[update II] Elgato’s TV-Streaming aus dem T-Mobile-Netz nicht zu erreichen

Mobilfunkbetreiber mögen es nicht, wenn man Ihrer ‚als Flatrate verkauften‘ Datentarife auch wirklich nutzt. Verständlich. In einen Megabyte passen über 6.000 SMS. Anstatt einmal die komplette Spiegel-Online Webseite vom iPhone aus anzusurfen, könnte ein Mobilfunkbetreiber lockere 1000 € an versendeten SMS verdienen.*

Das hat über die letzten Jahre auch ganz vorzüglich funktioniert. Leider verderben diese neuen ‚Internet-Geräte‘ die Kostenkalkulation. In den USA steht die Netzqualität des dortigen iPhone-Partners AT&T seit der Veröffentlichung der ersten iPhone-Generation in Kritik. Eine fehlende Bereitschaft das Mobilfunknetz weiter auszubauen, regelmäßig abbrechende Telefongespräche und schlechte beziehungsweise langsame Netzverbindungen gehen nicht harmonisch einher mit dem 10 Milliarden US-Dollar-Profit der letzten neun Monate.

Ein digitaler Flashmob musste her. Organisiert von Daniel ‚Fake Steve Jobs‚ Lyons, der seine Blog- und Twitterleser aufforderte, zu einem gemeinsamen Zeitpunkt ‚datenintensive Programme‘ im AT&T einzuschalten. Operation ‚Chokehold‘ (Würgegriff) fand am vergangen Freitag statt und ließ bereits im Vorfeld die Furcht in den AT&T-Augen aufflammen. Als immer mehr Medien auf die Aktion aufmerksam wurden, kommentierten AT&T-Sprecher die anstehende Protestbewegung als ‚irresponsible und pointless‚.

Fazit? Das Netz hielt Stand, der Aktienkurs machte in den Tagen vor dem Wochenende einen kleinen Knick. In wieweit dafür die ‚Rebellion‘ verantwortlich war (gerade wenn man sich die erheblichen Schwankungen in 2009 anschaut), bleibt unbeantwortet. Jedoch auch unwichtig, weil das Medien-Bohei viel wertvoller war.

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(Danke, Thorsten!)

Seit dem heutigen Morgen können wir auch hierzulande kleine Revolten vorbereiten. Die Webseite https://live3g.eyetv.com/, über die Elgato seit der letzten Woche euren Live-TV-Stream zwischen heimischem Computer und iPhone verteilt, ist am heutigen Morgen nicht mehr aus dem T-Mobile UMTS-Netz zu erreichen. Über WiFi und andere Mobilfunkanbieter (ausprobiert im E-Plus- und O2-Netz) ist dies dahingegen ohne technische Probleme zu bewerkstelligen. Ob diese Adresse bewusst ausgeschlossen wurde, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt von offizieller Stelle unbeantwortet. T-Mobile vertreibt bekanntlich mit MobileTV (App Store-Link) eine eigenen Fernseh-Anwendung, die mit einer monatlichen Grundgebühr besetzt ist.

Eine Anfrage auf die IP-Adresse 193.164.134.146 (live3g.eye.tv.com) scheint blockiert, wohingegen der Umweg über http://meine-ip-adresse:2170/eyetv weiterhin funktioniert. All diese Umstände finden sich meines Erachtens derzeit einfach zu geschmackvoll zusammen, das einem das böse Zensur-Wort ‚zumindest‘ wässrig in den Mund gelegt wird.

*Die Kalkulation ist grob überschlagen und ändert sich (marginal) aufgrund der veranschlagten Textnachrichten-Preise sowie der Anzahl und Charakteristika an versendeten Zeichen.

Update

Ersten Berichten zufolge, soll https://live3g.eyetv.com/ wieder aus dem UMTS-Netz von T-Mobile zu erreichen sein. Offiziellen Stellungnahmen bleiben bislang aus.

Update II

Soeben bestätigte die Elgato-Pressestelle gegenüber dem iPhoneBlog.de, das ein technisches Routing-Problem zwischen Hoster und dessen Upstream-Provider die Ursache für die heutige Nichterreichbarkeit von Live3G.eyetv.com war. „T-Mobile war unschuldig.“

[Game] N.O.V.A.

