„Transloader“ kickstartet Downloads noch bevor ihr am Mac sitzt

Wer beim Download von Dateien tricksen will, der gibt eine URL über Transloader an den Mac weiter. Die App sah schon lange kein Update mehr, lädt aber weiter fleißig jeden Download auf macOS herunter.

Als ich diese Zeilen vor einem Monat schrieb, wusste ich nicht das der Software nach 6 schweigsamen Jahren (!) ein gigantisches Update bevorsteht. Aber gut so: Transloader (iOS / macOS) baut nach wie vor eine hilfreiche Brücke zwischen all euren Computern.

Heute sitze ich zum ersten Mal seit 14 Tagen wieder vor einem Mac. Ich konnte allerdings in den letzten zwei Wochen bereits diverse Downloads für meinen Desktop-Computer aus der Ferne anstoßen. Ich hätte alle diese Dateien auch auf dem iPad herunterladen können, hätte sie dann aber überspielen müssen. Einige dieser Downloads waren außerdem so schnarchend langsam, dass sie der Mac in seiner unendlichen Ruhe aus dem Netz ziehen konnte.

Transloader organisiert in seiner neuen Version auch Downloads zwischen mehreren Macs und kümmert sich um Logins, die möglicherweise zum Herunterladen notwendig sind. Obendrein können Automationen die Weiterverarbeitung der heruntergeladenen Dateien starten.

Eine Download-URL gebt ihr vom iPhone direkt über das Teilen-Menü weiter; iCloud kümmert sich um den Rest. Im Anschluss bestätigt euch ein Pop-up, wenn die Datei auf dem Mac erfolgreich heruntergeladen wurde.

Die Mac-App kostet aktuell nen Fünfer; die iOS-App gibts kostenlos.

Kurzbefehl öffnet iCloud-Schlüsselbund in den Systemeinstellungen

„iCloud Keychain“ steht ein mächtiges Upgrade bevor; einer dedizierten Anwendung verweigert sich Apple aber weiterhin. Da der Weg in die Systemeinstellungen seit iOS und iPadOS 13.1 jedoch abgekürzt werden kann, lässt sich ein einfacher Kurzbefehl basteln um schneller dorthin zu gelangen.

via Ryan Jones

Die große Neuerung in iOS und iPadOS 15 sind Wegwerf-Codes zur zweifachen Authentifizierung in Apples Passwortmanager. Damit wird die integrierte Passwortverwaltung für viele Leute eine echte Alternative zu 1Password.

Trotz AutoFill und Co. wäre es für die meisten Nutzer und Nutzerinnen trotzdem verständlicher, eine separate App auf ihrem Homescreen zu sehen. Dieser „Shortcut“ bringt eine solche Verständlichkeit.

Ein Himmelhund auf zwei Rädern: Bike Baron 2

10 Jahre später rollt Bike Baron 2 erneut in die dicken Bremsspuren von Trails. Den Balanceakt auf einem Motorrad schusterte erneut Mountain Sheep – das oldschool App-Store-Entwicklerteam von Minigore und Death Rally.

Den „Unknown Stuntmenpusht publiziert diesmal aber Cornfox & Bros. – allseits bekannt durch Oceanhorn. Im Gegensatz zu ihrer Apple-Arcade-Route, die für sie Oceanhorn 2 einschlugen, bleibt unser Crashtest-Biker ein waschechter Premium-Titel – nicht nur finanziell, sondern auch qualitativ.

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Bike Baron 2 sieht grandios auf allen Plattformen aus (inklusive Apple TV); und ich liebe die Steuerung mit dem Joystick. Leider holperte der initiale Release: Erst mit dem letzten App-Update aus der vergangenen Woche fegt ihr auf aktuellen iPhones flüssig über die 50 Strecken.

Wenn es euer Zweirad-Junkie auf den Hinderniskursen ordentlich durchrüttelt, verliert er mitunter seinen Helm. Entsprechend der physikalischen Gesetze im Spiel fliegt die notwendige Kopfbedeckung dann durch die Gegend. Es ist eine von vielen unbedeutenden aber grandiosen (Grafik‑)Spielereien, die die zweidimensionale Streckenführung so viel aufregender gestalten.

Jeder rettende Hechtsprung über die Ziellinie oder den Zwischenspeicherpunkt ist extrem befriedigend. Und selbst wenn ihr noch einmal von vorne beginnen müsst: Jeder Neustart geschieht augenblicklich und bringt euch nie aus dem Rhythmus.

