Apple stellt sein Affiliate-Programm für Apps ein

Viele App-Entwickler holen sich durch die Verwendung eines eigenen Affiliate-Links ein paar zusätzliche Cent von ihrer 30-Prozent-Provision zurück, die Apple bei jedem Kauf einbehält. Zurecht: Der alte 70/30-Split gehört überdacht.

Unabhängig davon zahlte Apple in den letzten Jahren enorm viel Affiliate-Umsatz an Link-Farmen wie AppShopper oder AppGratis, die abseits von Preisänderungen kaum einen Mehrwert boten. Apple griff zumindest im App Store gegen diese reinen Schaufenster-Anwendungen durch.

Ähnlich viel Affiliate-Geld floß an zweifelhafte Gratis-Spiele, die „Credits” gegen den Referral-Download von anderen App-Store-Apps boten. Und weil aufspringende In-App-Ads oder Werbe-Push-Aufforderungen ausserhalb des Prüfprozesses laufen, fällt es schwer diese Kandidaten aus dem großen App-Store-Teich herauszufischen.

Aber man muss eigentlich gar nicht zu diesen fragwürdigen App-Store-Apps schauen: Große Suchmaschinen und Soziale Netzwerk haben das Affiliate-Programm (aus‑)genutzt wenn dort jemand eine schlichte Werbeschaltung für Software gebucht hat.

Durch die heute bekanntgegebenen Änderungen, die in zwei Monaten in Kraft treten, kommen selbstverständlich auch unabhängige Blogs und Podcasts unter die Räder, die das Affiliate-Programm als alternative Einnahmequelle zu klassischen Werbebannern benutzt haben. In den seltensten Fällen reichen die Affiliate-Einnahmen zur kompletten Finanzierung einer Webseiten aus, durch professionelle Testberichte oder kurierte Softwareempfehlungen halfen die Erlöse aber die Miete zu bezahlen.

Natürlich verschwimmen auch hier die Grenzen: Beachtlich viele Webseiten verlinken Apps oder Amazon-Angebote nur weil dadurch Affiliate-Umsätze entstehen und nicht weil man sich mit der Software oder dem Produkt auseinandergesetzt hat. Wie verdient diese Einnahmen dann sind, variiert von Fall zu Fall.

Unterm Strich finde ich es sehr bedauerlich, dass Apple keine differenziertere Lösung gefunden hat. Man hätte mit monatlichen Höchstgrenzen experimentieren können, mit einer limitierten Provision wenn man sehr viel Affiliate-Umsatz einstreicht oder sich generell anschauen können von wo die Klicks stammen um Teilnehmer gegebenenfalls aus dem Programm zu werfen.

Q3/2018 – drei kurze Gedanken

  • „And so if you look at iPhone X in particular, it’s the most innovative smartphone on the market. We priced it at a level that represented the value of it. […] I think in this cycle we’ve learned that customers want innovative products, and we sort of already knew that in other cycles, and other points and times. But it just puts an exclamation point by that, I believe, looking at the results.”

Apple verkaufte im letzten Quartal 41.3 Millionen Smartphones mit einem Durchschnittspreis von 724 US-Dollar. Vor einem Jahr lag der ASP („Average selling price“) bei 606 US-Dollar. Das teuerste iPhone bleibt das populärste iPhone.

  • „Paid subscriptions from Apple and third parties have now surpassed 300 million, an increase of more than 60 percent in the past year alone. Revenue from subscriptions accounts for a significant and increasing percentage of our overall services business. What’s more, the number of apps offering subscriptions also continue to grow. There are almost 30,000 available in the App Store today.”

Das Service-Geschäft (Apps, iCloud, Apple Music, iTunes, etc.) wächst mit einem Umsatz von 9,55 Milliarden US-Dollar um respektable 30-Prozent. Verantwortlich dafür sind primär Neukunden, aber auch Bestandskunden, die mehr Geld für Apples Dienste ausgeben. Das aktuelle Wachstum scheint neben Lizenzzahlungen (beispielsweise von Google) auch dadurch bedingt, dass noch verhältnismäßig wenige iOS-Kunden für iCloud-Speicherplatz beziehungsweise die iCloud-Fotomediathek bezahlen.

Der nächste große Push für diese Kategorie ist im nächsten beziehungsweise übernächsten Jahr zu erwarten, wenn Apple sein TV-, Film- und News-Bundle anbietet.