Im September 2009 verzeichnete der Spiele-Publisher Gameloft über sechs Millionen Downloads ihres umfangreichen App Store-Kataloges. Dazu stößt jetzt, der ebenfalls im September angekündigte First-Person-Shooter N.O.V.A., der am heutigen Tag das digitale Apple-Softwaregeschäft erreicht und die im Herbst verzeichneten Downloadzahlen für dieses Jahr noch einmal in die Höhe schießen lassen dürfte.

Vorweggeschickt sei, dass ich mit Weltraum-Shootern wie Dead Space (PC, PS3, Xbox260) oder auch dem populären Halo (Xbox360) generell wenig anfangen kann. Bevor ich Sci-Fi-Abenteuer mit Space Marines anfasse, bevorzuge ich eher Soldaten in Sandstürmen. Wie beispielsweise in Modern Combat: Sandstorm, das ebenfalls der Gameloft Software-Werkstatt entsprang, und sich dessen gute Steuerung zu Eigen macht.

DirektNOVA*

Die Zielerfassung mit dem rechten Daumen funktioniert dank einer unterstützenden Feuerhilfe recht präzise während die linke Hand die Navigation durch den blitzsauberen Weltraumkreuzer übernimmt. Selbst das Wechseln der Waffe gelingt ohne Fingerverrenkungen an der rechten oberen Bildschirmecke.

Ich habe sehr genossen, dass man gleich zu Beginn (nach ein bisschen Waffenkunde) direkt ins Geschehen geworfen wird. Während sich andere Vertreter dieser Gattung mit ellenlangen Dialogen aufhalten, kann man hier jede Zwischensequenz überspringen und bekommt trotzdem alle wichtigen Details in Feuerpausen untergeschoben.

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In einem Dutzend unterschiedlicher Level der Einzelspieler-Kampagne darf man sich an heranstürmenden Weltraumgeschöpfen den Zeigefinger wund ballern. Eure Lebensanzeige füllt sich in bester Halo-Manier nach dem freundlichen Austausch der Patronengeschosse wieder eigenständig auf. Genügend Munition, faire Speicherstellen und drei unterschiedliche Schwierigkeitsstufen verhindern die schnelle Frustration. Wer sich fit genug am Abzug fühlt, stürmt auf die fünf Mehrspielerkarten lokal oder über das Gameloft-Netzwerk Online.

Auch die technische Qualität überzeugt mit einer schnellen Framerate, kräftigen Farben und einer akkuraten Steuerung, die das 5 €-Paket in ein überzeugendes Preis-Leistungsverhältnis rückt. Da spielt selbst der Sci-Fi-Muffel noch ein paar Level weiter…

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-> App Store-Link

* Alle selbstproduzierten Videos gibt es ‚iPhone-kompatibel‘ auch in unserem Podcast-Feed, den ihr beispielsweise über iTunes oder einem anderen Multimedia-Verwaltungsprogramm eurer Wahl abonnieren könnt.

Die Zeit der Konsumenten

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Gegenüber dem ‚Manager Magazin‘ wettert der Vorstandsvorsitzender des deutschen Medienunternehmens Axel Springer AG, Mathias Döpfner, munter weiter gegen seine Leser. Stichworte wie ‚Kostenloskultur‘ und ‚Schmarotzertum‘ mischen sich mit Beleidigungen wie ‚verirrten Web-Kommunisten‘ oder Open-Access-Evangelisten‘. In seiner abstrusen üblen Nachrede gegenüber dem Netz, seinen (zahlenden) Konsumenten, Google und überhaupt dem ganzen Journalismus, ist es ihm nicht zu dumm auch sich selbst als inkompetent nach Außen zu geben:

Es kann nicht sein, dass die dummen Old-Economy-Guys für viel Geld wertvolle Inhalte erstellen und die smarten New-Technology-Guys sie einfach stehlen und bei ihren Werbekunden vermarkten.

In seiner Position, als Kapitän eines der größten Verlagshäuser, sinkt meine Hoffnung auf einen Kurswechsel. Ein Untergang wäre zweifelsfrei sehr bedauernswert. Sowohl für die Presse(-landschaft), wie auch seine Funktion als Kontrollorgan. Aber vielleicht muss auch erst einmal ein großer Medientanker sinken, damit die Flotte auf die Windrichtung schaut.

