen hier noch nacharbeiten. Richtig umgesetzt, schreibt man so aber wie mit Stift und Papier – obwohl es sich natürlich anders anfühlt. Der Pencil ist ‚nur‘ ein Zubehör, gleichzeitig aber ein schwergewichtiges Verkaufsargument. Selbst ohne Talent für Kalligrafie und Zeichenkunst – für gelegentliche Signaturen oder Anmerkungen in einem PDF – sollte man den Stift seiner Bestellung beilegen. Wenn er denn mal verfügbar ist.
Die nach vorne gerichtete FaceTime-HD-Kamera knipst und filmt nur mit 1,2 Megapixeln. Für ein Pro-Gerät hätte es auch die 5-Megapixel-Kamera aus dem iPhone 6s (Plus) sein dürfen.
Ich konnte Apples Smart Keyboard kurz ausprobieren, habe aber derzeit kein Exemplar hier. Die Tasten sind ins (wasserdichte und schmutzabweisende) Gewebe eingearbeitet. Das bedeutet auch: Egal wo der Finger auf eine Taste trifft, ein deutlicher Druckpunkt wird immer erzielt. Eine Tastatur wird – wahrscheinlich nicht nur für mich persönlich – in Zukunft unabdingbar.
Soweit ein paar erste Auffälligkeiten. Mehr in Kürze.
Den ersten Testbericht, den ich zum iPad Pro lese, stammt natürlich von jemandem, bei dem die Arbeit (fast) ausschließlich auf einem iPad stattfindet.
The device I’ve used every day for a year to get my work done for this site now seems tiny and limited, with small apps, less content shown on screen, and a constrained multitasking interface. I know that it’s only been a week, and I do believe that the Air 2 is a great device for lots of people, but I feel like all the work I’ve done on the iPad and iOS has led me to this point. I’m ready to take my iPad setup to the next level, and I think my workflow can benefit from improved hardware and a more capable version of iOS. […]
Those who will only compare the iPad a Pro to a laptop will miss the big picture – this is a large tablet that can be used at a desk and that runs iOS. The richness of the iOS ecosystem is what sets the iPad Pro apart, and the reason why, ultimately, people like me will prefer it over a MacBook. It can be used at a desk, but it’s also portable, and it runs iOS.
Über Apples neues Tablet haben außerdem geschrieben: Walt Mossberg (er bleibt beim iPad Air 2), Joanna Stern (sie hat 8h Netflix an einem Stück geschaut), Harry McCracken (für ihn bleibt das iPad sein primärer Rechner), Joshua Ho (‚previewed‘ eine verdoppelte Grafikperformance für den A9X gegenüber dem A9 im iPhone 6s), Lauren Goode (die das Smart Keyboard als überteuert einstuft und die Handballenerkennung für den Pencil nicht täuschen konnte) und John Gruber (der keine Freude daran hat, aber eine PC-Zukunft ohne Mauszeiger und ohne x86-Prozessor sieht).
Ich mag Tim Cooks (kampflustiges) Statement gegenüber The Telegraph:
“I think if you’re looking at a PC, why would you buy a PC anymore? No really, why would you buy one?”, asks Tim Cook, Apple’s chief executive, who has just flown into Britain for the launch of the iPad Pro.
“Yes, the iPad Pro is a replacement for a notebook or a desktop for many, many people. They will start using it and conclude they no longer need to use anything else, other than their phones,” Cook argues in his distinctly Southern accent.
The iPad Pro is the most expensive tablet yet, £679 and up. At a time when iPad sales are flat, was he tempted to do as some competitors have done and released, say, a £50 tablet? “No, there are no good £50 tablets. We’ve never been about making the most, we’ve been about making the best. This was a way of making a product that people can do a lot of things with. I think it will attract a lot of PC users and people who are not currently using Apple products. And I think it will be a reason for people to upgrade who love iPad and who have been waiting for something very different and now here it is.”
Die Reaktionen sind (wie zu erwarten) herrlich. Apples „deutlichster Ausdruck der PC-Zukunft“1 macht „viele viele Leute“ immer noch unruhig.
And this transformation is going to make some people uneasy. People from the PC world, like you and me. It’s going to make us uneasy, because the PC has taken us a long ways.
Begleitende Randnotiz: Apples gab im letzten Geschäftsjahr 1.8 Milliarden US-Dollar für Werbung aus. In den zwei Jahren zuvor waren es 1.2 und 1.1 Milliarden US-Dollar (PDF-Link).
iPad Pro kostet 899Euro für das 32GB Wi-Fi-Modell und 1.229Euro für das 128GB WiFi + Cellular-Modell. Der Pencil schlägt mit 109Euro zu und das Smart Keyboard (mit US-Tastatur-Layout) kostet 179Euro. Außerdem werden ein Smart Cover aus Polyurethan (in Anthrazit und Weiß) für 69Euro sowie eine Silikon-Hülle (ebenfalls in Anthrazit oder Weiß) für 89Euro erhältlich sein.
Ab Mittwoch kann in 40 Ländern vorbestellt werden. Verkaufsstart ist „später in dieser Woche“.
