#297 – tvOS 15.4

Der Apple TV ist teurer als alle anderen Set-Top-Boxen; für mich ist er trotzdem jeden Euro wert. Insbesondere, weil die kleine Entertainment-Box mehr als nur Netflix startet. Seine Software- und Software-Updates spielen dabei eine entscheidende Rolle. Allein mit Blick zurück aufs letzte Jahr sind viele Kleinigkeiten hinzugekommen, die ich in diesem Video dokumentiere.

Hier das Intro zur knapp siebenminütigen Episode:


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„Have iPhone Cameras Become Too Smart?“

Nein. Die einfache Antwort auf diese Frage lautet: Nein. Trotzdem bleibt es eine lesenswerte Kolumne1.

In January, I traded my iPhone 7 for an iPhone 12 Pro, and I’ve been dismayed by the camera’s performance. On the 7, the slight roughness of the images I took seemed like a logical product of the camera’s limited capabilities. I didn’t mind imperfections like the “digital noise” that occurred when a subject was underlit or too far away, and I liked that any editing of photos was up to me. On the 12 Pro, by contrast, the digital manipulations are aggressive and unsolicited. One expects a person’s face in front of a sunlit window to appear darkened, for instance, since a traditional camera lens, like the human eye, can only let light in through a single aperture size in a given instant. But on my iPhone 12 Pro even a backlit face appears strangely illuminated. The editing might make for a theoretically improved photo—it’s nice to see faces—yet the effect is creepy.

Kyle Chayka | The New Yorker

Letztes Wochenende fragten mich Freunde, ob ich ihre Taufe fotografiere. Die Lichtverhältnisse in der Kapelle waren unselig. Drinnen war es relativ düster; die Gäste standen rückseitig beleuchtet vor einer großen Fensterfront.

Ein iPhone 7 wäre hier gottlos überfordert; mit einer Systemkamera musste man wissen, wie man gleichzeitig die Taufpaten, Eltern, die Pastorin und das Baby erkennbar ablichtet.

Aber ich hätte der Familie natürlich auch erzählen können: „the effect is creepy“.

Moderne Smartphone-Kameras ermöglichen auch ungeschulten Personen die Teilnahme an moderner Fotografie. „I didn’t mind imperfections“ ist deshalb eine ziemlich elitäre Haltung.

Obendrein gleicht die Smartphone-Software viele der (großen) Nachteile des kleinen Sensors aus. Was Wechselobjektive und große Sensoren bei Systemkameras ermöglichen, hievt der Taschencomputer durch Rechenpower auf Augenhöhe.

Das „Processing“ ist allem voran den Hardware-Kompromissen geschuldet, und findet kaum Verwendung für verspielte Effekte.

Und trotzdem greift genau hier eine berechtigte Kritik. Die Kritik, dass sich einige smarte Bearbeitungen nicht komplett deaktivieren lassen (Rauschunterdrückung selbst bei ProRAW). Die Kritik, dass die Kamera zu selbstständig handelt (beispielsweise welches Objektiv sie verwendet).

Wie gesagt: Ich empfinde dies als berechtigte Kritik, und trotzdem erwarte ich eine automatische Objektivkorrektur des Ultraweitwinkels, eine intelligente Belichtung von Gesichtern, eine richtige Entscheidung der Farbtemperatur und ja, generell das Entfernen von Bildrauschen.

Google, Samsung, Sony und Apple haben über die letzten Jahre unterschiedliche „Stilrichtungen“ für ihre Fotos entwickelt. Hier gibt es kein Richtig oder falsch: Kamerahersteller interpretieren. Apples „Fotografische Stile“ brechen seit dem iPhone 13 erstmals mit diesem klassischen Look des iPhones.

Und sie tun es auf eine Art, die für jeden nachvollziehbar und (kreativ) anzuwenden ist. Bitte mehr davon! Also bitte mehr „smart“.


  1. Die passenden Fotos, die dieser Artikel benötigt hätte, aber nicht hat, reicht John Nack nach. 

In einem Aufwasch: Musikerkennung über Apple Watch und das Hinzufügen dieser Songs zu eurer Bibliothek

Die „Musikerkennung über das Kontrollzentrum“ kennt man. Fragt ihr Siri auf der Watch („Hey Siri, wie heißt dieses Lied?“), gibt’s obendrein die Möglichkeit einen erkannten Song direkt eurer Apple-Music-Bibliothek hinzuzufügen.

Das von Apple im Jahr 2018 übernommene Shazam zeigt sich dafür zuständig. Die Shazam-Apps müssen für diese Funktion jedoch nicht installiert sein.

Die App-Store-App NowPlaying setzt ebenso auf das ShazamKit-Framework und erkennt automatisch alle Musiktitel, solange die Watch-App geöffnet ist. Das ist ziemlich genial, wenn ihr einer Playliste oder einem Radiosender zuhört, und mit nur einem Seitenblick auf die Uhr alle Informationen über das jeweilige Musikstück bekommt. Und auch hier lässt sich mit nur einem Fingerzeig der registrierte Musiktitel in Apple Music speichern.