Anzuschauen gilt es ebenfalls die 300 Negativbewertungen, welche die Axel Springer-Anwendung ‚Bild‘ innerhalb von acht Tagen im App Store erzielte. Die Applikation beschreitet damit nicht nur einen Bewertungs-Negativrekord, sondern auch den ersten Platz in den Hitlisten der iPhone-Programme. Bizarr.

Ob wirklich jedem Käufer bewusst ist, dass nach einem Monat ‚Zeitungslesen‘ für 79 Cent die Anwendung keine neuen ‚Inhalte‘ ohne zusätzliche Abonnentengebühr mehr ausliefert? Im Januar wissen wir mehr.

Die Kommentare zu lesen, ist vielleicht generell keine schlechte Idee. Als das Hamburger Abendblatt (ebenfalls vom Axel Springer Verlag) seinen Online-Lokalteil auf ein Bezahlmodell umstellte, sammelten sich in den letzten zwei Tagen 485 Kommentare an, die sich nicht damit zufriedengeben Zeit und Geld einer uneinsichtigen Branche hinterherzuwerfen. Besonders dann, wenn sie dem wertvollsten Gut – ihrer Leserschaft – des ‚grotesken Freibierkonsums‘ bezichtigt.

Eine schöne Antwort, sowohl auf Döpfner-Dampfplauderei als auch Matthias Iken’s Abendblatt-Ausführungen, hat Christian Stöcker für den Spielgel verfasst (Springer-Chef schimpft auf „Web-Kommunisten“). Und ‚Die Zeit‘ rollt auf, wie (Lokal-)Journalismus dieser Tage in der Praxis aussieht (Deutschland, entblättert). Beides sehr lesenswert.

Die Aufwendung ihrer ‚Lebenszeit‘, die Leser bereit sind zu investieren, würde ich gerne an einem App Store-Beispiel aufgreifen. Bei der $4-Anwendung vom ‚The Guardian‘ (ausschließlich im US-Store) schlug ich am Dienstag sofort zu. Eine breite Aufstellung an Informationsquellen kann nie schaden…

Von der Erstellung eines iTunes US-Accounts und der Befütterung mit Geld einmal ganz abgesehen, startete die Anwendung nicht auf meinem iPhone 3GS. Der erste Blick fiel auf den Jailbreak, der kürzlich schon anderen Anwendungen in die Suppe spuckte. In mühevoller Kleinarbeit habe ich die einzelnen (inoffiziellen) Systemerweiterungen herausgeworfen. Ohne Erfolg. Mehrfaches Löschen und die Neuinstallation über iTunes haben ebenfalls nicht geholfen. Das Programm offenbarte weiterhin nur einen kurzen Blick aufs Logo, bevor es sich ohne Fehlermeldung beendete.

Eine komplette Wiederherstellung des iPhones war es mir wert, die Anwendung zum Laufen zu bringen. Und mittlerweile weiß jeder iPhone-Besitzer mit mehr als 10 Anwendungen, welche Zeitressourcen dafür fällig werden.

Doch auch das, half nicht. Aus Verzweiflung schob ich die Anwendung auf vier (!) andere Geräte, die sich über die letzten Jahre hier angesammelt haben, und nicht mehr gehen wollen. Zum kompletten Unverständnis, startet auf nur einem der Testgeräte die besagte Anwendung. Im Netz waren keine derartigen Probleme dokumentiert.

Jedoch hätte auch hier ein Blick in die App Store-Beschreibung geholfen, in der als Notiz vermerkt wurde: „This app currently supports UK, US & Ireland region formats only.“

Richtig gelesen. Das ‚regionale Format‘ der Landeseinstellungen (beispielsweise für Zahlen und Datum) ist umzustellen, damit die Anwendung (problemfrei) startet. Warum? Keine Ahnung, aber es handelt sich bestimmt um einen Fehler des Konsumenten, der in einem ihm nicht zugewiesenen Download-Geschäft einkauft und seine Telefonnummern trotzdem weiterhin mit +49 formatiert wissen möchte…

Soviel zum Thema Zeit, das ein Konsument für Qualität bereit ist, zu investieren.