  • „iPad unit sales grew for the fifth consecutive quarter, and we gained significant share of the global tablet market based on the latest estimates from IDC. We recorded double-digit iPad unit growth in both our Greater China and Rest of Asia Pacific segments, with a new June quarter record for iPad sales in mainland China. Almost half of iPad purchases in the quarter were by customers new to iPad, and our active installed base of iPads reached a new all-time high.”

Apple verkauft nun schon seit 2 Jahren so rund 10 bis 11 Millionen iPads pro Quartal. Das ist deutlich weniger als in allen Jahren zuvor (von 2013 bis 2016 wurden pro Geschäftsviertel zwischen 14 – 17 Millionen Geräte nachgefragt), aber die letzten beiden Jahre sind eine deutliche Stabilisierung. Man kann sich also merken: Apple bringt pro Jahr rund 44 Millionen iPads an interessierte Kunden und Kundinnen.

(Transkript von Jason Snell)

Noch dieses Jahr: Apple Pay für Deutschland. Sagt Tim Cook.

Tim Cook: „Apple Pay is now live in 24 markets worldwide with over 4900 bank partners, and we look forward to adding Germany later this year.“

via Sixcolors.com

Gut.

„The iPad vs. Mac Juxtaposition”

Apple hat sich in den letzten Jahren eine Handvoll Flops geleistet – nur eine Handvoll Flops. Komplett überraschend ist das nicht: Apples Umsatz stammt von Hardware, die sie direkt an Kunden und Kundinnen verkaufen. Es besteht also eine direkte Beziehung (und Feedback-Schleife) zwischen Käufer und Verkäufer; ganz anders als beispielsweise Google operiert1.

Ich halte Apples hohe Trefferquote aber auch für eine potenziell große Gefahr. Wer Hit nach Hit produziert, der verstrickt sich eventuell in ein Muster, das nur eine einzige Gattung von Produkten zu Tage fördert beziehungsweise andere Ideen aus den Augen verliert oder schlimmstenfalls gar nicht erst zulässt.

Das iPad war ein augenblicklicher Hit – ein „instant success”. Das Tablet übertraf die Mac-Verkäufe bereits nach seinem ersten Jahr. Nach drei Jahren wurden für jeden verkauften Mac vier iPads verkauft. Das iPad war nicht mehr nur das Produkt „zwischen dem Mac und iPhone” – so wie es Steve Jobs im Jahr 2010 vorstellte – sondern es war nach den Worten von Tim Cook: „The clearest expression of our vision of the future of personal computing”.

Tatsächlich war der Release so überwältigend (und wahrscheinlich auch kräftezehrend), das Apple den Fuß vom Gaspedal für iPad-Software nahm, aber trotzdem auch dem Mac weniger Aufmerksamkeit einräumte. Rückblickend ist besonders deutlich zu erkennen, wie rasant sich die iPad-Hardware weiterentwickelte (iPad 3, 4 und iPad Air), aber die Software auf der Stelle tanzte. Gleichzeitig spülte das iPhone Hunderte von Milliarden von US-Dollar in die Kassen. Und wie wir alle wissen: Geld und Erfolg verschleiern Probleme.

Mit den neuen MacBooks (ab 2016), den konstant guten iMacs und dem Pro-Modell des iPads hat Apple seit drei bis vier Jahren wieder ihren Grip gefunden, der vorher nicht zu sehen war.

Ich muss mir selbst oft vor Augen führen wie viel Zeit die Entwicklung von neuer Hard- und Software in Anspruch nimmt. Ganz zu schweigen von den gigantischen Dimensionen, in denen jedes Apple Produkt potenziell kalkulieren muss. Apple verteilt an den ersten iPhone-Release-Wochenenden weltweit Telefone in zweistelliger Millionenhöhe. Diese Geräte müssen produziert, verschifft und verkauft werden. Logistisch ist das sehr beeindruckend und trotzdem dauert es seine Zeit, bis sich so ein „Hochsee-Kreuzer” wie Apple wendet.

Die Vision, mit der zukünftig iOS-Apps auf macOS landen oder der Idee von „several windows in one app” auf iOS, um nur zwei Beispiele zu nennen, erscheint mir nach einer handfesteren Perspektive als der Software-Mischmasch aus den letzten Jahren.

Vielleicht hat es nur seine Zeit gedauert, aber die Aufgabenverteilung zwischen den unterschiedlichen Geräten – von iOS über macOS bis watchOS – erscheint mir inzwischen deutlicher zugeordnet.

