Wenn man sich für einen Moment zurücklehnt und die letzten 2.5 Jahre Revue passieren lässt, ist es immer wieder faszinierend, wie der (Monster-)Wellenritt eines Mobilfunktelefons unbehelligt anhält.
Die Diskussion rund um ausführbaren Code in Programm-Paketen, die abgeschottet in einer ‚Sandbox‘ laufen, lebt durch die Retro-Umsetzungen in Emulatoren-Gestalt immer wieder auf. Die SDK-Vereinbarung sagt dazufolgendes:
An Application may not itself install or launch other executable code by any means, including without limitation through the use of a plug-in architecture, calling other frameworks, other APIs or otherwise. No interpreted code may be downloaded…
Spätestens seit der Mega Drive-Umsetzung von Sonic wissen wir um die ’schwierige Diskussionslage‘. Für das Gestern veröffentlichte C64-Spielepaket habe ich bewusst die Bezeichnung ‚Emulator‘ vermieden. Keine 24-Stunden später stellt sich heraus, wie falsch ich lag.
Mobile-Reviews schildert – mit bunten Bildern untermalt – wie sich mit einigen Datei-Schieberreien und Modifikationen an den Plisten, auch ganz andere C64-Klassiker starten lassen. Es ist ein wenig komplizierter als beim Sega-Päckchen die Rom.bin-Datei auszutauschen, das Wort Verzweiflung wäre jedoch unangebracht.
Für ’spielbare‘ Ergebnisse dagegen muss man schon zeitintensiver an den Parametern für Joystick- und Geschwindigkeits-Steuerung schrauben. Aber darum geht es meines Erachtens auch gar nicht. Die Tatsache, dass sich von Giana Sisters bis Donkey Kongalles vieles auf einem Jailbreak-Phone starten lässt, halte ich für den Schwerpunkt der Diskussion.
Apropos Diskussion: Wer das ‚überblendete‘ BASIC im Hintergrund voll funktionsfähig bedienen möchte, schaltet (auch ohne Jailbreak) in den Optionen (Advanced) ‚Always show full keyboard‘ an, startet ein Spiel, springt zur Option: Extra und betätigt dort einmal -> Reset.
Manchmal schlägt eine extreme Popularität auch zurück. Von dem ‚eingeschmuggelten‘ BASIC (siehe Tastenkombination oben), lässt sich Apple nicht auf der Nase herumtanzen und wirft bis zum nächsten Update den C64-Emulator aus seinem Sortiment.
Unfortunately Apple this night pulled the C64 App from the App Store. We had agreed with Apple to remove basic from the application, but as we believed it would be possible to convince Apple to let it in later on, we left it in the app to be activated remotely by us when we had “go” from Apple.
Am Mittwoch lädt Apple zum ‚Rock ’n‘ Roll‚-Event, eine kleine Musikrevolution ist jedoch in der letzten Nacht gestartet. Genau genommen wurde sie freigeschaltet; zumindest in einigen Ländern.
Spotify, der schwedische P2P-Aboservice für Musik streamt als iPhone- und Android-Anwendung für Premium-Mitglieder Songs nun auch über EDGE und UMTS vom iPhone direkt in die Ohren. Mit der Desktop-Anwendung frühstückte der vermeintliche Underdog bereits Napster oder dem Zune-Store seine Kundschaft vom Teller – wenigstens in den Ländern, in denen das Angebot derzeit zu beziehen ist. Deutschland oder die USA gehören aus lizenzrechtlichen Gründen leider nicht dazu. Deshalb findet sich auch die iPhone-Anwendung nicht in unserem nationalen App Store wieder.
Das iPhone-Programm benötigt zwingend einen kostenpflichtigen Premium-Account, der für ungefähr 10€ die Werbeinblendungen entfernt und die Streaming-Qualität bedeutend nach oben schraubt. Jetzt kommt mit der iPhone-Anwendung das dritte, schlagende Argument hinzu.
Leider fehlt bislang, die vom Desktop bekannte Last.fm-Scrobbling Funktion. Dafür lässt sich für Offline-Abenteuer vorsorgen, so das man über 3000 Songs auch lokal auf dem Apple-Telefon zwischenspeichern kann.
