Das Magic Keyboard mit nur einer Hand aufklappen
Magic Keyboard: zwei Ersteindrücke (mehr)
24 Stunden später.

Die Tastaturbeleuchtung ist exzellent. Schaut man aus einem normalen Blickwinkel (von oben) auf die Tastatur, sind ausschließlich die Buchstaben beleuchtet. Andere Tastaturen bluten; es strömt Helligkeit rund um die gesamten Tasten. Nicht so beim Magic Keyboard: Es wird (verdammt) hell, beleuchtet aber wirklich nur die Buchstaben.
Von Hand lässt sich die Helligkeit der Tastatur lediglich unter ➝ Einstellungen ➝ Allgemein ➝ Tastatur ➝ Hardware-Tastatur ändern. Ich plädiere deshalb für eine Option im Kontrollzentrum.

Tippen fühlt sich ebenfalls exzellent an. Den schwarzen Tasten (!) liegt ein sehr befriedigender Anschlagpunkt zugrunde. Die Tasten wackeln nicht, fühlen sich gleichzeitig aber auch nicht so steif an wie die unzuverlässige Butterfly-Tastatur der alten MacBooks. Die Tasten sind schlicht stabil. Selbst wenn ihr einen Buchstaben nicht in der Mitte trefft, registriert das iPad diesen Anschlag. „First class typing“ – indeed.
Seit iPadOS 13.4 ist Apples Magic Trackpad 2 „my weapon of choice“. Die matte Oberfläche aus Glas fehlt mir am Magic Trackpad (sehr). Außerdem bevorzuge ich den „Fake-Klick“; das Magic Trackpad am iPad drückt ihr physisch nach unten. Dieser Klick ist durchaus laut. Wer sich an der Lautstärke stört, aktiviert unter ➝ Einstellungen ➝ Allgemein ➝ Trackpad ➝ „Tap to Click“.
Die Konstruktion des Magic Keyboards erlaubt kein Trackpad in der Qualität des alleinstehenden Magic Trackpad 2 – denke ich zumindest. Selbst bei der kleinen Trackpad-Größe ist eine Glasoberfläche, die sich mechanisch nicht bewegt, wahrscheinlich ausgeschlossen. Der begrenzte Spielraum macht es zumindest sehr schwierig.
Trotzdem ist es ein Downgrade, wenn man zuvor den Luxus von einem gigantischen Magic Trackpad 2 auf seinem Schreibtisch genoss.
Das Trackpad im neuen Magic Trackpad ist keinesfalls schlecht. Es klickt zuverlässig an jeder beliebigen Stelle (und in allen Ecken). Und es führt mühelos alle Trackpad-Gesten aus.
Es ist allerdings nicht auf Augenhöhe mit dem Apple Magic Trackpad 2, so wie es die Tastatur gegenüber dem alleinstehenden Magic Keyboard ist.

Die Magnete, die das iPad in schwebender Position halten, sind verdammt stark. Das ist nachvollziehbar, wenn man die Gewichtsverteilung bedenkt: Die iPad-Keyboard-Kombination ist quasi ein umgedrehter Laptop. Während das MacBook-Scharnier lediglich einen flachen Bildschirm in Position hält, steht beim Magic Keyboard die komplette Technik in aufgerichteter Position. Man klappt mit nur einem Finger die iPad-Keyboard-Kombination zu, braucht aber zwei Hände um sie zu öffnen.
So hübsch Apples neue Werbung fürs Magic Trackpad mit seinem „freischwebenden Design“ auch ist: Es vermittelt einen falschen Eindruck – zumindest beim Aufklappen.

Ich tippe seit dem ersten iPad Pro (2016) auf einem Smart Keyboard (Folio). Es fällt sofort auf, dass das Display jetzt höher und damit näher am Auge sitzt. Gleichzeitig ist der Neigungswinkel begrenzt. Er liegt zwischen 90 und 130 Grad.
Das Magic Keyboard findet in diesem Spielraum zwar viele Betrachtungswinkel, neigt sich aber nur begrenzt nach hinten. Das wird nicht jedem gefallen, gewährleistet jedoch eine kippelfreie Arbeit am Touchscreen.
Egal ob mit Finger oder Pencil: Das iPad droht in keinem Fall umzukippen. Ohne besondere Vorsicht zieht ihr beispielsweise das Kontrollzentrum oder die Benachrichtigungszentrale ins Bild.