Zwischen den „All-you-can-eat“-Gaming-Abos und „Gratisspielen“ mag sich der Einmalkauf im App Store mittlerweile ungewohnt anfühlen. Dieser kurzweilige Cartoon-Evel-Knievel ist jedoch eure Aufmerksamkeit wert.

YouTube-App auf iPhone und iPad jetzt mit „Bild-in-Bild“-Funktion

6 Jahre hat sich YouTube der „Bild-in-Bild“-Funktion auf iOS verweigert. In meinem bezahlten Account tauchte die (bereits aktivierte) Einstellung nun ohne ein App-Update auf dem iPhone und iPad auf.

Auch für das werbefinanzierte Zuschauen – außerhalb der USA – soll „PiP“ möglich werden: Gespannt den Atem anhalten, würde ich jedoch noch nicht.

Und nach der Apple-TV-App von Google will ich mich erst gar nicht erkundigen, dafür aber die rhetorische Frage in den Raum stellen: Warum jetzt?

WWDC 2021: die Apple Design Awards

Alle Gewinner und Finalistinnen der diesjährigen „Apple Design Awards“ finden sich hier; Brian Mueller (CARROT Weather) feierte ihn am schönsten.

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Die jährliche Veranstaltung bleibt jedoch nicht nur eine schöne Tradition, sondern eine der seltenen Situationen, in denen Apple die Entwickler und Entwicklerinnen für seine Plattformen tatsächlich auf ein Podest stellt. Pressemitteilungen über neue Verkaufsrekorde sind nämlich keine Lobpreisung.

Insbesondere die Kommentare von Apples Führungsriege im Rechtsstreit mit Epic waren im Vorfeld der Konferenz brutal. App-Store-Entwickler:innen verfolgten die Berichterstattung nicht aus Interesse an einer nackten Banane Fortnite, sondern um ein Gefühl der Wertschätzung zu erhaschen, die Apple den externen Softwareproduzenten zuschreibt.

Und sagen wir es zurückhaltend: Es war kein Auffahrunfall! Aber kennt ihr Eisregen und wenn Autos unkontrolliert eine plötzlich zugefrorene Straße herunterrutschen? Drei Wochen dauerte diese Rutschpartie und erzeugte allerlei Kollateralschaden.

Selbst wenn einige der Aussagen von Federighi, Schiller und Cook überspitzt und ohne Kontext fielen, weil sie für den erfolgreichen Ausgang im Rechtsstreit formuliert waren, wurden diese Sätze so gesprochen. Und vielleicht wäre schon das ein Grund gewesen, diesen Konflikt vor Gericht zu vermeiden?

Die Unzufriedenheit der Entwickler und Entwicklerinnen ist nämlich sehr real, sie lässt sich nur nicht finanziell beziffern. Dagegen kann Apple recht einfach errechnen, was ein App Store kosten würde, der lediglich seine Unkosten deckt.

Natürlich hängt sich der Missmut nicht ausschließlich an der 30/70-Teilung auf, oder der reduzierten Provision im „Small Business Program“. Aber meine Güte: Das wäre eine ausgestreckte Hand!

So würde ich selbst Pressemitteilungen über eine „boomende iOS App-Economy“ verschlingen! Und was würde sich Apple selbst entlasten, wenn sie finanziell unbeteiligt wären!?

Über das Regelwerk, die Zugangskontrolle und ganz allgemein die Richtlinien gäbe es dann zwar immer noch zu streiten, aber diese Diskussionen würden zunehmend auf Augenhöhe stattfinden. Und mir scheint, genau danach fragen Entwickler und Entwicklerinnen im Moment.

iOS 15: Safari (on Tour)

Safari überwältigt – positiv wie negativ.

Auf dem iPhone wischt ihr über das Adressfeld am unteren Bildschirmende, um zwischen allen geöffneten Tabs zu wechseln. Gelangt man so zum letzten Browser-Tab, öffnet eine Wischgeste über die URL-Zeile nach links einen neuen Tab.

Wie schon in iOS 14 lassen sich die meisten Buttons länger drücken, um zu einer Funktion abzukürzen. iOS 15 versteckt solche Shortcuts auch unter dem langen Druck auf die Adresszeile.

Ein großes Augenmerk liegt auf der Tab-Sortierung – nicht nur in Gruppen, sondern auch in puncto Reihenfolge in der Miniaturansicht. Dort könnt ihr mehrere Browser-Tabs einsammeln – so wie ihr Apps auf dem Homescreen aufräumt – und aufs Plus-Symbol ziehen, um sie zu duplizieren.

