Es besteht kein Anspruch auf „try before you buy“

IPhoneBlog de Dance Party

Das Thema App-Store-Piraterie kocht über die Feiertage mal wieder in den Medien auf; in der ‚Szene‘ kühlte es nie ab. Die Logs der bestohlenen Entwickler sowie das Gejammer über geplünderte iTunes-Accounts sprechen eine deutliche Sprache.

Zum Jahreswechsel räumte eine der bekannteren Anlaufstellen, dessen Angebot die zugrundeliegende Idee des Jailbreaks täglich neu in Verruf riss, die Bühne. Genau wie Torrentfreak glaube ich die fadenscheinige ‚Unsere-Foren-waren-so-leer‚-Begründung nicht.

Also, Installous was used by millions and served up ads each and every time someone carried out a key app-related action within the software. Regardless of whether the Hackulous forums were doing well or not, Hackulous was still installed on millions of machines leading to (presumably) some half-decent advertising revenue to fund the project and more. It’s difficult to see why that would be terminated due to a quiet forum.

Die darauf folgende Geschichte bereiten Heise Security und The Next Web, soweit bislang Informationen vorliegen, übersichtlich auf.

Die Betreiber chinesischer Warez-Portale haben einen Trick gefunden, um Raubkopien von iOS-Apps auch für Apple-Geräte anbieten zu können, mit denen kein Jailbreak durchgeführt wurde.

Das Traurige an der verschwendeten Zeit, die jemand dafür opfert, um die nächsten zwei iTunes-Dollar zu sparen: Sein Benehmen grätscht der legitimen Kritik an digitalen Medien (und ihrer Distribution), wie beispielsweise einer unpassenden Preisgestaltung (Stichwort: eBooks), fehlenden Demo-Versionen zum Probespielen oder die bewusst beschnittene Verfügbarkeit (DVD-Regionalcodes, umständliche Downloads, nur eine begrenzte Anzahl von autorisierten Geräten, etc.), brutal zwischen die Beine.

(Bitte) ‚Nicht stören‘ bis zum 07. Januar

IPhoneBlog de Nicht Stoeren

Do Not Disturb scheduling feature will resume normal functionality after January 7, 2013. Before this date, you should manually turn the Do Not Disturb feature on or off.

Apple beherrscht das Tagesgeschehen mit Geschichten, die bei keinem anderen Telefonanbieter auch nur eine Schlagzeile erzeugt hätte. Der ‚Do Not Disturb‚-Bug ist trotzdem peinlich und die (offizielle) Bitte um ein wachsames Auge auf die ‚planmäßige‚ Schaltung bis nächsten Montag macht es nicht besser.

Schlechtes Timing: Apple bewirbt ‚Do Not Disturb‘

DirektDream

Schöne Ad, böser Traum. Apples Reklame für die iOS-6-Funktion ‚Nicht stören‚ erscheint an einem Tag, an dem sie für einige Nutzer versagte.

Unabhängig davon wie viele Geräte (unter welchen Voraussetzungen) betroffen sind (was ich trotz diverser Rückmeldungen nicht eingrenzen kann), reiht sich der Fehler in die peinliche Serie von Apples Zeit- und Datums-Patzern ein.

Mit drei Fingerstrichen: ‚Phoster‘ erstellt Flugblätter, Einladungskarten und Magazin-Cover

Phoster (universal; App-Store-Link), ewig alt aber seit gestern erstmals kostenlos, gestaltet aus eigenen Foto-Erinnerungen (Zeitschriften-)Cover, Poster und Flyer.

Vielleicht brachte euch die letzte Nacht den einen oder anderen Schnappschuss ein, den ihr heute stilvoll veredelt auf Facebook schieben möchtet?

(Danke, Max!)

‚The Next Web‘ stellt Android-Mag ein (und konzentriert sich auf iOS)

IPhoneBlog de TNW Mag only on iOS

[…] for every Android user that downloads an Android magazine we have 80 iOS downloads.

