Der Parrot Zik 3.0

Aller guten Dinge sind eins, zwei oder gar drei…?!

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Steigen wir doch einfach gleich mit meinen Fazit ein, oder? Deshalb seid ihr hier; deshalb schreibe ich diesen Artikel.

Der Parrot Zik 3.0 (Affiliate-Link) präsentiert sich knapp ein Jahr nach dem Zik 2.0 als folgerichtige Weiterentwicklung. Das Design blieb (annähernd) gleich; ein paar Funktionen kommen diesmal neu hinzu. Parrot kalkuliert für dieses Kopfhörer-Modell ganz sicher nicht die Bestandskunden als Käufer ein. Für ein Upgrade sind die Unterschiede gegenüber den ersten beiden Modellen nämlich zu klein. Der Zik 3.0 bohrt bestehende Features auf und treibt bereits bekannte Ideen weiter voran. Der Zik 3.0 ist quasi die Version 2.0 vom Zik 2.0 – ein Kopfhörer für alle, die bislang noch keinen Kopfhörer von Parrot besitzen.

Eine dieser aufgemöbelten Funktionen ist ‚Adaptive noise cancelling‘, das sich nun in einer Art ‚Auto-Mode‘ betreiben lässt. Wechseln die Umgebungsgeräusche, fangen acht Mikrofone die Klänge von Außen ein und kompensieren entsprechend. So registriert man das „Guten Morgen“ der Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen beim Einstieg in den Flieger, bekommt beim Start der Maschine aber anschließend die volle Geräuschreduzierung auf die Ohren gedrückt – ohne per Hand nachjustieren zu müssen.

Angenehm passt sich der Kopfhörer an regelmäßig wechselnde Umgebungsgeräusche – beispielsweise auf einem Stadtspaziergang – an. Der Zik 3.0 speist Außengeräusche ein um dem unangenehmen Isolationseffekt entgegenzuwirken. Ihr kennt das: Telefonieren mit Kopfhörern, die komplett alle Geräusche von Außen abschirmen, hören sich nicht nur unnatürlich an, sondern anstrengend. Es wirkt so als ob man Druck auf den Ohren hat.

‚Adaptive active noise control‘ stand bereits beim Zik 2.0 auf dem Datenblatt. Neu beim Zik 3.0 ist die automatische Korrektur je nach wechselnden Umgebungsgeräuschen.

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Zweite deftige Erweiterung: Steckt man den Kopfhörer über Micro-USB1 an ein MacBook, tröpfelt dort anschließend Surround-Sound über das Kabel auf die Ohren. Das klingt bei unkomprimierter Musik nicht nur besser2, sondern verbraucht auch keinen Kopfhörer-Akku. Das größte Problem, das diese neue Kabelverbindung aber löst, ist der Gerätewechsel.

Ich zitiere einmal mich selbst, weil ich in dieses Probleme bereits mit dem Zik 2.0 gerannt bin:

Der Zik koppelt sich mit mehreren iPhones und iPads, die ihm Musik vorspielen, funktioniert gleichzeitig aber nur mit einer Musikschleuder. Das ist anstrengend wenn ihr häufig zwischen iPhone und iPad wechselt, weil sich der Parrot das zuletzt verbundene Bluetooth-Gerät greift. Um zu wechseln, muss die Bluetooth-Verbindung des vorher verbundenen Gerätes deaktiviert werden.

Keine Ahnung warum diese Unzulänglichkeit, die mich bei den ersten beiden Modellen schon wahnsinnig genervt hat, weiterhin existiert. Wer den Parrot nur mit einem einzigen iPhone koppelt (und nie mit einem anderen Klanggeber verbindet), wird das Problem nicht nachvollziehen können. Wer in den Einstellung den automatischen Verbindungsaufbau zum zuletzt verbundenen Gerät deaktiviert, lebt ebenfalls problemfrei. Doch diese Option ist eigentlich verpflichtend anzukreuzen: Man will nicht bei jedem Einschalten des Kopfhörers in den iOS-Einstellungen den Verbindungsaufbau abnicken.

Erfolgt der Verbindungsaufbau jedoch automatisch, muss man für jeden Gerätewechsel im zuletzt verwendeten Abspielgerät die Bluetooth-Verbindung abknipsen, beziehungsweise das Device entkoppeln (und ja, das ist besonders zeitintensiv unter tvOS).

