„Hauptsache auf der Strecke bleiben!“ Rush Rally Origins

Bevor ihr auch nur darüber nachdenkt hier das Gaspedal bis aufs Bodenblech durchzudrücken, ruft ihr die Einstellungen auf. Rush Rally Origins (4,99 Euro) läuft auf aktuellen iPhones und dem neuen Apple TV in 4K mit 60fps; auf dem iPad Pro sind ohne Mühe sogar 120fps drin. So sieht der „Sim Racer“ aus der Vogelperspektive gleich fantastisch aus.

Die „Micro Machines“-Spielzeugauto-Optik hat mich instinktiv nach einem Hardware-Controller greifen lassen – am Apple TV hat man ohnehin keine Wahl. Am Fernseher lenkte mich deshalb ein DualShock-Controller über die Wald- und Wiesentouren.

Am iPhone half der Backbone One aus. Hätte ich mir aber nicht auch noch die Rennsimulation aufs iPad geladen, für die ich kein Gamepad zur Hand hatte, hätte ich vielleicht nie die sehr ordentliche Touch-Steuerung ausprobiert.

Das Off-road-Vergnügen mit diesen Rallye-Autos bedarf Fingerspitzengefühl und keinem Klammergriff um ein ungezügeltes Lenkrad. Das mag nicht unbedingt realistisch sein, ermöglicht es aber konkurrenzfähig – ohne zusätzlichen Controller – mitzufahren.

Rush Rally Origins bleibt trotzdem richtig schwierig. Ihr fahrt allem voran gegen euch selbst und um die beste Rundenzeit. Wer auf diese Einzelgänger-Herausforderungen steht, unterstützt damit ganz passend ein britisches Ein-Mann-Entwicklerstudio.

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Wenn der automatische Hauswechsel in der Home-App klemmt…

Manchmal mache ich Fehler, die mich an meiner Kompetenz zweifeln lassen. Alles begann vor einigen Wochen…

Zwischen unserer Wohnung und meinem Büro liegt ein Fußweg von 15 Minuten. Dank Ortungsdiensten kennt das iPhone meinen Standort und wechselt in der Home-App zwischen diesen zwei eingetragenen Örtlichkeiten.

Seit einigen Wochen funktionierte bei mir dieser automatische Hauswechsel nicht mehr. Das iPhone verortete mich auch bei der Ankunft Zuhause weiterhin im Büro (siehe das kleine Standort-Symbol).

Alles andere funktionierte weiterhin reibungslos. Alle HomeKit-Geräte waren anzusprechen; selbst ortsbasierte Erinnerungen („Erinnere mich daran, nach der Post zu sehen, sobald ich zu Hause bin.“) liefen an den korrekten Standorten ab. Einzig und alleine der automatische Wechsel, der sich beispielsweise im Kontrollzentrum zeigt, erfolgte nicht.

Es ist nicht schwierig zwischen zwei Adressen in der Home-App zu wechseln. Es ist allerdings nervig, wenn man seine Lampen nicht direkt als Vorschlag im Kontrollzentrum sieht.

Einige Wochen lang habe ich das grummelnd ertragen und gedanklich auf einen Bug in der Beta geschoben. Ich fand es nervig, aber nicht genug genervt, um Zeit in eine Recherche zu investieren.

Allerdings verfolge ich berufsbedingt jede Kleinigkeit, die iOS (in seiner Beta-Zeit) verstolpert. Und es nagte an mir, dass dieser so offensichtliche Softwarefehler noch von niemandem dokumentiert wurde.

Gestern Nacht – kurz vor dem Einschlafen – durfte ich mir dann mit der flachen Hand auf die Stirn schlagen: Die Schuld trägt ein Apple TV.

Für meinen längeren Artikel über den Apple TV 4K (2. Generation) schaffte es auch die ältere Set-Top-Box ins Büro. Fernbedienungen wollten verglichen werden; die Konfiguration nach einer kompletten Wiederherstellung habe ich einmal nachvollzogen.

Bei einer solchen Neuinstallation fügte ich diesen Apple TV – wohlgemerkt eine HomeKit-Steuerzentrale (!) – dem Büro hinzu. Natürlich! Als ich die Set-Top-Box nach ein paar Tagen dann wieder nach Hause nahm, um sie in einem Kinderzimmer einzustecken, verschwitzte ich die manuelle Zuordnung zum neuen Home.

