Twitterrific 6.0

Twitterrific 5 startete im Dezember 2012 für drei Euro; Version 6 lässt sich nun monatlich (0,99 €) und jährlich (10,49 €) mieten, oder einmalig kaufen (32,99 €) – wobei sich der Einmalpreis lediglich auf die Lebenszeit von Version 6 beschränkt.

Die „Forever*”-Lizenz rechnet sich also erst nach drei Jahren. Ich wäre mir aktuell nicht einmal sicher, was Twitter so in drei Jahren anstellt beziehungsweise wie kräftig sie die Schnittstelle für Drittanbieter einschränken, auf die Twitterrific angewiesen ist.

Der Einmalpreis hat für mich obendrein das Problem, dass ich die angezeigte Werbung – die neben der Unterstützung für ‚The Iconfactory‘ das einzige Abo-Argument ist – als tatsächlich interessant erachte. Bislang habe ich dort überwiegend (hübsche!) Banner für iOS-Apps und coole Webdienste gesehen – von Bear bis Linea Sketch.

Wie dem auch sei: Als jemand, der sich eher als ‚Tweetbot‘-Typ bezeichnet, fühlt sich Twitterrific nach den ersten Tagen erfrischend neu an.

„Post-iPhone”

„Nicht alles rotierte ums iPhone” – das ist einer der Gründe, warum sich Apples WWDC-Keynote vor zwei Wochen so spannend anfühlte. Natürlich schnappte sich iOS 13 einen großen Teil der Veranstaltung (knapp 40 Minuten ➝ zirka 30% der gesamten Keynote), es war jedoch der Fokus auf die iTunes-Verabschiedung, iPadOS sowie die Hardware-Ankündigungen, die ich diesmal als gleichbedeutend empfand. Und das ist etwas, dass ich über viele der letzten Apple-Präsentationen nicht sagen könnte.

Die Auskopplung von iPadOS, die anvisierte Unabhängigkeit für Apple Watch sowie der wiedergefundene Fokus auf den Mac sind offensichtliche Zeichen für eine Verschiebung von Verantwortung. Apple versucht ihre (finanzielle) Abhängigkeit gleichmäßiger auf die Schultern mehrerer Produkte zu verteilen.

Ein delikater Akt: Das iPhone-Standbein ist weiterhin enorm; Zweidrittel von Apples Umsatz ist dem Telefon zuzuschreiben. Das prägt nicht nur den Produktfokus, sondern es unterdrückt auch gleichzeitig Projekte, die zukünftig relevant werden.

Dies hier schrieb ich zum 10. Geburtstag des iPhones vor zweieinhalb Jahren:

Ich teile die Sorgen, das Apple den nächsten Trend – der vielleicht Google Home, Amazon Echo oder Microsoft HoloLense einschließt, verschlafen könnte, weil es ihnen durch das iPhone zu gut geht. Große Firmen fahren, oft geblendet durch den eigenen Erfolg, nicht selten an die Wand. Erfolg verdeckt Fehler und erfolgreiche Firmen scheitern nicht selten weil sie einfach still stehen und die eigene ‚Cash Cow‘ nicht hinterfragen.

Anfang 2017, nach der harten Kritik auf die neuen MacBook Pros mit Touch Bar und kurz vor der Ankündigung des Mac-Pro-Roundtables, dürfte rückblickend ein entscheidender Moment gewesen sein: Manche nennen es „Apple is Listening”; ich würde sagen: Apple erfindet sich (abermals) neu.

Das moderne Apple, die Firma, die Steve Jobs sich Ende der 90er-Jahre zurückholte, zeigt keine Angst ihre eigenen Produkte in Frage zu stellen, zu kannibalisieren – und sogar abzusägen, wenn dessen Zeit gekommen ist. Der iPod verkörpert diesen Mut wohl am anschaulichsten.

In ein paar Jahren ist es die Apple Watch, die sich problemlos an Kunden mit Android-Smartphone verkaufen wird. Der Weg dorthin ist absehbar; so wie sich das iPhone selbst über mehrere Jahre von iTunes und seiner Desktop-Abhängigkeit trennte. AirPods fallen eindeutig in die gleiche (eigenständige) Kategorie der „Wearables” und Apples beliebte AR-Demos werden sich erklären, wenn es die dafür passende Hardware gibt. Diese Produkte nutzen Apples Telefon möglicherweise als Sprungbrett, bleiben aber kein iPhone-Zubehör.