Apples Design-Abteilung wird‘s schwer gefallen sein die Kameraaussparung auf dem Magic-Keyboard-Deckel den aktuellen iPads anzupassen, aber gleichzeitig die Tastatur kompatibel zu den 2018er-Modellen zu halten. Mich hätte wirklich nicht gewundert, wenn diese Kleinigkeit aufgrund von ästhetischen Gründen durchgefallen wäre. Dass das nicht passierte, ist eine sehr praxisnahe Entscheidung, die ich begrüße.
Dieses Zubehör ist jedoch ein weiterer Denkanstoß, ob die Position der Frontkamera nicht mittig an die längere Außenseite gehört. Unsere Zoom- und Facetime-Gesprächspartner_innen würden es uns danken, wenn wir zentriert(‑er) im Bild sitzen.

Apropos Software: Die neuen Trackpad-Gesten in iPadOS 13.4 sind noch nicht einmal vier Wochen alt. Seitdem erhielten die meisten meiner iPad-Apps, auf die ich tagtäglich angewiesen bin1, entsprechende Software-Updates für dieses Feature. Das ist kein Einzelfall, sondern gelebte iPad-Normalität und einer der Gründe, warum ich dieses Betriebssystem so gerne benutze.
Das Magic Keyboard bleibt dabei ein optionales Zubehör – ein Add-on – und sollte dementsprechend auch betrachtet werden. Wer bereits mit einem separaten Magic Trackpad 2 und einem Magic Keyboard 2 am iPad arbeitet, bekommt mit dem Magic Keyboard fürs iPad lediglich einen kompakteren Formfaktor (für unterwegs).
Genau wie andere Tastaturen und Trackpads ersetzt das Magic Keyboard nicht die zentrale Touch-Bedienung des iPads. Ganz im Gegenteil: Das Trackpad unterstreicht alle Vorteile dieser Touch-Bedienung, indem es Aufgaben übernimmt, die mit Touch aufwendiger sind. Erfordert eure Arbeit viele von diesen Aufgaben, dann ist die Verwendung von einem Trackpad und einer Hardware-Tastatur eine echte Empfehlung – egal ob‘s individuelle Geräte sind oder die Form des neuen Magic Keyboards annimmt.
- Googles Apps sind ein prominentes Gegenbeispiel. Die verzögerte Anpassung von Docs und Co. ist einer der Gründe, warum ich einen großen Bogen um diese Software mache.Im Fall von YouTube ist das leider nicht möglich. ↩
Magic Keyboard: zwei Ersteindrücke