146 Kommentare begleiten die Zeilen von TNW-Mitbegründer @Boris und ergießen sich in der bekannten (und mittlerweile recht langweiligen) Auseinandersetzung zwischen iOS und Android. Die Unterschiede zwischen der quantitativen Anzahl verkaufter Telefone und Tablets sowie dessen qualitativen Verwendung bezweifelt keine Statistik. Stichwort: Web-Nutzung.

Die interessante Aussage verbirgt die letzte Passage:

We tried an Android magazine, and found out it just isn’t worth the effort. Does that mean that Android sucks? Ehm, no, and there is no reason to tell us how cool Android is in the comments, because we understand it is. It just means that with the current state of technology and the way the market is divided we can’t afford to invest in it anymore.

Nur damit es deutlich wird: Für ein reines Online-Magazin lohnt es sich (finanziell) nicht, eine spezielle Tablet-Edition zu veröffentlichen. Auch wenn’s hier nur um die Android-Ausgabe geht, ist das ein arg niederschmetterndes Resultat für die hoffnungsverliebte Branche von Zeitungen und Zeitschriften.

Nun kennen wir das Budget nicht, das TNW für die Umsetzung, Anpassung und Pflege bereit war, auszugeben. Die Inhalte liegen jedoch bereits digital vor, die Leserschaft kann wohl als technikaffin klassifiziert werden und ‚The Next Web‚ spielt bezüglich der Größe seiner Leserschaft auf Augenhöhe mit Top-US-Technikseiten wie Engadget.

Nur weil mittlerweile die Möglichkeit besteht, digitale Magazine zu erstellen, zu veröffentlichen und zu vertreiben, rettet dieser Umstand alleine keine klassische Print-Publikation. Schon jetzt ist zu beobachten wie andere Ansätze funktionieren (The Magazine) und man sich auf traditionellen Trampelpfaden verirrt (The Daily).

Das iPad dreht die Uhr für Verleger nicht einfach zurück. Wer geglaubt hat, die dunkle Zeit der kostenlosen Webseiten-Kultur hinter sich zu lassen, sollte aufwachen. Dieses Web, das wird durch mehr iPads und iPhones nur noch wichtiger.

Heute sechs Jahre alt: iPhoneBlog.de

Wir machen daraus jetzt eine Tradition! Nicht pünktlich zum Geburtstag sondern unpünktlich, jeweils kurz vor dem Jahresabschluss, wird ab nun der Jahrestag dieses Blogs gefeiert. Sechs Jahre ist das iPhoneBlog.de heute dieser Tage alt und alles was ich zum fünfjährigen Bestehen zusammenschrieb, gilt auch weiterhin.

IPhoneBlog de Alles Gute Alex

2012 war wieder ein Jahr, indem ich auf alle veröffentlichten Artikel, genauso wie auf alle Beiträge die ich nicht aufs Blog gestellt habe, stolz bin. Die Auswahl der Themen erachte ich als Qualitätsurteil in Zeiten, in denen sich DPA-Meldungen um offene Rechnungen einer Steve-Jobs-Yacht drehen.

2012 hat eindeutig weiter dazu beigetragen, meine eigene Stimme zu finden – zwischen kurzen News-Anekdoten und längeren Features. Die Balance zwischen prägnanten Kommentaren und zielgerichteten Veröffentlichungen möchte ich im nächsten Jahr noch weiter herausarbeiten.

Das Ihr, die Leser, dabei alle mitzieht, ist nicht nur toll, sondern macht dieses Blog erst möglich. Eure Affiliate-Klicks, euer RSS-Abo und eure Toleranz für hier platzierte Bannerwerbung sowie die großzügigen Flattr-Spenden zahlen meine Miete.