Andere BT-Kopfhörer bekommen den Wechseln zwischen mehreren Geräten hin3. Der Parrot zeigt sich hier unbequem. Nur wenn man es unbedingt positiv sehen will, wertet das die neue USB-Kabelverbindung zum Mac auf.

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Der Look.

Mit dem Croco-Bezug in den Farben Schwarz, Rot, Grün und Braun, kann man mich jagen, aber das Steppmuster, erhältlich in Karamell oder Schwarz, mag ich sehr. Die Optik ist weiterhin ein Statement, das sich nicht ins übliche Kopfhörer-Korsett zwängt. Auch Sennheiser, Philips, Sony und Co. dürften meiner Meinung nach mehr Design wagen so wie es Philippe Starck hier vormacht.

Noch vier unzusammenhängende Anmerkungen:

  • Das Touch-Panel am Kopfhörer, das die Wiedergabe pausiert, Anrufe annimmt oder Musiktitel weiterspringt, stört. Ich würde es gerne in den Einstellungen deaktivieren können um nicht ständig aus Versehen dort draufzupatschen. Für diese Shortcuts zur Musik- und Podcast-Wiedergabe, oder der Lautstärke, nimmt man heutzutage ohnehin die Apple Watch.
  • Apropos Watch-App: Parrots Apple-Watch-App um den Zik 3.0 vom Handgelenk aus zu konfigurieren, ist nett gemeint – aber überflüssig. So häufig wechselt man nicht seine Sound-Profile. In meinen Testwochen aktualisierte sich die App auf der Uhr, die beispielsweise den Batteriestand des Kopfhörers anzeigt, außerdem immer nur dann wenn man erst die iPhone-App startet. Ein Bug? Ich schätze schon.
  • Parrot wirbt mit dem kabellosen Aufladen des Kopfhörers, legt aber kein Qi-zertifiziertes Ladegerät bei. Mhhh…
  • Apropos Beilagen: Parrot verkauft ein stabiles Transport-Etui für 40 Euro. Im Lieferumfang liegt nur ein Beutel bei. Eine vernünftige Hardschalen-Tasche hätte beim Preis von rund 350 Euro inbegriffen sein können.
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Soweit mein Fazit. Ich hoffe, dass die angesprochene Kritik richtig verstanden wird. Parrots ‚Over-Ears‘ gehörten weiterhin zu meinen Bluetooth-Lieblingskopfhörern (ich benutze immer noch täglich die erste Generation). Es ist ein Kopfhörer, der mit seinem Stil, seiner App als Benutzerschnittstelle und den nachzuladenden Klangprofilen ganz eigene Wege geht, sich aber nicht nur dadurch einen Platz als ernsthafter Mitbewerber in dieser Kopfhörer-Preisklasse sichert.


  1. Das beiliegende Micro-USB-Kabel ist qualitativ eines der besten Kabel dieser Kategorie, die ich jemals in der Hand hatte. Und nein, ein iPhone kann man nicht über USB verkabeln, sondern muss dafür das ebenfalls mitgelieferte Klinkenkabel verwenden. 
  2. USB Audio PCM 16 bits/48 kHz; Digital-to-Analog Converter integrated 192kHz – 24-bit 
  3. …und verbauen mittlerweile auch modernes Bluetooth 4.0 (und nicht das angestaubte Bluetooth 3.0, das hier Verwendung findet). 

‚The Talk Show‘ mit Eddy Cue und Craig Federighi

IPhoneBlog de TheTalkShow

Eine (absolut hörenswerte) Podcast-Episode mit vielen kleinen Details.

Eine dieser Kleinigkeiten: Pro Tag vermittelt Apple 17 Milliarden iMessages. Zum Vergleich: WhatsApp zählt täglich 42 Milliarden Nachrichten.

Sonos ♥ Apple Music

Sonos (universal; kostenlos) schleust nach 57 Tagen, und einer Wartezeit von insgesamt acht Monaten nach der ersten Bestätigung über die Zusammenarbeit, ab heute (theoretisch) 10 Millionen Apple-Music-Abonnenten durch ihr Lautsprecher-Netzwerk (Affiliate-Link). Die Integration ist elegant, vermisst aber die Möglichkeit Musiktitel als Favoriten zu markieren oder Songs einer Apple-Music-Wiedergabeliste hinzuzufügen.

