Ist es Zufall, dass die Webseite vom mobilen Bezahlsystem Square im Aufmacher-Artwork eine Visa-Kreditkarte zeigt? Keine Ahnung.
Der Nachrichtendienst Reuters vermeldet am heutigen Morgen, das Visa, einer der größten Finanzdienstleister, eine ungenannte Investition in das Startup von Jack Dorsey pumpte. Damit ‚erkaufte‘ man sich gleichzeitig einen Sitz im Firmenbeirat mit beratender Funktion.
Der mobile iPhone-, iPad- und Android-Kartenleser für Mikrozahlungen, der Telefone in eine kleine Registrierkasse verwandelt, startete vor zirka zwei Jahren. 10.000 Lesegeräte produziert Square angeblich täglich (Stand: Oktober 2010). Mittlerweile lässt sich der Klinken-Dongle gegen einen Unkostenbeitrag auch im US-Apple-Store bestellen.
Konkurrent VeriFone startete zu Beginn dieses Jahres den Versuch einer Schmutzkampagne gegen das mobile Bezahlterminal, die sich jedoch schnell im Sand verlief.
Dass der Kreditkarten-Koloss Visa jetzt seine Fühler in Richtung Square ausstreckt, lässt auf Bewegung in diesem vielversprechenden Markt hoffen.
iPad 2 mit Wi-Fi und Wi-Fi + 3G als 16 GB-, 32 GB- und 64 GB-Modell wird in Japan ab 28. April und in Hongkong, Indien, Israel, Korea, Macao, Malaysia, Philippinen, Singapur, Südafrika, Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten ab 29. April erhältlich sein. […] iPad 2 Wi-Fi wird in China ab Freitag, 6. Mai verfügbar sein […].
Der Verkauf startet zu morgendlicher Stunde um 09.00 Uhr Ortszeit. Zuvor ging die zweiten iPad-Generation am 11. März in den USA und am 25. April März in 25 weiteren Ländern (Australien, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, Mexiko, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Spanien, Schweden, Schweiz, Tschechien, Ungarn und Deutschland) an den Start.
Exakt vor einer Woche kochte die Diskussion um eine Erfassung von Geo-Positionsdaten mit dem iPhone auf (1/2). Soeben veröffentlichte Apple eine Stellungnahme per Pressemitteilung.
The iPhone is not logging your location. Rather, it’s maintaining a database of Wi-Fi hotspots and cell towers around your current location, some of which may be located more than one hundred miles away from your iPhone, to help your iPhone rapidly and accurately calculate its location when requested.
Um das ganz flott zu gestalten wird eine Datenbank benutzt.
Calculating a phone’s location using just GPS satellite data can take up to several minutes. iPhone can reduce this time to just a few seconds by using Wi-Fi hotspot and cell tower data to quickly find GPS satellites, and even triangulate its location using just Wi-Fi hotspot and cell tower data when GPS is not available (such as indoors or in basements).
Das iPhone lädt diese Datenbank aus dem Netz nach.
The entire crowd-sourced database is too big to store on an iPhone, so we download an appropriate subset (cache) onto each iPhone.
Warum ist die Datenbank so groß?
This data is not the iPhone’s location data—it is a subset (cache) of the crowd-sourced Wi-Fi hotspot and cell tower database which is downloaded from Apple into the iPhone to assist the iPhone in rapidly and accurately calculating location.
Außerdem:
The reason the iPhone stores so much data is a bug we uncovered and plan to fix shortly (see Software Update section below). We don’t think the iPhone needs to store more than seven days of this data.
Warum aktualisiert sich die Datenbank obwohl die Ortungsdienste ausgeschaltet sind?
It shouldn’t. This is a bug, which we plan to fix shortly […].
Dafür stellt Apple in den nächsten Wochen ein Software-Update bereit, das…
a) reduces the size of the crowd-sourced Wi-Fi hotspot and cell tower database cached on the iPhone, b) ceases backing up this cache, und c) deletes this cache entirely when Location Services is turned off.
In the next major iOS software release the cache will also be encrypted on the iPhone.
Des Weiteren werden Verkehrsdaten gesammelt:
Apple is now collecting anonymous traffic data to build a crowd-sourced traffic database with the goal of providing iPhone users an improved traffic service in the next couple of years.
Und an wen gibt Apple die Daten weiter?
We provide anonymous crash logs from users that have opted in to third-party developers to help them debug their apps. Our iAds advertising system can use location as a factor in targeting ads. Location is not shared with any third party or ad unless the user explicitly approves giving the current location to the current ad (for example, to request the ad locate the Target store nearest them).