Mein einziger Kritikpunkt: Der Verlauf aller erkannten Musiktiteln von der Uhr überträgt sich nicht in die NowPlaying-App auf dem iPhone.

„Lautstärkeregler an fester Position“ ist keine Option fürs neue iPad Air

Es war nett, diese Option mit iPadOS 15.4 auf den alten iPads zu sehen. Es ist dagegen weniger nett, ausschließlich smarte Lautstärketasten (die sich dynamisch der Orientierung des iPads anpassen) auf dem neuen iPad Air (5. Generation) vorzufinden.

Danke, Leo!

YouTube-App auf Apple TV: Langer Clickpad-Druck führt ins Kurzwahlmenü

Ohne ein YouTube-Video auf dem Apple TV starten zu müssen, könnt ihr es durch einen langen Clickpad-Druck auf eure „Watch Later“-Liste setzen oder Clip-Empfehlungen des Algorithmus eine Absage erteilen1.


  1. Eine Kleinigkeit, die ich für andere Apps nicht individuell erwähnt hätte. Für die App von Google auf Apples Set-Top-Box freut man sich aber bereits über so wenig

„Posture Pal“ nutzt AirPods, um auf eine richtige Körperhaltung am Computerbildschirm hinzuweisen

Während heute alle über ein Display sprechen, sei auf die korrekte Körperhaltung vor einem solchen Monitor hingewiesen.

Video

Posture Pal helps you improve your neck and shoulder posture by using the motion sensors in your headphones. Improve your neck, shoulder and back posture without having to purchase a separate tracking device. Just use your AirPods.

Posture Pal

Eine brillante Idee, die man kostenlos ausprobiert1 und mit einem 2-Euro-Kauf in dieser Woche sogar etwas spendet.


  1. „Posture Pal supports AirPods (3rd Generation), AirPods Pro, AirPods Max and Beats Fit Pro.“ 

Das iPhone SE (2022)

Der folgende Artikel ist über 6.000 Zeichen lang. Um ihn zugänglicher zu gestalten, habe ich ihn eingesprochen. Für Abonnenten von #one habe ich die Audiodatei zusätzlich in den persönlichen RSS-Feed eingestellt.

Dieses iPhone hat etwas, das kein anderes iPhone mehr hat: einen Home-Button. Wer ihn will, hat beim iPhone-Neukauf nur diese eine Wahl.

Apple verkaufte das erste iPhone SE im Jahr 2016. Die zweite Version folgte im Jahr 2020 – vier Jahre später also. Die nun dritte Generation erreicht uns bereits nach nur zwei Jahren. Ich glaube, das ist ein Hinweis darauf, dass a) die Anhänger der Home-Button-Fraktion immer noch in Millionen-Größe existiert, aber auch b) die Nachfrage mittlerweile schrumpft.

Für Apple wird sich’s trotzdem lohnen; ihr interner Blick in die Numbers-Tabelle verrät das. Ansonsten hätte sich Apple die Ankündigung mit Pauken und Trompeten erspart. Vielleicht hätten sie das SE trotzdem aktualisiert; sie hätten aber nicht die volle PR-Kraft hinter dieses Modell geworfen.

Das SE ist kein Schnäppchen, wenn man es zum Festpreis (519 Euro / 64 GB) direkt im Apple Store kauft. Die meisten dieser Geräte schupsen jedoch die Mobilfunkanbieter über ihre Tresen. Sie flechten dabei den Preis der Hardware in den monatlichen Mobilfunktarif ein. Deshalb macht’s auch keinen Unterschied, dass das SE (3. Generation) im empfohlenen Verkaufspreis 40 Euro teurer ist als das SE (2. Generation) zu seiner Zeit. Man kann generell anzweifeln, ob Kunden und Kundinnen diesen Aufpreis zahlen (oder sogar viel mehr zahlen!), weil die monatliche Gebühr extrem vom Tarif und Anbieter abhängt.

Aber natürlich habe auch ich mich gefragt: „Ist das iPhone SE ein guter Deal?

Es zeigt sich: Das ist erstaunlich schwer zu beantworten, wenn die zwingenden Voraussetzungen a) die Hometaste und b) iOS sind.

Wenn sich Interessenten vom SE wirklich nicht vom vertrauten Home-Button verabschieden wollen – so wie es die gängige Theorie ist – wird man diesen Personen sicherlich auch nicht Android vorschlagen müssen. Die Hardware bleibt nämlich nur solange vertraut, wie es auch die Software ist.

Diese Kombination – Home-Button plus iOS – realisiert ausschließlich das iPhone SE. Es ist damit in einer verblüffend konkurrenzlosen Situation.

Und genau deshalb ist es guter Fanservice, dass Apple nicht erneut vier Jahre bis zur nächsten Hardware-Revision wartet. Auch diese Kundschaft hat Anspruch auf mehr Batterielaufzeit, besseres Displayglas, 5G und einen Prozessor, der (unter anderem) hübschere Bilder erzeugt.