Trotzdem, ein geglückter Auftakt. Schulnote: B-, befriedigend.

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Die Aktualisierung führt erneut den Wert von Software-Updates vor Augen. Entgegen den meisten anderen Lautsprechersystemen versteht es Sonos seine Boxen damit auf der Höhe der Zeit zu halten. Meine allererste PLAY:5 – damals noch ‚Sonos S5‘ genannt – ist mittlerweile sechs Jahre alt. Sie funktioniert heute nicht mehr wie am ersten Tag, sondern bietet unzählige Funktionen mehr. Alleine im letzten Jahr kam mit der Trueplay Raumkalibrierung eine gewichtige (und kostenlose) Neuerung dazu.

Die mit Abstand häufigste Frage im Zusammenhang mit Sonos, die mir gestellt wird, betrifft Podcasts und wie es diese Audio-Aufzeichnungen in den Lautsprecher-Kreislauf schaffen. Darauf gibt es inzwischen mehrere Antworten – ich rate durchweg zu einfachsten Methode. Unter dem Menüpunkt ‚On this iPhone‘1, in der Kategorie ➞ Podcasts, finden sich alle heruntergeladenen Abos aus Apples eigener Podcasts-Anwendung zum direkten Abspielen. Easy…wenn man Apples-App benutzt.

Wer sein Podcast-Archiv über Overcast oder Castro pflegt, hat das Nachsehen. Von dort lassen sich keine Episoden an die Sonos-Software und ihre Lautsprecher übergeben. Nun zeigen uns Statistiken: Vergleichbar wenige Hörerinnen und Hörer lauschen ihren Hörgeschichten über Drittanbieter-Apps aus dem App Store. Warum also die Nische bedienen?

Zwei Gründe:

  1. Jemand der Geld und (Recherche‑)Zeit in Podcast-Apps investiert, sollte eine Firma wie Sonos, die eine höherpreisige und ambitionierte Zielgruppe anspricht, für sich gewinnen wollen.
  2. In Zeiten von App extensions mit iOS 9 kann es technisch nicht schwierig sein eine elegante Lösung auszuarbeiten, die eine Podcast-Episode von Overcast oder Castro über die Sonos-App auf alle angeschlossenen Lautsprecher wirft.

  1. Sollte der Menüpunkt ‚On this iPhone‘ fehlen, liegt das wahrscheinlich daran, dass ihr keinen einzigen (DRM-freien) Musiktitel lokal auf dem Gerät habt. Meine Lösung, der ich heute knapp zwei (verzweifelte) Stunden hinterhergerannt bin: Ladet irgendeinen Song aus dem iOS-iTunes-Store. 

‚Lumberyard‘ – Amazons Game-Engine

Video

Amazon has unveiled two new products aimed squarely at the professional game-developer fraternity: Lumberyard, a free 3D game engine; and GameLift, a service for quickly building backends for deploying session-based multiplayer games. Products of Amazon’s Web Services (AWS) division, Lumberyard and GameLift are aimed at developers building cloud-connected games that can work across multiple platforms.

Amazon takes on Unity et al with Lumberyard, a free cross-platform game engine

Lumberyard basiert auf der CryEngine, die sich auch schon für einige App-Store-Titel verantwortlich zeigte, bevor Crytek finanziell abrutschte und nur durch eine heftige Investition von Amazon überlebte. Auch wenn die Spieleentwicklung für Xbox, PlayStation und den PC im Vordergrund der heutigen Ankündigung stehen: „Mobile support is coming down the road“ und für Amazon nicht weniger wichtig, weil die eigentliche Geschichte hinter Amazons Mühen sich alleine um AWS drehen.

Monetization for Lumberyard will come strictly through the use of Amazon Web Services‘ cloud computing. If you use the engine for your game, you’re permitted to roll your own server tech, but if you’re using a third-party provider, it has to be Amazon.

Amazon launches new, free, high-quality game engine: Lumberyard

Die Amazon Web Services, mittlerweile ein 10 Milliarden US-Dollar-Geschäft, zeigen sich als konstanter und profitabler Wachstumsmarkt. Damit das auch so bleibt, pumpt Amazon weiter Geld in diesen Geschäftsbereich, der in Zukunft gleichbedeutend (wenn nicht sogar bedeutender) als ihre Shopping-Webseite werden könnte.