Für die letzten zwei Monate standen also zwei Apple TVs bei mir Zuhause – einer davon glaube, er befindet sich immer noch im Büro. Das legte meine Heimautomatisierung nicht lahm, brachte sie jedoch aus dem Tritt.

Kuriositäten mit HomeKit-Steuerzentralen sind nicht unüblich. Auch WiFi-Netze, die man nach dem Umzug in eine neue Stadt unverändert wieder an den Strom steckt, können iPhones und iPads verwirren. Meine kurze Anekdote soll lediglich eine Erinnerung an diese Fehlerquell sein.

iPadOS 15 und die Globus-Taste

Apples Magic Keyboard und das Smart Keyboard Folio behausen in der linken unteren Ecke eine dedizierte Globus-Taste. Wenn ihr an eurem iPad eine andere Hardwaretastatur verwendet, wollt ihr mit iPadOS 15 eine Taste festlegen, die als Globus-Taste agiert.

Die systemweiten Tastaturkurzbefehle spielen bei der Benutzung von iPadOS 15 mit externer Tastatur (!) eine extrem zentrale Rolle.

Am NK65 und Logitech Craft habe ich beispielsweise die ctrl-Taste auserkoren – weil sie sich in der gleichen Position wie am Magic Keyboard fürs iPad befindet.

Blicken wir aufs Magic Keyboard für den Mac.

An meinem 6 Jahre alten Magic Keyboard für den Mac (A1644) braucht es keinerlei Änderung der Einstellungen: Die fn-Taste funktioniert am iPad bereits wie die Globus-Taste – lediglich der Weltkugel-Aufdruck fehlt.

Diese Kennzeichnung hat Apple am neuen Magic Keyboard und am Magic Keyboard mit Touch ID nun ergänzt. Neben „fn“ findet sich dort nun auch der „Globe key“.

Auf den Magic Keyboards mit Ziffernblock (und/oder Touch ID), fehlt dagegen nicht nur der Aufdruck, sondern die komplette Taste. Daher (m)ein Rat (um auch das Fingermuskelgedächtnis nicht unnötig zu strapazieren): Wenn ihr ein Magic Keyboard als externe Tastatur für euren Mac und euer iPad in Erwägung zieht, kauft das Modell ohne Ziffernblock (und mit Globus-Taste).

Mittendrin statt nur dabei: Netflix spielt „3D-Audio“

Über „Spatial Audio“ für Musik lasse ich (gerne) mit mir streiten, obwohl ich es persönlich oft dem klassischen Stereo-Mix vorziehe. Für bewegtes Bild braucht es eine solche Diskussion allerdings nicht.

Als ich gestern Nacht die finale Battle-Rap-Szene aus 8 Mile über die AirPods Max schickte, musste ich mehrmals den Kopfhörer abnehmen, um mir zu versichern, dass das iPad nicht das komplette Schlafzimmer beschallt. Die AirPods Pro (Affiliate-Link) bekommen den räumlich verorteten Klang übrigens auch hervorragend hin. Und das markante Headtracking lässt sich übrigens in den Einstellungen ➝ Bedienungshilfen ➝ AirPods wahlweise abschalten oder auf Videos beschränken.

Lange Rede, kurzer Sinn: Netflix macht jetzt auch 3D-Audio1.


  1. Für alle „Nicht-Dolby-Inhalte“ simulieren iOS 15 + iPadOS 15 + macOS Monterey wahlweise den „Spatial Audio“-Raumklang. „Spatialize Stereo“ nennt Apple das und zeigt eine entsprechende Beschreibung im Kontrollzentrum an, wenn man dort länger auf den Lautstärkeregler drückt. 

„2021 State of the Mobile Baseband“

On the other hand, waiting for Qualcomm and Mediatek is fraught with peril. For some reason, Qualcomm does not seem to be sounding alarm bells internally about its growing performance gap against Apple, nor the narrowing gap with Mediatek. Mediatek has made a lot of gains but still lags in some critical areas, like AI for image processing. Qualcomm does have a great track record, and their chip design team is a machine at executing, but right now it seems to be an engine with the gears not fully engaged.