Per Pressemitteilung bestätigt Apple soeben den Verkaufsstart vom weißen iPhone 4. Das neue Farb-Modell ist erhältlich in Australien, Belgien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Holland, Hongkong, Irland, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Macao, Neuseeland, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Singapur, Spanien, Südkorea, Taiwan, Thailand, der Tschechischen Republik und den USA.
„Das weiße iPhone 4 wird endlich erhältlich sein und es ist wunderschön,“ sagt Philip Schiller, Senior Vice President Worldwide Product Marketing von Apple. „Wir sind jedem dankbar der geduldig gewartet hat, während wir daran gearbeitet haben, alle Details zu fixen.“
Die US-Preise mit einem 2-Jahres-Vertrag ($199 und $299 US-Dollar) deuten einen identischen Verkaufspreis zum bereits verfügbaren schwarzen Modell hin. Die deutsche Pressemitteilung verrät derzeit noch keinen Verkaufspreis und auch die hiesige Webseite führt das Modell in diesen Minuten noch nicht im Sortiment.
Um gleich mal mit einer steilen These in die immer noch heiße Diskussion um Geo-Daten einzusteigen: Auch IT-Firmen haben ein Recht darauf, erst dann am Pranger gesteinigt zu werden, wenn ihre Schuld bewiesen ist – oder zumindest eine starke Vermutung darüber existiert.
Eindeutige Fälle gibt es davon immer wieder. Sonys CD-Rootkits im Jahre 2005 waren beispielsweise ein solch unmissverständlicher Fall.
Die unlängst zu Berühmtheit aufgestiegene Apple-Datenbank ‚consolidated.db‘ auf dem iPhone hält dagegen zu viele Fragen offen, um eine blinde ‚Panikmache‚ zu rechtfertigen. Mein durchaus zahlreich kommentierter Beitrag aus der letzten Woche enthält neben ein paar persönlichen Beschimpfungen (die ich übrigens in diesem Zusammenhang gerne stehen lasse) ansonsten (fast) nur qualifizierte Statements. So soll das sein. Die Diskussion ist okay, eine Vorverurteilung mit Beissreflex-Berichterstattung wird der Thematik nicht gerecht.
Immerhin gilt es zu bedenken, dass die Angelegenheit ernst sein könnte. Wenn sich Apple tatsächlich als Datenkrake entlarvt, bin ich mir nicht sicher ob ein zweites Bohei noch genügend (dann gerechtfertigte) Beachtung erhält. Oder was will man machen: Noch einen Big Brother Award vergeben? Wer sofort und überall den Teufel an die Wand malt, hat vielleicht nicht mehr genügend Tinte für ein neues Bild?
Relativ offensichtlich sollte sein, dass dieses Thema einer Kommunikation bedarf. Als Apple letzten Sommer, die (jetzt relevanten) Fragen der US-Kongressabgeordneten beantwortete (PDF-Link), hat’s niemanden interessiert. Schon damals wurde detailliert und eindeutig offengelegt, was erhoben und wohin zu welchem Zweck gesendet wird. Aus dem allgemeinen Desinteresse der Nutzer und Medien könnte man ableiten, dass dies scheinbar akzeptable Bedingungen waren?! Nur weil jemand jetzt bunte Punkte auf eine Karte zeichnen lässt, gewinnt das Thema dadurch nicht zusätzlich an Bedeutung.
Aber weg von der Theorie, hin zu konkreten Fragen. Weiterhin Knackpunkt der ganzen Diskussion: Warum erhebt Apple diese Daten, wozu werden sie verwendet und warum lässt sich die Speicherung nicht abschalten?
Antworten hat bislang keiner, weshalb eine Philosophie in den luftleeren Raum recht sinnlos erscheint. Das Apple die Geschichte nicht mit einer Presse-Meldung aufklärt, ist erneut ein gehöriges Kommunikations-Defizit.
Einzeilige E-Mails von Steve Jobs halfen dagegen nie. Wie schon zu den guten alten ‚Antennagate‘-Zeiten („Just avoid holding it in that way„) stiften diese kurzen Auswürfe mehr Missstimmung als Aufklärung.
Seine Sicht der Dinge soll nun angeblich (!) dieser Gesprächsfaden einkreisen:
Q: Steve,
Could you please explain the necessity of the passive location-tracking tool embedded in my iPhone? It’s kind of unnerving knowing that my exact location is being recorded at all times. Maybe you could shed some light on this for me before I switch to a Droid. They don’t track me.
A: Oh yes they do. We don’t track anyone. The info circulating around is false.
Was dagegen wirklich immer noch als Mythe durchs Netz zirkuliert: Die Abhilfe des iAds-Opt-Out unter http://oo.apple.com. Wer dahin mit einem iOS-Gerät surft, befreit sich lediglich von personalisierter Werbung.