Ihr, das seid aber auch Ihr, die Software-Produzenten, die meine Berichterstattung unterstützt. Alleine im vergangenen Monat blicke ich auf eine Handvoll exklusiver Features mit aufwendig produziertem Bild- und Videomaterial direkt zum App-Store-Releasetermin – von Fantastical über 1Password 4 bis Ravensword und Twitterrific 5.

Insgesamt erhielt dieses Blog im auslaufenden Jahr 762 Artikel. Das ist ausbaufähig. Auch wenn’s mir hier nicht um die Quantität der Beiträge geht, hatte ich mir eine höhere Taktfrequenz vorgenommen. Doch komprimierte Texte erfordern Zeit; oft mehr Zeit als seitenlange Abhandlungen. Hinzu gesellen sich redaktionelle Filteraufgaben und eine ausgiebige Recherche um die Quintessenz aus einer Story (oder einer Software) zu quetschen. Und dann braucht jeder gute Beitrag noch einen Meinungskasten

Ich sag euch eins: Es ist unglaublich befriedigend, dass der qualitative Ansatz neben der täglichen Schwemme aus Fast-Food-News funktioniert.

Egal. Nee, eigentlich nicht. Aber für den Moment. Danke. Und bis 2013.

iOS-Maps: auch offline nicht mehr verlaufen

IPhoneBlog de No Service

Ich verbringe die ruhigen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr in New York. Ganz entgegen meiner sonstigen Gewohnheit verzichte ich diesmal auf ein mobiles Datenpaket und springe gemächlich von WiFi-Spot zu WiFi-Spot – weil das Internet derzeit ohnehin schläft.

Dabei beeindrucken (einmal mehr) die vektorbasierten Datenkarten von Apple und Google, die im Gegensatz zu den schwergewichtigen Bitmap-Bildern unter iOS 5 die Metropole auch offline komplett abbilden, insofern man sich zuvor mit Netzverbindung einmal (virtuell) umgeschaut hat.

After loading San Francisco and going offline, one can browse over 300 miles (480 km) south (nearly to Los Angeles), 335 miles (540 km) north to the Oregon border, and 300 miles east to the middle of Nevada, down to the primary city street level (in sharp detail but with few road labels).

Meinem iPhone (beziehungsweise iPad mini) habe ich lediglich die mobilen Daten abgedreht und nicht den Flugmodus eingelegt. Ansonsten fehlt die eigene GPS-Ortung.

Das ‚gespeicherte‘ Kartenmaterial deckt bequem den Stadtbezirk Manhattan mit allen POIs ab und zeigt in Brooklyn, Bronx, Queens und Staten Island noch die Hauptstrassen und zentralen Verkehrsknotenpunkte an. Mehr Kilometer lassen sich an einem Tagesausflug schwer abreißen. Wer jetzt noch ‚verloren‘ geht, ist selber Schuld.

Unsere ewige Hassliebe geht in eine neue Season: HBO Nordic

HBO Nordic oder die Geschichte wie ich sofort für TV Serien bezahlte und das neue Digital-Abo dann noch schneller wieder stornierte.

IPhoneBlog Empire

Das Angebot klingt reizvoll: 10 Euro für die monatliche HBO-Flatrate. Klangvolle Serien-Namen wie Band of Brothers, 30 Rock, Boardwalk Empire, Girls, Flight of the Conchords, Game of Thrones, The Newsroom, Six Feed Under, The Sopranos oder The Wire laden ein. Alle Staffeln, alle Episoden, alle in Originalfassung nur wenige Stunden nach der US-Erstausstrahlung als Videostream auf dem eigenen iPhone oder iPad – werbefrei.

Diesen Luxus genießen nicht einmal die Amerikaner. Das HBO-Verzeichnis ist in Übersee ausschließlich an einen teuren Kabelvertrag gebunden. Die US-App HBO Go ist kein alleinstehendes Angebot sondern lediglich im unattraktiven Paket zu kaufen. In der Testregion Skandinavien, die HBO Nordic nun erstmals außerhalb der USA besetzt, versucht der TV-Anbieter ein neues Vertriebsmodell.

