Dynamic Island als „software user experience differentiator“?

Wisst ihr, was sich alt anfühlt? Die Anpassung des neuen Sperrbildschirms in iOS 16 auf iPhones mit Touch ID.

Meine Kids haben richtig viel Spaß mit seiner Gestaltung – von Lieblingsfotos über Widgets bis zu Schriftstilen. Die vorangestellte Entsperrung ist auf ihren Telefonen – einem iPhone 8 Plus und iPhone SE (2020) – jedoch umständlich.

Face ID entsperrt im Hintergrund; Touch ID erfordert drei aufeinanderfolgende Berührungen – einen längeren Druck aufs Display, einen kurzen Druck aufs Display sowie den Unlock über ihren Fingerabdruck. Scheitert die Registrierung des Fingerabdrucks, ist der Pin-Code einzutippen.

Natürlich ist die Authentifizierung notwendig; sie lässt sich zurecht nicht überspringen. Apple verkompliziert hier für ältere Telefone nicht absichtlich dessen Bedienung. Sie orientieren sich für dieses Software-Feature vielmehr an den modernen iPhones – mit einer (signifikanten) Ausnahme.

Aber gilt das auch für die Dynamic Island? Ist es eine mutwillige Software-Limitierung auf die Pro-Modelle?

More interestingly — super interestingly, even — the Dynamic Island now introduces a software user experience differentiator. Because Live Activity views are only available on the Lock Screen of notched iPhones (and as fleeting non-user-invokable notifications, like Apple Maps’s turn-by-turn directions have been for years), Apple has now introduced major new software features that are only available on the iPhones Pro. There is a hardware component — the smaller sensor array and behind-the-display proximity sensor — but all of the Dynamic Island functionality could be exposed to notched iPhones, just in less cool-looking ways. That’s a design choice Apple has (apparently) made, not a function of production costs. It’s not just that the Dynamic Island looks better than the notch. It provides utility that just about any iPhone user would enjoy. At least any iPhone user who ever listens to music or podcasts, makes phone calls, hails rides with Uber or Lyft, or follows live sports. And the only way to get it is with a new iPhone 14 Pro.

John Gruber | Daring Fireball

„Just in less cool-looking ways“? A) So agiert Apple grundsätzlich nicht und B) die Dynamic Island erfordert den A16-Chip.

A big choice that works is Apple overdoing things in classic Apple fashion: the island is meant to feel more like hardware than software — almost like a secondary display that can get bigger or smaller. To get this to feel right, Apple’s built a new dynamic subpixel antialiasing system that makes the edges of the island up to three times crisper than all the other animations in iOS, which antialias at the pixel level.

Nilay Patel | The Verge

Apple erwähnt diese Hardware-Voraussetzung sogar selbst in ihrer Keynote. Oder wie Sebastiaan de With richtig fragt: „Which other company does this?“

There’s also an entirely new display engine in A16. This engine enables the 1Hz refresh rate, Always-On capability, higher peak brightness, and the advanced anti-aliasing that makes Dynamic Island animations so incredibly smooth.

Also ja: Es ist ein „software user experience differentiator“, aber er bedingt sich durch Hardware. Hardware, die derzeit nur im Pro-Modell des iPhone 14 sitzt.

„iPhone 14 Pro Camera Review: Scotland“

Drei Screenshots des Artikels.

Als professioneller Fotograf hat Austin Mann einige aufschlussreiche Anmerkungen zu den neuen iPhone-Kameras – so wie jedes Jahr.

I found the sharpness to be favorable on iPhone 14 Pro, but I do feel many of the images I’ve shot are a bit too processed and/or over-sharpened. When this happens, I’ve been bringing the ProRAW files into Lightroom CC and adjusting the “Apple ProRAW” profile slider to the left to reduce the HDR/sharp look if it’s too much for me.

Aber natürlich prägt auch ihn sein Job; die meisten Nutzer_innen von iPhones stehen nicht vor seinen Herausforderungen.

Offloading photos/videos via Lightning cable is another story. I’ve had some serious pains trying to transfer content from my iPhone to my MacBook Pro. […] Once I finally did get the files onto my Mac, viewing the 48 MP ProRAW files in Apple Photos was pretty slow (it takes a long time to preview or zoom to 100%), so I decided I would use Image Capture to import files to the Finder and then view them in Adobe Bridge. This process was simple and direct, but then when I get the DNG files in Bridge, they all looked super dark because the ProRAW profile wasn’t loading there. I had to abandon this method.

Die überwältigende Mehrheit aller Nutzer_innen stehen nicht vor einem solchen Arbeitsablauf; sie bearbeiten Fotos direkt auf dem Telefon. Die Übertragung und das Management von Dateien sind eine absolute Ausnahme.

