#218 – Bildschirmfotos und iOS-Markierungen

Seit Episode #153 hat sich in diesem Nischenthema erstaunlich viel getan. Deshalb komme ich mit ein paar neuen Tipps und Tricks für den cleveren Umgang mit iOS- und iPadOS-Screenshots noch einmal zurück. Oft sind es nämlich die (vermeintlich) einfachen Funktionen, die im Alltag am meisten helfen.


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Really unreal: „Nineteen Eighty-Fortnite”

#FreeFortnite war ein PR-Stunt. Das Parodie-Video war ein Medienspektakel um das Gericht der öffentlichen Meinung auf ihre Seite zu ziehen.

Dafür verletzte Epic den Vertrag, den jeder App-Store-Entwickler mit Apple für den Vertrieb seiner Software schließt. Die (dort schriftlich festgehaltene) Konsequenz einer solchen Vertragsverletzung ist der Rauswurf aus dem Entwicklerprogramm.

Epic legte gegen diese Kündigung eine einstweilige Verfügung ein (PDF). Durch den Ausschluss von Apples Entwicklungsumgebung könnte Epic Games auch ihre Unreal Engine nicht mehr aktualisieren und weiterentwickeln.

Apple specifically stated it would terminate Epic’s access to development tools, including those necessary for Epic to keep offering the world’s most popular graphics engine, the Unreal Engine. […]

Without necessary development tools, Epic cannot develop future updates for the Unreal Engine for Apple’s operating systems (both iOS and MacOS) and would be forced to discontinue the Unreal Engine for those platforms. That is a problem right now. Developers making apps for multiple platforms or specifically for Apple devices will choose other engines instead of the Unreal Engine to ensure their programs can keep working on Apple products.

Warum sollte dieser einstweiligen Verfügung stattgegeben werden, wenn Epic zuerst vertragsbrüchig wurde? Warum sollte ein Gericht einem Eilverfahren nachkommen, wenn Apple anbietet zum ehemals (gemeinsam) vereinbarten Vertrag zurückzukehren?

Apples Statement:

We very much want to keep the company as part of the Apple Developer Program and their apps on the Store. The problem Epic has created for itself is one that can easily be remedied if they submit an update of their app that reverts it to comply with the guidelines they agreed to and which apply to all developers. We won’t make an exception for Epic because we don’t think it’s right to put their business interests ahead of the guidelines that protect our customers.

via Sam Byford | The Verge

Dass das App-Store-Regelwerk einen mehr als ausschweifenden Blick verdient, ist unbestritten. Aber vielleicht ist nun auch die Zeit der PR-Stunts vorbei.

The thing is, Epic isn’t just a game publisher. They’re a platform vendor too. One of the core things developers want from a platform vendor is stability, in every sense of the word. If I were a game developer who depends on Unreal Engine, I’d be irate at Epic. They’re creating drama and eroding trust over a fight that Unreal Engine licensees aren’t a part of and didn’t sign up for. Fortnite users — especially kids — might blame Apple for Fortnite disappearing from iOS. But professional game developers will blame Epic if Unreal Engine updates are hindered by this.

John Gruber

#DoTheRightThing

We are in the endgame now.

Es ist keine Frage mehr ob die 70/30-Verteilung kippt, sondern wann Apple sie reduziert. Nicht nur für ein paar ausgewählte Partner, und nicht nur für Software-Abos nach dem ersten Jahr, sondern ganz grundsätzlich. Mit Spotify, HEY, xCloud und jetzt Fortnite ist der Druck mittlerweile zu groß.

Doch reißt Apple gleichzeitig auch die Grundmauern des App Stores ein und zieht sie im modernen Baustil wieder hoch? Oder werden sie (irgendwann) sogar dazu gezwungen? Diese Wette ist schwieriger, weil sie den Finger tatsächlich in die Wunde legt.

