iCade Part III: ein neuer iOS-Games-Roundhouse-Kick (+ Video)

Richtig durchgestartet hat die iCade-Unterstützung (1/2) für App-Store-Software noch nicht. Der Entwickler-Support hält allerdings beständig an. Hier sechs neue Titel, teilweise preisreduziert, die in den letzten Monaten positiv auffielen.

DirektiCadeIII*

* Alle selbstproduzierten Videos gibt’s auch als iTunes-Podcast, der sich diebisch über euer kurzes Sternchen-Rating freut. Danke!

$1,049,343,540

IPhoneBlog de Samsung Apple

1,049,343,540 US-Dollar sind im Patentstreit zwischen Samsung und Apple nicht viel Geld. Apple verdiente allein im letzten Quartal 8.8 Milliarden. Für Samsung entspricht der Strafbetrag 0.7-Prozent vom (globalen) Umsatz des Geschäftsjahres 2011*. Um’s Geld ging es im US-Patentstreit, den der südkoreanische Konzern letzte Nacht in San Jose haushoch verlor, ohnehin nie.

Tim Cook sagte es anschließend selbst:

For us this lawsuit has always been about something much more important than patents or money. It’s about values.

John Koetsier

Eine mögliche Interpretation dieser „Werte“:

Apple won the PR as the innovator and Samsung will always be seen as the copier.

Robert Scoble

Bei einer derartig heftigen Klatsche (die Geschworenen stimmten einvernehmlich über 773 Fragen in nur zwei Tagen zugunsten fast aller Forderungen aus Cupertino ab), sind andere Urteilsauslegungen unnötig. Apples größter Gewinn ist ohne Zweifel die Anerkennung seiner Patente.

Gestritten werden darf dagegen über die Bewertung der Gerichtsentscheidung und seine Konsequenzen für die Zukunft. Hier gilt: Während der Weltmeisterschaft ist jeder Fußballtrainer; vor Gericht spielt jeder Anwalt.

[…] in recent years, I have become even less a fan of Apple. It is now the uber-bully of the technology industry, and is using its surging authority – and vast amounts of cash – in ways that are designed to lock down our future computing and communications in the newest frontier of smart phones and tablets.

Dan Gillmor

Der Kommentar von Dan Gillmor ist exemplarisch für Kritik am bestehenden Patentsystem. Die weltverbessernde Einstellung gefällt, hat mit der Realität jedoch wenig zu tun. Das Geschworenengericht hatte nicht die Aufgabe, das bestehende US-Recht in Zweifel zu ziehen und Prognosen über ‚Design-Monopole‚ zu berücksichtigen. Es stand zur Frage, ob Samsung absichtlich Apple-Patente, egal wie sinnig oder unsinnig diese in der persönlichen Bewertung ausfallen, verletzt hat. Diese Frage wurde unmissverständlich beantwortet.

Nichtsdestotrotz: Das Patentsystem bleibt ein Problem. Deshalb arbeitet man drumherum: Kreuzlizenzierungen, so wie Apple diese Samsung im Jahr 2010 anbot, gehören zum Tagesgeschäft. Microsoft und Apple pflegen ein solches Miteinander. Apple zahlt Nokia Milliarden für patentierte Technologien. Samsung entrichtet Lizenzgebühren an Microsoft, drückte sich bislang jedoch darum, seine von Apple inspirierten ‚Tweaks‘ am Google-OS zu bezahlen.

Der Prozess hat gezeigt: Google war Samsung keine Hilfe. Die Motorola-Übernahme aus dem vergangenen Jahr ist ein Verlustgeschäft; das eingekaufte Patentportfolio war bislang noch kein einziges Mal nützlich.

With many Android users already paying a license fee to Microsoft, and now needing to pay an additional fee to Apple, Google’s free operating system isn’t as free as it used to be.

Cnet

Samsungs ‚Kopier-Kriegskünste‘ führten in nur wenigen Jahren zu einer Vormachtstellung der Südkoreaner im Smartphonemarkt. Samsung ist Googles bedeutendster Android-Partner. Apple attackiert Android weiterhin nicht direkt sondern konzentriert sich auf Hardware-Buden, die Googles OS nutzen. Über ein US-Verkaufsverbot für die beanstandeten Samsung-Geräte wird Mitte September entschieden.

Ob Samsung dann wohl stärker über Windows Phone nachdenkt und seine Einnahmen aus dem Zulieferergeschäft, beispielsweise mit iPhone-Bauteilen, berücksichtigt?

*Wie in den Kommentaren richtig angemerkt: Eine Gegenüberstellung mit Samsungs Gewinn in 2011 ist sinnvoll. (Danke, Sebastian!)