Das ist keine Kritik am sehr lesenswerten Artikel, es ist vielmehr ein Hinweis an Apples eigene Ansprüche solche Pro-Arbeitsabläufe (voller Stolz) abzubilden.

Tim Cook drückte es auf dem „Far out“-Event so aus:

Products that are intuitive and easy-to-use, that have a unique integration of hardware and software, and that are incredibly personal. […] They’re always with you, whenever and wherever you need them, and are designed to work seamlessly together. On their own, each is industry-leading. Together, they provide a magical experience.

Eine schnellere Datenübertragung wäre dafür wünschenswert – insbesondere für die mächtigen ProRAW-Videos. USB-C wird hier mittelfristig helfen, aber selbst wuchtige DNG-Fotodateien von jeweils 80 Megabyte überspielt man inzwischen mühelos mit AirDrop.

Ich bin mir sicher: Austin Mann weiß das. Deshalb verstehe ich seine nuancierte Kritik am „Digital Workflow“ vielmehr als Frage nach einer Pro-Software für Fotos – einen Nachfolger für Aperture, neben Final Cut, Motion, Compressor, MainStage und Logic.

Vergessen wir nicht: Apple ist der weltweit größte Kamerahersteller mit einem jährlichen „Shot on iPhone“-Wettbewerb. In Cupertino sitzt ein Pro-Workflow-Team. Die pfeilschnellen A-Prozessoren feuern mittlerweile auch macOS an, und Apple beteiligt sich aktiv an der Erweiterung von verlustfreien Dateiformaten.

Ich empfinde daher die Frage nach einer Pro-Foto-App – die ich Austin Mann ganz unverschämt in den Mund gelegt habe – als sehr berechtigt.

#322 – iOS 16 (Round 2)

Wenn ich euch hier mindestens eine Funktion aus iOS 16 zeige, die ihr vorher noch nicht kanntet, habe ich mein persönliches Ziel mit diesem Video erreicht. Um meine Chancen dafür zu erhöhen, habe ich gleich zwei Dutzend der nicht so prominenten Neuerungen ins Video gequetscht.

Hier das Intro zur knapp fünfminütigen Episode:


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„LockFlow“ – Shortcuts im Sperrbildschirm

Widgets auf dem Sperrbildschirm bieten laut Apple „hilfreiche Informationen auf einen Blick“ und dienen als Sprungbrett zu Apps. Deshalb verwundert es vielleicht nicht, dass Apple (noch?) keine Widgets für seine Kurzbefehle-App anbietet.

LockFlow bügelt diese Unzulänglichkeit erst einmal aus (um so beispielsweise meine Schreibtischbeleuchtung zu schalten).

iPhone-Screenshot zeigt Sperrbildschirm und Widgets.

LockFlow is an iOS 16 iPhone app to add widgets that run shortcuts in the Lock Screen and Home Screen. Download it today and try it, it’s free!

Neben einer Abkürzung zur Kamera-App Obscura zeigt mein Screenshot Widgetsmith, das euch die kleinen Widget-Bildchen mit beliebigen URLs verknüpfen lässt.

YouTube (Audio) ➝ Pocket Casts (via Shortcuts)

Screenshot zeigt iPhone mit erfolgreich ausgeführtem Kurzbefehl.

Automates the process of downloading and sharing a YouTube video (or audio) to Pocket Cast Files.

RoutineHub

Dieser Kurzbefehl ist das Äquivalent zum Sideloading-Feature von Castro, spart mit der Hilfe von Scriptable aber gegenüber dem Download von Hand ein paar Klicks.

Alle Audio- und Video-Downloads, die ihr über das Teilen-Menü aus der YouTube-App anstoßt, landen in eurem iCloud Drive/Shortcuts/Pocketcasts-Ordner. Für Plus-Abonnent_innen von Pocket Casts werden sie direkt hochgeladen, und stehen anschließend im Podcast-Player zur Verfügung.

watchOS 9 ändert die Entriegelung der Wassersperre

Nicht erschrecken: Die Wassersperre in watchOS 9 entriegelt ihr durch einen längeren Druck auf die Digital Crown – nicht mehr durch das Drehen der Krone.

Garmin: „We measure battery life in months. Not hours.“

Screenshot des Tweets von @Garmin.

Garmin has reacted to Apple’s new rugged Apple Watch Ultra, saying in a tweet following the iPhone 14 and Apple Watch event that it measures battery life in “months” and “not hours,” promoting its latest Enduro 2 watch for athletes.