‚EyeTV Live3G‘: die Web-Anwendung fürs Fernsehen

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Die TV-Software ‚EyeTV‘ (3.99 €; App Store-Link; iPhoneBlog-Vorstellung) ermöglichte in der mobilen Version 1.0 über – im Programm verbliebenen Debug-Code – die Live-Übertragung des Fernsehbildes vom Computer über UMTS an ein verknüpftes iPhone. Nachdem die Anwendung für einen Tag aus dem App Store verschwand, entfernte Elgato klammheimlich den Codeschnipsel für die Live-TV-Wiedergabe.

Mit der gerade veröffentlichten Aktualisierung für den großen Desktop-Bruder auf Version 3.3, kehrt via Web-Anwendung die Live-TV-Übertragung zurück. Wer sich den 108 MB-Download bereits krallen konnte, schaut via HTTP-Streaming unter live3g.eyetv.com in seine ‚My EyeTV‘-Bibliothek oder schaltet ‚live‘ durch die Programmauswahl.

Die H.264-Codierung frisst am Heimrechner ein bisschen Systemlast, streamt dann aber gemütlich die Fernsehbilder mit AAC-Ton ins Netz und auf euer iPhone. Die kleinen Videohäppchen können dank der verwendeten Technologie pausiert und zurückgespult werden.

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Benötigt ist neben der EyeTV-Desktopsoftware ein iPhone OS 3.1 sowie ein dahinter geschalteter Intel Core 2 Duo-Rechner, der den Empfang eines kompatiblen TV-Tuners ermöglicht.

via elgato.com

Web-Framework ‚PastryKit‘ für Internet-Apps

Unter apple.com/webapps findet sich ein breiter Katalog aus Web-Anwendungen, die uns Apple in grauer Vorzeit als ’sweet solution‘ verkaufen wollte. Zur WWDC 2007 waren Analysten Lichtjahre davon entfernt auf 10 Millionen verkaufte iPhone-Einheiten (alleine) für das vierte Quartal 2009 zu tippen. Ähnlich absurd klang es in den Ohren der (damals noch potenziellen) Entwickler, mit ein bisschen JavaScript und CSS native iPhone-Programme zu kompensieren.

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Nach über 100.000 App Store-Anwendungen kann man diesen Stimmen ohne Einschränkungen Recht zusprechen. Trotzdem raubt der Apple-Genehmigungsprozess Kräfte, die die vielgescholtenen ‚Anwendungen im Browser‘ mit neuer Beliebtheit versorgen. Neven Mrgan vom Macintosh Software-Studio Panic (Transmit, Coda, Unison) lotete bereits mit Pie Guy oder dem 3D CSS-Demo einige der Möglichkeiten aus.

Zwischen Sommer ’07 und Winter ’09 hat sich natürlich technisch auch einiges getan. Das Geschrei nach Adobe Flash ist deutlich schwächer, schnellere Funkwege im UMTS-Netz wurden beschritten und plastische Animationsmöglichkeiten steigern die Attraktivität für den mobilen Safari-Browser. Zu den unzähligen Web-Frameworks (‚18 Mobile Frameworks and Development Tools for Creating iPhone Apps‚) gesellt sich still und heimlich das ‚PastryKit‘ (möglicherweise noch als Projektbezeichnung), welches unter der Internetadresse des digitalen iPhone-Benutzerhandbuchs von Apple bereits zum Einsatz kommt.

Neben der nicht geringen Tatsache, das die JavaScript-Implementation ordentlich flott aus dem Netz auf das eigene Gerät gelangt, lässt sich beim Hinzufügen des Internet-Verweises auf den iPhone-Heimatbildschirm seine Adresszeile verbergen, feste Positionen von CSS-Elementen definieren und das Scrollen durch lange Listen beschleunigen.

Update: Neben der nicht geringen Tatsache, das die JavaScript-Implementation ordentlich flott aus dem Netz auf das eigene Gerät gelangt, lassen sich feste Positionen von CSS-Elementen definieren und das Scrollen durch lange Listen beschleunigen. Ohne die Anwendung auf dem iPhone-Heimatbildschirm zu platzieren, verbirgt das Web-Framework auch die Safari-Adresszeile.