Ich hoffe Apple erkennt, das ein starres und altmodisches App-Store-Regelwerk ihre Plattform nicht (mehr) schützt. Ich hoffe Apple erkennt den fundamentalen Stellenwert, den Download-Software für ihre Betriebssysteme hat. Man stelle sich ein iPhone ohne Drittanbieter-Apps vor. Ohne Spiele. Ohne WhatsApp. Ohne Netflix.

Ich hoffe das Apple sich fragt ob der App Store in seiner jetzigen Form die bestmögliche Gestalt für seine Kunden_innen und für seine Entwickler_innen angenommen hat?

Spoiler: Nein!

Darüber hinaus hat Apple mit ihrer „general purpose platform” eine weitreichende Verantwortung. Sandboxing und ein vertrauenswürdiges Zahlungssystem sind essentiell.

Auf über vier Milliarden Smartphones laufen die Betriebssysteme von Google und Apple. Ihre Position als Mittelsmänner, die Schadsoftware, Betrug und Bugs vorab aussortieren, ist (im wahrsten Sinne des Wortes) zentral. Für die meisten Leute – in den meisten Situationen – wäre es ein enormer Rückschritt diese (Sicherheits‑)Schranken auf den „wichtigsten Computern in ihrem Leben” wieder aufzugeben. Es hätte fundamentale Auswirkungen auf die Nutzung.

Um einen solchen Rückschritt zu verhindern, muss die Willkürlichkeit im Prüfprozess aufhören. Es darf keine Ungleichbehandlung in der Zulassung von Funktionen in Apps stattfinden. Und Apple darf nicht wettbewerbswidrig die eigenen Dienste bevorzugen.

Der beste Nebeneffekt von #DoTheRightThing: Alle diese Anpassungen wären nicht einmal altruistisch. Auf lange Sicht würde man damit nämlich die eigene Position zementieren.

Das ist gut für Apple und äußerst bedenklich mit Blick auf die Marktdominanz. Und genau hier ist ihre Kurzsichtigkeit für mich nicht nachvollziehbar. iOS hat seinen Reiz, weil Apple es kuratiert; weil es fantastische Apps gibt, die Update-Politik stimmt und weil es grundsätzlich ein sicheres Betriebssystem ist. Warum schützt man nicht diese Aspekte, die tatsächlich viele Millionen Telefone verkaufen, sondern behaart auf einer Strategie, die genau das gefährdet?

Ich behaupte nicht, dass die Lösungen dafür bereits auf dem Tisch liegen. Ganz im Gegenteil: Die Umsetzung wäre zwangsläufig ein Kompromiss mit gravierenden Einschränkungen. Trotzdem ist es genau die Herausforderung, der man sich stellen muss, wenn man die Zukunft weiter aktiv mitgestalten möchte.

#FreeFortnite?!

But anyway, the point of this video is: Don’t go to war for Epic.

I get it right. Apple is a gigantic monolith. Apple could stand to be taken down a peg or two. And yes, Apple took away your Fortnite. But you deserve more dignity than to be a soldier in a billion dollar executive slap fight, because that is what this is.

This is not a fight for freedom. This is not rising up against oppression. You want to rise up against oppression? Go to a Black Lives Matter protest. If you want to help corporations maximize return on their assets while you get nothing, then, you know, go right ahead, I suppose.

Screw Apple, Screw Google, and Screw Epic Games

There are no good guys here” – zumindest aus Sicht der Kunden und Kundinnen.

Basics der Bildbearbeitung mit ExactPic (via Shortcuts)

Vimeo

I created a tool called ExactPic; it’s actually a suite of Shortcuts that work together seamlessly on your iPad and your iPhone.

Khoi Vinh

ExactPic ist ein Kurzbefehl, der Fotos beschneidet, ihre Größe skaliert, in einen Rahmen drückt und mit einer variablen Qualitätsstufe plus individuellem Dateinamen abspeichert.

