#DoTheRightThing

We are in the endgame now.

Es ist keine Frage mehr ob die 70/30-Verteilung kippt, sondern wann Apple sie reduziert. Nicht nur für ein paar ausgewählte Partner, und nicht nur für Software-Abos nach dem ersten Jahr, sondern ganz grundsätzlich. Mit Spotify, HEY, xCloud und jetzt Fortnite ist der Druck mittlerweile zu groß.

Doch reißt Apple gleichzeitig auch die Grundmauern des App Stores ein und zieht sie im modernen Baustil wieder hoch? Oder werden sie (irgendwann) sogar dazu gezwungen? Diese Wette ist schwieriger, weil sie den Finger tatsächlich in die Wunde legt.

Ich hoffe Apple erkennt, das ein starres und altmodisches App-Store-Regelwerk ihre Plattform nicht (mehr) schützt. Ich hoffe Apple erkennt den fundamentalen Stellenwert, den Download-Software für ihre Betriebssysteme hat. Man stelle sich ein iPhone ohne Drittanbieter-Apps vor. Ohne Spiele. Ohne WhatsApp. Ohne Netflix.

Ich hoffe das Apple sich fragt ob der App Store in seiner jetzigen Form die bestmögliche Gestalt für seine Kunden_innen und für seine Entwickler_innen angenommen hat?

Spoiler: Nein!

Darüber hinaus hat Apple mit ihrer „general purpose platform” eine weitreichende Verantwortung. Sandboxing und ein vertrauenswürdiges Zahlungssystem sind essentiell.

Auf über vier Milliarden Smartphones laufen die Betriebssysteme von Google und Apple. Ihre Position als Mittelsmänner, die Schadsoftware, Betrug und Bugs vorab aussortieren, ist (im wahrsten Sinne des Wortes) zentral. Für die meisten Leute – in den meisten Situationen – wäre es ein enormer Rückschritt diese (Sicherheits‑)Schranken auf den „wichtigsten Computern in ihrem Leben” wieder aufzugeben. Es hätte fundamentale Auswirkungen auf die Nutzung.

Um einen solchen Rückschritt zu verhindern, muss die Willkürlichkeit im Prüfprozess aufhören. Es darf keine Ungleichbehandlung in der Zulassung von Funktionen in Apps stattfinden. Und Apple darf nicht wettbewerbswidrig die eigenen Dienste bevorzugen.

Der beste Nebeneffekt von #DoTheRightThing: Alle diese Anpassungen wären nicht einmal altruistisch. Auf lange Sicht würde man damit nämlich die eigene Position zementieren.

Das ist gut für Apple und äußerst bedenklich mit Blick auf die Marktdominanz. Und genau hier ist ihre Kurzsichtigkeit für mich nicht nachvollziehbar. iOS hat seinen Reiz, weil Apple es kuratiert; weil es fantastische Apps gibt, die Update-Politik stimmt und weil es grundsätzlich ein sicheres Betriebssystem ist. Warum schützt man nicht diese Aspekte, die tatsächlich viele Millionen Telefone verkaufen, sondern behaart auf einer Strategie, die genau das gefährdet?

Ich behaupte nicht, dass die Lösungen dafür bereits auf dem Tisch liegen. Ganz im Gegenteil: Die Umsetzung wäre zwangsläufig ein Kompromiss mit gravierenden Einschränkungen. Trotzdem ist es genau die Herausforderung, der man sich stellen muss, wenn man die Zukunft weiter aktiv mitgestalten möchte.

#FreeFortnite?!

But anyway, the point of this video is: Don’t go to war for Epic.

I get it right. Apple is a gigantic monolith. Apple could stand to be taken down a peg or two. And yes, Apple took away your Fortnite. But you deserve more dignity than to be a soldier in a billion dollar executive slap fight, because that is what this is.

This is not a fight for freedom. This is not rising up against oppression. You want to rise up against oppression? Go to a Black Lives Matter protest. If you want to help corporations maximize return on their assets while you get nothing, then, you know, go right ahead, I suppose.

Screw Apple, Screw Google, and Screw Epic Games

There are no good guys here” – zumindest aus Sicht der Kunden und Kundinnen.