Diese Grid-Ansicht ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber den schrägen 3D-Karteireitern aus iOS 14. Das Aufräumen und Sortieren von Browser-Tabs ist jedoch nichts, das ich in irgendeiner Weise anstrebe.

Safari in iPadOS 15 setzt auf Fenster. Berührt man den neuen Multitasking-Button, zeigt sich die Übersicht aller geöffneten Fenster („The new shelf“).

Man wird dezent auf die Benutzung dieser Fenster hingewiesen, weil bereits fünf geöffnete Tabs in der Split View kaum noch zu unterscheiden sind – selbst auf einem 12,9“ iPad Pro. Besonders mit der Trackpad-Steuerung wird es eng, weil der Pointer beim Aufrufen von einem Tab diese Webseite gerne aus Versehen schließt.

Hier hilft es über eine Zwickgeste – respektive CMD + Shift + # – in die Miniaturansicht zu wechseln. Ohnehin sind die Tastaturkürzel enorm gut. Der neue Spickzettel, den ihr über einen langen Druck auf die Befehlstaste einblendet, lässt sich nicht nur lesen, sondern jetzt auch antippen.

Und trotzdem: „It’s a lot!“

In der Breitbildansicht auf dem iPhone explodiert mir der Kopf. Springt die Tastatur ins Bild, hüpft jedes Mal die Adresszeile vom unteren Bildschirmrand komplett nach oben. Das überrascht. Jedes. Einzelne. Mal.

Die „Reader-Ansicht“ versteckt sich unter einem langen Druck auf den kreisrunden (3‑Punkte‑)Button; das häufiger verwendete Teilen-Menü benötigt dagegen zwei Bildschirmberührungen. Alternativ kann man die Adresszeile gedrückt halten und ohne den Finger abzusetzen – in einer durchgehenden Bewegung – nach oben rutschen. Aber wie viele iPhone-Nutzer:innen kennen (und verwenden!) diese Geste?

Für eine ernst zu nehmende Bewertung ist es natürlich noch zu früh. Nicht weil Apple über die bevorstehende Beta-Zeit noch ihre Grundidee korrigieren wird, sondern weil mein Muskelgedächtnis auch nach vielen Tagen noch nicht mitzieht.

Safari zeigt sich wesentlich Gesten-orientierter, anstelle seine Funktionen unter separate Touch-Buttons zu stecken. Das ist eine gravierende Umstrukturierung – noch bevor ich Hintergrundbilder, Farbanpassungen und Extensions erwähne.

Hut ab vor dem, der den Mut hatte, die wichtigste App auf iPhones und iPads in diesem Sommer als Baustelle zu erklären.

Apples Podcast-App führt nun bezahlte Podcast-Abos

Heute starteten bezahlte Podcast-Abos in Apples Podcast-App. Ich werde die Audioinhalte dort genauso ignorieren, wie bereits die „exklusiven“ Spotify-Shows. Doch das klingt böser, als es gemeint ist.

Jemand, der einfach nur bezahlte Podcasts produziert, muss sich hier nicht um Hosting und einen eigenen Bezahl-Button kümmern. Außerdem bleiben alle Möglichkeiten für Nebeneinkünfte offen1; vielleicht bewirbt Apple sogar die eigene Sendung innerhalb der App („Entdecke neue Kanäle“ oder „Spannende neue Premiuminhalte“).

Und jemand, der einfach nur bezahlte Podcasts klicken möchte (und genauso einfach wieder kündigen will), hat bereits alle Zahlungsdaten hinterlegt. Obendrein kann man sich sicher sein, das Apples integrierte Lösung keine persönlichen Informationen weitergibt.

Apple holt damit gleichermaßen Produzent:innen und Hörer:innen ab – und zwar dort, wo sie ohnehin schon sind. Das ist Kunden- sowie Produzenten-freundlich und gleichzeitig nur ein komplementäres Angebot zu bereits bestehenden Bezahl-Podcasts: Private RSS-Feeds lassen sich nämlich weiterhin in Apples-App integrieren (beispielsweise der Videofeed für #one).

Für mich als Hörer sind bezahlte Podcast-Abos in Apple App jedoch uninteressant, weil diese Abonnements ausschließlich in Apples Podcast-Anwendung spielen – und nicht in Castro oder einer anderen hervorragenden Podcast-Anwendung aus dem App Store.

Für mich ist das ein ähnliches No-Go wie Webseiten, die sich als App verpacken, anstelle dem eigenen Internetauftritt einen RSS-Feed zu geben. Kann man machen, muss ich aber nicht mögen oder in seinen eigenen News- und Unterhaltungskonsum einbinden wollen.