- Magic Keyboard (12,9“ iPad Pro): 399 Euro, 706g
- Smart Keyboard Folio (12,9“ iPad Pro): 219 Euro, 412g
- Smart Folio (12,9“ iPad Pro): 119 Euro, 242g
Das zusätzliche Gewicht und der Preis sind nicht unerheblich. Man muss sehr viel Wert auf eine Hardware-Tastatur legen um hier zuzuschlagen. Das Eigengewicht verdoppelt sich und man zahlt (grob überschlagen) ein Drittel des Preises vom iPad selbst.
Ein erzwungener Gewichtsvergleich mit dem MacBook Air und der iPad-Tastatur-Kombination ist jedoch nicht sehr sinnvoll, wenn man nicht gleichzeitig auch das MacBook Air (1,29 kg) dem nackten iPad Pro (647g) gegenüberstellt.
Die Pfeiltasten in umgedrehter T-Anordnung vermisse ich weder am Smart Keyboard Folio, noch am regulären Magic Keyboard (99 Euro). Ich benutze das klassische Pfeiltasten-Design jedoch am Logitech Craft und komme mit beiden Anordnungen gut zurecht.
Ein Porträtmodus fehlt (mir). Das iPad als Schreibmaschine im Hochformat bekommt zu wenig Beachtung.
„Media Keys“ sind dagegen überbewertet und fehlen mir deshalb auch nicht auf Apples Magic Keyboard. Eine Escape-Taste kann man sich seit iPadOS 13.4 auf eine Taste seiner Wahl legen (Settings ⇾ General ⇾ Keyboard ⇾ Hardware Keyboard ⇾ Modifier Keys).
Ein oft übersehenes Feature ist die Kopplung über den Smart Connector. Dadurch ist das Keyboard nicht nur augenblicklich mit der Tastatur verbunden, sondern auch wieder entkoppelt! Bluetooth-Verbindungen bleiben auch dann bestehen wenn man das iPad in die Hand nimmt. Sie unterdrücken die automatische Einblendung der Bildschirmtastatur. Das nervt mich regelmäßig und ist ein klarer Pluspunkt für das Magic Keyboard.
Ich mag allerdings das Cover-Material genauso wenig wie schon zuvor beim Smart Keyboard Folio. Es ist absolut langweilig und wird sich in den folgenden Monaten und Jahren unschön abgreifen.
HomePod läuft nun mit tvOS

9to5Mac has analyzed the latest HomePod firmware available and found something unexpected: starting with version 13.4, the HomePod operating system is now based on tvOS, instead of iOS. […]
But unlike all other versions of the HomePod Software, 13.4 is derived from tvOS, and no longer the original iOS that iPhone and iPad runs. As we said, this doesn’t affect how you use your HomePod since they all run with the same base system, but it makes us think about what Apple is working on for the future of HomePod.
Guilherme Rambo spekulierte im Stacktrace-Podcast (#079) über zwei Ideen, warum der HomePod sein Betriebssystem gewechselt hat.
Seine erste Vermutung: Drittanbieter-Apps.
You know what else tvOS has? Third party apps. HomePod-iOS did not. That was a separate OS. That was audioOS.
What if this move to tvOS on HomePod is like a Catalyst for HomePod kind of thing and you can use the tvOS-SDK to write apps for the HomePod? So your tvOS app would basically run in a headless mode.
Idee Nummer 2: ein Hybrid-Gerät aus HomePod und Apple TV.
What if there’s a new product and it’s going to be both: a HomePod and an Apple TV?
Because think about it: What does HomePod and Apple TV have different in terms of hardware – besides an HDMI port and a fan? The Apple TV has an ethernet port, but I’m sure Apple would be more than fine to remove the ethernet port.
„Because you know I’m all about that bass”
Das Magic Keyboard war ursprünglich für den Monat Mai angekündigt. Die ersten Tastatur-Hüllen werden jedoch schon in der nächsten Woche ihre Besteller_innen erreichen. Mein Liefertermin ist für Montag oder Dienstag vorgemerkt.

Die Abmessungen kann man sich mit einem iPad in der Hand ungefähr vorstellen, aber Apple kommuniziert die (durchaus interessante) Gewichtsangabe nicht.
Bereits das Smart Keyboard Folio ist schwer. Die Version fürs 12,9″ iPad Pro wiegt beispielsweise so viel wie das nackte 11″ iPad Pro.
Das Magic Keyboard wird mit Trackpad, den beleuchteten Tasten und einem USB-C-Port sicherlich noch ein paar Gramm drauflegen. Der Trick beim Smart Keyboard Folio ist: Nehmt es ab, wenn ihr euch auf die Couch zurückzieht oder mit dem Pencil arbeitet.
Die Frage nach den Kilogramm ist aber nicht nur beim Transport wichtig, sondern auch wie sich das iPad Pro damit in einer typischen Laptop-Position schlägt – beim Balancieren auf den Oberschenkeln. Die Stabilität lässt sich bislang nur anhand einzelner Werbeausschnitte1 (!) erahnen.
Das Smart Keyboard Folio schlägt sich in diesem Balanceakt okay-isch. Das Magic Keyboard ist hoffentlich einen Hauch verwindungssteifer.
- Die Clips stammen aus dem Video: „How to correctly use a computer“. Ein Shortcut zog mir das Video aufs iPad; das derzeit preisvergünstigte LumaFusion schnipselte es kurzerhand zusammen. ↩
Mit Luft nach oben für die nächsten Jahre: das iPhone SE (2020)
Das iPhone SE (2016) war der Gegenentwurf zu größeren Smartphone-Displays; das iPhone SE (2020) ist eher das Kontrastprogramm zu Face ID mit seiner gestenbasierten Bedienung. Es ist obendrein die Alternative zu den gehobenen Preisen, die sich von OnePlus über das Google Pixel bis zu den Flaggschiffen von Samsung und Apple etabliert haben.