Sami Fathi | MacRumors

Ein mutiges Statement. Ich besitze keine Sportuhr von Garmin. Thomas Ricker schreibt darüber:

I can say this already though: Garmin’s biggest weak spot is usability. Its high-end watches have tons of features and capabilities that are obscured by complicated software that feels, at times, like operating a scientific calculator. Apple excels at user interfaces, Garmin doesn’t, just like Nokia which struggled in vain to adapt Symbian in response to the iPhone and Android. And given enough time, Apple’s watches will catch up to the specs and features available on Garmin’s flagship watches.

„Will the Apple Watch Ultra make Garmin the next Nokia? “

Auch Apple Watch fehlt noch ganz viel Software. Beispielsweise importieren nur Dritt-Apps wie WorkOutDoors oder Footpath eure Laufrouten im GPX-Format. So etwas benötigen nicht nur Spitzensportler_innen.

Wenn sich deine Software jedoch wie „like operating a scientific calculator“ anfühlt, ist Batterielaufzeit ein schwaches Argument.

Unterschätze nämlich niemals Computer! Geräte, die einem einzigen Zweck dienen („Single-Purpose Devices“), halten sich nur solange, bis sie auf ihre Funktion reduziert werden können.

128 oder 256 GB?

Gegenüber dem Vorjahr bleiben die Startpreise der neuen iPhones in den USA und China gleich; viele andere Länder erfahren jedoch eine Preiserhöhung – inklusive Deutschland.

Mit zwei Faktoren lässt sich der Preis für Käufer_innen beeinflussen: Modell + Speicher.

Der Entscheidung hilft, dass das iPhone 14 und 14 Plus identisch ausfallen – abgesehen von der Displaygröße und Akkulaufzeit. Genauso gleichen sich iPhone 14 Pro und 14 Pro Max.

Screenshot zeigt iPhone-Speicher in den Systemeinstellungen.

Ein Blick in die Systemeinstellungen verrät, wie viel Speicherplatz man in seinem aktuellen iPhone tatsächlich belegt. Diese Orientierungshilfe fehlt (natürlich) Neukunden und Neukundinnen.

Es bleibt aber tatsächlich nur eine Orientierung: iOS versteckt belegten Speicher in „Andere Systemdaten“ (➝ Einstellungen ➝ Allgemein ➝ iPhone-Speicher ➝ Systemdaten).

Screenshot zeigt iPhone-Speicher-Einstellungen in den Systemeinstellungen.

Apple schreibt…

Systemdaten umfassen Caches, Protokolle und andere Ressourcen, die derzeit vom System verwendet werden. Dieser Wert fluktuiert je nach Systembedürfnissen.

…bietet aber keine weitere Einsicht.

Bei mir nehmen diese Systemdaten rund 30 GB in Anspruch. Sie fallen zusätzlich zu den Speicherplatz-Bedürfnissen von iOS an. Auf meinem iPhone 13 Pro Max (512 GB) reserviert das Betriebssystem rund 10 GB.

Die Fußnote zu den Kapazitäten der neuen iPhones merkt an:

Der verfügbare Speicherplatz ist geringer und hängt von vielen Faktoren ab. Eine Standard-Konfiguration nutzt ungefähr 12 GB bis 17 GB Speicherplatz, inklusive iOS 16 mit den neuesten Features und Apple Apps, die gelöscht werden können. Apple Apps, die gelöscht werden können, nutzen ungefähr 4,5 GB Speicherplatz. Sie können jederzeit wieder aus dem App Store geladen werden. Die Speicherkapazität kann sich abhängig von Softwareversion, Einstellungen und iPhone Modell ändern.

Auf die Speicherplatzbelegung von „Systemdateien“ und „Andere Systemdaten“ hat man keinen Einfluss. Das ist ein triftiger Grund, warum man die Speicherkapazität für seine Kaufentscheidung berücksichtigen muss.

Diese fehlende Kontrolle für systemrelevante Daten kann man kritisieren, für mich macht sie den Appeal dieser Computer aus. Speicherplatzmanagement ist kein Spaß; die Aufschlüsselung nach installierten Apps mit der Möglichkeit sie „auszulagern“ empfinde ich sogar als weitreichend.

Screenshot zeigt App auslagern in den Systemeinstellungen.

Wer sich für 512 GB oder 1 TB entscheidet, weiß (hoffentlich?!) warum. Der gezahlte Aufpreis für die höheren Speicherkapazitäten sind beim späteren Weiterverkauf nämlich schwieriger zurückzubekommen – insbesondere wenn man sein iPhone nicht direkt nach 12 Monaten weitergibt.

Die meisten Käufer_innen stehen daher vor der Frage: „128 oder 256 GB?“ Mein Tipp: Ignoriert die 1080p-Beschränkung für ProRes-Videoaufnahmen im 128-GB-Modell, berücksichtigt Luft nach oben (mindestens 30 GB frei) und spart nicht am Online-Backup von iCloud+.