Ryan Smith und Joshua Ho feiern den A9-Prozessor („Overall, the Apple A9 SoC is the best SoC in any phone shipping today.“), bemängeln das 5W-Netzteil („the iPhone 6s Plus really does need a more powerful charger than it does now“), loben die Kamera („Looking at both video and still image performance together, the iPhone 6s Plus arguably has the best camera in an iOS or Android smartphone today.“), lassen sich vom Speicher beeindrucken („The iPhone’s storage solution here is ahead of everything else in the industry“), mögen 3D Touch („OEMs and SoC vendors often speak in platitudes about how user experience matters but 3D Touch is probably the first case where the user experience is visibly improved in a very real way.“) und amüsieren sich über kleine Details:
On a final note, now that we have die shots of both A9s from Chipworks, I must tip my hat towards Apple for releasing an accurate die shot of what we now know is the Samsung A9 in their iPhone 6s presentation. Up until now Apple has never released their own die shot of their SoCs, and in fact first-party die shots are becoming increasingly rare as a whole in the semiconductor industry. Consequently I had expected that Apple’s die shot was a fake, only to be far more impressed that it’s real.
Die Zukunft schon heute: ‚Find My Stuff‘ ist eine iOS-App, die sich merkt…wo euer Zeug ist. Die Gratis-Software verbindet sich mit Bluetooth-Transmittern und iBeacons, das sind kleine Sender, die sich ihre Position merken und auf Nachfrage wieder rausrücken. Das funktioniert auch innerhalb von Gebäuden.
Einen solchen Funk-Sender, selten größer als eine Streichholzschachtel, kann man sich ins Auto legen um es später im Parkhaus wiederzufinden. Hunde, die gerne mal ihre Nachbarschaft erkunden, lassen sich damit am Bildschirm verfolgen. Oder man klebt einen solchen Tracker auf sein Snowboard, wenn die Gefahr besteht, dass es wieder einmal einschneit.
Die App erlaubt einen Blick auf alle von euch registrierten Gegenstände, zeichnet deren Bewegungen auf der Karte mit (auch im historischen Verlauf) und schickt Push-Benachrichtigungen wenn sich ein Item entfernt, das sich nicht entfernen soll.
Über sogenannte ‚Safe Zones‘ unterbindet man unnötige Benachrichtigungen im heimischen WiFi-Netz.
Um einen Beacon mit Find My Stuff zu registrieren, hält man ihn ganz simpel neben das Telefon. Zwei Bestätigungen später läuft die Ortung bereits. Die App funktioniert mit einer Vielzahl unterschiedlicher Tracker (Estimote, Jaalee, Kontakt.io, Red Bear, Roximity, Trackr, G-Tag, etc.).
Find My Stuff ist ein kostenloser Download aus dem App Store. Vielen Dank ans Team für die Unterstützung von iPhoneBlog.de in dieser Woche.
Kurzfassung: QS Access (kostenlos) exportiert Health-Daten in eine CSV-Datei; der Health Importer (2.99€) fügt diesen Datensatz der Health-App – beispielsweise auf einem frisch installieren iPhone bei dem kein Backup eingespielt wurde – wieder hinzu.
Bereits seit ein paar Monaten experimentiere ich mit dem Health Importer. Erst mit dem heutigen Update funktioniert die Software bei mir zuverlässig1.
Erster Schritt: In der Anwendung QS Access wählt man die erwünschten Messwerte für einen Export aus. Wichtig ist, sich die Maßeinheit der Parameter für den späteren Import zu merken. Alle diese Größeneinheiten lassen sich aber auch nach dem Export in der CSV-Datei noch kontrollieren.
Zweiter Schritt: Ist die Tabelle erzeugt, speichert man sie direkt aus QS Access heraus in der Dropbox. Aus Dropbox öffnet man die CSV-Datei, wählt ‚Öffnen in“ und übergibt („kopiert“) das Dokument an den Health Importer.
Dritter Schritt: Jeder Gesundheitswert, der übernommen werden soll, muss „konfiguriert“ werden. In den meisten Fällen stimmen die englische Bezeichnungen zwischen Apples Health-App und dem Health Importer überein und lassen sich so leicht wiederfinden. Hier ist die angesprochene Größeneinheit zu beachten.
Kategorien, die man nicht übernehmen will, braucht man nicht zu konfigurieren (auch wenn es explizit einen Menüpunkt „Do Not Import“ gibt). Eine Angabe zur Startzeit im korrekten Datenformat ist zwingend notwendig. In meinen Fall ordne ich „Start“ dem „Start Date“ zu und wähle anschließend „Day First“ als (für mich) korrektes Format.
Abschließender Hinweis: Es empfiehlt sich nicht gleichzeitig alle Gesundheits- und Fitnessdaten zu importieren. In einzelnen Schritt klappt das nämlich auch und ist übersichtlicher. Außerdem sollte man sich auf Quellen beschränken, in denen auch tatsächlich Daten angefallen sind.
Beim Versuch Nike-Fuel-Daten zu importieren, stürzt die Software bei mir reproduzierbar ab. Ich schließe deshalb nicht aus, dass es noch andere Schlüsselparameter gibt, die ähnliche Probleme haben. ↩