Der eigentliche Luxus findet sich jedoch weiterhin in den Online abgelegten Wiedergabelisten, die sich über den persönlichen Account hinweg auf alle Gerätschaften synchronisieren. Nach der Abfrage eurer Benutzerdaten stehen gleich beim ersten Start der mobilen Software alle eure – mehr oder minder gepflegten – ‚Playlisten‘ zur Verfügung.
Wer auf den Musikgeschmack von (Internet-)Freunden zurückgreifen möchte, findet bereits hunderte von Webseiten, die eine gelungene Zusammenstellung aus dem Spotify-Musikkatalog direkt auf euer iPhone befördern. Lästige USB-Synchronisation ade.
Ich werte die Freischaltung der Spotify-Software, zwei Tage vor den neuen iPod-Ankündigungen, als gelungenes Signal von Apple gegenüber den (fast wöchentlichen) Pannen bei App Store-Ablehnungen. Es bleibt natürlich zu beachten, das die ‚Everyone Loves Music‘-App vornehmlich in Ländern verfügbar ist, dessen Mobilfunkbetreiber weniger über ‚ressourcenintensive‘ Programme jammern oder jammern wollen.
Wenn man jedoch lange genug sucht, lassen sich einzelne Perlen aus dem TV-Schlamm ziehen. Wenn ich daran (vorab) denke erinnert werde, speise ich die (meist empfohlenen) Fernseh-Termin in meine EyeTV– bzw. The Tube-Software um die Sendungen danach direkt iPhone-kompatibel umwandeln zu lassen. So füllt sich bei der nächsten Synchronisation das Apple Telefon mit den aufgezeichneten TV-Sendungen.
Falls ich bestimmte Programme jedoch nicht per DVB-T empfange und kein entsprechendes Online-Angebot besteht, greife ich zeitweise auf den OnlineTVRecorder zurück. Ein Freund in England benutzt den (fast) kostenfreien Webdienst, um sich am Sonntagmorgen die Zusammenfassung des Bundesligaspieltages herunterzuladen.
Der OTR-Aufzeichnungsdienst mit seiner Domain auf den Seychellen und den Webservern in Tschechien, hat in den letzten Jahren einiges an juristischen Scharmützeln durchgestanden. Eines der letzten Urteile stammt aus dem April 2009, bei dem der Bundesgerichtshof entschied, dass sich das kommerzielle Anbieten von TV-Aufzeichnungen lediglich auf Basis eines ‚persönlichen Videorekorders‘ darstellen darf.
Das führt in der Praxis dazu, dass man vor der Ausstrahlung seiner Sendung die Aufnahme programmiert haben muss, und nach dem Download die proprietäre Verschlüsselung der Videodatei mit seinem Account entschlüsselt.
Wer weniger Werbung, RSS-Feeds und schnellere Downloads möchte, zahlt für den Premium-Status monatlich 50 Cent. Oder klickt Banner.
Soviel der Vorrede.
Die ‚Freizeitcoder‚ Erik und Torsten werkeln an einer iPhone-Anwendung, die OTR-Aufzeichnungen auch von Unterwegs aus möglich machen. Die erste BETA-Version durfte ich mir vorab anschauen und dessen Basis-Funktionalität bereits erfreut feststellen. Alle eingespeisten Aufnahmen tauchten im Webdienst (wieder) auf, und auch dort gesetzte Programmierungen übernimmt die Anwendung für das Apple-Telefon in seinen ‚mobil-abgerufenen‘ Account-Status.
Neben ein paar kleineren Usability- und Design-Schwachstellen wäre es schön in der ersten öffentlichen Version einen Zugriff auf die elektronische Programmzeitschrift (EPG) zu bekommen. Derzeit lassen sich problemfrei Uhrzeit und Sender manuell konfigurieren.
Der Traum: Mit nur einem Klick zur Schreinemakers Live Anne Will-Programmaufzeichnung!