John Gruber von Daring Fireball hat sich der Thematik mit einer detaillieren Beschreibung angenommen. Wann, ob und wie eine Veröffentlichung für Web-Entwickler erfolgt, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt unklar.

DirektHelp

via daringfireball.net

Namco veröffentlicht ‚Ridge Racer Accelerated‘

Mit den kompakten Ausmaßen von 50 Megabyte flitzt die Ridge Racer-Serie von Namco in den App Store (Link).

Das Rennspiel der ehemaligen Arcade-Automaten und PlayStation-Konsole bietet zu Spielbeginn zwei Strecken und zwei Fahrzeuge. Wer sich tapfer durch die Kurven schwingt, schafft es eventuell die zwei besagten Rennabschnitte in umgekehrter Richtung freizuschalten. Ein paar zusätzliche Fahrzeuge winken bei erfolgreichem Überstehen der mehr als knappen Zeitbegrenzung.

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Während auch das Original mit einer (für heutige Verhältnisse) stark reduzierten Anzahl von Rennstrecken und Wagen auffuhr, liefert Namco-Bandai mit der iPhone-Version eine vollständig vermurkste Umsetzung. Das Zeitlimit ist für die Accelerometer-Steuerung lächerlich knapp. Verfängt man sich bei einem der ausgedehnten Drifts in einer Pistenbegrenzung, fehlt ein Rückwärtsgang am Fahrzeug. Aufgrund der verlorenen Sekunden bedeutet dieser Fahrfehler jedoch in fast 100-Prozent aller Fälle ein Scheitern auf der Jagd nach euren Kontrahenten.

Zusatzpakete für Rennpisten und Vehikel stehen per ‚In-App-Kauf‘ zur Verfügung. Und das erwähne ich nur, weil es mich noch wütender macht wie hier eines der genialsten Rennspiele meiner Jugend noch vor Weihnachten unfertig in den App Store gedrückt wird. Neben Mängeln am Gameplay breiten sich graphische Schwächen ruckelnd über den Bildschirm aus. Die Spielmodi ‚Survival‘ oder ‚Duel‘ bedürfen eigentlich keiner Erwähnung, wenn dort nicht aufgrund des fehlenden Zeitlimits ein längeres Spielen auf den Rundkursen möglich wäre.

Während sich das Vergnügen auf einem iPhone 3GS ‚in Grenzen hält‘, humpeln die vorherigen Telefon-Generationen bei diesem Titel nur noch hinterher. iPhone Classic- und 3G-Besitzer brauchen keinen Kauf wagen. Die 1.0.0-Version beendet sich zum jetzigen Testzeitpunkt ganz simpel nach dem Intro-Video oder startet (fast) unspielbar. Eine iPhone 3G-Optimierung soll laut iTunes-Beschreibung folgen.

Erste, mit Absicht unkommentierte Videoeindrücken im unten eingebundenen YouTube-Film. Damit ihr nicht selbst diese Erfahrung machen müsst…

DirektRidge

Microsoft veröffentlicht ‚Bing‘-Suchmaske im App Store

‚Bing goes the Internet‘, der YouTube-Sommerhit 2009 zu den Microsoft-Bestrebungen einer Google-Suchmaschinenkonkurrenz, zelebriert am heutigen Morgen seine App Store-Geburt (kostenlos; App Store-Link).

Nach der Photoanwendung ‚Seadragon Mobile‘ (kostenlos; App Store-Link) beweist die IT-Klitsche aus Redmond einmal mehr ihre Design-Kompetenz. Entgegen dem x-ten Versionssprung der ‚Google Mobile App‘ (kostenlos; App Store-Link), verzuckert ‚Bing‘ die iPhone-Bildschirme mit so etwas wie ‚Layout‘. Bunte Bilder und eine intuitive Schaltfläche beglücken den Benutzer.

Beim Aufruf der Spacheingabe stürzt die Anwendung auf iPhones mit Jailbreak ohne weiteren ‚Kommentar‘ ab. Ohne diese inoffizielle Modifizierung korrigiert das Programm teilweise intelligent die morgentliche Unschärfe des englischen Akzentes.