Nur damit ich nicht missverstanden werden: Selbst mit „The end of mobile” – dem quantitativen Wachstumsstopp von Smartphones – wird das iPhone noch über viele weitere Jahre Apples dominantes Produkt bleiben. Es wird sich nicht nur in seiner Form verändern, sondern Funktionalität bieten, die wir heute noch gar nicht auf dem Schirm haben.

Ich bin mir sicher, dass das Smartphone wichtiger wird als wir es uns aktuell vorstellen können, und trotzdem scheint das iPhone für Apple nicht mehr unantastbar. Es scheint so, als ob sich in Apple Park nicht mehr alles dem iPhone unterordnen muss – sondern ein Eigenleben entwicklen darf. Und das ist für eine Firma, die ein solches Blockbuster-Produkt pflegt, eine sehr gesunde Zukunftsperspektive.

„Meet the new Dropbox”

Video

It all adds up to a lot of time and energy spent on work that isn’t the actual work itself. But we’ve got a plan, and we’re excited to share how we’re going to help you get a handle on all this „work about work.”

Blog.Dropbox.com

Das Wort „work” liest man stolze zweiundzwanzig Mal in ihrem Blogpost. Das ist kein Zufall, sondern die Folge einer Produktentwicklung, die bereits mehrere Jahre andauert.

Dropbox verabschiedete sich von Angeboten für Endkunden (Mailbox und Carousel), und orientiert sich zielstrebig in Richtung ‚Enterprise‘. Für Dropbox ist das zweifellos der richtige Schritt: Als reiner Speicherplatzanbieter hat man keine Zukunft.

I suppose Dropbox’s new client is indicative of their increased emphasis on enterprise customers. It sure seems like they’re more eager to compete with Slack and Microsoft than they are to provide syncing tools to individual customers. I’ll respond accordingly by making sure no files or apps I rely upon are dependent on Dropbox.

Nick Heer

Für mich, als individuellen Kunden, schwindet damit jedoch die Attraktivität von dem ehemals simplen Datei-Sync-Dienst. Vor eineinhalb Jahren habe ich die Dropbox-App von meinem Mac geworfen; die iOS-App blieb installiert, weil sie mir nicht ins Betriebssystem pfuscht. Dateien, die noch auf Dropbox liegen, lassen sich für mich am Mac über den Browser schieben oder über Transmit hoch- beziehungsweise herunterladen. Wenn Apple im Herbst ‚iCloud Drive Folder Sharing‘ einführt, tritt für mich das letztes Feature ab, dass die iCloud bislang noch nicht leistet.

„The time has come to recognize the platform in a special way.”

Mit diesem Satz – dem Satz aus der Überschrift – leitete Craig Federighi nicht nur iPadOS ein, sondern nahm Apple in die Pflicht das iPad in seiner Softwarezukunft regelmäßig und substanziell voranzutreiben. Das iPad bekam auf der diesjährigen WWDC nicht nur einen eigenständigen Namen für sein Betriebssystem, es bekam nach zehn Jahren die überfällige Unabhängigkeitserklärung – das öffentliche Bekenntnis nicht mehr auf dem iPhone-Rücken reiten zu müssen.

Mit einem solchen Statement geht obendrein eine Art geteiltes Leistungsbewusstsein einher, in dem es nicht vorstellbar sein wird, im nächsten Jahr einfach kein signifikantes iPadOS-Update auszugeben. Die Zeiten, in denen das iPhone als Schwergewicht alle anderen Baustellen gestoppt hat, sind schwieriger zu rechtfertigen wenn diese „anderen Baustellen” einen konkreten Namen haben. Selbst tvOS und watchOS erhielten in allen Jahren, in denen das iPhone die höchste Priorität genoss, ihre Updates – auch wenn die Neuerungen teilweise überschaubar ausfielen. Das iPad saß im direkten Vergleich dagegen oft nur auf der Auswechselbank.

Natürlich wird es auch zukünftig Jahre geben, in denen der Fokus einseitig ausfällt. Ressourcen in der Softwareentwicklung lassen sich nur begrenzt mit Geld ausbauen. Und es bleibt nicht zu vergessen, dass die generelle Weiterentwicklung von iOS natürlich nicht nur dem iPhone hilft, sondern auch dem Apple TV, eurem HomePod, der Apple Watch und natürlich dem iPad.