Lastly, is there any hope someone else will come along? No, there isn’t. Google just unveiled a phone AP. That deserves a post in its own right, but that post will conclude – you can’t rely on Google to stay in this business. There are a number of companies in China designing things that could someday be an AP, but these are years from viability. The major chip companies (including Intel, TI and Nvidia) have all been in this business and exited long ago. There really is no knight in shining armor over the horizon.

Digits to Dollars

„I got 99 problems, but a chip ain’t one.“

Der Apple-Qualcomm-Deal läuft noch bis 2025; Johny Srouji bestätigte die Arbeit an einem eigenen Mobilfunkmodem im letzten Dezember.

“This year, we kicked off the development of our first internal cellular modem which will enable another key strategic transition,” he said. “Long-term strategic investments like these are a critical part of enabling our products and making sure we have a rich pipeline of innovative technologies for our future.”

via Mark Gurman

Die Frage ist also nicht ob das Apple-Modem seinen Weg auf den hauseigenen System-on-a-Chip findet, sondern welche proprietären Funktionen Apple damit zukünftig verbindet.

Funkchips könnte Apple problemlos weiterhin (von der Stange) einkaufen, aber ein „entscheidender strategischer Technologiewechsel“ deutet auf (Mobilfunk-)Funktionen hin, die sich nur mit Software und Hardware aus einer Hand realisieren lassen.

#268 – der iCloud-Schlüsselbund, ein Status-Check.

„Niemand pflegt gerne seine Passwörter!“ Das sagen die Leute so, haben aber niemals mich danach gefragt.

Kennwörter sind kein Hobby, aber ich empfinde sie auch nicht als Anstrengung. 1Password darf sich hier angesprochen fühlen. Diese Software hat mir den Spaß gegeben, meine Online-Accounts in den letzten Jahren vernünftig abzusichern.

Doch mit iOS 15, iPadOS 15 und macOS Monterey will der iCloud-Schlüsselbund nun Spaßbremse spielen.

Hier das Intro zur siebenminütigen Episode:


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„Move beyond passwords“

Move beyond passwords“ ist ein leicht verständliches 25-Minuten-WWDC-Video, dass euch eine Technik-Vorschau auf die passwortlose Zukunft gibt.

Apple nennt seine Umsetzung der branchenweiten Anstrengung „Passkeys in iCloud Keychain“. Die Funktion ähnelt Apples Login-Dienst „Mit Apple anmelden“, funktioniert technisch aber anders (public/private key).

Es ist eine wirklich vielversprechende Aussicht, auch wenn dies erst „the first step of a multiyear effort in replacing passwords“ ist.

„The ‘Misunderstood’ iPhone Child-Protection Features“

Zwei Interviews waren notwendig, um Apples geplante CSAM-Erkennung ab iOS 15 (anfangs nur in den USA) weiter zu spezifizieren1.

Erik Neuenschwander — Apples „Head of User Privacy“ — sagte zu Matthew Panzarino:

If users are not using iCloud Photos, NeuralHash will not run and will not generate any vouchers. CSAM detection is a neural hash being compared against a database of the known CSAM hashes that are part of the operating system image. None of that piece, nor any of the additional parts including the creation of the safety vouchers or the uploading of vouchers to iCloud Photos, is functioning if you’re not using iCloud Photos.

Craig Federighi ergänzte gegenüber Joanna Stern:

“And if, and only if you meet a threshold of something on the order of 30 known child pornographic images matching, only then does Apple know anything about your account and know anything about those images.”

Video

Wie erstrebenswert ein iPhone ohne iCloud-Dienste ist, sei dahingestellt. Meiner Definition von „Gerätehoheit“ bleibt das iPhone treu, wenn man den kompletten Prozess ausschalten kann.

Der Schuss ins eigene Bein bleibt: Die Erkennung von „Child Sexual Abuse Material“ (CSAM) „on device“ untergräbt nicht nur das (Privatsphären-)Verständnis von vielen Leuten (Es ist mein Computer!), sondern auch das eigene Versprechen („Your data. Your choice.“)

Gleichzeitig gibt es einen Unterschied zwischen (Straf-)Verfolgung und (anhaltsloser) Überwachung. Die Erzeugung von NeuroHashes auf allen iPhones, kann man als einen unverhältnismäßigen Eingriff ansehen – als einen vorauseilenden Gehorsam.