There is no evidence that Apple is growing frustrated or tired of the differences found between iPad and Mac. Instead, Apple’s strategy for iPad and Mac is to position each as its own creative platform. The iPad ends up being a creative arm for iOS, while the Mac harnesses the potential with macOS to power the needs of a wide variety of creators. While this strategy doesn’t prevent Apple from trying to share features between the platforms, Apple seems set on recognizing the key differences found with iPad and Mac – iPad’s multi-touch user interface and Mac’s cursor and mouse paradigm.

Neil Cybart

Der berühmt berüchtigte „fehlende Fokus”, der Apple von Branchenbeobachtern vorgehalten wird, der wird bleiben. Teilweise zurecht, aber teilweise ist es auch eine übersehende Stärke. Wenn Apple damit aufhört zu experimentieren, neue Produkte (insbesondere abseits von Hardware) zu entwickeln und sich dabei nicht traut auch große Fehler zu machen – sondern nur noch nach Schema F das nächste iPhone entwickelt – dann mache ich mir Sorgen.


  1. Google wirft verschiedenste Dienste, Services und Hardware an die Wand und schaut was zieht. Google ist beeindruckend gut diese „Hits” dann an ihre Kunden – die Werbetreibenden – zu verkaufen. 

‚Search Ads‘ starten in Deutschland

Die zentrale Info vorab: ‚Search Ads‘ werden ab dem 2. August – also ab nächsten Donnerstag – im deutschsprachigen App Store angezeigt.

Apps. Auf Augenhöhe. Steigere mit Search Ads die Auffindbarkeit deiner App im App Store für iPhone und iPad – völlig mühelos und hocheffizient.

SearchAds.Apple.com

Ich war skeptisch, als die Werbeoption für App-Entwickler vor zwei Jahren in den USA an den Start schritt. Insbesondere weil die generelle App-Store-Suche nach einer bestimmen Software in Apples Download-Laden damals so unterirdisch funktionierte. Mit Phil Schiller in direkter Verantwortung für den App Store hat sich dort jedoch in den letzten 2.5 Jahren mehr getan, als in den 7.5 Jahren zuvor. Schiller hat sich nicht nur um den optischen und redaktionellen Neubeginn gekümmert, der mit iOS 11 erfolgte, sondern insbesondere hinter der Bühne durchgefegt.

Im Oktober 2016 flogen in einem einzigen Monat rund 50.000 „problematische” und vernachlässigte Anwendungen. Schiller drückte die lange im Vorfeld angekündigte 64-Bit-Pflicht durch und beschränkte die Länge der App-Namen, die Apples Schlagwort-Suche austricksen wollte. „1-click Template”-Apps wurde der Kampf angesagt und die Wortwahl für die App-Store-Review-Guidelines ist konstant in Arbeit. Allem voran haben sich die Prüfzeiten, die jede App über sich ergehen lassen muss, von einigen Wochen auf durchschnittlich ein bis zwei Tage reduziert.

Ich treibe mich gelegentlich im US-App-Store herum und ‚Search Ads‘ sind mir bislang weder positiv noch negativ aufgefallen. Sie stechen optisch ohne Frage heraus. Und mit der Möglichkeit explizit konkurrierende Apps ins Ziel zu nehmen, führt das teilweise zu interessanten Ergebnissen. Die finanziellen Resultate, die einige Entwickler bislang öffentlich geteilt haben, sind ähnlich ausgewogen – nicht übermäßig positiv, aber auch kein absoluter Reinfall.

Die Auflagen, die Apple an ‚Search Ads‘ knüpft, sind hoch – jedoch waren auch die Limit der gescheiterten iAds streng. Die entscheidende Frage bleibt: Warum begibt sich Apple überhaupt in dieses Werbeumfeld.

Die finanzielle Motivation ist ohne Frage groß (Google lässt sich im Play Store seit Jahren die besten Positionen bezahlen) und die Kategorisierung der Einnahmen als „Service Business” ist nie ein schlechtes Argument für Wall Street.

Ich glaube aber, dass Apple sich obendrein eine gehobene Qualität verspricht, die der App Store durch die zusätzliche Pflege und Aufmerksamkeit gewinnt. Wie bereits zur Einführung der ‚Search Ads‘ von Phil Schiller beschrieben ist der Werbeverkauf kein „hands-off approach”, bei dem die Entwickler mit den tiefsten Taschen alle Werbeeinblendungen aufkaufen. Aus rein kapitalistischer Sicht ist das garantiert der falsche Weg, aber wenn Apple tatsächlich Interesse an einer nachhaltigen App-Entwicklung hat, dann schauen sie hier genauer hin.