Basics der Bildbearbeitung mit ExactPic (via Shortcuts)

Vimeo

I created a tool called ExactPic; it’s actually a suite of Shortcuts that work together seamlessly on your iPad and your iPhone.

Khoi Vinh

ExactPic ist ein Kurzbefehl, der Fotos beschneidet, ihre Größe skaliert, in einen Rahmen drückt und mit einer variablen Qualitätsstufe plus individuellem Dateinamen abspeichert.

Dieser Shortcut ist elegant, weil er mehrere aufeinanderfolgende Bildmanipulationen durchzieht ohne das Foto zwischenzeitlich rauszuspeichern.

Danke, @akawee!

#217 – Inhaltsblocker

Von 1Blocker, über AdGuard bis NextDNS: So sieht meine Selbstverteidigung gegen aggressives (Werbe‑)Tracking aus. Leider entwickelt sich die Online-Werbeindustrie in eine Richtung, die es herauszufordern gilt. Wie man das auf iOS und iPadOS tut, ist in dieser Woche mein Thema. Hier das Intro zur achtminütigen Episode:

iPhoneBlog #one kann man abonnieren. Als Abonnent bekommt man jede Woche ein neues Video, den Zugriff auf alle schon veröffentlichten Episoden und die Einladung zur Diskussion in einem privaten Slack-Kanal. iPhoneBlog #one ist ausschließlich von Lesern und Leserinnen finanziert und unterstützt direkt das iPhoneBlog. Alle Infos und die Möglichkeit dabei zu sein, findet ihr unter iPhoneBlog.one.

DIY: das iPad am Monitorarm

An der VESA-Halterung von diesem (simplen) Monitorarm (Affiliate-Link) hängt eine magnetische Hülle, die das iPad Pro am Standing Desk (auf Augenhöhe) in Position hält.

Stabilität war mir wichtig. Ein Schwanenhals (Affiliate-Link) oder ein Klearlook-Gestänge kämen für mich nicht in Frage. Dafür bediene ich trotz Trackpad- und Tastatur-Steuerung nämlich zu oft das Tablet mit den Fingern.

Die gleiche Priorität hat die Platzierung auf Augenhöhe. Ganz besonders am Stehschreibtisch blicke ich ungerne nach unten. Ein MacBook oder ein iPad im Magic Keyboard sind für meine Nackenmuskeln keine Freude – von FaceTime-Nasentelefonaten einmal ganz abgesehen.

Zwischen der VESA-Halterung und dem iPad Case sitzt ein Stück Holz. Die vier Schrauben, die die Hülle von vorne fixieren, haben flache Köpfe.

Da Apple die Magnete im iPad-Gehäuse an den Außenseiten verschraubt, bohrt man bevorzugt durch die Mitte der Hülle.

Für diese Hülle fehlt mir eine spezifische Empfehlung. Ich habe die magnetische Rückseite der Brydge-Tastatur genommen. Irgendein preiswertes Smart Case (Affiliate-Link) wird es aber sicherlich auch tun.

Sprich: Schrauben, Holz und Case sind der „Do it yourself”-Teil dieser Idee (die gerne auch eine Firma als dediziertes Zubehörprodukt aufgreifen darf).

Sobald iPadOS jedoch eine vollwertige Monitorunterstützung bekommt, hängt an dieser VESA-Halterung wieder ein großer Bildschirm. Für die Arbeit am Schreibtisch bevorzuge ich mehr Displayplatz, auch wenn die Touch-Gesten dann nicht mehr so bequem zu erreichen sind. Solange das aber nicht passiert, ziehe ich mir die 12.9” auf diese Weise vor die Nase.

Das beste Feature dieser Konstruktion ist übrigens das flotte Trennen und Verbinden des iPads. Schon das Magic Keyboard demonstrierte die Vorteile einer magnetischen Halterung. Die Bauteile dieser Eigenkonstruktion kostet allerdings nur rund 60 Euro.

Die erste öffentliche Beta von watchOS

Zum ersten Mal existiert von watchOS (in Version 7) eine öffentliche Beta. Nach fünf Jahren fühlt sich Apple erstmals zuversichtlich genug um eine solche Vorabversion nicht nur an die Armgelenke von Entwicklern zu schnallen.