Nimbus + Smart Clip = iPhone-Gaming im Handheld-Stil

Der Nimbus von SteelSeries bleibt meine Controller-Empfehlung für den neuen Apple TV. Mit der ‚Smart Clip‘-Halterung von Nyko für zirka 15 Euro (Webseite / Affiliate-Link) spielt das Bluetooth-Gamepad nicht nur Games auf dem entfernt stehenden Fernseher, sondern auch iPhone-Spiele in Game-Boy-Position.

IPhoneBlog de Nimbus Gaming

Kompatibel ist der MFi-zertifizierte Joystick ja ohnehin mit allen App-Store-Spielen, die eine Controller-Steuerung unterstützen. Während der Apple TV aber gut einsehbar an der Wand hängt, und man ein iPad geschwind über das Smart Case aufstellt, ist der kleinere iPhone-Bildschirm immer ein Problem – ausziehbare Controller, so wie der MOGA ACE Power, haben sich nicht durchgesetzt. Diese Plastik-Kralle, die sich über zwei Gummibänder ans SteelSeries-Pad klammert, löst dieses Problem. Das Zubehör holt euch euer Telefon direkt vor die Nase.

Die Klapp-Konstruktion, die sich in 20 Sekunden aufsatteln lässt, besitzt drei verstellbare Neigungswinkel, nimmt Geräte bis zu einer Breite von 15 (!) Zentimetern auf (ja, auch das iPad mini passt dort rein) und verdeckt beim Nimbus-Controller lediglich den eher selten benutzten Menü-Button. Denn eigentlich, ja eigentlich verkauft Nyko seinen ‚Smart Clip‘ für das Xbox-One-Pad. Dass dieses Accessoire auch auf den Nimbus-Controller passt, ist ein kleiner Geheimtipp.

Mein iPhone 6s Plus (+ Case) klemmt angenehm stabil zwischen den zwei Plastik-Kanten. Trotzdem würde ich eine überfüllte U-Bahn in Tokio damit meiden. Für die eigene Couch aber, die eine Armlänge an Spielraum zulässt, eignet sich die Handheld-Konsole ausgezeichnet.

Einziges ernsthaftes Problem: Der Smart Clip ist wirklich schwierig zu bekommen. Nur alle paar Tage taucht ein Anbieter dafür auf Amazon.de auf.

„Bridging the 3.5mm Gap“

IPhoneBlog de 3 5 Gap

Apple shouldn’t make an adaptor, but if they did, I wondered, what would it look like? Our end-goal shouldn’t be pushing music into a metal hole until the end of time, so focusing on a Lightning convertor seemed silly. What made sense to me was instead turning standard headphones into Bluetooth headphones, and thus this little design exercise was born.

Sean Nelson

Sean Nelson hatte nicht nur eine clevere Adapter-Idee für die Übergangsphase von kabelgebundenen zu kabellosen Kopfhörern, sondern schrieb dazu auch einen guten (und kompakten) Blog-Post.

Vertagebucht: Day One 2 Journal + Notes

Die Älteren unter uns werden sich noch erinnern: Früher™ verteilten Software-Entwickler sogenannte Upgrades – ‚bezahlte Updates‘ für bestehende Apps. In den alten Tagen™ hielt man für neue Funktionen oder ein Bündle von Fehlerbehebungen tatsächlich noch einmal die Hand auf. Doch, wirklich! Einmal gekauft und kein lebenslanger Support.

Klingt verrückt, aber einige Firmen strickten daraus so etwas wie einen festen Upgrade-Zyklus. Sie planten regelrecht feste Veröffentlichungstermine für neue Versionen und stellten entsprechend Leute ein. Jedes neue Jahr oder jede weitere Release-Nummer wurde man so als Bestandskunde erneut zum Käufer. Get this: Selbst für neue Betriebssysteme musste man bezahlen – mit echten Euros!

Doch bevor ihr weiter aus allen Wolken™ fallt: Damals gab es einen Trick, der uns alle vor dem persönlichen Bankrott beschützte und trotzdem die Software-Entwicklung florieren ließ. Das Zauberwort lautete: Upgrade-Preise. Die Idee ist simpel: Wer die ausgemusterte Version einer Software besitzt, bezahlt für das Upgrade auf die aktuelle Version weniger als den Vollpreis. Klar, das war kompliziert (weil es Wissen über Seriennummern und Lizenzen abverlangte), umständlich (weil man das ursprüngliche Kaufdatum nachschlagen musste oder an eine Upgrade-Frist gebunden war) und oft unverständlich (weil der Kauf über einen dubiosen Webshop erfolgte, der sich außerhalb der App befand). Aber hey, es sparte Geld und im besten Fall musste man keine neue App installieren, sondern war in der Lage seine bereits installierte Anwendung direkt aufzuleveln.