In den ersten sieben App-Store-Jahren zeigte Apple keinerlei Anzeichen den kleinen Studios und die selbstständigen Entwickler besonders zu berücksichtigen. Vielmehr drängelte man auf noch günstigere Apps.

Mit der Einführung von App-Abos, einer besseren 85/15-Umsatzaufteilung nach dem ersten Jahr, vielen redaktionellen Features für Festpreis-Games oder insgesamt mehr Möglichkeiten Demos und Probezeiträume anzubieten, scheint der Fokus mittlerweile aber zu kippen.

Die Argumente, die für ‚Search Ads‘ sprechen, finden sich in der extrem leichten Umsetzbarkeit. Apple muss beispielsweise nicht mit zwischengeschalteten Anzeigenagenturen arbeiten und ihre hohen Datenschutz-Versprechen diskutieren. Obendrein wird die Werbung für eine App nur dann eingeblendet, wenn der Nutzer zuvor selbst die Suche bemüht. Die eine App, die ihm dann möglicherweise als „gesponsorte” Alternative angeboten wird, ist im besten Fall genau das: Eine Alternative, die tatsächlich zum Suchbegriff passt. Solange die anderen Ergebnisse funktionieren – und das war für lange Zeit nicht ansatzweise der Fall – gehen ‚Search Ads‘ für die meisten Leute wahrscheinlich in Ordnung.

#114 – die eigene Schriftart, das eigene WatchFace, eure eigene Musik und der eigene Fotovergleich

Oft sind es die kleinen Gepflogenheiten, die den größten Nutzen bringen, die man meistens aber nicht auf dem Zettel hat. Heute geht es um eine Handvoll dieser einfachen Kniffe; es geht um simple Apps, mit denen man einzelne Aufgabe flott erledigt.

Hier das Intro zur fünfminütigen Episode:


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„Have an iPhone? Your device probably has slower internet speeds than those with a Samsung or Google“

Auf die Clickbait-Überschrift folgen diese harten Fakten:

The speed-test data, reviewed by Bloomberg, show that Samsung’s Galaxy S9 phones had an average download speed — across carriers in the U.S. — of 38.9 megabits per second, based on about 102,000 tests over the past three months. The larger model, the S9+, delivered speeds of 38.4 Mbps, according to a sample size of about 169,000 phone connections. The iPhone X on average downloaded data at 29.7 Mbps, based on a 603,000 tests. The iPhone 8 Plus and iPhone 8 were close behind with speeds of 29.4 Mbps and 28.6 Mbps, respectively.

Bloomberg

Wer sich nicht von der Qualcomm PR ablenken lässt1, die diese Geschichte heute zum Thema auserkoren hat, erinnert sich an das letzte Jahr, als die LTE-Übertragungsgeschwindigkeit im iPhone X bereits detailliert durchgekaut wurde.

Das iPhone X existiert mit zwei verschiedenen Antennenmodulen – ein Modell ist von Qualcomm, das andere Modem stellt Intel. Der Qualcomm-Funkchip ist auf dem ‚Datenblatt‘ besser (4×4 MIMO), wird von Apple aber auf das Niveau des Intel-Chips angepasst (2×2 MIMO). Im Gespräch ist, dass die nächste Apple-Telefongeneration dies ändert, gleichzeitig aber auch die Chip-Produktion primär zu Intel verlagert. Qualcomm und Apple befinden sich bekanntlich in einem teuren Scheidungskrieg.


  1. Ein nackter LTE-Geschwindigkeitsvergleich ist für die meisten Nutzer und Nutzerinnen so sinnvoll wie die Prozessor-Performance: Kann man machen, der Test wird aber deutlich hilfreicher wenn man die Software berücksichtigt, die darauf anspringen soll oder fragt wie viel Akku eine solche Leistungsspitze verlangt. 

iOS 12: Safari-Tabs über Tastaturbefehle auswählen

(Vimeo)

Der Tastaturbefehl ⌘ + 1 springt auf den ersten Safari-Tab; ⌘ + 2 auf den zweiten Safari-Tab (usw.) und ⌘ + 9 immer auf den allerletzten Tab.