Das ist eine Anmerkung wert, weil die Apple Watch grundsätzlich keinen Downgrade auf eine früher veröffentlichte OS-Version erlaubt.

Obendrein lässt sich kein Kabel kaufen, mit dem man an den Diagnose-Port der Uhr gelangt. Sprich: Wenn ein (erzwungener) Neustart ein mögliches Problem nicht behebt, muss die Uhr zu Apple. Ich hatte so einen solchen Fall bisher einmal. Spätestens dann wenn Apple ein zukünftiges iPhone komplett ohne Anschluss veröffentlicht, sprechen wir darüber noch einmal.

Video

WSJ: „U.S. Government Contractor Embedded Software in Apps to Track Phones”

Während alle über TikTok sprechen…

A small U.S. company with ties to the U.S. defense and intelligence communities has embedded its software in numerous mobile apps, allowing it to track the movements of hundreds of millions of mobile phones world-wide, according to interviews and documents reviewed by The Wall Street Journal.

Anomaly Six LLC a Virginia-based company founded by two U.S. military veterans with a background in intelligence, said in marketing material it is able to draw location data from more than 500 mobile applications, in part through its own software development kit, or SDK, that is embedded directly in some of the apps. An SDK allows the company to obtain the phone’s location if consumers have allowed the app containing the software to access the phone’s GPS coordinates.

Byron Tau | The Wall Street Journal

…bleibt „third-party SDK creep” ein ganz generelles Problem.

Verpasste Chance: xCloud und Xbox Game Pass nicht im App Store

Our testing period for the Project xCloud preview app for iOS has expired. Unfortunately, we do not have a path to bring our vision of cloud gaming with Xbox Game Pass Ultimate to gamers on iOS via the Apple App Store. Apple stands alone as the only general purpose platform to deny consumers from cloud gaming and game subscription services like Xbox Game Pass. And it consistently treats gaming apps differently, applying more lenient rules to non-gaming apps even when they include interactive content. All games available in the Xbox Game Pass catalog are rated for content by independent industry ratings bodies such as the ESRB and regional equivalents.

via Nick Statt | The Verge

Lupenrein wettbewerbswidrig. Deshalb zitierte man Tim Cook erst vor wenigen Tagen zur Anhörung vor den US-Kongress. Deshalb musste er im Stuhlkreis mit Google, Amazon und Facebook sitzen.

Apple unterbindet hier eine Idee, weil sie es können; weil sie der Gatekeeper für den App Store sind.

Die 70/30-Beteiligung ist gar nicht entscheidend und das App-Store-Regelwerk verstößt per se gegen keine Gesetze. Die Monopolstellung des App Stores zeigt sich am deutlichen in der ungleichen Behandlung von Entwicklern und Entwicklerinnen sowie der willkürlichen Auslegung der App-Store-Regeln.

Als Pförtner für den gesamten Software-Vertrieb ist Apples unfaire Regulierung obendrein am einfachsten nachzuvollziehen: Die Vergehen von Google, Amazon und Facebook sind zumindest komplex. Das Apple exklusiv den Daumen auf der Zulassung und die Verteilung für Software auf einer „general purpose platform“ hat (so wie Microsoft es treffend ausdrückt), steht im absoluten Mittelpunkt der Diskussion (zumindest sollte es dort stehen).

Der Xbox Game Pass versucht hier etwas Neues. Apple hätte die Chance gehabt diesem Cloud-Gaming-Trend unter die Arme zu greifen. Man stelle sich nur einmal theoretisch vor, Apple hätte sich mit Microsoft an einen Tisch gesetzt und gefragt: „Wie schaffen wir es, dass der Xbox Game Pass auf iPhones, iPads, dem Mac und dem Apple TV besser läuft als bei der Konkurrenz?”

Anstelle dessen erstickt Apple diese Innovation. Es ist eine Entscheidung, die nicht nur den Entwickler betrifft, Apples eigenen App Store für seine Nutzer_innen unattraktiver macht, sondern allem voran der eigenen Firmenkultur und Produktentwicklung entgegenläuft, die den App Store erst so innovativ und erfolgreich gemacht hat.