Facebook v5: Die meistgeladene iOS-App ist endlich benutzbar.

IPhoneBlog de Facebook v5

HTML5 raus, Objective-C rein: Die iOS-Facebook-App (kostenlos; universal; App Store-Link) gewinnt in Version 5 ordentlich an Geschwindigkeit. Die Timeline- und Neuigkeiten-Ansicht fühlt sich wie neugeboren an.

So while utilizing web technology has allowed us to support more than 500 million people using Facebook on more than 7000 supported devices, we realized that when it comes to platforms like iOS, people expect a fast, reliable experience and our iOS app was falling short.

‚Drafts‘ synct mit ‚Simperium‘

Das Zwei-Punkt-Null-Update von Drafts (1.59 €; App Store-Link) und die separat veröffentlichte iPad-Edition der Notiz-App (2.39 €; App Store-Link) bedürfen keiner erneuten News. Der Sync-Service Simperium jedoch, auf den die digitale Klebezettel-Anwendung ab sofort setzt, verdient eine kurze Erwähnung.

IPhoneBlog de Drafts

Der Name des Cloud-Syncs aus dem Simplenote-Studio fällt in jüngerer Vergangenheit regelmäßig wenn Dropbox als zu langsam empfunden wird und Apples iCloud nicht funktioniert. Podcast-Client Instacast denkt (und lobt) beispielsweise laut Simperium. Warum? Weil die Einbindung scheinbar kinderleicht ausfällt, man als Entwickler tiefe Software-Einblicke bekommt und der Echtzeit-Abgleich flutscht. Drafts ist ein lebendiger Beweis. Eingetippte Buchstaben auf dem iPhone wandern fast verzögerungsfrei auf ein iPad, das ins gleiche Benutzerkonto schreibt.

Lex Friedman formulierte im vergangenen Monat für Macworld.com die verschiedenen Ansprüche und Herausforderungen an iCloud, Dropbox und Simperium. Dort kam auch Greg Pierce, Entwickler von Drafts, zu Wort.

Pierce says that his company’s apps that are candidates for iCloud all use Core Data. “I’m sure Apple is hard at work improving the integration issues,” he said, “so for the time being I’ve taken a wait-and-see attitude toward iCloud.”

‚Lost Cities‘ – das ‚Carcassonne‘-Team legt Karten

Ein freundliches (und befreundetes) Affenhaus in der Münchner Innenstadt schubste vor zwei Jahren ‚Meeples‘ über Bildschirm-Spielbretter. Auf Carcassonne folgt heute Lost Cities (2.99 €; App Store-Link), die zweite iOS-Brettspiel-Umsetzung von TheCodingMonkeys.

Das Regelwerk ist in 5-YouTube-Minuten erklärt. Das eingesprochene Tutorial des Spiels verschmilzt mit einer klassischen Proberunde jedoch viel unterhaltsamer für die steile Lernkurve der ersten Partien. Die iPhone-Adaption von Brettspielautor Reiner Knizia zählt zur Sorte ‚Easy to learn, difficult to master‚ – ganz nach dem Lehrsatz von Nolan Bushnell. Zwei hausgemachte Podcast-Stunden des Teams erklären das Leben, das Universum und den ganzen Rest dieses (Entwickler-)Abenteuers.

Insbesondere die asynchronen Duelle gegen Freunde und Feinde über Game Center dienen als anhaltender Motivationsmarathon. Schon deshalb ist das iPhone-Display dem Küchentisch-Kartenspiel vorzuziehen. Das mehrfach ausgezeichnete Original kenne ich nicht. Ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Gameplay-Adaption und technischer Detailverliebtheit, die schon Carcassonne auszeichnete, bemerkt aber auch ein ungeschultes Auge. Die Grafiken der Iconfactory sind a) leicht verständlich, b) verspielt und c) trotzdem ohne unnötigen Schnörkel. Der Soundtrack dudelt eingängig (3.99 €; iTunes-Album).

Ein Fazit ist überflüssig; eine Betonung der Kaufempfehlung allerdings nicht. Lost Cities besetzt eine hochspezialisierte App-Store-(Spiele-)Kategorie mit einigen wenigen herausragenden Brettspiel-Umsetzungen. Lost Cities gehört ab heute zu dieser exzellenten Auswahl.

AT&T verspielt Chance auf bessere Kundenbindung

Apples FaceTime war auf der WWDC 2010 ein „One more thing…“ (ab Minute 89). Steve Jobs erklärte bei der ersten Feature-Präsentation die Videotelefonie zum ‚offenen Standard‚.