Trotzdem: Der Name verpflichtet. Alles andere als eine jährliche Weiterentwicklung von iPadOS ist ab sofort nicht mehr vorstellbar.

#158 – zwei Dutzend (weitere) Kleinigkeiten aus iOS 13

Wer hat Lust auf einen weiteren Schwung an interessanten Neuerungen aus iOS 13 und iPadOS? Ich hatte Lust darauf!

Deshalb habe ich nochmal vier Hände voll an feinen Kleinigkeiten zusammengetragen, und in ein siebenminütiges Video gestopft.


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Für Entwickler: So installiert ihr die tvOS-Beta ohne macOS

Jedes Jahr recherchiere ich es neu; jetzt schreibe ich es (nochmal) auf.

Apple gibt euch offiziell zwei Möglichkeiten die Beta-Version von tvOS einzuspielen: Beide Optionen involvieren einen Mac. Das ist unnötig umständlich, weil man das Konfigurationsprofil für tvOS auch über ein iPhone auf den Apple TV übertragen kann (womit sich die Set-Top-Box anschließend die Beta-Betreibssystemversion von Apples Servern zieht).

Und das geht so: Ladet das (nur wenige Kilobyte große) Konfigurationsprofil über das iPhone aus eurem Developer-Account auf eure Dropbox und kopiert euch anschließend den Link zu dieser Datei in die Zwischenablage.

Und dann gehts ab zum Apple TV:

  1. Navigiert zu: tvOS -> Einstellungen -> Allgemein -> Privacy.
  2. Wählt den Menüpunkt „Share Apple TV Analytics” aus, aber klickt diesen Menüpunkt nicht an.
  3. Drückt stattdessen „Wiedergabe/Pause” auf der Apple TV Fernbedienung.

Nun springt ein Texteingabefeld auf, in das ihr vom iPhone aus die Dropbox-URL kopiert. Ändert in dieser URL die letzte „0” in eine „1” und der Apple TV spielt das Konfigurationsprofil ein. Über die normale Update-Suche findet der Apple TV nun die Beta-Version von tvOS.

iOS 13 drängt auf weniger Standort-Zugriff im Hintergrund

In iOS 13 können App-Store-Apps nicht mehr initial nach einem dauerhaften Zugriff auf euren Standort fragen. Nutzer- und Nutzerinnen können im iOS-Dialog, der seit iOS 11 verpflichtend aufspringen muss, den Standortverlauf nur noch „einmalig” freigeben („Allow Once”), ihn gestatten wenn man die App benutzt („Allow While Using App”) oder den Zugriff komplett ablehnen („Don’t Allow”).

Um den Standort-Zugriff für eine App dauerhaft zu erlauben, kann man eigenständig die iOS-Einstellungen aufrufen und dieses Privileg dann der jeweiligen Anwendung zuschreiben. Update Gestattet der Benutzer ‚Allow While Using App‘ ist die Anwendung zu einem späteren Zeitpunkt in der Lage nach einem dauerhaften Zugriff zu fragen (Danke, @Tion). /Update

Obendrein fragt iOS 13 in unregelmäßigen Abständen von sich aus nach, ob Anwendungen mit diesen Rechten weiterhin „deinen Standort im Hintergrund verwenden dürfen”. Die ersten aufspringenden Benachrichtigungen sahen bei mir wie folgt aus:

Diese Nutzerführung dürfte signifikant dazu beitragen, dass viele Apps keine Berechtigung mehr bekommen im Hintergrund euren Standort abzufragen.

#157 – zwei Dutzend (feine) Kleinigkeiten aus iOS 13

Ich folge in dieser Woche (natürlich) dem Hype um iOS 13 und iPadOS. Die ersten zwei Tage mit dem OS-Update enthüllten bereits diverse kleine Änderungen, die abseits der ‚Headliner‘-Features existieren.

Mein Video erwähnt nicht den Dunkelmodus, die erweiterten Fotofunktionen oder die neue Erinnerungs-App. Es geht mir in dieser Woche um Features, die nicht im Rampenlicht stehen, aber unseren Alltag mit iPhones und iPads nachhaltig prägen werden.


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