Dieser Shortcut ist elegant, weil er mehrere aufeinanderfolgende Bildmanipulationen durchzieht ohne das Foto zwischenzeitlich rauszuspeichern.

Danke, @akawee!

#217 – Inhaltsblocker

Von 1Blocker, über AdGuard bis NextDNS: So sieht meine Selbstverteidigung gegen aggressives (Werbe‑)Tracking aus. Leider entwickelt sich die Online-Werbeindustrie in eine Richtung, die es herauszufordern gilt. Wie man das auf iOS und iPadOS tut, ist in dieser Woche mein Thema. Hier das Intro zur achtminütigen Episode:

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DIY: das iPad am Monitorarm

An der VESA-Halterung von diesem (simplen) Monitorarm (Affiliate-Link) hängt eine magnetische Hülle, die das iPad Pro am Standing Desk (auf Augenhöhe) in Position hält.

Stabilität war mir wichtig. Ein Schwanenhals (Affiliate-Link) oder ein Klearlook-Gestänge kämen für mich nicht in Frage. Dafür bediene ich trotz Trackpad- und Tastatur-Steuerung nämlich zu oft das Tablet mit den Fingern.

Die gleiche Priorität hat die Platzierung auf Augenhöhe. Ganz besonders am Stehschreibtisch blicke ich ungerne nach unten. Ein MacBook oder ein iPad im Magic Keyboard sind für meine Nackenmuskeln keine Freude – von FaceTime-Nasentelefonaten einmal ganz abgesehen.

Zwischen der VESA-Halterung und dem iPad Case sitzt ein Stück Holz. Die vier Schrauben, die die Hülle von vorne fixieren, haben flache Köpfe.

Da Apple die Magnete im iPad-Gehäuse an den Außenseiten verschraubt, bohrt man bevorzugt durch die Mitte der Hülle.

Für diese Hülle fehlt mir eine spezifische Empfehlung. Ich habe die magnetische Rückseite der Brydge-Tastatur genommen. Irgendein preiswertes Smart Case (Affiliate-Link) wird es aber sicherlich auch tun.

Sprich: Schrauben, Holz und Case sind der „Do it yourself”-Teil dieser Idee (die gerne auch eine Firma als dediziertes Zubehörprodukt aufgreifen darf).

Sobald iPadOS jedoch eine vollwertige Monitorunterstützung bekommt, hängt an dieser VESA-Halterung wieder ein großer Bildschirm. Für die Arbeit am Schreibtisch bevorzuge ich mehr Displayplatz, auch wenn die Touch-Gesten dann nicht mehr so bequem zu erreichen sind. Solange das aber nicht passiert, ziehe ich mir die 12.9” auf diese Weise vor die Nase.

Das beste Feature dieser Konstruktion ist übrigens das flotte Trennen und Verbinden des iPads. Schon das Magic Keyboard demonstrierte die Vorteile einer magnetischen Halterung. Die Bauteile dieser Eigenkonstruktion kostet allerdings nur rund 60 Euro.

Die erste öffentliche Beta von watchOS

Zum ersten Mal existiert von watchOS (in Version 7) eine öffentliche Beta. Nach fünf Jahren fühlt sich Apple erstmals zuversichtlich genug um eine solche Vorabversion nicht nur an die Armgelenke von Entwicklern zu schnallen.

Das ist eine Anmerkung wert, weil die Apple Watch grundsätzlich keinen Downgrade auf eine früher veröffentlichte OS-Version erlaubt.

Obendrein lässt sich kein Kabel kaufen, mit dem man an den Diagnose-Port der Uhr gelangt. Sprich: Wenn ein (erzwungener) Neustart ein mögliches Problem nicht behebt, muss die Uhr zu Apple. Ich hatte so einen solchen Fall bisher einmal. Spätestens dann wenn Apple ein zukünftiges iPhone komplett ohne Anschluss veröffentlicht, sprechen wir darüber noch einmal.

Video