„HBO Nordic is the first service in the Nordic countries to combine day-and-date delivery and streaming of the latest episodes of an HBO original series subtitled in the local language, with all past seasons. This service will be available on any internet connected device“, says Hervé Payan.

Ich hatte meine E-Mail-Adresse nach der ersten Ankündigung als Interessent hinterlegt und erhielt den Einladungscode Mitte Dezember. Kein cleveres Timing: Die spezielle iOS-App für die nordische Region (kostenlos; App-Store-Link) stand noch nicht im App Store.

Trotzdem überlegte ich keine Minute und übergab meine Kreditkarten-Infos für das 12-Monats-Abo umgehend*. Fairer Preis, schnelle Erstausstrahlung: Was soll jetzt noch schiefgehen?

Kurze Antwort: die eigenen Lizenzrechte. Mit maximal fünf autorisierten Geräten, die sich für die Wiedergabe der Shows registrieren lassen, kann ich leben. Klar, nur jeweils ein Gerät kann zur gleichen Zeit auf die Inhalte zugreifen. Geschenkt.

Dagegen unerträglich: Der gemietete Video-Content lässt sich ausschließlich auf dem iPhone (oder iPad) abspielen. HBO untersagt das drahtlose (AirPlay) und kabelgebundene (AV-Adapter) Abspielen der Videos auf dem großen Fernseher**.

IPhoneBlog de HBO Nordic

Erwartet HBO ernsthaft, dass ich mich mit der Freundin und der Familie vor den kleinen iPad-Bildschirm quetsche? Nicht wirklich. Die Wiedergabe im Flash-Browser oder über die Smart-TV-App lasse ich als Alternative jedoch nicht gelten. Ich bin zu alt dafür Computer an meinen Fernseher anzuschließen und Browser-Fenster für jede Episode neu zu verschieben. Und klar, meinem ‚Smart-TV‚ von Samsung aus dem Jahr 2010 fehlt die notwendige HBO-App.

Wie man es auch dreht und wendet: Bezahlte Mietfilme nicht auf den TV zu bringen, ist ein No-Go. HBO verkauft Fernsehen, das man nicht auf einen Fernseher bekommt.

Trotz gutem Ansatz ist den Verantwortlichen scheinbar noch immer nicht bewusst, mit wem man hier konkurriert. Im Jahr 2012 war Game of Thrones, eine der derzeit populärsten Serien, die am häufigsten kopierte TV-Show. Potenziell zieht man mit dem ‚Eis-und-Feuer‘-Epos mehr als vier Millionen Download-Zuschauer an. Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass die Folgen in hochauflösendem HD über den BitTorrent-Regenbogen tanzen und keinerlei Einschränkungen auf bestimmte Abspielgeräte mitbringen.

With 4,280,000 downloads for a single episode, Game of Thrones has the honor of becoming the most pirated TV-show of 2012.

Kein unbezahlter Download wird verhindert indem man zahlenden Abonnenten ihre Lieblingsserie auf dem eigenen Fernseher verbietet. Gestraft ist, wie üblich, nur der Kunde, der seine Geldbörse öffnet. Wer kauft, unterstützt diesen Nonsens. Wer nicht zahlt und nicht kopiert, wohnt dem dritten Staffelstart von Game of Thrones Ende März 2013 nicht bei. Es bleibt beim üblichen Fazit: Der Kunde ist auch diesmal nicht König.

P.S.: Ich hätte euch gerne mehr eigene Screenshots der App gezeigt, schreibe diese Zeilen jedoch gerade aus den USA. HBO Nordic besitzt natürlich eine fiese Geo-Sperre mit der ich auf meinen Account von hier aus nicht zugreifen darf.

*Bis Ende Januar gilt ein Testmonat; der Vertrag lässt sich danach alle 90 Tage kündigen.

** Pay-TV-Sender Sky macht in Deutschland einen ähnlichen Unsinn.