And we’re going to take it all the way. We’re going to the standards bodies, starting tomorrow, and we’re going to make FaceTime an open industry standard.

IPhoneBlog de Save The Internet

Das ist bis heute nicht passiert. Zwei Jahre später, mit iOS 6, schauen alle Augen auf die Mobilfunkanbieter. FaceTime funkte bislang nur im WiFi; jetzt sind die mobilen Datenleitungen an der Reihe. Vier Antworten von vier deutschen Anbietern zum erhöhten Datenaufkommen in den Kundentarifen sammelte ich im Juli.

US-Anbieter AT&T wollte sich damals nicht zur „Preisgestaltung“ äußern. Seit dem vergangenen Wochenende ist bekannt: Ein kostspieligeres ‚Mobile Share‚-Angebot ist notwendig um seine ohnehin begrenzten Verbindungsdaten mit einem Videogespräch durch die Leitung zu jagen.

Die Reaktionen auf das Statement waren absehbar. Dass der US-Mobilfunkanbieter darauf allerdings öffentlich antwortet, überrascht. Der mitschwingende Hochmut verwundert jedoch nicht.

With the introduction of iOS6, we will extend the availability of the preloaded FaceTime to our mobile broadband network for our Mobile Share data plans which were designed to make more data available to consumers. To be clear, customers will continue to be able to use FaceTime over Wi-Fi irrespective of the data plan they choose.

‚PDFpen‘ unterzeichnet flink und flott PDFs

PDFpen für den Mac ist aktuell günstiger – fast 50-Prozent (23.99 €; MAS-Link). Auch bei PDFpen für das iPad lässt sich sparen. Anstelle von 11.99 € bezahlt man derzeit 5.49 € (App Store-Link). Erwähnenswert ist dies, weil beide Anwendungen eine echte PDF-Tag-Team-Empfehlung sind.

IPhoneBlog de PDFpen iPad 1

Alle Papier-Rechnungen, Verträge oder Postwurfsendungen, die mein alter CanoScan Lide (Affiliate-Link) hier einzieht, sehen zuallererst die Mac-App von SmileOnMyMac. Dort schwärze ich Kontoauszüge, werfe eine OCR-Texterkennung über das Blatt, schneide ein Dokument auf bestimmte Ausschnitte zurecht und spiele es auf den Evernote-Account.

Mit einem einzigen Knopfdruck wandert die Datei aber auch ins iCloud-Wolkenverzeichnis. Nie war es unkomplizierter, einen Vertrag zu unterzeichnen. Der Unsitte, für kleinste Add-On-Funktionen von Software oder Spielen eine Vertraulichkeitsvereinbarung zu verlangen, ist damit endlich der Kampf angesagt. Das eigene Autogramm schüttelt man über die iPad-App schneller aus dem Handgelenk als die dazugehörige E-Mail-Antwort. Apples iCloud hat mich in dieser Angelegenheit, seit Januar, nicht enttäuscht. Mittlerweile lassen sich Dateien auf immerhin einer Ebene in Ordner sortieren.

PDFpen auf dem iPad kombiniert (oder teilt) aber auch mehrseitige PDF-Werke. Eine lästige Tätigkeit, die mit dem Tablet-Programm ein bisschen erträglicher wird. Der Dropbox-Ordner-Sync bringt eine zusätzliche Anbindung an die alteingesessene Dateistruktur.

Die UI der iPad-Anwendung holpert in der globalen Dokumentansicht noch erheblich. Abgesehen davon ist PDFpen jedoch das berühmte Glas Eiswasser in der Adobe-Hölle wenn’s um simple PDF-Bearbeitung geht.

Der iOS-Skype-Foto-Chat

IPhoneBlog de Skype 4 1

An Skype kommt keiner vorbei, egal wie unattraktiv die Benutzeroberfläche blitzt und blinkt. iOS-Version 4.1 (kostenlos; iPhone / iPad), soeben veröffentlicht, verschickt Fotos zwischen Chat-Partnern. Eine (Datei-)Größenbegrenzung existiert nicht. Allerdings lässt sich jeweils nur eine einzelne Aufnahme pro Übertragung auswählen. In allen meinen Testläufen erreichten die überspielten Fotos einen Desktop-Rechner einige hundert Kilobyte ‚leichter‘. Wie und wo das Original an Qualität verliert, konnte ich nicht feststellen.

Erfreulich: Die Kontaktliste wird spürbar schneller geladen. Ob die versprochene Gesamtperformance, insbesondere durch „deutlich weniger Akkuleistung“ für Hintergrundprozesse, im Alltagseinsatz nachvollziehbar ist, müssen die nächsten Tage zeigen.