Als Jailbreak-Randnotiz sei kurz vermerkt, dass ich dieser Tage vermehrt auf Anwendungen treffe, die nicht mit der ‚Systemöffnung‘ zusammenarbeiten wollen. Es fing mit ‚Super Monkey Ball II‚ an, nahm über die britische News-App von ‚The Guardian‘ ($3.99; US-Link) ihren Lauf und zeigt jetzt mit ‚Bing‘ abermals Probleme. Zeit, wieder eine ordnungsgerechte Firmware aufzuspielen.

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Probleme finden sich auch auf den zentrierten Bing-Schnellwahltasten, die für ‚Movies‘ und ‚News‘ (anscheinend aufgrund der europäischen GPS-Position) nur wilde Fehlermeldungen ausspucken. Teilweise ändert sich zumindest die Abfrage auf dem Nachrichten-Knopf, wenn zuvor manuell eine US-Metropole abgefragt wurde. Dies bleibt jedoch nicht reproduzierbar und spiegelt schon gar nicht Ergebnisse der vorherigen Städtesuche wieder.

Die ‚Maps‘-Ortung sowie entsprechende ‚Routenangaben‘ funktionieren dagegen problemfrei. Unter dem Stichpunkt ‚Businesses‘ erhält der deutsche Benutzer keine Fehlermeldungen, jedoch auch keine Suchergebnisse. Für die ‚weltweite‘ Programm-Freischaltung sollten – trotz gelockerten Zulassungsbedingungen – solche Funktionen auch in der App Store-Genehmigung auffallen…

Vom Kindle bis zu ‚Read it later‘: Texttafeln am iPhone

Am gestrigen Montag rutschte die Kindle-Anwendung des Online-Versandhauses Amazon in die internationale App Store-Bibliothek (kostenlos, App Store-Link). Als am 04.März das Programm in Version 1.0 sein digitales Debüt im US-Store feierte, war damit aus Deutschland heraus noch nicht viel anzufangen.

Mittlerweile stellte Amazon seine Ausrichtung auf internationale Kundschaft für den eBook-Reader und dessen Inhalte um. Zumindest lässt sich das 6-Zoll Gerät zum Lesen elektronischer Bücher für 259 Dollar von unseren Landen aus bestellen (Amazon-Link).

Mit einem ‚gewöhnlichen‘ (deutschen) Amazon-Account lässt sich auch mit der Kindle-Anwendung auf dem Apple-Telefon, die vornehmlich englischsprachige Literatur von zirka 300.000 Büchern direkt erwerben oder zur Probe anschmöckern. Die ‚Bestellung‘ verläuft dabei über den mobilen Safari-Browser. Die Anwendung nimmt das iPhone zuvor in die Liste der autorisierten Geräte auf und synchronisiert die aktuelle Position, an der man sich im jeweiligen Buch befindet. Dieses ‚Eselsohr‘ überträgt sich zwischen alle registrierten eBücherdeckel.

Die eBook-Fraktion, die sich kürzlich in voller Länge auch über den Vertreter von Barnes & Noble unterhielt, ist sich jedoch einig, das die elektronische Tinte einem strahlenden (iPhone-)Bildschirm vorzuziehen ist.

Macworld zeichnet am heutigen Dienstag die Anwendung ‚Eucalyptus‘ (7.99 €; App Store-Link) als beste eBook-App aus.

Was ich persönlich jedoch am iPhone extrem gerne lese sind Webschnipsel, die täglich im Informationsstrom des Twitter auflaufen oder aus der RSS-Wolke fallen. Nachdem ich anfänglich ‚Instapaper Pro‘ (3.99 €; App Store-Link) verwendete, bin ich mittlerweile zum Bookmarklet von ‚Read it Later‚ umgeschwungen.

Dessen iPhone-Anwendung (3.99 €; App Store-Link) machte – ebenfalls am gestrigen Montag – einen optischen Quantensprung. Vom hässlichen App Store-Entlein zum herausgeputzten Premium-Schwan mit gezielten Tweetie-Impressionen, wirkt Version 2.0 anwenderfreundlich und fordert zum Verschlingen der temporär-vermerkten Internetverweise auf.

Die Vorzüge der Pro-Version gegenüber seinem kostenfreien Bruder (App Store-Link), sind mir die finanzielle Gegenleistung schon aus Prinzip wert.