Als Podcast-Produzent:innen muss man sich neben der 15/30-Prozent-Provision und der Konkurrenz-Benachteiligung bezüglich In-App-Käufen (siehe Wettbewerbsstreit mit Spotify) außerdem sehr bewusst darüber sein, das man dort keine eigenen Abonnenten und Abonnentinnen hat. Diese Beziehung gehört ausschließlich Apple. Zitat aus dem „Apple Podcasters Program Agreement“:

14.1. Personal Data. In connection with any Podcaster Content hosted by Apple and made available in Apple Podcasts under this Agreement, You represent and warrant that You and Your personnel, agents, and contractors will not access or otherwise process any information that can be used to uniquely identify or contact an individual (“Personal Data”).

Sprich: kein Umzug auf einen anderen Dienst, kein Anschreiben für Hausmitteilungen (Newsletter, Ticket-Verkauf, etc.) und keine eigene Community — beispielsweise in Discord oder Slack. Apple stellt euch in regelmäßigen Abständen lediglich ein Säcklein mit Münzen vor die Tür. Das kann man genauso wollen, muss es aber wissen.

Apple-Computer in ihrer Umgebung wollen sich verbinden

Tippt ihr eine Textnachricht auf watchOS 8, schickt die Uhr einen Push auf euer iPhone oder iPad, um die Texteingabe dort auszuführen – so wie es auch der Apple TV macht.

Das Schlagwort Ökosystem werfen wir für Apples Produkte seit Jahren durch den Raum und sprechen dabei allem voran über Software – von AirDrop über AirPlay bis Continuity.

Zuletzt fällt jedoch auf, wie sehr Apple die tatsächliche Anwesenheit ihrer Hardware als Alleinstellungsmerkmal ausspielt und seine Geräte zunehmend verdrahtet.

„Universal Control“ lässt euch beispielsweise nicht nur kabellos mehrere Macs und iPads mit einer einzigen Tastatur-Trackpad-Kombo steuern, sondern auch Dateien zwischen den separaten Geräten austauschen. Das ist eine logische Weiterentwicklung von „Universal Clipboard“.

Craig Federighi sprach im Kontext von „Universal Control“ über all die Puzzlestücke, die für dieses Feature über mehrere Jahre in Position gerückt wurden.

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macOS Monterey benötigt keine Dritt-Software mehr um im eigenen Netzwerk kabellos Bild und Ton zu empfangen. Sprich: Der Mac gibt sich jetzt selbst als AirPlay-Empfänger aus.

iPads und Macs ohne eigene Netzwerkverbindung klemmen sich von selbst an den „Persönlichen Hotspot“ eures Telefons in direkter Nähe.

Ein entsperrtes iPhone aktiviert die Apple Watch, die ihr euch gerade ums Handgelenk schnallt. Diese Uhr aktiviert wiederum das iPhone, wenn man eine Maske trägt. Es ist außerdem die Uhr, die den Mac oder 1Password entsperrt, respektive euer Administratorpasswort eingibt.

Das „Find My“-Netzwerk findet demnächst AirPods Pro und AirPods Max in Bluetooth-Reichweite. Selbst ausgeschaltete oder zurückgesetzte iPhones lassen sich nun lokalisieren und AirTags warnen, wenn ihr sie irgendwo vergesst.

Die nächste Apple Watch bekommt (natürlich) einen U1-Chip und wird der Schlüssel fürs Eigenheim oder Hotelzimmer. Schon jetzt schubst man über den Ultrabreitband-Chip seine Songs durch die räumliche Annäherung auf den HomePod mini.

Diese hyper-lokalen Features bekämpfen für Apple eine echte Gefahr: den Chromebook-Lifestyle. Es ist die Idee von einem dummen Display, bei dem alle Daten und jegliche Rechenleistung im Netz liegt.

Eine solche Computerwelt lässt sich bereits bei Videospielen vorkosten: Xbox-Cloud-Gaming oder Google Stadia sind der Versuch unabhängig von der lokalen Hardware zu unterhalten.

Und wenn nur noch ein beliebiger Bildschirm und eine schnelle Netzverbindung zählen, verlieren Apples aktuelle Produkte ihre Alleinstellungsmerkmale. Sie wären plötzlich ein „dummes“ beziehungsweise austauschbares Display.

Einen Gegenpol dazu schafft Hardware, die in unmittelbarer Nähe zueinander und miteinander funktioniert.