Warum sich der Commodore 64, ein der 8-Bit-Heimcomputer aus den 80er-Jahren, weltweit über 30 Millionen Mal verkaufte, kann man eigentlich nur verstehen wenn man dabei war. Wer einer jüngeren Generation angehört, hat jetzt die Möglichkeit trockenen C64-Staub auf dem iPhone zu schnuppern.
Nach monatelangem Warten und mehreren Ablehnungen, ist das 64 KByte Arbeits- und Spielegerät jetzt im App Store gelandet. Insgesamt liefert das Programm fünf Videospieltitel (Dragons Den, Le Mans, Jupiter Lander, Arctic Shipwreck, Jack Attack) und verzichtet auf den BASIC-Interpreter. Mehr Spielewünsche können hier zur Lizenzierung vorgeschlagen werden (hat jemand Bruce Lee gesagt…?), die dann als In-App-Verkäufe in der Preisspanne von 0.79€ – 1.49€ versucht werden zu realisieren.
Sein Entwickler ‚Manomio‘ (Stuart Carnie), mit dem genialen Slogan ‚In retro we trust!‘, zeigt sich selbstredend sehr zufrieden mit der Freischaltung. Die Limitierung, keine eigenen Spiele laden zu können, ist alleinig der aktuellen App Store-Politik geschuldet. Ein lesenswertes Interview hat ‚Cult of Mac‘ bereits vor einiger Zeit mit dem Entwickler geführt.
iPhone-Besitzer mit ‚retrophilen‘ Neigungen werfen außerdem einen Blick auf das ‚Homecomputer Quartett‘ (0.79€; App Store-Link) und natürlich den SidPlayer (1.59€; App Store-Link) – für 3GS-Besitzer den speziellen SidPlayer Pro (0.79€; App Store-Link).
Im US-Bundesstaat Washington findet dieser Tage die Penny Arcade Expo – kurz PAX – statt. Das jährliche Spiele-Festival von den Webcomic-Urvätern Jerry Holkins und Mike Krahulik erfreut sich auch nach seiner fünfjährigen Laufzeit immer noch großer Beliebtheit.
Das neue iPhone-Titel auf einer solchen Messe nicht fehlen dürfen, haben unsere Kollegen von touchArcade bedacht und liefern seit der letzten Nacht allerlei ‚Hands-on‘-Material, dessen Highlights hier kurz zusammengefasst werden sollen.
Jeopardy-Quizfrage aus der Kategorie ‚Videospielklassiker 500‚: Welches legendäre Jump ’n‘ Run wurde 1994 von Shiny Entertainment auf Sega Mega Drive veröffentlicht, bei dem ein Regenwurm im High-Tech-Raumanzug den Superhelden mimt?
In der Kategorie Rennspiele lässt sich der Mario Kart-Klon ‚Shrek Kart‘ (YouTube-Video) im Spaß-Segment herausgreifen. Natürlich auch mit dem großen Gameloft-Stempel auf der Stirn. Genauso geht es ‚Asphalt 5‘ (YouTube-Video), das wir bereits auf der WWDC begutachten durften.
Doch genug der Zukunftsmusik. Wer bereits an diesem Wochenende Lust auf ein lebensechtes Rennspiel verspürt, greift zu Firemint’s Real Racing, das in unserem Video-Review bereits ordentlich gelobt wurde.
Dieses Wochenende ist der mit 48 Rennwagen, einem gelungenen Mehrspielermodus und über zwölf Rennpisten ausgestattete Racer ein paar Euro günstiger zu erstehen.
Die TomTom-FAQs verschieben offiziell das ‚Carkit‘ für die Auto-Navigation vom iPhone auf Oktober.
The TomTom car kit availability was originally planned for this summer. But we have decided to take some extra weeks in order to deliver the highest quality on this innovative product. So, the car kit will become available this October on www.tomtom.com.
Nachdem der FCC-Zulassungsprozess bereits das Handbuch und die Plastik-Hardware auseinandergenommen hat, kündigte die Navigon-Konkurrenz eine ähnliche Halterung (erst einmal ohne GPS-Verstärker) an. Und auch Falk zeigt auf der IFA erste Pläne für eine Navigations-Software.