➝ Video
Das Apple den Produktnamen hier doppelt vergibt, obwohl das neue iPhone SE ganz andere Wertvorstellungen bedient, ist (für mich) verwunderlich. Vielleicht schaut Apple hier aber in erster Linie auf seine Kunden, die ihr Telefon so lange wie nur möglich behalten wollen.
Der A13-Prozessor (aus dem iPhone 11 + 11 Pro!) sowie die 3 GB-Arbeitsspeicher wird dieses Gerät kinderleicht durch die nächsten vier bis fünf iOS-Generationen tragen. Berücksichtigt man nun den Verkaufspreis von 500 Euro, zahlt man lediglich 100 Euro pro Jahr für dessen Nutzung.
Das SE ist das preiswerteste iPhone, ja, aber der tatsächliche Wert errechnet sich erst im Verhältnis zu seiner gesamten Lebens- und Nutzungszeit.
#200 – zehn Jahre iPad (2015 – 2020)

Teil 1 umspannte die ersten fünf Jahre: von Anfang 2010 bis Ende 2014. Dieses 11-Minuten-Video fasst die wichtigsten Hardware-Entwicklungen der iPads aus den letzten fünf Jahren zusammen.
iPhoneBlog #one kann man abonnieren. Als Abonnent bekommt man jede Woche ein neues Video, den Zugriff auf alle schon veröffentlichten Episoden und die Einladung zur Diskussion in einem privaten Slack-Kanal. iPhoneBlog #one ist ausschließlich von Lesern und Leserinnen finanziert und unterstützt direkt das iPhoneBlog.
Alle Infos und die Möglichkeit dabei zu sein, findet ihr unter iPhoneBlog.one.
Automation: AirPods automatisch zwischen mehreren Geräten wechseln
Wenn Castro startet und ich die AirPods bereits im Ohr habe, verbindet eine Automation die Apple-Kopfhörer mit meinem iPhone – egal ob sie in diesem Moment noch mit macOS oder iPadOS gekoppelt sind.
Über ➞ Kurzbefehle ➞ Automation lässt sich eine „Persönliche Automation” erstellen, die beim Öffnen einer spezifischen Anwendung die AirPods automatisch verbindet. Im Prinzip funktioniert diese Automation wie das Pairing via NFC-Sticker („Set Playback Destination”).

Eine solche „automatische Kopfhörer-Kopplung” kann hilfreich sein, wenn man eine ganz bestimmte Anwendung immer nur a) mit Kopfhörern und b) auf einem ganz bestimmten Gerät konsumiert. Der Podcast-Player Castro auf dem iPhone oder die HBO-Videostreaming-App auf dem iPad sind zwei Apps, bei denen das für mich zutrifft.
Wenn man nicht mit Benachrichtigungen über die regelmäßige Automation überschüttet werden möchte, schaltet man diese unter ➞ Bildschirmzeit ➞ Alle Aktivitäten anzeigen ➞ Mitteilungen: Kurzbefehle aus (oder schickt sie in die Benachrichtigungszentrale).
Das 2-Minuten-Setup ist Schritt-für-Schritt hier bebildert.