Unterm Strich erscheint mir Apples Lösung schlicht „zu clever“. Selbst wenn ihr System gegenüber dem serverseitigen Scannen die Privatsphäre besser schützt (Apple hat keinerlei Einblick in eure komplette Bibliothek!), sie bricht mit einer generellen Unterscheidung zwischen privaten Daten und Daten, die man auf Wolkenspeicher spielt.

Es fühlt sich grundlegend falsch an, wenn das eigene Telefon gegen euch arbeitet – wenn es gegen euch ermittelt. Technisch und kryptografisch ist das vielleicht eine unbegründete Sorge, aber sie ist speziell bei diesem Thema ausschlaggebend. Selbst wenn der Scanning-Prozess einhundertprozentig korrekt funktioniert, was er laut Apples eigener Aussage nicht tut, weil es sonst keinen „Threshold“ von 30 Bildern geben müsste, will ich dieses Thema so weit wie nur möglich von mir persönlich entfernt wissen.

Apple sieht das CSAM-Scanning als Teil des Übertragungsprozesses, der „on device“ stattfindet. Apple will keine Datenbestände und kompletten iCloud-Fotobibliotheken auf seinen Servern durchforsten. Das ist ein valides Argument für einen besseren Schutz der Privatsphäre. Bei der Verfolgung von CSAM-Material sollte an erster Stelle jedoch die Eindämmung bei der Verbreitung stehen – danach kann man dem Besitz nachgehen.

Before I worked in academia, I used to work in [the tech] industry. I worked for about two years building a tool to review CSAM material and detect it. And when I worked on this project, it was very clear from the beginning that the goal was to get it off the servers of the company I was working for. Like — there was no higher goal. We were not going to somehow solve the child pornography problem.

Jen King | Decoder

Angriffsszenarien von autoritären Regimen – oder Subpoenas von demokratischen Staaten, über die Apple dann nicht reden darf, halte ich für sehr theoretisch. Es scheint zum jetzigen Zeitpunkt schlicht zu viel Arbeit und gibt für diese staatlichen Akteure genügend andere Mittel und Wege. Wir können nicht einmal überprüfen, auf welche Bilder die Hashwerte der NCMEC-Datenbank verweist.

Nichtsdestotrotz. Egal, wie unwahrscheinlich das Missbrauchspotenzial ist: Apple schafft damit ein System, das theoretisch hintergangen werden kann. Apple kann sich dann nicht mehr auf den (unkomplizierten) Standpunkt stellen: „Wir können da nicht rein!“ Und selbst unter diesen Vorzeichen wurden schon Begehrlichkeiten nach einer Hintertür geäußert. Staatliche Überwachungsorgane fordern auch dann Zugriff, wenn sie wissen, dass es keinen Zugriff gibt.

Im Fall von San Bernardino war Apples Aussage unmissverständlich – egal wie dreist das FBI in der Öffentlichkeit die Tatsachen verdrehte. Mit dem „Child-Prection Feature“ wird nicht nur die Erklärung extrem kompliziert, sondern eine Grundlage geschaffen, die eine Ausweitung nicht ausschließt – zumindest theoretisch. Und das ist bei privaten Firmen, die Rechenschaft gegenüber Anteilseigner:innen ablegen, an unterschiedliche Gesetze in verschiedenen Ländern gebunden sind und dessen Führungsriege jederzeit wechseln kann, schwierig.

Auch wenn Apples Idee also privatsphärenfreundlicher ist, bleibt die (gängige) serverseitige Überprüfung verständlicher. Und wenn etwas verstanden wird, ist die Chance einer Akzeptanz sehr viel höher.


  1. Die Vorstellung verlief ziemlich desaströs. Das iMessage-Feature hätte man von den anderen Ankündigungen trennen sollen. Journalisten und Journalistinnen hätten vorab die Funktionen erklärt bekommen müssen und der laufenden Forschung wurde insgesamt vor den Kopf gestoßen.