Schnitt. Warum die längliche – unter Umständen nicht ganz bierernste – Einleitung? Und was hat das alles überhaupt mit Day One 2 zu tun?

Day One 2, ab heute neu für iOS (4.99 ) und den Mac (19.99 ), wäre geradezu prädestiniert für ein bezahltes Upgrade. Die heute veröffentlichte Version 2 befindet sich seit 24 Monaten in der Entwicklung und richtet sich in erster Linie an Kunden, die diese Tagebuch-App schätzen (und seine Entwicklung weiter unterstützen wollen).

Doch Upgrade-Preise gibt es im App Store bekanntlich nicht und das führt zu…Unbequemlichkeiten.

IPhoneBlog de DayOne 2

Diese Unbequemlichkeiten beginnen bereits beim Namen: Day One 2 klingt…nun ja, widersprüchlich. Doch zwei App-Store-Apps dürfen nun einmal nicht die gleiche Bezeichnung tragen. Deshalb blicken wir ab heute auf ein Day One Classic und ein Day One 2 Journal + Notes.

Doch so geht’s erst los. Durch die Abspaltung einer neuen App steht der Entwickler plötzlich vor der Frage wie er bequem eine bestehende Datenbank umsiedelt. Day One löst das Problem zwar elegant wenn beide Anwendungen installiert sind, investierte dort aber ganz gewiss einige Tage an Arbeit (die niemand wertschätzt oder für die niemand bereit ist zu zahlen).

Und so geht’s weiter. Nutzer sind vorrangig an (komplett) neuen Funktionen interessiert. Day One 2 ist aber mehr ein Verfeinern als das Umwerfen eines bestehenden Produkts. Der Unterbau ist neu geschrieben und stellt die App zukunftsfähig auf. Diese Arbeiten hinter der Bühne sind zwar notwendig um langfristig Software zu entwicklen, sie lassen sich aber nur schwer verkaufen.

Um einen finanziellen Upgrade-Anreiz zu schaffen, ohne die Möglichkeit zu besitzen einen Upgrade-Preis für Bestandskunden im App Store anzubieten, veräußert Bloom Build seine beiden neuen Apps in der nächsten Woche zum halben Preis. Eine gängige aber weiterhin unbefriedigende Lösung.

Genug der langen Vorrede, die keinesfalls als Rechtfertigung in Bezug auf Day One verstanden werden soll. Ich fand es jedoch wichtig den aktuellen Status quo einmal festzuhalten und die Schwierigkeiten zu nennen mit denen Entwickler ein großes App-Update veröffentlichen.

Doch jetzt, rein ins Produkt1.

IPhoneBlog de DayOne 2 iPhone

Lange auf der Wunschliste: Day One 2 jongliert mit mehreren Journalen – eins für die Arbeit, eins für die Kinder und eins für die privaten Filmkritiken. Bislang habe ich Einträge, die ich ab heute in verschiedene Logbücher sortieren würde, über Schlagwörter getrennt. Wenn ich will, könnte damit jetzt Schluss sein. Über Schlagworte und Filter kann ich mit der neuen Version sogar mehrere Beitrag gleichzeitig verschieben.

Apropos Tagebucheinträge: Ein Beitrag kann jetzt bis zu 10 Fotos umfassen. Daneben bereitet die Anwendung euer Buch nun auch in Form einer Fotowand ansprechend auf und verortet alle Einträge nach ihrer Geo-Position auf einer Weltkarte.

IPhoneBlog de DayOne 2 iPad

Unverkennbar: Die Mac-Version rückt näher an seine iOS-Schwester-Software. Beide Apps ähneln sich mehr als zuvor. Das mag man positiv aufnehmen, ja. Für mich persönlich ist es aber ein weiterer Grund den iOS-Apps meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu schenken. Ich habe in der mehrjährigen Nutzung festgestellt, dass ich die Mac-App so gut wie nie starte. Das hat sich in den kurzen Test-Tagen mit Day One 2 auch nicht geändert. Ich schreibe meine persönlichen Geschichten bevorzugt mit dem iPhone und iPad auf. Deshalb lautet meine Empfehlung: Startet mit dieser Version.