Aufgrund der allgemein fehlenden Transparenz leiern Nutzer nun Sammelklagen an. So auch diesmal. Zwei Kunden trugen die Beschwerde vor ein US-Gericht. Hätten sie von der Speicherung der Ortungsdaten gewusst, wäre ein Kauf für sie ausgeschlossen gewesen. Obwohl wir’s nie erfahren werden: Ich wäre sehr gespannt, welches Telefon die zwei Durchblicker jetzt erwerben.
Fest steht nämlich mittlerweile auch: Auch Android und Windows Phone 7 sammeln entsprechende Daten – wenn auch teils auf andere Art und Weise mit weniger Umfang und besseren Abschalt-Möglichkeiten.
The information sent to Microsoft includes a unique device ID and details of the phone’s latitude and longitude, derived from the GPS system, and information such as the SSID (name) and unique Ethernet address of any Wi-Fi devices in the area.
Android devices keep a record of the locations and unique IDs of the last 50 mobile masts that it has communicated with, and the last 200 Wi-Fi networks that it has „seen“
Nur als kurze Ergänzung: Wer nicht mehr auf die Mac-Software iPhone Tracker zur ‚Analyse‘ seiner ‚consolidated.db‘ zurückgreifen will, kann diese jetzt auch ins Netz ladenim Netz analysieren lassen über einen Webbrowser einsehen.
Apropos Einsichten: Die Heise-Redaktion hat sich den Positionsdaten aus der ‚consolidated‘-Datenbank im Verlauf der letzten Woche angenommen und ihre Ergebnisse heute unter dem Titel „iPhone-Positionsdaten enthalten kein vollständiges Bewegungsprofil“ veröffentlicht.
Jede WLAN- und Mobilfunkzelle kommt nur einmal in der Datenbank vor. Die Einträge werden ab und zu aktualisiert, sie bekommen dabei den Zeitstempel des letzten Updates. Der Zeitstempel bedeutet also nur, dass das iPhone diesen Eintrag zu diesem Zeitpunkt das letzte Mal aktualisiert hat. Wann der Anwender vor diesem Zeitpunkt schon einmal im Bereich dieser Funkzelle oder dieses WLANs war, lässt sich der Datenbank nicht entnehmen, ebensowenig, ob er später nochmals dort war.
Wer sich den Artikel komplett durchliest, ist auf jeden Fall schlauer. Außerdem kann ich folgende Literatur empfehlen, um einen breiteren Rahmen für das Thema zu schaffen:
Die beiden O’Reilly Forensiker, die diese Diskussion auslösten, schließen ihre populäre ‚Entdeckung‚ im Video mit den nüchternen Worten: ‚Don’t Panic‚. Ein Motto, das ich weiterhin unterschreiben möchte.
‚Qik Video Connect‚ verkuppelt iPhones, iPads und iPod touches mit Androids (Version 2.1 bis 2.3.3). Die Telefon-Gespräche mit Video-Übertragung lassen sich aus dem WiFi- oder 3G-Netz führen und erfordern neben dem Download der Programme (Android / App Store) lediglich ein kostenloses Benutzerkonto.
Für die iOS-App verlangt die Streaming-Plattform normalerweise $2.99 US-Dollar. Bis zum Ende der laufenden Woche ist der App-Store-Besuch jedoch ohne die Investition von Kleinstbeträgen anzustossen.
An anderer Stelle wird mir vorgeworfen, „kein Fan der ‚Meine-Hardware-gehört-mir‘-Idee“ zu sein. Der missachtete Unterschied für diese kleine aber feine Unterstellung ist, dass sich die Gründe für (m)einen Jailbreak innerhalb des letzten Jahres extrem dezimiert haben.
Selbst der (immer noch sehr sympathische) Cydia-Entwickler Jay Freeman kann auf eine Scoble-Rückfrage, ‚Warum man sein Dateisystem freischalten sollte‚, nur ein paar Schnellstart-Menüs und Icon-Animationen vorführen.
Der derzeit geringe Mehrwert wiegt (für mich) jedoch nicht die Nachteile auf. Abstürzende Programme sind bereits im oben eingebundenen Interview festgehalten. Gibt Apple ein Software-Update frei, kann es Wochen wenn nicht Monate dauern, bis man mit Jailbreak auch auf die neue Firmware darf. Und selbst dann kann man an Kleinigkeiten anecken, wie nicht aufzurufenden iBooks und fiesen Software-Schädlingen.
Nochmal: Ich finde es toll wenn man die Lust mitbringt, sich in die tiefen Bits & Bytes des Betriebssystems zu schrauben, ein paar von diesen umzukippen und dann noch einmal von vorn anzufangen. Von meinem ‚Produktiv-System‘, und nichts anderes ist mein iPhone in seiner täglichen Verwendung, halte ich solche Späße jedoch fern.