Insbesondere die Prozessor- und Grafikleistung dürfte deutlich über den gängigen Anforderungen liegen. Das wird jedoch dazu führen, dass dieses Modell auch in vier, fünf oder sogar sechs Jahren noch OS- und Sicherheitsupdates bekommt. Der Beleg? Derzeit erhält noch Apples iPhone 6s das aktuelle Betriebssystem – sechseinhalb Jahre nach seinem Verkaufsstart.

Der A15-Prozessor hilft aber auch bei brandneuen Funktionen – von Live Text über Kamera-Features wie Deep Fusion, Smart HDR 4 und Video (nun bis 4K/60 + Zeitlupenvideos in 1080p mit 120fps).

Dabei ist es besonders lustig, dass Apples günstiges iPhone jedes andere Smartphone in den Schatten stellt – egal in welcher Preisklasse, egal von welchem Hersteller.

Und trotzdem sei explizit aufgeschrieben, was allen von euch Mitlesenden hier klar sein sollte: Das iPhone SE ist nicht für mich!

Neben einem bildschirmfüllenden OLED-Display und einem Kamerasystem mit mehr Objektiven, ist es allem voran die Wischgesten-Steuerung, die meine Fingermuskeln seit dem iPhone X (2017) trainieren. Ich bin hier genau gegenteilig konditioniert wie jemand, der weiterhin den Home-Button bevorzugt.

Aber wir sprechen hier nicht nur über Personen, die keine Änderungen wollen. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität stellt das iPhone mit Home-Button eine echte Alltagshilfe darf.

Deshalb spart man sich auch die Preisvergleiche mit einem iPhone 11 oder einem (gebrauchten) iPhone 12 (mini). Sie sind mit technischem Blick der „bessere Deal“, aber nicht das, was diese Kundschaft möchte.

Die wichtige Frage lautet also: Hat sich Apple beim SE die notwendige Mühe gegeben?

Äußerlich gleich das neue SE dem SE der 2. Generation. Das geschulte Auge weiß um die neuen Farbtöne (Mitternacht + Polarstern) und erkennt, dass die CE-/Mülltonnen-Kennzeichnung auf der Rückseite fehlt.

Ich weiß nicht, wie sich Apple diesmal um die vorgeschriebenen Logo gedrückt hat. Im iPhone 13 findet sich die Auszeichnung weiterhin am Rahmen. Aber ich befürworte natürlich diese „Liebe zum Detail“ sehr.

Erst seit Dienstag liegt meine Simkarte im SE. Dauerhaft aktiviertes 5G zwingt den minimal verbesserten Akku trotzdem flott in die Knie. Hier hilft die Standardeinstellung „5G Auto“; eine Langzeitbeobachtung bleibt allerdings offen.

„Kabelloses Aufladen“ und „schnelles Aufladen“ (bis zu 50 % in 30 Minuten) funktionieren genau wie beim Vorgängermodell.

Der fehlende Nachtmodus ist bei der ansonsten soliden Kamera die größte Enttäuschung. Niemand hat HDR-Videoaufnahmen oder Apple ProRAW für Fotos erwartet; eine Bildverbesserung unter suboptimalen Lichtverhältnissen wäre jedoch wünschenswert gewesen.

Das iPhone SE (3. Generation) ist kein Budget-Smartphone. Es ist zwar Apples günstiges Modell, siedelt sich im Vergleich mit anderen Telefonen aber im mittleren Preissegment an. Allerdings spielt es gegenüber allen Mitbewerbern seinen Anschaffungspreis über die Lebenszeit wieder ein – egal ob man es für vier oder fünf Jahre selbst benutzt oder dank Preisstabilität und Hardware-Qualität zur Lebensmitte weiterverkauft / weitergibt.

Das SE ist optisch ein Oldtimer, den Apple intern zu einem modernen Elektroauto umgerüstet hat. Die dicken Bildschirmränder, der kompakte Formfaktor sowie die abgerundeten Ecken stehen im krassen Gegensatz zu allen anderen iPhones. Mit A15-Prozessor beschleunigt dieses Telefon jedoch wie seine großen Brüder und fühlt sich dabei gleichermaßen hochwertig an.

Für die meisten seiner Kunden und Kundinnen ist das damit mehr Telefon, als sie wahrscheinlich benötigen. Und trotzdem bekommen sie ein Smartphone, das nicht schon seit zwei Jahren in den Verkaufsregalen steht.

Und solange der tatsächliche Bedarf nach Hometaste und iOS besteht, ist es nur richtig und wichtig, dass Apple dieses Modell up-to-date hält.

#296 – iOS + iPadOS 15.4

Wenn ihr mir 6 Minuten eurer Aufmerksamkeit schenkt, fasse ich alle Neuerungen aus iOS + iPadOS 15.4 kompakt zusammen.

Und das Update enttäuscht nicht: Neben „Universal Control“ und Face ID mit Maske – zwei Funktionen, die sich herumgesprochen haben – steckt noch mehr als ein Duzend netter Änderungen in dieser Aktualisierung.

Hier das Intro zur Episode:


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