Sync – oder die Geister, die ich rief.

Day One 2 synct über sein eigenes Backend – Dropbox und iCloud fallen mit der neuen Version raus. Das Feature ist nicht neu, ab sofort aber verpflichtend. Ich habe bereits im Sommer meinen Account umgestellt und empfand es technisch – insbesondere in puncto Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit – als einen angenehmen Unterschied (zu Dropbox).

Nichtsdestotrotz bleibt es ein problematischer Schritt, der weniger etwas mit der Technik zu tun hat, als mit der Wahrnehmung. Dropbox und iCloud genießen Vertrauen – für die einen mehr als für die anderen. Der Sync-Dienst einer kleinen Tagebuch-App (mit 11 Leuten), egal wie zuverlässig, verschlüsselt und jederzeit verfügbar er ist, bleibt immer der Sync-Dienst einer…kleinen Tagebuch-App.

Nochmal: Meine Erfahrungen sind uneingeschränkt positiv – auch beim Umzug von Day One Classic auf Day One 2 in dieser Woche. Und trotzdem kann ich es nachvollziehen wenn jemand seinen Datensatz gerne in seiner iCloud hätte.

„Dann bleibe ich doch einfach bei der alten Version, oder?“ Ja, nein. Die Classic-App bleibt zwar im App Store und soll weiterhin Bugfix-Updates erhalten, eine Langzeitlösung ist das aber nicht. Auf einer alten Version zu verweilen, sich darauf zu verlassen während der Entwickler bereits weitergezogen ist, endet selten glücklich.

Strich drunter

Day One 2 ist kein Homerun-Release. Vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen, aber nach fünf Jahren besteht diese neue Version aus ganz viel Grundlagenarbeit für die Zukunft und vermisst eine Handvoll detailverliebte Extras, die die App in der Gegenwart glänzen lassen.

Nichtsdestotrotz: Day One 2 bleibt für mich die beste Tagebuch-App, die ich jedes Mal mit Genuss öffne. Diese Software hat es geschafft, dass ich für meine Kids in unregelmäßigen Abständen festhalte, was wann und wo etwas passiert. Mein Tagebuch schreibe ich für sie. Ohne Day One hätte ich damit nicht begonnen, weil mir eine Vorlage, ein Rahmen für Gedanken und Erinnerungen, fehlen würde. Dafür hat die App bei mir ein Stein im Brett. Und deshalb trete ich informiert optimistisch den nächsten Updates und Versprechen über die bereits ausgeplauderten Neuerungen (Audio Recording, Places, Activity Feed, Night Mode, People Tags, Advanced Search, Publisher 2.0, etc.) entgegen.


  1. Gewöhnlich gibt’s hier immer eigene Screenshots. Im Fall meiner ganz persönlichen Tagebucheinträge habe ich mich jedoch entschieden, diesen Beitrag mit neutralen Pressefotos zu untermalen. 

Ein (einzelner) Datenpunkt für eine Zwischenbilanz der iOS-Inhalts-Blocker

IPhoneBlog de Ad Blocking

But the arrival of ad-blocking on mobile has also been encouraging people to adopt this approach across all of their devices and, as we’ll see in Monday’s Chart of the Day, it’s the numbers who are blocking ads on mobile which are perhaps the biggest cause for concern.

Ad-blocking jumps by 10%

Schaut man (aus gleicher Quelle1) aufs „Mobile Ad-Blocking“, haben es 37-Prozent der Teilnehmer im letzten Monat (zumindest einmal) ausprobiert; 42-Prozent sind interessiert es zukünftig zu testen und 21-Prozent halten komplett Abstand.

Popcorn-eske Randnotiz: Anfang dieser Woche verteilte Samsung ein Software-Update für seine Mobiltelefone, das für den eigenen Android-Webbrowser eine Schnittstelle für Werbeblocker bereitstellt. Adblock Fast war neben Crystal for Samsung Internet einer der Release-Partner für Samsung, der aber schon heute wieder mit seiner App aus dem Google-Play-Store flog. Crystal wurde bislang übersehen ist dagegen noch erhältlich.


  1. Zirka 51.000 Befragte in 34 Länder, die in eine Altersklasse von 16 bis 64 fallen.