Es mag an mir liegen, aber ich bin Autohalterungen und Navi-Systemen extrem überdrüssig…
Als das iPhone OS 3.0 im Juni die Marktreife erhielt, unterstützten 29 Mobilfunkanbieter aus 76 Ländern den Versand von MMS. Für den exklusiven US-Anbieter AT&T hieß es in der WWDC-Keynote ‚later this summer‘, was zu ordentlichen Lachern unter den anwesenden Gästen führte.
Mit dem 25. September hat man jetzt zwar knapp das ‚offizielle Sommerende‘ verfehlt, reicht jedoch die spektakuläre MMS-Technologie für 3G- und 3GS-Besitzer nach. Über Tethering-Angebote fehlt vom US-Dienstleister weiterhin jegliche Aussage.
So wird das nix, mit ein paar weiteren Jahren exklusivem iPhone-Vertrieb…
Weitere Erfolgsmeldungen aus Asien: Nachdem mit zwei Mobilfunk-Vertriebspartner in China verhandelt wurde, ist auch das iPhone-Interesse im nahegelegten Japan ungebremst.
Im Juli erreicht das Apple-Telefon nach CNN Money– und Electronista-Angaben, die Spitzenposition der dortigen Telefon-Charts (erhoben von GfK Marketing).
Der Erfolg währte jedoch nicht lange. Bereits eine Woche nach der ‚Pole Position‘, rutsche das 3GS wieder komplett aus den Top 10 – bislang halten sich jedoch beide Hardware-Revisionen auf niedrigen, zweistelligen Platzierungen. Auch den guten Sony Walkman-Verkäufen zum Trotz, erfreuen sich iPhone 3G und 3GS großer Beliebtheit im Land der aufgehenden Sonne.
Gegenüber BitTorrent ‚Monitoring-Software‘ hat sich Apple bislang schon in mehreren Fällen ablehnend gezeigt. Drivetrain machte bereits im Mai einen Abflug, uMonitor zum Überprüfen der Download-Zwischenstände von µTorrent durfte in dieser Woche keine App Store-Landung hinlegen.
This category of applications is often used for the purpose of infringing third party rights. We have chosen to not publish this type of application to the App Store.
uMonitor fand sich daraufhin extrem schnell vorausschauend in Cydia unter diesem Repository wieder: http://repo.theiphonebay.org. Wer keine Lust auf einen Jailbreak hat, bedient sich weiterhin des Web-Zugriffs von Transmission.
An den kommenden ‚Augmented Reality‘-Anwendungen für das iPhone kann man sich nicht genug sattsehen. Robotvision kündigt sich mit integrierter Bing-Bildersuche und Twitter-Inhalten an.
Das SZ-Magazin widmet sich in seiner (Print-)Ausgabe vom 21. August dem iPhone-Programm Brushes (3.99€; App Store-Link), mit dem der 72 Jahre alte Künstler David Hockney seine Leidenschaft auf einer digitalen Leinwand auslebt.
Der vormals drei Jahrzehnte in Los Angeles lebende Maler entdeckte seine Faszination für den digitalen Pinselstrich im Bett, von dem aus er dieser Tage bevorzugt arbeitet. Getreu nach dem Nerd-Motto: „Because he can!“, gibt es für Freunde nun jeden Morgen einen elektronischen Blumenstrauß per MMS.
Die Kunstwerke mit Brushes sind ‚internetweit‘ bekannt. Auf YouTube finden sich mit den Suchbegriffen ‚iPhone + Brushes‚ über 600 Treffer, von denen Unzählige die Erstellung von Malarbeiten im Zeitraffer abbilden – der Schritt zum Internet-Meme ist nicht weit. Zu verweisen ist auch auf die entsprechende Flickr-Gruppe, in der sich viele der finalen Werke versammeln.
Nun wird es Herrn Hockney sicherlich sehr freuen zu hören, dass mit der kürzlich aktualisierten Version 2.0 bis zu vier Ebenen (Layers) sowie eine erweiterte Zoom-Funktion Einzug in das beeindruckende Malprogramm erhalten haben.